Fragen von einem tragischen Tag
Dieser Text wurde als editorial des unabhängigen Magazins VilaWeb verfasst, als die abendlichen Nachrichten über die "islamische Spur" von den Anschlägen in Madrid noch nicht publik war. Es lohnt sich aber trotzdem ihn zu lesen, um dem Empfinden der Menschen in Spanien näher zu kommen und auch um selbst Sachlichkeit zu üben. Die Empörung, weil es Stimmen gab, die nicht ohne weiteres eine Vorab-Beschuldigung der ETA hinnemen wollten, sollte noch einmal überdacht werden. In Italien ging das seinerzeit auch so, dass alle sich dem Chor der Verurteiler anschlossen bis jeder Zweifler gleich ein Komplize war. Die Folgen waren extrem schwer und auch jetzt sieht es nach schwersten Folgen aus. Im Baskischen Radio kam übrigens die Nachricht, dass baskische Gefangene isoliert wurden und es mit Misshandlungen und Prügeltrachten losgegangen ist.
Übersetzung aus VilaWeb (www.vilaweb.org) zum Massaker in Madrid
Madrid har einen schrecklichen Tag erlebt. Die Kette der Anschläge auf lokale Züge übertrifft bei Weitem Alles, was wir bis jetzt gesehen hatten und sogar das, was wir uns vorstellen konnten zu sehen. Die emotionale Durchschlagkraft dieser Ereignisse ist immens. Die zahl der Opfer und die Art, wie sie gestorben sind, kann nicht gleichgültig sein lassen. Wir kommen aber auch nicht umhin, uns Fragen zu stellen, mit großem Respekt für sie. Das Versprechen von VilaWeb gegenüber den Lesern war immer das, Stoff zu bieten, um die Wirklichkeit zu verstehen. Im Angesicht von derart schwerwiegenden Ereignissen wollen wir deshalb diesem Versprechen mit sachlichem Geist gerecht werden, überzeugt, dass Freiheit und Leben unzertrennliche Werte sind.
1) Wer sind die Urheber des Anschlags?
Keinem entgeht, dass es politisch nicht das Gleiche ist, wenn der Anschlag Werk der Eta ist oder irgendeiner integralistischen islamischen Gruppe, die auf irgendeine Art mit El Kaida verbunden ist. Die Toten sind die Gleichen und die Ungerechtigkeit ihren Todes ist die selbe; die politische Wirkung des einen oder des anderen Falls ist aber sehr unterschiedlich. Im Laufe des Vormittags gab es Zweifel. Mittags hatte die Regierung die Diskussion abgeschlossen und auf ETA als den Schuldigen hingewiesen, ohne aber besonders solide Argumente zu liefern, um diese These zu vertreten.
Zugunsten der Möglichkeit, dass die Verantwortlichkeit bei der Eta liegt, gibt es sehr konsistente Argumente:
- im Dezember hat die Polizei auf Zugbahnhöfen ETA-Sprengstoff aufgefunden
- der in Cuenca gestoppte Transporter beförderte eine große Menge Sprengstoff, auch wenn man daran erinnern muss, dass die baskische Regierung Zweifel über diese Operation zum Ausdruck gebracht hat.
- die Tatsache, dass die Aktion genau jetzt stattgefunden hat lässt einen geneigt sein, an die Verantwortlichkeiten der ETA denken, da wir auf dem Höhepunkt des Wahlkampfs sind
- Präsident Ibarretxe ist beim Anzeigen der ETA als Schuldige für die Ereignisse schnell und scharf gewesen.
Gegen die Verantwortlichkeit der ETA gibt es einige Beweise, die weniger konsistent sind, aber nicht ignoriert werden können:
- ETA warnt normalerweise, wenn sie Bomben platziert und sie hat klare Kanäle der Authentifizierung wenn sie sich zu einem Anschlag bekennt. Diesmal hat sie sie nicht benutzt und sich vorher nicht zur Aktion bekannt
- ETA hat seit den 80er Jahren keine Simultananschläge mehr durchgeführt, wahrscheinlich weil sie eine Infrastruktur erfordern, über die sie jetzt nicht verfügen würde
- Der letzte Anschlag der ETA in Madrid ist am 17. November 2002 durchgeführt worden. Seit dem haben wir keine Kenntnis einer organisierten ETA-Struktur in Madrid und einen Anschlag von dieser Größenordnung den improvisiert man nicht und man führt ihn auch nicht von Außerhalb durch
- Während des gesamten vergangenen Jahres hat ETA drei Personen umgebracht, an Toten eine historische Untergrenze in den letzten 30 Jahren. Und jetzt, ganz plötzlich, führt sie den blutigsten Anschlag ihrer Geschichte durch.
