Kritik der PeTA-Kampagne

Animal Liberationist 16.03.2004 17:23
PETAs Kampagne ?Der Holocaust auf deinem Teller?
- Eine Kritik aus der Tierbefreiungsbewegung -


Anfang März startet auch in Deutschland die in den USA bereits angelaufene und stark umstrittene Kampagne ?Der Holocaust auf deinem Teller? der Tierschutzorganisation PETA (People for the ethical treatment of animals). Auf Werbeplakaten und im Rahmen einer Wanderausstellung werden Fotografien von nationalsozialistischen Konzentrationslagern Abbildungen der Gefangenschaft und industriellen Tötung von Tieren gegenübergestellt, um die Unterdrückung tierlicher Individuen durch die menschliche Gesellschaft anzuprangern. Trotz vielfacher Proteste soll die Kampagne in unveränderter Weise auf Europa ausgeweitet werden. Auch in Deutschland brandete bereits eine erste Woge der Kritik durch die Medienlandschaft, die vor allem an der ?menschenverachtenden? Gleichsetzung von Mensch und Tier Anstoß nahm.

Im folgenden entwickeln wir eine grundlegende Kritik der laufenden Kampagne und ähnlichen Diskussionen, die nicht auf tierverachtende und speziesistische Argumentationsmuster zurück greift und aus einem generell herrschaftskritischen Ansatz dem enthistorisierten Vergleich mit der Shoah widerspricht.
PETA: SKANDAL UND PROPAGANDA

PETA ist eine seit 1980 bestehende, auf Medienwirksamkeit ausgerichtete Organisation, die mit gezielt provozierenden Kampagnen auf sich aufmerksam macht. Die Marketingstrategie von PETA zielt auf eine skandalisierende Darstellung der von ihnen angesprochenen Themen, unter der Verwendung von Slogans wie ?Lieber nackt im als Pelz?, ?Fleisch füttern ist Kindesmissbrauch? und dem aktuellen ?Der Holocaust auf deinem Teller?. Eine inhaltliche Auseinandersetzung mit Kritik findet nicht statt. Stattdessen wird ? im aktuellen Fall ? gezielt versucht, deren Legitimität in Frage zu stellen, indem auf der PETAWebsite positive Zuschriften jüdischer BürgerInnen präsentiert werden, die als Beleg für die moralische Unangreifbarkeit der Kampagne dienen sollen. PETA begründet ihre massive Medienarbeit damit, dass ?tierliche Interessen nur durch Menschen repräsentiert werden können.? Laut PETA gibt es keine andere Möglichkeit, als das ?Barbarentum, das an Tieren verübt wird, mit dem gleichen und vertrauterem Extrem menschlichen Leidens? zu vergleichen, damit es ?letztendlich für alle fassbar wird und zu Handlungen inspiriert.? (frei übersetzt nach www.masskilling.com/analogy.com)

Die instrumentalisierende Besetzung eines kontroversen Themas war auch in der Vergangenheit Strategie von PETA. So wurde beispielweise die Krebserkrankung von New Yorks Bürgermeister Giuliani dafür verwandt, auf die Gefahren des Milchkonsums hinzuweisen, oder auch dazu aufgerufen, Walfleisch zu konsumieren, um die Gesamtzahl für den Fleischkonsum getöteter Individuen zu senken. Einige Berühmtheit erlangte in den neunziger Jahren die Kampagne ?Lieber nackt als im Pelz?, für die leichtbekleidete Supermodels in großflächigen Anzeigen um die Sympathien der Bevölkerung warben. Dass dabei eine Reflexion über das eigentliche Thema zweitrangig ist, zeigt sich auch an der Durchführung der aktuellen Kampagne, die auf Provokation, Skandalisierung sowie auf die Instrumentalisierung des Holocaust setzt.

DIE SINGULARITÄT DES HOLOCAUST

Der von PETA angestellte Vergleich der Shoah mit der Ermordung von Tieren in Schlachthöfen trennt die Verbrechen der Deutschen während des Nationalsozialismus von ihrem historischen Zusammenhang. Dieser Zusammenhang soll hier kurz erläutert werden, um unsere Kritik an dieser Form der Enthistorisierung zu verdeutlichen. In Deutschland entwickelte sich im späteren neunzehnten Jahrhundert eine neue Form des Antisemitismus, die in der historischen Tradition eines jahrhundertelang innerhalb der gesamten christlich-westlichen Zivilisation vorherrschenden Antijudaismus steht. Dieser neue, eliminatorische Antisemitismus projiziert alle negativen Erscheinungen des erstarkenden Kapitalismus auf Jüdinnen und Juden, weist ihnen eine Schuld für sämtliche Auswirkungen der neu entstandenen industriellen Ordnung zu, die die bislang etablierte vormoderne Gesellschaftsordnung ablöste, und sucht ihrer durch Vernichtung Herr zu werden.

Im antisemitischen Weltbild wird ?den Juden? eine große Macht zugesprochen. Sie werden als die im Hintergrund wirkenden entwurzelten Kräfte gesehen, die die Fäden der Weltgeschichte in der Hand halten. Sie stehen in dieser Ideologie sowohl hinter den kapitalistischen wie auch den sozialistischen Mächten, verkörpern also in beiden Varianten die unbegriffene abstrakte Seite der Moderne, die an ihrer Person konkret vernichtet werden soll. Deswegen ist die Ausrottung der Jüdinnen und Juden für den Antisemiten auch nicht Mittel zum Zweck, sondern Zweck an sich. Moishe Postone bemerkte in seinem Aufsatz ?Nationalsozialismus und Antisemitismus? dazu folgendes:

?Sie wurden nicht aus militärischen Gründen ausgerottet oder um gewaltsam Land zu nehmen (wie bei den amerikanischen Indianern); es ging auch nicht um die Auslöschung der potentiellen Widerstandskämpfer unter den Juden, mit dem Ziel, den Rest als Heloten besser ausbeuten zu können. (Dies war übrigens die Politik der Nazis Polen und Russen gegenüber.) Es gab auch kein ?äußeres? Ziel. Die Ausrottung der Juden musste nicht nur total sein, sondern war sich selbst Zweck ? Ausrottung um der Ausrottung willen -, ein Zweck, der absolute Priorität beanspruchte.?

