Haiti: 4 Wochen nach dem Staatstreich
Feature von Indybay.org (San Francisco Bay Area, USA) mit laufenden Updates und zahlreichen weiterführenden Links. Aristide ist inzwischen in die Karibik (Jamaika) zurückgekehrt. Jamaika und Venezuela erkennen die neue, mit Hilfe der USA eingesetzte haitianische Regierung nicht an.
17. 3. -
Gerard Latortue, der von den USA ausersehene Premierminister Haitis, hat eine Regierung gebildet, in der Vertreter der Lavalas-Partei des gewählten Präsidenten Aristide nicht vertreten sind. Er löste auch Haiti [vorläufig] aus der Karibischen Gemeinschaft (CARICOM) und rief Haitis Botschafter aus Jamaica zurück. Jamaica und Venezuela haben jetzt beide erklärt, daß sie auf Grund der Vorgänge bei Aristides Sturz Latortues Regierung nicht anerkennen werden. Aus Schreiben des US-Verteidigungsministeriums geht hervor, daß die USA in den vergangenen zwei Jahren 20 000 M-16 und andere Ausrüstung an das dominikanische Militär geliefert haben. Viele dieser Waffen scheinen in den Händen der haitianischen Todesschwadronen zu sein, die jetzt Jagd auf pro-demokratische Aktivisten machen und sie ermorden. (Audio von Flashpoints).
15. 3. -
‚Democracy Now!‘ – Moderatorin Amy Goodman berichtet, daß der haitianische Präsident Jean-Bertrand Aristide im Karibikstsstaat Jamaika eingetroffen ist. Wenige Augenblicke nachdem sein Flugzeug gegen 2:20 EST [08:20 MEZ] auf dem internationalen Norman-Manley-Flughafen gelandet war, wurden Aristide und seine Ehefrau Mildred zu einem Hubschrauber eskortiert, der sie an einen nicht genannten Ort des Inselstaates brachte.
Regelmäßige Berichte von jedem Zwischenstop seiner Rückreise in die Karibik
Während Aristide in die Region zurückkehrt, verschlechtert sich die Lage in Haiti. Anhänger Aristides werden gejagt, und viele sind getötet und gefoltert worden. Der US-Geschäftsmann Gerard Latortue, der nach dem von den USA unterstützten Putsch Haiti regiert, reagierte auf Aristides Rückkehr in die Region mit der vorläufigen Einstellung der diplomatischen Beziehungen zu Jamaika.
9. 3. -
Während Berichte von zunehmenden Gewalttaten gegen Anhänger Jean-Bertrand Aristides eingehen, ist der in den USA residierende langjährige Aristide-Gegner Gerard Latortue von einem von den USA unterstützten Beraterstab zum neuen Premierminister Haitis gewählt worden. Boniface Alexandre wurde am Montag als neuer Präsident Haitis vereidigt, obwohl Aristide in mehreren Pressekonferenzen nachdrücklich betonte, daß er weiterhin das gewählte Oberhaupt des Landes sei. Aristides Anwalt Ira Kurban kündigte an, er plane, die USA und Frankreich wegen der Entführung eines gewählten führenden Politikers zu verklagen.
8. 3. -
Aristide sprach heute morgen mit Amy Goodman von ‚Democracy Now!‘ in dem ausführlichsten englischsprachigen Interview seit seiner Vertreibung aus Haiti. Der lokale haitianische Aktivist Pierre La Boissière hat einem lokalen Reporter ebenfalls ein Interview über die Situation in Haiti gegeben.
7. 3. -
Während die USA heute eine große Anti-Aristide-Kundgebung in Port-au-Prince unterstützten, verschoben Anhänger des demokratisch gewählten Staatsoberhaupts eine für Sonntag geplante Demonstration, weil ihnen, wie sie sagten, kein Schutz geboten würde. Während einige Presseorgane in den USA die Zusammenarbeit zwischen den USA und Frankreich feiern, beginnen andere Mainstream-Nachrichtenquellen Einzelheiten darüber zu bringen, wie die USA in den letzten drei Jahren daran arbeitete, Haitis Wirtschaft zu destabilisieren. [Der Präsidentschaftskandidat der Demokraten] John Kerry gab sogar eine Erklärung ab, in dem er die Unterminierung der Demokratie in Haiti durch die USA verurteilte, und Zeitungen wie die Washington Post begannen Berichte über die Gefährdung der Menschenrechte in Haiti nach dem Sturz Aristides zu bringen. Der Jamaica Observer weist darauf hin, daß die USA nicht zum ersten Mal einen populären haitianischen Politiker entführt hätten.
5. 3. -
Aristide berichtet in seiner ersten Ansprache an das haitianische Volk aus dem Exil ausführlich über die letzten Augenblicke
„Tausende aufgebrachter Anhänger des exilierten Präsidenten Jean-Bertrand Aristide strömten aus Haitis Slums auf die Straßen und marschierten zur US-Botschaft, um gegen die Besetzung ihres Heimatlandes zu protestieren und Aristides Rückkehr zu fordern.“ Premierminister Yvon Neptune hat eine Untersuchung der Absetzung Aristides gefordert, aber Neptune wird wohl nicht mehr lange im Amt bleiben, denn es wird berichtet, daß eine von den USA unterstützte Kommission erwägt, einen neuen Premierminister zu ernennen. Die Invasion in Haiti und der Sturz einer demokratisch gewählten Regierung durch Streitkräfte der USA, Kanadas und Frankreichs hat Rufe karibischer Politiker nach einer Untersuchung durch die UN laut werden lassen. Könnten die Interessen Kanadas und der USA mit der Arbeit in billigen Sweat Shops in Verbindung stehen oder sind die USA daran interessiert, Haiti als neue Militärbasis zu benutzen? Oder ist die US-Besatzung angesichts der 905 Haitianer, die seit dem 21. Februar von den USA nach Haiti zurückgeschickt wurden, vielleicht mit dem Wunsch verbunden, die Haitianer davon abzuhalten, aus dem Land zu fliehen und [dadurch] bei den Wahlen im November mehr Stimmen für Bush in Florida zu gewinnen?
4. 3. -
Haitis Killer, die von den USA unterstützt werden, üben weiter ihre blutige Rache an Lavalas-Führern, während die US-Medien fortfahren, die Lügen des State Department zu wiederholen. In einem Telefongespräch mit einem französischen Schriftsteller beschuldigte der haitianische Präsident Jean-Bertrand Aristide am Donnerstag Frankreich, den USA geholfen zu haben, ihn aus dem Amt zu vertreiben. Noch am gleichen Tag berichtete Aristides Anwalt, daß die Zentralafrikanische Republik Aristides Telefondienst gesperrt habe und daß bewaffnete Angehörige des französischen und zentralafrikanischen Militärs ihn bewachten und daß er nicht die Freiheit habe, das Land zu verlassen. Südafrika und die fünfzehn Mitglieder der Karibischen Gemeinschaft (CARICOM) haben die Vereinten Nationen aufgerufen, eine Untersuchung wegen Aristides Absetzung einzuleiten; in den USA attackierten demokratische Kongress-Abgeordnete das Krisenmanagement der Bush-Regierung.
Einige Sites mit Updates zu Haiti:
Democracy Now | Flashpoints | TransAfrica | Haiti Action Committee | Z Net | Haiti Support Group | The Jamaican Observer | Trinicenter | Letzte Postings von Indybay
(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)
Ergänzungen