Andererseits haben Batasuna und ihre engsten Zirkel öffentlich eine Verantwortung der ETA angezweifelt und den Anschlag verurteilt, was sie noch nie im Angesicht einer Aktion der ETA getan hatten. Der Zweifel über die Verantwortung kann auf ein Manipulationsversuch zurückgeführt werden, aber die Verurteilung ist klar und stellt eine große Neuigkeit dar. Für die es zwei mögliche Ursachen gibt:
- Dass es tatsächlich nicht ETA gewesen ist. Dass Batasuna ETA kontaktiert hat und die absolute Sicherheit erlangt hat, dass sie nicht verantwortlich ist.
- Dass ETA eine qualitativen Sprung gemacht hat, hin zu einer noch undifferenzierteren Handlungsweise und dass Batasuna beschlossen hat, sich definitiv da heraus zu lösen. Wenn es so wäre, stünden wir vor einem historischen Ereignis.
Und man muss die Möglichkeit bedenken, dass der Anschlag das Werk irgendeiner neuen baskischen Organisation oder eines nicht von der Leitung kontrollierten Teils der ETA sei. Diese These würde einigen anderen Fragen eine Antwort geben:
- Warum hat die Polizei im vergangenen Jahr jedes Mal, wenn sie einen Anschlag machen wollten, Dutzende ETA-Mitglieder verhaftet und warum hat sie sie diesmal nicht rechtzeitig identifiziert?
- Warum ist des polizeiliche System in Madrid gescheitert, das speziell zu den Wahlen aufgestellt worden war und wegen des Waffenstillstands mit Catalunya?
Dies einmal festgestellt, bleibt noch die Möglichkeit, dass die Verantwortlichkeit bei El Kaida liegt, oder bei einer mit ihr verbundenen Gruppe. Die spanische Regierung negiert das mit Entschlossenheit. Aber es gibt Elemente des Zweifels:
- Die Tatsache, dass die Anschläge simultan waren, eine für El Kaida typische Handlungsweise
- Die Hohe Zahl der Toten. Nie, nicht einmal im Entferntesten hat Eta so viele Tote verursacht und auch nicht so viele Bomben gleichzeitig gelegt
- Algerische islamische Gruppen sind kürzlich die Protagonisten von ähnlichen Anschlägen auf lokalen Zügen und im Pariser Metro gewesen
- Die Unterstützung Bushs und Blairs durch Aznar nach den Anschlägen vom 11. September hatte Spanien in die Liste der Feinde von El Kaida Einzug halten lassen und sogar Bin Laden hatte ausdrücklich davon gesprochen
- Ein Teil der Operationen, die zu den Anschlägen vom 11. September geführt haben wurde in Tarragona und Madrid durchgeführt
2) Wie wirkt sich dieser Anschlag auf das politische Leben aus?
Auch wenn es schwer fällt, es zu sagen, ist es offensichtlich, dass die Reaktion in der Stadt auf diesen Anschlag der Schlüssel dafür sein wird, dass der PP bei den Wahlen am Sonntag die absolute Mehrheit erhält. Der Präsident Maragall hat bereits zu verschiedenen Gelegenheiten gewarnt, dass die absolute Mehrheit des PP bei den letzten Wahlen genau Dank des Bruchs des Waffenstillstands mit der ETA erreicht wurde und dem ersten Mord der daraus folgte. Das vor einigen Tagen weit verbreitete Gefühl war das, dass ETA einen Anschlag provoziert hätte, der den Wahlkampf beeinflusst hätte. Es schien so, als wüssten wir Alle, dass es passieren würde und dass der PP davon profitieren würde, wenn es dazu käme.
Das will nichts anderes bedeuten, als das, was ich sage und will nichts unterstellen. Dennoch fällt es schwer, am Bild der italienischen "bleiernen Jahre" vorbei zu kommen, als sich die Anschläge immer dann ereigneten, als sie für Regierungsstrategien am Günstigsten waren.
3) Welche Reaktion soll man zu Tage legen?
- Wäre es nicht logisch, dass die spanische Regierung bis zum Äußersten die Beweise, die sie hat ausschlachtet, um den Anschlag der ETA zuzuschreiben? Es geht nicht darum, einen Schatten von Zweifel zu schaffen, nur um ihn herzustellen; es ist so, dass wir im Angesicht eines außergewöhnlichen Ereignisses sind, das außergewöhnliche Erklärungen verlangt.