Nur vor dem Hintergrund dieses antisemitischen Wahns ist zu erklären, warum die Nazis in den letzten Kriegsjahren einen Großteil des Schienenverkehrs für den Transport der Juden zu den Gaskammern benutzten und nicht für die logistische Unterstützung des Heeres, obwohl ihre Stellungen bereits von der Roten Armee überrollt wurden. Die antisemitische Ideologie ist historisch unter anderem als ?antikapitalistische? Revolte zu verstehen. Obwohl ihre Genese durch zahlreiche weitere Faktoren ? religiöse und sozialpsychologische Motivationen, Aufkommen der Rassentheorien etc. ? bedingt ist, werden uns in unserem Text auf die Analyse der verkürzten Kapitalismuskritik und der nazistischen Dämonisierung der abstrakten Sphäre des Kapitals beschränken, da diese für unsere Argumentation die zentralen Punkte sind. Im bereits oben erwähnten Aufsatz stellt Moishe Postone deren Bedeutung für die Erklärung der Shoah heraus:

?Eine kapitalistische Fabrik ist ein Ort, an dem Wert produziert wird, der ?unglücklicherweise? die Form der Produktion von Gütern annehmen muss. Das Konkrete wird als der notwendige Träger des Abstrakten produziert. Die Ausrottungslager waren demgegenüber keine entsetzliche Version einer solchen Fabrik; sie müssen vielmehr als ihre groteske arische ?antikapitalistische? Negation angesehen werden. Auschwitz war eine Fabrik zur ?Vernichtung des Werts?, d.h. zur Vernichtung der Personifizierungen des Abstrakten. Sie hatte die Organisation eines quasi industriellen Prozesses mit dem Ziel, das Konkrete vom Abstrakten zu ?befreien?. Der erste Schritt dazu war die Entmenschlichung, das heißt, dem jüdischen Bevölkerungsanteil die ?Maske? der Menschlichkeit ?wegzureißen? und Juden als das zu ?zeigen?, was sie nach nazistisch-rassistischer Auffassung ?wirklich sind?: Schatten, Ziffern, Abstraktionen. Der zweite Schritt war das Ausrotten dieser Abstraktheit, ihre ?Verwandlung? zu Rauch ...?

Hier wird ein wesentlicher Unterschied zwischen der Vernichtung der Jüdinnen und Juden durch den Holocaust und der Ermordung von Tieren in den Schlachthöfen deutlich. Die Schlachthöfe funktionieren nach einem ökonomischen Prinzip. Die Hühner, Kühe, Schweine, etc. sollen nicht vernichtet werden, aus ihnen/durch sie soll Wert produziert werden. Ihre Tötung ist nicht Zweck an sich, sondern der Zweck ist die Produktion von Fleisch, die Produktion von ?Nahrung? für die Menschen. Doch nicht nur aufgrund des analytischen Unterschiedes und des faktisch falschen Vergleichs zwischen Shoah und Schlachthaus ist die PETA-Kampagne nicht tragbar.

Wir leben in einer Gesellschaft, in der Antisemitismus aus den Köpfen der Menschen noch keinesfalls verschwunden ist, sondern sich in einem sekundären Antisemitismus manifestiert. Dieser zeigt sich vor allem in Form einer Verdrängung der Schuld, einer Relativierung der Geschehnisse während des Nationalsozialismus und im modernen Gewand des Antizionismus. Eine Instrumentalisierung des Holocaust aus werbestrategischen Gründen, wie sie PETA praktiziert, trifft auf genau diesen Boden und kommt dem deutschen Bedürfnis nach einer Entsorgung der Vergangenheit entgegen.

ANTHROPOZENTRISCHE KRITIK AM HOLOCAUST-VERGLEICH

Ein Großteil der derzeitigen Kritik an der PETA-Kampagne enthält wenig Auseinandersetzung mit der Singularität der Shoah. Anstatt diese herauszustellen und auf die Historizität des Vernichtungs-Antisemitismus zu verweisen, dessen ideologisches Fundament sich ? wie oben dargestellt ? grundlegend von dem der Degradierung, Verachtung und Ausbeutung von Tieren unterscheidet, wird nicht selten versucht, das Bild des Menschen in der Unterscheidung zu Tieren zu bewahren. Nicht die Einzigartigkeit des Holocaust wird in den Mittelpunkt gestellt, sondern die Einzigartigkeit des Menschen. Die Reaktion der Medien ist bislang einhellig: ?Kadaver toter Schweine? dürfen nicht gleichzeitig mit einem ?Leichenberg? auf Plakaten erscheinen, ist in der Jungle World (Nr.50, 3.1203) zu lesen. Die TAZ beschwert sich darüber, dass es für die Mitglieder von PETA ?keine Unterschiede zwischen Mensch und Tier? gibt. Spiegel-Online (vom 14.11.03) hält die PETA-Kampagne für schlicht ?menschenverachtend?.

Eine derart verkürzte Kritik geht am eigentlichen Thema des Vergleiches von eliminatorischem Antisemitismus in NS-Deutschland und der institutionellen Gewalt sowie dem industriellen Mord an Tieren vorbei. Darüber hinaus wird die Unterdrückung von Tieren innerhalb der gesellschaftlichen Herrschaftsverhältnisse nicht thematisiert. Was zu stören scheint, ist das In-Bezug-Setzen von Grausamkeit gegen Tiere und Gewalt gegen Menschen. PETAs plakative Gleichsetzung der äußerlichen Phänomene von Shoah und Schlachthofgesellschaft erzeugt im anthropozentrischen Geist eine Kränkung des menschlichen Selbstbildes. Der aktuelle Diskurs bedient also hauptsächlich die öffentliche Empörung, die durch den Schock der Thematisierung des Massenmordes an Tieren ausgelöst wird.

EINE TIERBEFREIUNGSPERSPEKTIVE OHNE VERGLEICHE

Eine Kritik an den tierfeindlichen Verhältnissen dieser Gesellschaft sollte sich darauf konzentrieren, das Wesen von Tierausbeutung zu analysieren, anstatt ihre Phänomene zu vergleichen. Ziel der Tierbefreiungsbewegung muss eine umfassende Analyse der gesellschaftlichen Verhältnisse sein, mit dem speziellen Augenmerk auf der Verwobenheit des Speziesismus mit anderen Macht- und Herrschaftsformen. Als speziesistisches Grundprinzip sehen wir die dualistischen Konstruktionen von ?der Mensch? und ?das Tier? und die Zuschreibungen, die diesen scheinbar gänzlich unvereinbaren Kategorien anhaften. So werden Gemeinsamkeiten negiert und Unterschiede überbetont. Diese Logik greift auf ein grundlegendes binäres Denkmuster zurück, das ein wesentliches Merkmal abendländischen Denkens ist. Dass diese Logik den gesamten Kulturkreis durchzieht, und deshalb in der Analyse mit weiteren Herrschaftsformen zu verbinden ist, läßt sich an weiteren Dualismen erkennen, die in ihrer sozialen Konstruktion dem Mensch/Tier-Dualismus ähnlich sind und zum Teil auf ihn verweisen: Mann/Frau, Natur/Kultur, Vernunft/Instinkt, Geist/Körper, etc. Die Herauslösung von Tieren aus dem gesellschaftlichen Unterdrückungsverhältnis bedeutet für uns eine grundsätzliche Kritik an ihrer Objektifizierung und die Beendigung ihrer Nutzung.

Der Vergleich mit dem Holocaust will die alltägliche Ausbeutung, Unterdrückung und Ermordung von Tieren überhöhen ? diese spricht jedoch für sich selbst und bedarf keiner Skandalisierung. Das Leiden der Tiere ist ein Skandal, dessen Abschaffung Grundbedingung einer wahrhaft emanzipierten Gesellschaft sein muss. Als Tierbefreiungsbewegung, die sich diesem Gedanken verpflichtet fühlt, lehnen wir PETAs Ansatz grundsätzlich ab.