- Müsste nicht wenigstens der Innenminister zurücktreten? Er ist der Verantwortliche für die Sicherheit der Bürger und er ist nicht in der Lage gewesen, sie zu gewährleisten.
Die emotionale oder politische Empörung sollte diese Tatsache nicht decken dürfen.
- Der PP nutzt die Situation deutlich politisch aus, in dem er zu einer Demonstration aufruft, bei der sich die Parolen auf die Verteidigung der Opfer und der Verfassung beziehen. Und er nutzt die Situation besonders dadurch aus, dass er den anderen Parteien vorwirft, die Opfer der ETA nicht unterstützt zu haben, die der PP monopolisiert hat, und die Verfassung ändern zu wollen. Wäre es nicht umsichtiger, eine Parole zu finden, die keine Spaltung zwischen den demokratischen Parteien provoziert? Oder ist dies für diese Regierung etwa nicht von Bedeutung? Und außerdem: ich bin gegen diese Verfassung. Sie sagen mir, dass ich nicht meine Ablehnung von diesem Anschlag demonstrieren gehen darf? Oder beschuldigen sie mich, der direkten Komplizenschaft mit ihm?
- Die Wahlen am Sonntag, werden das normale Wahlen sein? Die emotionale Wirkung der Beisetzungen am Samstag, wird sie nicht eine übermäßige Wirkung auf den Wahlkörper haben? Währe es nicht umsichtiger, sie aufzuschieben, um eine weniger belastete Wahl zu ermöglichen?
4) Geht es uns heute besser, als vor acht Jahren?
Ein großes Thema zum Abschluss: Geht es uns heute im Vergleich zu dem, wie es uns vor acht Jahren ging (als der PP an die Macht kam, A. d. Ü.) besser oder schlechter? Diese Frage haben die PP-Regierungen immer wieder als Wahlargument gestellt. Im Namen des Kampfes gegen ETA ist der Dialog mit dem baskischen Nationalismus und mit dem katalanischen Nationalismus beendet worden, die Grundfreiheiten sind beschnitten worden, Zeitungen wurden geschlossen, kulturelle Organisationen wurden angegriffen und gegen leitende Persönlichkeiten von demokratischen Parteien wurden nicht tolerierbare Vorwürfe erhoben. Insgesamt gibt es viel mehr Spannung als vor acht Jahren. Das, was sie uns sagten, um all das zu rechtfertigen ist, dass die extrem harte Strategie des PP gegen Alles, was sie für den Kontext der Komplizenschaft mit ETA halten eine Schwächung dieser Organisation und ihr fast vollständiges Verschwinden zum Ergebnis hatte. Aber in Madrid haben wir all das nicht gesehen. Acht Jahre später, geben sie zu, dass ETA nicht tot ist, in dem sie behaupten, dass der Abschlag ihr Werk ist. Angenommen dass sie die Verantwortliche für die Anschläge sei, beweist sie, dass sie in der Lage ist, weit mehr weh zu tun, als wir vermuteten. Die Strategie der Regierung hat sich als nicht effektiv erwiesen und teilt die Gesellschaft und die Demokraten. Auch die Bewertung dieser acht Jahre verlangt nach Verantwortliche.
Vicenç Partal
http://nosaltres.vilaweb.com/jvilaweb/GetHTTP?p=113&f=1&pa=p_edito&va=824375
Zur Situation im bskischen Iruñea hier: Policias españoles de paisano están colocando banderas españoles con crespón negro en árboles de Iruñea.
http://euskalherria.indymedia.org/eu/2004/03/12832.shtml
Madrid har einen schrecklichen Tag erlebt. Die Kette der Anschläge auf lokale Züge übertrifft bei Weitem Alles, was wir bis jetzt gesehen hatten und sogar das, was wir uns vorstellen konnten zu sehen. Die emotionale Durchschlagkraft dieser Ereignisse ist immens. Die zahl der Opfer und die Art, wie sie gestorben sind, kann nicht gleichgültig sein lassen. Wir kommen aber auch nicht umhin, uns Fragen zu stellen, mit großem Respekt für sie. Das Versprechen von VilaWeb gegenüber den Lesern war immer das, Stoff zu bieten, um die Wirklichkeit zu verstehen. Im Angesicht von derart schwerwiegenden Ereignissen wollen wir deshalb diesem Versprechen mit sachlichem Geist gerecht werden, überzeugt, dass Freiheit und Leben unzertrennliche Werte sind.
1) Wer sind die Urheber des Anschlags?
Keinem entgeht, dass es politisch nicht das Gleiche ist, wenn der Anschlag Werk der Eta ist oder irgendeiner integralistischen islamischen Gruppe, die auf irgendeine Art mit El Kaida verbunden ist. Die Toten sind die Gleichen und die Ungerechtigkeit ihren Todes ist die selbe; die politische Wirkung des einen oder des anderen Falls ist aber sehr unterschiedlich. Im Laufe des Vormittags gab es Zweifel. Mittags hatte die Regierung die Diskussion abgeschlossen und auf ETA als den Schuldigen hingewiesen, ohne aber besonders solide Argumente zu liefern, um diese These zu vertreten.
Zugunsten der Möglichkeit, dass die Verantwortlichkeit bei der Eta liegt, gibt es sehr konsistente Argumente:
- im Dezember hat die Polizei auf Zugbahnhöfen ETA-Sprengstoff aufgefunden
- der in Cuenca gestoppte Transporter beförderte eine große Menge Sprengstoff, auch wenn man daran erinnern muss, dass die baskische Regierung Zweifel über diese Operation zum Ausdruck gebracht hat.
- die Tatsache, dass die Aktion genau jetzt stattgefunden hat lässt einen geneigt sein, an die Verantwortlichkeiten der ETA denken, da wir auf dem Höhepunkt des Wahlkampfs sind
- Präsident Ibarretxe ist beim Anzeigen der ETA als Schuldige für die Ereignisse schnell und scharf gewesen.
Gegen die Verantwortlichkeit der ETA gibt es einige Beweise, die weniger konsistent sind, aber nicht ignoriert werden können:
- ETA warnt normalerweise, wenn sie Bomben platziert und sie hat klare Kanäle der Authentifizierung wenn sie sich zu einem Anschlag bekennt. Diesmal hat sie sie nicht benutzt und sich vorher nicht zur Aktion bekannt
- ETA hat seit den 80er Jahren keine Simultananschläge mehr durchgeführt, wahrscheinlich weil sie eine Infrastruktur erfordern, über die sie jetzt nicht verfügen würde
- Der letzte Anschlag der ETA in Madrid ist am 17. November 2002 durchgeführt worden. Seit dem haben wir keine Kenntnis einer organisierten ETA-Struktur in Madrid und einen Anschlag von dieser Größenordnung den improvisiert man nicht und man führt ihn auch nicht von Außerhalb durch
- Während des gesamten vergangenen Jahres hat ETA drei Personen umgebracht, an Toten eine historische Untergrenze in den letzten 30 Jahren. Und jetzt, ganz plötzlich, führt sie den blutigsten Anschlag ihrer Geschichte durch.
Andererseits haben Batasuna und ihre engsten Zirkel öffentlich eine Verantwortung der ETA angezweifelt und den Anschlag verurteilt, was sie noch nie im Angesicht einer Aktion der ETA getan hatten. Der Zweifel über die Verantwortung kann auf ein Manipulationsversuch zurückgeführt werden, aber die Verurteilung ist klar und stellt eine große Neuigkeit dar. Für die es zwei mögliche Ursachen gibt:
- Dass es tatsächlich nicht ETA gewesen ist. Dass Batasuna ETA kontaktiert hat und die absolute Sicherheit erlangt hat, dass sie nicht verantwortlich ist.
- Dass ETA eine qualitativen Sprung gemacht hat, hin zu einer noch undifferenzierteren Handlungsweise und dass Batasuna beschlossen hat, sich definitiv da heraus zu lösen. Wenn es so wäre, stünden wir vor einem historischen Ereignis.
Und man muss die Möglichkeit bedenken, dass der Anschlag das Werk irgendeiner neuen baskischen Organisation oder eines nicht von der Leitung kontrollierten Teils der ETA sei. Diese These würde einigen anderen Fragen eine Antwort geben:
- Warum hat die Polizei im vergangenen Jahr jedes Mal, wenn sie einen Anschlag machen wollten, Dutzende ETA-Mitglieder verhaftet und warum hat sie sie diesmal nicht rechtzeitig identifiziert?
- Warum ist des polizeiliche System in Madrid gescheitert, das speziell zu den Wahlen aufgestellt worden war und wegen des Waffenstillstands mit Catalunya?