AG des Hamburger Tierbefreiungstreffens 2004




Pressestimmen zur PeTA-Kampagne
"Der Holocaust auf Ihrem Teller"

Protest: Keine PETA-Plakatkampagne! (Gudrun Schroeter)
 http://www.hagalil.org/hagalil/or/2004/01/peta.htm

"Eternal Treblinka": Die endlosen Möglichkeiten der Banalisierung der
Shoah (Gudrun Schroeter)
 http://www.hagalil.com/archiv/2003/tierschutz.htm

Keine Tierrechtskampagne mit Holocaustbildern - Aktion Sühnezeichen
Friedensdienste fordert Prominente auf, der Tierrechtsorganisation PeTA
die Unterstützung zu entziehen (ASF)
 http://www.asf-ev.de/aktuell/031203.shtml

Essen für den Holocaust (Tobias Kaufmann)
 http://www.kolumnen.de/kaufmann-170703.html

Der Jude, das Grillhähnchen - Im März 2004 startet in Deutschland eine
Kampagne der Tierrechtler von Peta. Auf Plakaten wird Tierquälerei mit
dem Holocaust verglichen (Daniel Schulz, Tageszeitung)
 http://www.taz.de/pt/2003/12/03/a0131.nf/text

"Das überschreitet den menschlichen Anstand" - Interview mit Arthur
Berger, US Holocaust Memorial Museum, Washington (Tageszeitung)
 http://www.taz.de/pt/2003/12/03/a0133.nf/text

Schweine in the Slaughterhouse - Die Tierrechtsorganisation Peta
vergleicht die Viehschlachtung mit dem Holocaust (sebastian wehrhahn)
 http://www.jungle-world.com/seiten/2003/49/2177.php


PeTA zur Holocaust-Kampagne
?Der Holocaust auf Ihrem Teller"

Hompage PeTA-Deutschland
 http://www.peta.de

PeTA-Info-Seite zur Kampagne
 http://www.massenvernichtung.info

Bilder aus PETAs Ausstellung "Der Holocaust auf Ihrem Teller"
 http://www.massenvernichtung.info/exhibit.html


Auftakt der Europa-Tour der Austellung
?Der Holocaust auf Ihrem Teller"

Stuttgart, Schlossplatz
Donnerstag, 18. März 2004
12:00 bis 13:00 Uhr
Indymedia ist eine Veröffentlichungsplattform, auf der jede und jeder selbstverfasste Berichte publizieren kann. Eine Überprüfung der Inhalte und eine redaktionelle Bearbeitung der Beiträge finden nicht statt. Bei Anregungen und Fragen zu diesem Artikel wenden sie sich bitte direkt an die Verfasserin oder den Verfasser.
(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)

Ergänzungen

Peta und Kritik bei Indymedia

q.e.d. 17.03.2004 - 14:55
Plakat-aktion der Peta und Reaktion

In den kommenden Wochen , will die "Tierechtsorganisation" Peta in Europa ihre neue Plakatkampagne anlaufen lassen. Die verwndeten Plakate zeigen Shoa-Opfer in Konzentrationslagern und Leichenberge von Tieren sowie Hennen in ihren Gefängnissen.

Die Kampagne ist wie auch dem Beitrag "Protest: Keine PETA-Plakatkampagne" zu entnehmen sehr umstritten. Mit gutem Grund.
Juden, sich selbst Antifaschten nennende Personen ,ganz gewöhnliche Leute (und siehe da) und Tierrechtler stoßen sich an diesem Vorhaben.
Paul Spiegel nennt dieses Vorhaben eine Beleidigung aller Opfer des Dritten Reichs...
Nur hat sich überhaupt ein Kritiker Gedanken dazu gemacht, wie man so einen skandalösen Vergleich anstellen kann?
Es geht nicht darum die Opfer der KZs zu beleidigen, oder die Ausmaße des europäischen Faschismus herunterzuspielen- PETA hat einen durchaus vertretbaren ANSATZ(!).
Sie gründen ihre Kampagne auf dem Gerüst des Spezisismus. Dieser Begriff wurde Ende der 70er vom rennomierten Philosophen Peter Singer ins Leben gerufen , als Ergänzung zum Rassismus und des Anti-Feminismus. Peter Singer beschreibt in seinem Buch "Animal Liberation- die Befreiung der Tiere" anschaulich, was es damit auf sich hat. Der Spezisimus ist ein philosophisches Konstrukt , das den Rassismus auf nicht-menschliche Lebewesen überträgt.
Mit gutem Grund. Man tötete im Dritten Reich Menschen aus niedrigen Beweggründen
(Rassenideologie), man hielt sich in Nord-Amerika Sklaven aus niedrigen Bewegründen,
man hielt /hält sich Frauen als SEINE Sklaven aus niedrigem Bewegrund. All dies wird heute von fortschrittlichen Kräften abgelehnt. Aber genau diese Kräfte töten einfach Lebewesen, meinen über Leben und Tod von Lebewesen entscheiden zu können - aus niedrigem Beweggrund (Geschmack.../ Faulheit). Und es ist kein Zufall, dass diese Menschen meinen, sie dürften das einfach so- sie sehen Tiere, genau wie die Nationalsozialisten Juden, Schwule , Anarchisten, Kommunisten, Behinderte, genau wie die Südstaatler, die Afrikaner, genau wie Männer , Frauen, als unwertes , niederes Leben an. Und warum, na- weil Tiere (ähnlich begründet wie der Rassismus- andere Hautfarbe) keine Menschen sind. Und man entscheidet ,dass Menschen mehr Recht auf Leben und besseres Leben haben als Tiere.
So , wie man entscheidet, dass Schwarze kein Recht auf leben haben.Oder Juden, oder Anarchisten....
Das ist der Ausgangspunkt von PETA- die Selektion zwischen unwertem und wertem Leben.
Was sie daraus machen ist falsch- 1) weil, der Holocaust/die Shoa einfach symbolisch etwas anderes repräsentiert als willkürliches Töten von Lebewesen.
2) weil man immerzu die Beweggründe zu diesem Massenmord sieht , wenn es um solch einen Vergleich geht.
Die Gründe , warum Tiere getötet werden , sind andere als die warum der Holocaust stattgefunden hat. Nur PETA vergleicht hier die METHODEN- und die sind beinahe identisch.

Die Plakataktion der PETA ist falsch. Sie vermittelt etwas anderes , als das , was sie darzustellen versucht. Nur die PETA ist nicht repräsentativ für die Tierrechtsbewegung.
PETA lichtet zum Beispiel auch leicht bekleidete prominente Frauen ab , um auf sich aufmerksam zu machen. Und das, ist ohne Frage, etwas was schlicht weg abzulehen und zu boykottieren ist. Aber PETA macht auch noch anderes.
Nur mir geht es darum , zu zeigen ,dass PETA nicht die Tierrechtsbewegung ist.
Viele Tierrechtsaktivisten halten rein gar nichts von PETA .
PETA schadet seit Jahren nur dem öffentlichen Ansehen der Bewegung (s.o.)

Nur einen Kritikpunkt habe ich bisher ausgelassen- und den laste ich nicht PETA an sondern dem Volk, welches sich bei Indymedia rumtreibt.
Menschen, die Grundlegendes nicht Verstanden haben.
Ich darf zitieren:
"ich finde es übrigens toll, dass hier Tierrechtler kritisiert werden (auf indy), solche Leute haben hier nix verloren.In einer Welt, in der Menschen nach wie vor mit Füssen getreten werden ist die Einforderung von Tierrechten tatsächlich zynisch."

"find ich prima
wenn die kp sich jetzt die Tierrechtler und nicht mehr andere Linke zum Feind erkoren hat."

Hier finden sich Menschen ein, die man ohne Weiteres als faschistoid bzeichnen kann.
Solche Leute meinen, die Welt durchschaut zu haben- sie wissen warum alles so stattfindet,
sie kennen auch die Patentlösung- meinen sie....
Nur der Blick hinter die Kulissen des globalen Kolonialismus und des immer komplexer werdenden Kapitalismus
erfordert schon ein wenig Aufwand.
Nur wer einfach pauschalisiert, verurteilt und zu verbieten versucht hat noch viel vor sich
und sollte doch mal überlegen, ob das alles so zu dem passt , was er/sie sonst so meint von sich zu geben....

Für mehr Toleranz und weniger Stalinismus bei Indymedia!

Cut ´n paste

fluffy 18.03.2004 - 17:53
Quelle:  http://www.massenvernichtung.info/lettocomm.html


Brief an die Jüdische Gemeinde

Matt Prescott
Youth Outreach Coordinator
People for the Ethical Treatment of Animals

Als Jude und im Namen der jüdischen Mitarbeiter im PETA-Büro, von denen einige die Idee für dieses Projekt einbrachten, möchte ich Ihnen versichern, dass die Absicht dieser Ausstellung darin besteht, die Menge der Grausamkeit auf dieser Welt zu verringern und nicht das menschliche Leid zu bagatellisieren, das während des Holocaust stattfand.

Vielleicht ist es hilfreich zu wissen, dass dieses Projekt von einem jüdischen Philanthropen finanziert wird, der seit 25 Jahren mit bedeutenden jüdischen Organisationen zusammenarbeitet, die auf die Gräueltaten während des Holocaust aufmerksam machen. Dieser Spender ist einer von vielen mitfühlenden Menschen, die die moralische und ethische Notwendigkeit erkennen, die Öffentlichkeit von den Parallelen zwischen dem in Kenntnis zu setzen, was Juden und anderen im 2. Weltkrieg angetan wurde und was heute den Tieren angetan wird, die in Intensivhaltungssystemen gehalten und für ihr Fleisch geschlachtet werden.

Das Konzept unserer Kampagne entstand aus der Aussage des jüdischen Autors, Nobelpreisträgers und Vegetariers Isaac Bashevis Singer: "Wenn es um [Tiere] geht, wird jeder zum Nazi; für [sie] ist jeden Tag Treblinka." Wie Sie vielleicht wissen, flüchtete Singer aus Europa, als die Nazis an die Macht kamen, und verlor im Holocaust den Großteil seiner Familie. Als Ergebnis dessen, was er durchlebt und gesehen hatte, wurde er Vegetarier. Bis zu seinem Tod im Jahr 1991 sprach er sich für den Vegetarismus aus. Er argumentierte, es mache keinen Unterschied, wer die Opfer sind - wir müssen uns gegen jede Gräueltat und Grausamkeit aussprechen und helfen, sie zu beenden.

Die Ausstellung ist zwar schockierend und sehr aufwühlend, besuchen Sie jedoch auch einmal unsere Website MassKilling.com, auf der Sie nachlesen können, was viele Holocaust-Überlebende und ihre Familien über die Tatsache gesagt haben, dass es nicht nur angebracht, sondern auch notwendig ist, aus dem Holocaust zu lernen und diese Lektionen anzuwenden, um den Schwächsten unter uns zu helfen: den Tieren. Wir ehren die Opfer des Holocaust, indem wir uns daran erinnern, was sie durchlitten, unseren Teil dazu beitragen, Gewalt auf allen Ebenen zu vermindern, und dafür Sorge tragen, dass wir aus der Geschichte lernen.

Als Kind las ich über den Holocaust und studierte ihn, und eines der Dinge, die mich jahrelang nicht losließen, war die unfassbare Realität, dass, während 11 Millionen Menschen angespuckt, verlacht, geschlagen und vergast wurden, viele Millionen mehr - jene, die keine Angst um ihr Leben hatten - einfach zusahen und es geschehen ließen, weil es sie nicht direkt betraf. PETA bittet die Menschen zu verhindern, dass dies auch heute geschieht.

Die meisten "Nutztiere", die in Deutschland jedes Jahr gezüchtet werden, leben in "Tierfabriken", wo die Produzenten, um den Profit zu maximieren, die größtmögliche Menge an Tieren auf dem kleinstmöglichen Platz halten. In überfüllte kleine Käfige oder Boxen gesperrt können die meisten von ihnen nie das Sonnenlicht sehen, frische Luft atmen oder Gras unter den Füßen spüren. Entsetzte Babys werden von verzweifelten Müttern weggerissen. Hühnern wird der Schnabel abgeschnitten; Kühen werden die Hörner vom Kopf gezogen; Schweine werden kastriert - und all das ohne Schmerzmittel. Dann werden die Tiere in dreckige, rutschige Transporter gepfercht und bei allen Wetterextremen zum Schlachthof gebracht, wo sie an den Beinen aufgehängt werden und ihnen der Hals aufgeschnitten wird - oft vor den Augen ihrer Artgenossen. Während der gesamten Zeit leben und sterben diese ich-bewussten Tiere in Angst und Schmerzen. Alles, worum wir die Menschen bitten, ist, darüber nachzudenken und abzulehnen, was die Tiere täglich gezwungen werden zu durchleiden, nur, weil die Menschen keine Beziehung zu ihnen haben.

Dr. Helmut Kaplan, Autor und Philosoph, schreibt: "Unsere Enkel werden uns einst fragen: Wo wart ihr während des Holocaust gegen die Tiere? Was habt ihr gegen diese entsetzlichen Verbrechen gemacht? Ein zweites Mal können wir uns nicht darauf hinausreden, nichts gewusst zu haben". Der Holocaust fand statt, weil Menschen vor der Grausamkeit ein Auge zudrückten. Werden wir nun wieder Grausamkeit und Ungerechtigkeit den Rücken zukehren? Jedes Mal, wenn ein Mensch sich zum Essen hinsetzt, trifft er die Wahl, ob er den Holocaust gegen die Tiere unterstützt oder ob er hilft, ihn zu beenden. Wir sollten uns nicht heraussuchen, welchen Gräueltaten wir uns zu widersetzen haben. Als menschliche Wesen sollten wir uns allen Gräueltaten widersetzen.