Dies einmal festgestellt, bleibt noch die Möglichkeit, dass die Verantwortlichkeit bei El Kaida liegt, oder bei einer mit ihr verbundenen Gruppe. Die spanische Regierung negiert das mit Entschlossenheit. Aber es gibt Elemente des Zweifels:
- Die Tatsache, dass die Anschläge simultan waren, eine für El Kaida typische Handlungsweise
- Die Hohe Zahl der Toten. Nie, nicht einmal im Entferntesten hat Eta so viele Tote verursacht und auch nicht so viele Bomben gleichzeitig gelegt
- Algerische islamische Gruppen sind kürzlich die Protagonisten von ähnlichen Anschlägen auf lokalen Zügen und im Pariser Metro gewesen
- Die Unterstützung Bushs und Blairs durch Aznar nach den Anschlägen vom 11. September hatte Spanien in die Liste der Feinde von El Kaida Einzug halten lassen und sogar Bin Laden hatte ausdrücklich davon gesprochen
- Ein Teil der Operationen, die zu den Anschlägen vom 11. September geführt haben wurde in Tarragona und Madrid durchgeführt
2) Wie wirkt sich dieser Anschlag auf das politische Leben aus?
Auch wenn es schwer fällt, es zu sagen, ist es offensichtlich, dass die Reaktion in der Stadt auf diesen Anschlag der Schlüssel dafür sein wird, dass der PP bei den Wahlen am Sonntag die absolute Mehrheit erhält. Der Präsident Maragall hat bereits zu verschiedenen Gelegenheiten gewarnt, dass die absolute Mehrheit des PP bei den letzten Wahlen genau Dank des Bruchs des Waffenstillstands mit der ETA erreicht wurde und dem ersten Mord der daraus folgte. Das vor einigen Tagen weit verbreitete Gefühl war das, dass ETA einen Anschlag provoziert hätte, der den Wahlkampf beeinflusst hätte. Es schien so, als wüssten wir Alle, dass es passieren würde und dass der PP davon profitieren würde, wenn es dazu käme.
Das will nichts anderes bedeuten, als das, was ich sage und will nichts unterstellen. Dennoch fällt es schwer, am Bild der italienischen "bleiernen Jahre" vorbei zu kommen, als sich die Anschläge immer dann ereigneten, als sie für Regierungsstrategien am Günstigsten waren.
3) Welche Reaktion soll man zu Tage legen?
- Wäre es nicht logisch, dass die spanische Regierung bis zum Äußersten die Beweise, die sie hat ausschlachtet, um den Anschlag der ETA zuzuschreiben? Es geht nicht darum, einen Schatten von Zweifel zu schaffen, nur um ihn herzustellen; es ist so, dass wir im Angesicht eines außergewöhnlichen Ereignisses sind, das außergewöhnliche Erklärungen verlangt.
- Müsste nicht wenigstens der Innenminister zurücktreten? Er ist der Verantwortliche für die Sicherheit der Bürger und er ist nicht in der Lage gewesen, sie zu gewährleisten.
Die emotionale oder politische Empörung sollte diese Tatsache nicht decken dürfen.
- Der PP nutzt die Situation deutlich politisch aus, in dem er zu einer Demonstration aufruft, bei der sich die Parolen auf die Verteidigung der Opfer und der Verfassung beziehen. Und er nutzt die Situation besonders dadurch aus, dass er den anderen Parteien vorwirft, die Opfer der ETA nicht unterstützt zu haben, die der PP monopolisiert hat, und die Verfassung ändern zu wollen. Wäre es nicht umsichtiger, eine Parole zu finden, die keine Spaltung zwischen den demokratischen Parteien provoziert? Oder ist dies für diese Regierung etwa nicht von Bedeutung? Und außerdem: ich bin gegen diese Verfassung. Sie sagen mir, dass ich nicht meine Ablehnung von diesem Anschlag demonstrieren gehen darf? Oder beschuldigen sie mich, der direkten Komplizenschaft mit ihm?
- Die Wahlen am Sonntag, werden das normale Wahlen sein? Die emotionale Wirkung der Beisetzungen am Samstag, wird sie nicht eine übermäßige Wirkung auf den Wahlkörper haben? Währe es nicht umsichtiger, sie aufzuschieben, um eine weniger belastete Wahl zu ermöglichen?
4) Geht es uns heute besser, als vor acht Jahren?