Die Vorstellung, Tiere sollten, nur weil sie anders sind oder nicht für sich selbst sprechen können, nicht als lebende, atmende, empfindungsfähige, lebenswürdige Lebewesen betrachtet werden, ist dieselbe Denkweise, die den Holocaust ermöglichte. Der Philosoph Theodor Adorno, ein deutscher Jude, der in den 30-er Jahren aus Deutschland flüchtete, schrieb: "Auschwitz fängt da an, wo einer im Schlachthof steht und sagt, es sind ja nur Tiere."

Ich hoffe, dass hierdurch das Grundprinzip hinter dieser Kampagne klarer wurde. Bitte lassen Sie es mich wissen, wenn Sie weitere Gedanken oder Fragen haben. Weiteres über das Judentum und den Vegetarismus erfahren Sie auf JewishVeg.com.

Mit freundlichen Grüßen

Matt Prescott
Youth Outreach Coordinator
People for the Ethical Treatment of Animals (PETA)





Quelle:  http://www.massenvernichtung.info/sdujack.html


Für Tiere ist immer Holocaust

von Stephen R. Dujack

Isaac Bashevis Singer floh 1935 aus Nazi-Europa und kam nach Amerika, wo er meine Großmutter heiratete, eine geschiedene Jüdin, die Hitlers Deutschland 1940 entkommen war. Hier wurde er schließlich ein berühmter Autor und erhielt 1978 den Nobelpreis für Literatur. Seine Familienmitglieder - die, die zurückgeblieben waren - wurden wie Millionen anderer Juden in den Konzentrationslagern getötet.

Mein Großvater Isaac war ein Vegetarier aus Prinzip. Auf der Grundlage seiner eigenen Erfahrungen war er einer der ersten, die den Massenmord an Menschen demjenigen der Tiere, wie wir ihn tagtäglich in Schlachthöfen erleben, gleichsetzte. Er übertrug auf eine Figur in einer seiner Geschichten das, was er selbst glaubte, "In Bezug auf die [Tiere], sind alle Menschen Nazis; für [sie] ist es ein ewiges Treblinka," das Zwangsarbeitslager nahe seiner Heimatstadt Warschau.

People for the Ethical Treatment of Animals ist seit kurzem unter Beschuss geraten wegen einer neuen Kampagne, die die Ideen meines Großvaters und andere Schriften aufgreift, welche das Leiden der Holocaust-Opfer mit dem der Tiere in der Massentierhaltung vergleichen. Diese Kampagne hat Diskussionen und Kontroversen entzündet, insbesondere unter den Juden. Mein Großvater, der 1991 starb, hätte sie jedoch von ganzem Herzen unterstützt.

Kühe, die man für Rindfleisch aufzieht, beenden ihre Tage schmerzhaft aufgedunsen von einer unnatürlichen Ernährung und nach einem Leben in ihrem eigenen Dreck. Legehennen verbringen ihr gesamtes Leben in winzigen Käfigen, die so eng sind, dass sie sich nicht einmal umdrehen können, und genauso ergeht es vielen Schweinen, Milchkühen und Kälbern, die der Kalbfleischgewinnung dienen. Tiere in der Massentierhaltung werden wie eine Ware behandelt, wie Maschinen mit dem Leiden als direktem Ergebnis der Maximierung des Profits und der Minimierung von Raum pro Tier in der Haltung und Zeit bis zur Vermarktung. Das ist nicht die Endlösung, sondern ein Wirtschaftsmodell.

Zum Holocaust konnte es kommen, weil gewöhnliche Menschen es vorzogen, die außergewöhnliche Unterdrückung und den Missbrauch von Unschuldigen zu ignorieren. Mein Großvater sagte oft, dass diese Geisteshaltung, egal ob sie sich in der Unterdrückung von Tieren oder Menschen äußerte, ein Beispiel für die schlimmste und gefährlichste aller rasistischen Grundgedanken darstellt. Der jüdische Philosoph und Holocaust-Überlebende Theodor Adorno sagte:" Auschwitz fängt da an, wo einer im Schlachthof steht und sagt, es sind ja nur Tiere."

Als er gefragt wurde, warum er Vegetarier sei, antwortete Isaac gerne: "Ich bin Vegetarier aus gesundheitlichen Gründen, wegen der Gesundheit der Hühner." Ich bin ebenfalls Vegetarier. Wegen meiner Familiengeschichte glaube ich, dass es nicht ausreicht, sich an die schrecklichen Dinge der Vergangenheit zu erinnern - wir müssen das, was wir daraus gelernt haben, auch umsetzen und mit dem Brustton der Überzeugung sagen: "Niemals wieder." Aber wenn wir das sagen, dann müssen wir damit auch meinen "für alle Kreaturen der Schöpfung".

Ich applaudiere PETA - und das hätte auch mein Großvater getan, der sich weigerte, die Kanarienvögel, die er sich als Gefährten in seinem berühmten Appartement in der 86th Straße in New York hielt, in Käfige zu sperren - weil sie den Mut aufbringen, diesen angemessenen Vergleich zu ziehen, denn das ist notwendig. Ein Vergleich mit dem Holocaust ist nicht nur angebracht, sondern unausweichlich, denn Kühe, Hühner, Schweine, Truthähne und all die anderen Tiere mögen vielleicht nicht unseren Grad an Intelligenz besitzen, sehr wohl aber besitzen sie unsere Fähigkeit zu leiden.

All diejenigen, die den modernen Holocaust von heute an den Tieren verteidigen, indem sie sagen, dass Tiere zur Nahrungsgewinnung getötet werden und um uns zu erhalten, möchte ich daran erinnern, dass die Nazis Sklavenarbeit einsetzten und "Gebrauchsgegenstände" wie z.B. Lampenschirme und Seife etc. aus ihren Opfern herstellten. Das war scheußlich! Und mit Tieren soll das anders sein? Schmerz bleibt Schmerz, und egal, welchen "Nutzen" wir vielleicht aus den Opfern der Gewalt ziehen, so müssen wir doch immer versuchen, Leben aus dem Blickwinkel der Unterdrückten zu betrachten. "Es sind doch nur Tiere", sagen die Amerikaner jetzt. "Es sind doch nur Juden", sagten viele Europäer damals.

Isaac schrieb einst: "So lange Menschen weiter das Blut der Tiere vergießen, wird es niemals Frieden geben. Es ist nur ein kleiner Schritt vom Töten von Tieren zum Bau von Gaskammern à la Hitler und Konzentrationslagern à la Stalin. … Es wird keine Gerechtigkeit geben, so lange der Mensch mit Messer oder Gewehr dasteht und jene zerstört, die schwächer sind als er."

Wir dürfen diese schreckliche Zeit in unserer Geschichte, als Undenkbares gegen unschuldige Opfer begangen wurde, niemals vergessen. Wenden Sie sich daher nicht heute so von dem Leiden anderer ab, wie es damals viele getan haben. Wir alle besitzen die Macht, das Leiden und das Elend zu beenden, jedes Mal, wenn wir uns zu Tisch setzen. Insbesondere in dieser Zeit, wo wir uns des menschlichen Leidens weltweit und der Unmittelbarkeit, mit der der Tod zuschlagen kann, so bewusst sind, ist die Entscheidung zugunsten einer vegetarischen Ernährung etwas, das wir tun können, das einigen der unschuldigsten unserer Mitgeschöpfe auf diesem Planeten sofortige Erleichterung bringt. Helfen Sie, den Holocaust der Tiere zu beenden, indem Sie noch heute Vegetarier werden.

Stephen R. Dujack ist der Herausgeber einer Umweltzeitschrift in Washington, D.C., und freiberuflicher Autor.

Methodenvergleich bei Charles Patterson

herrschafts-ei 18.03.2004 - 22:04
Im folgenden Ausschnitte aus dem Buch (dem nicht unumstrittenen...) "Eternal Treblinka - Our Treatment of Animals and the Holocaust" zu den ähnlichen METHODEN der Massentötung (S.110-135), nicht zu den Hintergründen (Schaffung vs. Vernichtung von Wert). "In der Tierseele sind die einzelnen Gefühle und Bedürftigkeiten des Menschen, ja die Elemente des Geistes angelegt ohne den Halt, den nur organisierende Vernunft verleiht." + den "im Schlachthof stehen und es sind ja nur Tiere sagen"-Satz. Wenn man das ganze mit Adorno im Hinterkopf liest, dann hat das doch einen gewissen aufklärerischen Wert, bzw. kann diesen beim und nach dem Lesen erzeugen und vielleicht nicht unbedingt zu einer "TIERBEFREIUNGSPERSPEKTIVE OHNE VERGLEICHE" führen, wohl aber die "Verwobenheit des Speziesismus mit anderen Macht- und Herrschaftsformen" (Sich mit Schäferhunden öffentlich präsentieren, SS-Hundestaffeln,...) schon einmal anreißen.

Das Buch kommt demnächst erst auf Deutsch raus, daher nur auf Englisch:

Streamlining the Process:

the right mix of deception, intimidation, physical force, and speed is needed to minimize the chance of panic or resistance that will disrupt the process. intended to increase the killing capacity. Making the process as smoothly efficient as possible also helps supress the emergence of moral scruples on the part of the killer. 'By reducing the need for thinking and making decisions, the routinization of the massacre diminishes the chance that participiants will recognize the moral
dimension of their acts'. Workers are under constant pressure to keep the line moving at top speed. Any worker who allows ... a hole in the line - puts his job at risk. 'Or if you get a hog that refuses to go into the chutes ... you beat him to death ... and hang him up later

Chute/Funnel/Tube:

Once a steer enters the chute, his fate is sealed. At killing centres the last part of the passage that takes victims to their deaths is called variously a 'chute', 'funnel', 'tube','kill alley' (or) 'Tunnel of Death'.

At Belzec, Sobibor and Treblinka, the 'tube' was the final passage that led to the gas chambers. SS men and their auxiliaries drove the naked victims through the tube to the gas chambers. ... Two knockers with stun guns ... at least stun them (animals) so they can't trash around.

Processing the Sick, Weak and Injured:

At killing centres, those who arrive sick, weak or injured interfere with the efficient running of the operation. Each center has to find ways to deal with those who can't keep up. At Treblinka ... the staff member told the old, the sick, the injured, and mothers with babies to go to the 'infirmary', where they would receive medical attention. guars led those destined for the 'infirmary' up the path to the execution pit. When they arrived at the pit, the inmates were told ... to undress and sit down together. The guards then shot them ... but when the traffic got heavy ... Ukrainian auxiliaries help out.

Animals who arrive sick, weak, or injured ... have long been a problem for the meat industry. Animals too weak or injured to get up are called 'downers'. Since downers impede stockyard and slaughterhouse operations, workers usually leave them where they fall or drag them out of the way until they can deal with them later. If a downer is dead or looks dead, she gets dragged to a 'dead pile'. 'On the farm where i work', she said, 'they drag the live ones who can't stand up anymore out of the crate. They put a metal snare around her ear or the foot (der wahrscheinlich gebrochen ist) and drag her the full length of the building. it's ripping their skin, the metal snares are tearing up their ears'.

Killing the Young:

Broiler chickens ... are only seven weeks old when they are slaughtered. Pigs and calves are sent to slaughter at five to seven months. Killing the young can sometimes be a problem for slaughterhouse workers. For one man it is goat. 'They cry just like babies'. it's a poignant moment 'when a bewildered little calf ... sucks the slaughterman's fingers in the hope of drawing milk and gets the milk of human unkindness.'

Most of the members of the Einsatzgruppen found killing children more difficult than killing men or women. That is why many units enlisted locals. SS-Mann Ernst Göbel 'What i meant was he should not lift the children up by the hair, he should kill them in a more decent way.' (But) children were shown no mercy at death camps either. .... 'Tragic scenes of this kind occured all the time.'

Human Slaughter:

One bitterly ironic feature of killing operations is their attempt to make the killing more 'humane'. By humane, the operatives mean they want the killing to be done more efficiently and to be less stressful on the killers. they are not really interested in being 'humane'. If they were, they wouldn't be killing in the first place. As Nazi Germany began implementing its eugenic policies, both Hitler and Himmler wanted the policies to be 'more humane'.



PS zum nachgefügten Kritikpunkt von q.e.d.:
Hab in Berlin Ende Februar nachts an einer U-Bahn-Haltestelle mit jemanden kurz gesprochen, der ahnlich gegen Veganer (bestimmt auch tierrechtler) gewettert hat und das von einem sich links-Verstehenden Menschen, der eigentlich sonst echt in Ordnung und nett erschien.. Ergo: das scheinen nicht unbedingt Scherze zu sein, wenn hier sowas reingeschrieben wird. Er hat ja praktisch damals vor 3 Wochen die Peta-Debatte eröffnet und mir als er dann ausstieg noch hintergerufen: "ach ja, ich esse schweinefleisch!" na toll. Er hat sich aber geoutet, bei indymedia zu schreiben, vielleicht liest er es ja :) schönen gruß trotzdem

Geposteter Artikel ist nicht aktuell!

Buttercup 19.03.2004 - 09:24
Dumme Sache: der von "Animal Liberationist" hier gepostete Artikel stellt nicht die Schlussfassung des Artikels "Kritik aus der Tierbefreiungsbewegung zur PETA Kampagne 'Der Holocaust auf Ihrem Teller'" dar!

Die 'richtige' Version findet sich beispielsweise hier:  http://www.linkeseite.de/index.php?nr=1149


Kritik aus der Tierbefreiungsbewegung zur PETA Kampagne „Der Holocaust auf Ihrem Teller“
PETA spielt einem sekundären Antisemitismus, der sich in einer Verdrängung der Schuld und dem Verlangen nach Entlastung äußert, in die Hände

Anfang März startet auch in Deutschland und Österreich die in den USA bereits angelaufene und stark umstrittene Kampagne „Der Holocaust auf Ihrem Teller” der Tierschutzorganisation PETA (People for the ethical treatment of animals).