Ein großes Thema zum Abschluss: Geht es uns heute im Vergleich zu dem, wie es uns vor acht Jahren ging (als der PP an die Macht kam, A. d. Ü.) besser oder schlechter? Diese Frage haben die PP-Regierungen immer wieder als Wahlargument gestellt. Im Namen des Kampfes gegen ETA ist der Dialog mit dem baskischen Nationalismus und mit dem katalanischen Nationalismus beendet worden, die Grundfreiheiten sind beschnitten worden, Zeitungen wurden geschlossen, kulturelle Organisationen wurden angegriffen und gegen leitende Persönlichkeiten von demokratischen Parteien wurden nicht tolerierbare Vorwürfe erhoben. Insgesamt gibt es viel mehr Spannung als vor acht Jahren. Das, was sie uns sagten, um all das zu rechtfertigen ist, dass die extrem harte Strategie des PP gegen Alles, was sie für den Kontext der Komplizenschaft mit ETA halten eine Schwächung dieser Organisation und ihr fast vollständiges Verschwinden zum Ergebnis hatte. Aber in Madrid haben wir all das nicht gesehen. Acht Jahre später, geben sie zu, dass ETA nicht tot ist, in dem sie behaupten, dass der Abschlag ihr Werk ist. Angenommen dass sie die Verantwortliche für die Anschläge sei, beweist sie, dass sie in der Lage ist, weit mehr weh zu tun, als wir vermuteten. Die Strategie der Regierung hat sich als nicht effektiv erwiesen und teilt die Gesellschaft und die Demokraten. Auch die Bewertung dieser acht Jahre verlangt nach Verantwortliche.
Vicenç Partal
http://nosaltres.vilaweb.com/jvilaweb/GetHTTP?p=113&f=1&pa=p_edito&va=824375 Zur Situation im bskischen Iruñea hier: Policias españoles de paisano están colocando banderas españoles con crespón negro en árboles de Iruñea.
http://euskalherria.indymedia.org/eu/2004/03/12832.shtml
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(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)
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Ergänzungen
Weitere Artikel bei Indy.de
Betrachtungen zur Berichterstattung und was es bedeuten könnte wenn ETA oder Al Kaida hinter den Anschlägen von Madrid stecken
Zu den Anschlägen in Madrid
von raul - 11.03.2004 15:15
Trotz der Medien-Kampagne ist noch völlig ungeklärt, wer hinter den Anschlägen steckt / Baskische Linke weist die These von ETA-Anschlägen zurück
Zusätzlich zu Indy hat auch Telepolis was:
einige erklärungen aus der spanischen linken
Rachegelüste...
Erschreckend auch, daß eine große Anzahl der Menschen, die sich hier tummeln anscheinend keinerlei Probleme mit der Anwendung von Folter haben, wenn es nur die Richtigen trifft ... ?!!
Hab` seit gestern spannend in linken "spanischen" Internetforen gelesen: Bezeichnend, daß sich dort die Menschen, die direkt(/er) betroffen sind (auch wenn ich auch FreundInnen in Madrid habe, betroffenheitssülz....)weitaus zurückhaltender äußern, was die TäterInnen angeht.
Außerdem scheint sich (auch hier) anscheinend Keine-/r daran zu stören, daß es sich beim Kampf gegen die Franco- Diktatur anscheinend auch nur um "brutalen Terror" gehandelt hat.
Keine Frage, die Politik der letzten Jahre von ETA gilt es zu verurteilen und ist durch nichts mehr zu rechtfertigen... Aber deshalb die francistischen Kontinuitäten, die immer noch weitgehend unaufgearbeitete Phase der GAL und das staatliche Vorgehen gegen Bewegungslinke, die der Zugehörigkeit zu ETA bezichtigt werden, völlig auszublenden, hat wohl mit einer linken Analyse wohl auch relativ wenig zu tun....
@Saul: Es ist wirklich widerlich, den Satz von Martin Niemöller hier auf diese Weise auszuschlachten & für Deinen/ Euren "Feldzug gegen das Böse" (Hiphip- Hurra: Der rassistische Volksmob darf sich weiter austoben...) zu mißbrauchen ... Es lebe das schwarz-weiß Weltbild!!
Aber Menschen europäischer Abstammung haben natürlich einen höheren Stellenwert als die doofen Scheiß-Kanacken & Drecks-Arabs in ihren uncoolen, dämlichen Kleidung, wa!??
Außerdem zeigt deine Aussage mal wieder, daß Israel innerhalb großer Teile der sog. antideutschen Linken in infamer Weise instrumentalisiert wird, um die eigene Anti-Terror-Hysterie zu kaschieren (Jaja, der (anti-/deutsche) Volksmob schreit nach Rache...)