Auf Werbeplakaten und im Rahmen einer Wanderausstellung werden Fotografien von nationalsozialistischen Konzentrationslagern Abbildungen der Gefangenschaft und industriellen Tötung von Tieren gegenübergestellt, um die Unterdrückung tierlicher Individuen durch die menschliche Gesellschaft anzuprangern.

Trotz vielfacher Proteste soll die Kampagne in unveränderter Weise auf Europa ausgeweitet werden. Auch in Deutschland brandete bereits eine erste Woge der Kritik durch die Medienlandschaft, die vor allem an der „menschenverachtenden Gleichsetzung von Mensch und Tier“ Anstoß nahm. Im folgenden entwickeln wir eine grundlegende Kritik der laufenden Kampagne und ähnlichen Diskussionen, die nicht auf tierverachtende und speziesistische Argumentationsmuster zurückgreift und aus einem generell herrschaftskritischen Ansatz dem enthistorisierenden Vergleich mit der Shoah widerspricht.



PETA: SKANDAL UND PROPAGANDA

PETA ist eine seit 1980 bestehende, auf Medienwirksamkeit ausgerichtete Organisation, die mit gezielt provozierenden Kampagnen auf sich aufmerksam macht. Die Marketingstrategie von PETA zielt auf eine skandalisierende Darstellung der von ihnen angesprochenen Themen, unter der Verwendung von Slogans wie „Lieber nackt als im Pelz“, „Fleisch füttern ist Kindesmissbrauch“ und dem aktuellen „Der Holocaust auf deinem Teller“.
Eine inhaltliche Auseinandersetzung mit Kritik findet nicht statt. Stattdessen wird – im aktuellen Fall – gezielt versucht, deren Legitimität in Frage zu stellen, indem auf der PETA-Website positive Zuschriften jüdischer BürgerInnen präsentiert werden, die als Beleg für die moralische Unangreifbarkeit der Kampagne dienen sollen. PETA begründet ihre massive Medienarbeit damit, dass „tierliche Interessen nur durch Menschen repräsentiert werden können“. Laut PETA gibt es keine andere Möglichkeit, als das „Barbarentum, das an Tieren verübt wird, mit dem gleichen und vertrauterem Extrem menschlichen Leidens” zu vergleichen, damit es „letztendlich für alle fassbar wird und zu Handlungen inspiriert“ (frei übersetzt nach www.masskilling.com/analogy.html).

Die instrumentalisierende Besetzung eines kontroversen Themas war auch in der Vergangenheit Strategie von PETA. So wurde beispielweise die Krebserkrankung von New Yorks Bürgermeister Giuliani dafür verwandt, auf die Gefahren des Milchkonsums hinzuweisen. Einige Berühmtheit erlangte in den neunziger Jahren die Kampagne „Lieber nackt als im Pelz“, für die leicht bekleidete Supermodels in großflächigen Anzeigen um die Sympathien der Bevölkerung warben. Dass dabei die Reflexion über das eigentliche Thema in den Hintergrund tritt, zeigt sich auch an der Durchführung der aktuellen Kampagne, die auf Provokation, Skandalisierung sowie auf die Instrumentalisierung des Holocaust setzt.

DIE SINGULARITÄT DES HOLOCAUST

Der von PETA angestellte Vergleich der Shoah mit der sytematischen Ermordung von Tieren in Schlachthöfen trennt die Verbrechen der Deutschen während des Nationalsozialismus von ihrem historischen Zusammenhang. Dieser Zusammenhang soll hier kurz erläutert werden, um unsere Kritik an dieser Form der Enthistorisierung zu verdeutlichen.
In Deutschland entwickelte sich im späteren neunzehnten Jahrhundert eine neue Form des Antisemitismus, die in der historischen Tradition eines jahrhundertelang innerhalb der gesamten christlich-westlichen Zivilisation vorherrschenden Antijudaismus steht. Dieser neue, eliminatorische Antisemitismus projiziert alle negativen Erscheinungen des erstarkenden Kapitalismus auf Jüdinnen und Juden, weist ihnen eine Schuld für sämtliche Auswirkungen der neu entstandenen industriellen Ordnung zu, die die bislang etablierte vormoderne Gesellschaftsordnung ablöste, und sucht ihrer durch Vernichtung Herr zu werden.

Im antisemitischen Weltbild wird „den Juden“ eine große Macht zugesprochen. Sie werden als die im Hintergrund wirkenden entwurzelten Kräfte gesehen, die die Fäden der Weltgeschichte in der Hand halten. Sie stehen in dieser Ideologie sowohl hinter den kapitalistischen wie auch den sozialistischen Mächten, verkörpern also in beiden Varianten die unbegriffene abstrakte Seite der Moderne, die an ihrer Person konkret vernichtet werden soll. Deswegen ist die Ausrottung der Jüdinnen und Juden für den Antisemiten auch nicht Mittel zum Zweck, sondern Zweck an sich. Moishe Postone bemerkte in seinem Aufsatz „Nationalsozialismus und Antisemitismus“ dazu folgendes:

Sie wurden nicht aus militärischen Gründen ausgerottet oder um gewaltsam Land zu nehmen (wie bei den amerikanischen Indianern); es ging auch nicht um die Auslöschung der potentiellen Widerstandskämpfer unter den Juden, mit dem Ziel, den Rest als Heloten besser ausbeuten zu können. (Dies war übrigens die Politik der Nazis Polen und Russen gegenüber.) Es gab auch kein „äußeres“ Ziel. Die Ausrottung der Juden musste nicht nur total sein, sondern war sich selbst Zweck – Ausrottung um der Ausrottung willen -, ein Zweck, der absolute Priorität beanspruchte.
(Moishe Postone: Nationalsozialismus und Antisemitismus. Ein theoretischer Versuch, in: Dan Diner (Hrsg.): Zivilisationsbruch. Denken nach Auschwitz, Frankfurt a.M. 1988, S. 243)

Nur vor dem Hintergrund dieses antisemitischen Wahns ist zu erklären, warum die Nazis in den letzten Kriegsjahren einen Großteil des Schienenverkehrs für den Transport der Jüdinnen und Juden zu den Gaskammern benutzten und nicht für die logistische Unterstützung des Heeres, obwohl ihre Stellungen bereits von der Roten Armee überrollt wurden.