Vielleicht solltet Ihr es mal Gedanken darüber machen, ob es wirklich Sinn macht, sich als angeblich antideutsche Linke an der Konstruktion völkischer Kollektive -je nach Bedarf als positiver Bezugspunkt oder als Feindbild - abzuarbeiten...
FUCK RACISM!
NO NATIONS! NO BORDERS!
Text Bekennerbrief Abu Hafs al Masri Brigaden
Links zu Medien im Baskenland
erstveröffentlichung :-)
wäre das ganze nicht so tragisch, könnte man durchaus auch mal lachen, wenn man zum x-ten mal die strategie der eta erklärt bekommt, als ob der wahnsinn irgenwelchen regeln und kodexen folgen würde. einige kramen tief in den geschichtsbüchern bis sie einen vergleich finden, der die spanische regierung belastet, andere haben gleich die 9/11 verschwörungen zur Hand und reiben dem Leser weider mal jene Geschichten unter die nase, die nicht mal mehr die eigene freundin hören will, weils so durchgekaut ist. die al kaida wird herumgeboten, wie auf dem markt, noch nicht als schuldige, aber zur rechten zeit an richtigen ort. wären es nur 12 tote gewesen, wären wir stolz auf die täter, aber für so ein gemetzel brauchts wen anders: die männer mit den bärten bieten sich zurzeit dankbar an, und lassen die fantasie eines jeden internet-korrespondenten grenzenlos ausschweifen.
und wer am schluss recht gehabt hat, wird sich die hände reiben und sagen können: scheiss auf die opfer, hauptsache ich hab mit meiner einschätzung recht gehabt.
Niemöller
Wenn ich was nicht ertragen kann dann sind es Gedankenpolizisten wie du einer bist,die im Stürmerstil ihre Kontrahenten niederbrüllen und am lautesten nach Zensur schreien.Das sind auch die welche Niemöller entsetzlich fand,aber ein Herr Streicher hätte an deinem Stil sicherlich Freude gehabt.
Freiheit ist immer die Freiheit der Andersdenkenden
Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen
Als sie die Kommunisten holten........
Als sie Kabul besetzten, hab ich protestiert. Warn ja die Scheißamis, was gehn mich die Frauen in Afghanistan an?
Als sie Irak besetzten hab ich erst recht demonstriert. Schon wieder die Scheißamis. Was juckt mich Saddam oder die Kurden?
Als Israel die Mauer baute, tobte ich online. Selbstmordattentäter? Is doch weit weg.
Madrid ist nicht so weit weg. Scheiße, was nun?
Und nun??
Es kann doch ETA gewesen sein
- ein brutaler und simultaner Anschlag
- soweit bislang bekannt, keine Selbstmordattentate
- Bekennerschreiben und "Beweise" die auf Al Kaida hinweisen
Die These:
Das Ziel von ETA war die Schwächung (ein Nachtreten) gegen Aznar.
Um dieses Ziel zu erreichen, wäre es für ETA blöd selbst als Verdächtige da zu stehen. Also schiebt man den Global Player im Torrorgeschäft vor, indem man seinen Stil kopiert. Bis auf Details. Ich halte es für markant, das es keine Selbstmordattentate waren. Ausserdem sollte der Transporter mit den Zündern und den arabischen Texte gefunden werden. Wenn man der Linie folgt, machen die Stellungnahmen von Batas* Sinn. Die ETA hat jetzt das Problem, den Verdacht von sich zu weisen.
Nachdem die ETA empfindlich geschwächt wurde, kann man doch annehmen das die "Jungen" das Ruder an sich gerissen haben und damit auch eine Stilwechsel vollzogen. Ich würde die ETA als Tatverdächtige definitiv nicht ausschließen.
@ucb
Ach ähem,war deine frühere Reinkarnation in Babylon dabei,warst du einer der Pharisäer??
Ist natürlich eine nette Geschichte,so wie das gesamte alte und neue Testament eine antike Sammlung von Grimms Märchen ist.Aber so wie Märchen einen erzieherischen Charakter haben so ist auch die Bibel nichts anderes.Man kennt ja das Spiel Stille Post,das Endergebnis ist doch sehr abgewandelt.
ETA oder El Kaida
Madrid denen der Terroranschläge von Istanbul im vergangenen
November ähneln: Nach Ansicht des Spanien-Kenners Walter Haubrich
gehen die blutigen Anschläge vom Donnerstag nicht auf das Konto der
islamistischen El Kaida, sondern der baskischen
Untergrundorganisation ETA.