Die antisemitische Ideologie ist historisch unter anderem als „antikapitalistische Revolte“ zu verstehen. Obwohl ihre Genese durch zahlreiche weitere Faktoren – religiöse und sozialpsychologische Motivationen, Aufkommen der Rassentheorien etc. – bedingt ist, werden wir uns in unserem Text auf die Analyse der verkürzten Kapitalismuskritik und der nazistischen Dämonisierung der abstrakten Sphäre des Kapitals beschränken, da diese für unsere Argumentation die zentralen Punkte sind. Im bereits oben erwähnten Aufsatz stellt Moishe Postone deren Bedeutung für die Erklärung der Shoah heraus:

Eine kapitalistische Fabrik ist ein Ort, an dem Wert produziert wird, der „unglücklicherweise” die Form der Produktion von Gütern annehmen muss. Das Konkrete wird als der notwendige Träger des Abstrakten produziert. Die Ausrottungslager waren demgegenüber keine entsetzliche Version einer solchen Fabrik; sie müssen vielmehr als ihre groteske arische „antikapitalistische” Negation angesehen werden. Auschwitz war eine Fabrik zur „Vernichtung des Werts”, d.h. zur Vernichtung der Personifizierungen des Abstrakten. Sie hatte die Organisation eines quasi industriellen Prozesses mit dem Ziel, das Konkrete vom Abstrakten zu „befreien”. Der erste Schritt dazu war die Entmenschlichung, das heißt, dem jüdischen Bevölkerungsanteil die „Maske” der Menschlichkeit „wegzureißen” und Juden als das zu „zeigen”, was sie nach nazistisch-rassistischer Auffassung „wirklich sind”: Schatten, Ziffern, Abstraktionen. Der zweite Schritt war das Ausrotten dieser Abstraktheit, ihre „Verwandlung” zu Rauch ...
(Moishe Postone, S. 253f.)

Hier wird ein wesentlicher Unterschied zwischen der Vernichtung der Jüdinnen und Juden durch den Holocaust und der Ermordung von Tieren in den Schlachthöfen deutlich. Die Schlachthöfe funktionieren nach einem ökonomischen Prinzip. Die Hühner, Kühe, Schweine, etc. sollen nicht vernichtet werden, aus ihnen/durch sie soll Wert produziert werden. Ihre Tötung ist nicht Zweck an sich, sondern der Zweck ist die Produktion von Fleisch, die Produktion von „Nahrung“ für die Menschen.

Doch nicht nur aufgrund des analytischen Unterschiedes und des faktisch falschen Vergleichs zwischen Shoah und Schlachthaus ist die PETA-Kampagne nicht tragbar. Wir leben in einer Gesellschaft, in der Antisemitismus aus den Köpfen der Menschen noch keinesfalls verschwunden ist, sondern sich in einem sekundären Antisemitismus manifestiert. Dieser zeigt sich in Deutschland vor allem in Form einer Verdrängung der Schuld, einer Relativierung der Geschehnisse während des Nationalsozialismus und in der modernen Tarnung des Antizionismus. Eine Instrumentalisierung des Holocaust aus werbestrategischen Gründen, wie sie PETA praktiziert, trifft auf genau diesen Boden und kommt dem deutschen Bedürfnis nach einer Entsorgung der Vergangenheit entgegen.


ANTHROPOZENTRISCHE KRITIK AM HOLOCAUST-VERGLEICH

Ein Großteil der derzeitigen Kritik an der PETA-Kampagne enthält wenig Auseinandersetzung mit der Singularität der Shoah. Anstatt diese herauszustellen und auf die Historizität des Vernichtungs-Antisemitismus zu verweisen, dessen ideologisches Fundament sich – wie oben dargestellt – grundlegend von dem der Degradierung, Verachtung und Ausbeutung von Tieren unterscheidet, wird nicht selten versucht, das Bild des Menschen in der Unterscheidung zu Tieren zu bewahren. Nicht die Einzigartigkeit des Holocaust wird in den Mittelpunkt gestellt, sondern die Einzigartigkeit des Menschen. Die Reaktion der Medien ist bislang einhellig: „Kadaver toter Schweine” dürfen nicht gleichzeitig mit einem „Leichenberg” auf Plakaten erscheinen, ist in der Jungle World (Nr.50, 3.1203) zu lesen. Die TAZ beschwert sich darüber, dass es für die Mitglieder von PETA „keine Unterschiede zwischen Mensch und Tier“ gibt. Spiegel-Online (vom 14.11.03) hält die PETA-Kampagne für schlicht „menschenverachtend”.

Eine derart verkürzte Kritik geht am eigentlichen Thema des Vergleiches von eliminatorischem Antisemitismus in NS-Deutschland und der institutionellen Gewalt sowie dem industriellen Mord an Tieren vorbei. Darüber hinaus wird die Unterdrückung von Tieren innerhalb der gesellschaftlichen Herrschaftsverhältnisse nicht thematisiert. Was zu stören scheint, ist das In-Bezug-Setzen von Gewalt gegen Tiere und Gewalt gegen Menschen. PETAs plakative Gleichsetzung der äußerlichen Phänomene von Shoah und Schlachthofgesellschaft erzeugt im anthropozentrischen Geist eine Kränkung des menschlichen Selbstbildes. Der aktuelle Diskurs bedient also hauptsächlich die öffentliche Empörung, die durch den Schock der Thematisierung des Massenmordes an Tieren ausgelöst wird.

EINE TIERBEFREIUNGSPERSPEKTIVE OHNE VERGLEICHE

Eine Kritik an den tierfeindlichen Verhältnissen dieser Gesellschaft sollte sich darauf konzentrieren, das Wesen von Tierausbeutung zu analysieren, anstatt ihre Phänomene zu vergleichen. Ziel der Tierbefreiungsbewegung muss stets auch eine umfassende Analyse der gesellschaftlichen Verhältnisse sein, mit dem speziellen Augenmerk auf die Verwobenheit des Speziesismus mit anderen Macht- und Herrschaftsformen. Als speziesistisches Grundprinzip sehen wir die dualistischen Konstruktionen von „der Mensch“ und „das Tier“ und die Zuschreibungen, die diesen scheinbar gänzlich unvereinbaren Kategorien anhaften.

So werden Gemeinsamkeiten negiert und Unterschiede überbetont. Diese Logik greift auf ein grundlegendes binäres Denkmuster zurück, das ein wesentliches Merkmal abendländischen Denkens ist. Dass diese Logik den gesamten Kulturkreis durchzieht, und deshalb in der Analyse mit anderen Herrschaftsformen zu verbinden ist, lässt sich an weiteren Dualismen erkennen, die in ihrer sozialen Konstruktion dem Mensch/Tier-Dualismus ähnlich sind und zum Teil auf ihn verweisen: Mann/Frau, Kultur/Natur, Vernunft/Instinkt, Geist/Körper, etc.

Die Befreiung der Tiere aus dem gesellschaftlichen Unterdrückungsverhältnis bedeutet für uns eine grundsätzliche Kritik an ihrer Verdinglichung und die Beendigung ihrer Nutzung.

Die alltägliche Ausbeutung, Unterdrückung und Ermordung von Tieren durch die menschliche Gesellschaft spricht für sich selbst und bedarf keiner Skandalisierung. Ihre Abschaffung muss Grundbedingung einer wahrhaft emanzipierten Gesellschaft sein. Als Tierbefreiungsbewegung, die sich diesem Gedanken verpflichtet fühlt, lehnen wir PETAs Ansatz und den Vergleich mit dem Holocaust grundsätzlich ab.

Arbeitsgruppe der Hamburger Tierbefreiungstagung (Januar 2004)

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