«Es ist so gut wie sicher, dass das Motiv für die Anschläge
innenpolitischer Natur ist», meint der in Madrid lebende Experte,
der die spanische Politik mehr als 30 Jahre lang als Korrespondent
der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» verfolgte. Die ETA sei zwar
nach den jüngsten Fahndungserfolgen der spanischen und
französischen Polizei geschwächt, verfüge aber immer noch über
große Mengen Sprengstoff.
Vor allem zwei Ereignisse legten laut Haubrich den Verdacht nahe,
dass die Organisation neue Anschläge plante. An Weihnachten
vereitelte die Polizei in Madrid einen Anschlag auf Chamartin,
neben Atocha der zweite große Bahnhof der spanischen Hauptstadt.
Und vor zwei Wochen fingen Sicherheitskräfte eine große
Sprengstofflieferung nach Madrid ab.
Auf das Motiv für den Anschlag könnte laut Haubrich auch der
Zeitpunkt hinweisen, drei Tage vor der spanischen Parlamentswahl:
«ETA ist daran interessiert, dass die konservative Volkspartei die
Wahl klar gewinnt», vermutet er. Jüngste Meinungsumfragen hätten
einen Rückgang der regierenden PP, die erneut eine absolute
Mehrheit anstrebt, in der Wählergunst angedeutet.
Die ETA als Wahlhelfer für ihren politischen Erzfeind - das klingt
nach Haubrichs Erläuterungen nur auf den ersten Blick paradox. Es
passe jedoch zum Kalkül der Organisation, die die Unabhängigkeit
des Baskenlandes erzwingen will. Schon seit langem versuche sie,
die Konfrontation zwischen der spanischen Regierung und dem
Baskenland zu schüren und beide Lager zu polarisieren, berichtet
der Experte.
Haubrich zufolge entspricht die PP als konservative und am
weitesten rechts stehende Partei dem klassischen Feindbild des
spanischen Nationalismus, das im Baskenland seit der Franco-Zeit
gepflegt wird. Dagegen wäre eine Annäherung zwischen Madrid und der
baskischen Regionalregierung etwa als Folge einer
Koalitionsregierung oder gar eines Regierungswechsels für die ETA
eine schlechte Perspektive.
Die Rechnung der ETA könnte aufgehen, meint Haubrich. «Nach einem
solchen Anschlag wächst die Zahl der Menschen, die alle
erdenklichen Maßnahmen gegen die ETA und ihr Umfeld billigen.»
es ist so leicht zu manipulieren
Vorverurteilen - keine Beweise - der hat gesagt,dass der gesagt hat
Terrrismusd gegen die zivilbevölkerung
Wer ungezielt arbeiterinnen und die "normale" bevölkerung täglich in todesangst versetzt, der wird auf der ganzen welt und egal welchen gegner sie haben von einer massenhaften solidarität der terroropfer und einem sich kulturell zu den opfern gehörender kreis von menschen bekämpft werden und zugleich wird ein evtl. positives ziel sofort mit bekämpft werden (Israel und Palistina).
Terror gegen die zivilbevölkerung sollte von allen politischen aktionen ausgeschlossen sein!
Physikalische Gesetzmässigkeit
@MODS und Saul
Ebenso die Behauptung die Rolle der Frauen in Afghanistan hätte was mit einem Genozid und der Ausrottungs- und Vernichtungspolitik gleichzusetzen.
Faschisten und Geschichtsrevisionisten verpisst euch, ihr habt auf Indymedia nichts verloren!
@nna
aber.( vgl. israel) in spanien geht man milder mit den "täterinnen" um. das war ein faschistischer anschlag. man geht also milder mit diesen faschisten um. mir ist es einfach total egal welche von diesen volksbanden blutbäder anrichten. aber du rationalisierst diesen terror und forderst eine analyse. mit "betroffenheitssülz" äuserst du dich zu den opfern und hinterbliebenen das es einen einen schlecht wird. kein wort des mitleids. um dann schon wieder die vergangenen eta heldentaten anzuführen. was hat das bitte in diesem kontext verloren? weiter kommt wieder anna's lieblingsthema an die reihe. die antiantideutsche hetze um die es ihr eigentlich geht. und da bekennt sie farbe. solche notorischen antisemiten wie du eine bist ist es nicht einmal peinlich leuten wie saul eine instrumentalisierung israels vorzuwerfen und dann von israel als einen völkischen kollektiv zu faseln. "anti terror hysterie..." ich finde keine worte mehr ..
solidarität und kraft den hinterbliebenen angehörigen dieses brutalen massakers.