Schily kondoliert spanischen Innenminister

Jens Steiner 11.03.2004 13:36 Themen: Weltweit
Vor einer halben Stunde kondolierte Bundesinnenminister Otto Schily mit einem kurzen Schreiben seinenspanischen Amtskollegen Innenminister Àngel Acebes Paniaguakondoliert. Darin betonte er die Brutalität und Rücksichtslosigkeit der spanischen Terroristen und bekräftigte die Unterstützung der spanischen Regierung durch Deutschland.
"Mit Bestürzung und Entsetzen habe ich von den heutigenTerroranschlägen der ETA in Madrid erfahren.

Ich bitte Dich, den Angehörigen der Opfer mein tief empfundenesBeileid und allen Verletzten meine besten Genesungswünsche zuübermitteln.

Die brutalen Mordtaten beweisen leider, dass die Terroristen vorkeiner Grausamkeit zurückschrecken. Das spanische Volk wird sich abervon gewissenlosen Verbrechern nicht einschüchtern lassen. In vielengroßen Demonstrationen auch in der baskischen Provinz hat dasspanische Volk mit Unterstützung aller demokratischen spanischenParteien seine Empörung und seinen Abscheu gegenüber den Verbrechender ETA einmütig und eindrucksvoll kundgetan.

Die Bundesregierung ist solidarisch mit dem spanischen Volk, sie wirddie spanische Regierung auch weiterhin entschlossen im Kampf gegen denTerror unterstützen. Das friedliche und demokratische Zusammenleben inSpanien muss gegen den Terror geschützt werden, wie es dem Willen vonVolk, Parlament und Regierung entspricht." heisst es im Schreiben Schilys an seinen spanischen Amtskollen Àngel Acebes Paniaguage.
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Ergänzungen

Otto Schilly

Ergänzung 11.03.2004 - 13:59
Otto Schilly: Anthroposoph, Anhänger der Wurzelrassenlehre von Rudolf Steiner
Otto Schilly: befreundet mit italinischen und spanischen Faschisten aus dem Umfeld der Ex-Franco- bzw. -Mussolini-Parteien (die in beiden Ländern mitregieren).
Otto Schilly: Seit 1999 arbeitet er für Gerhard Schröder erfolgreich an der Abschaffung sämtlicher demokratisch erkämpfter Grundrechte.


Übrigens scheint der Anschlag nicht von der ETA zu stammen. ETA ist bekannt dafür, eher Repräsentanten anzugreifen. Bei Anschlägen auf öffentliche Einrichtungen warnt die ETA, kündigt sich an.
Beobachter vermuten, daß es sich um islamistische Extremisten handeln könnten (der Stil errinnert daran). Kritiker sehen Parallelen zu P2-Aktionen in den 70ern, 80ern und in den letzten 2 Jahren.

UK vermutet Al Quaida

X 11.03.2004 - 14:04
britischer Aussenminister: Anschlag von Al-Qaida sein.
 http://acp.sindominio.net/article.pl?sid=04/03/11/1221253&mode=thread&threshold=0

Egal, wer verantworttlich gemacht wird (Für Schilly: die Connection Araber-ETA-Anarchisten-Castor-Gegner) - es wird für neue Gesetze gegen Regimegegner genutzt werden. Auch hierzulande.

Al Quaida??

XXX 11.03.2004 - 14:06
Von Indymedia-Madrid:

 http://acp.sindominio.net/article.pl?sid=04/03/11/1221253&mode=thread&threshold=0

Hier wird erzählt, wie die britische Innenminister meint, dass hinter des Anschlages steht Al-Qaida.
Anderseits Batasuna hat schon gesprochen, und die meinen, ETA könnte nicht gewesen sein.

Bislang kein BekennerInnenschreiben...

Anna 11.03.2004 - 14:39
Bislang hat sich noch keine Gruppe zu dem Anschlag bekannt... Welche Intention verfolgt der Verfasser bitteschön mit seinem Posting??

Laut Gara islamistischer Anschlag

Anna 11.03.2004 - 14:56
Die baskische Tageszeitung Gara macht eine "islamistische" Gruppe für den Anschlag verantwortlich. Angeblich hat ETA sich bereits zu Wort gemeldet und eine Beteiligung an dem barbarischen Anschlag bestritten.
Ein Communique soll folgen....

??

pünktchen 11.03.2004 - 15:09
Das erinnert doch sehr an die ominösen Anschläge auf russische Wohnblocks kurz vor der letzten russischen Präsidentenwahl.

Eine Meinung aus Italien

Sorge und Bestürzung gegen den Strom 11.03.2004 - 15:32
In der Tat kennt Italien nur zu gut den Schrecken zersprengter Züge und Bahnhöfe mit Hunderten unschuldiger Opfer.

Im Folgenden die Übersetzung eines Kommentars aus Indymedia Italien,  http://italy.indymedia.org/news/2004/03/497533.php

Madrid 11. März 2004

Ein neuer Reichstagsbrand?

Heute morgen wurde Madrid durch vier Explosionen erschüttert, die drei Züge zerrissen haben, die hauptsächlich Pendler beförderten, die auf dem Weg zur Schule, zur Universität und zum Arbeitsplatz waren.

Während wir schreiben, sprechen die spanischen Behörden von mehr als 140 Toten und mehreren Hundert verletzten: alles unschuldige Menschen, die von einer blinden, barbarischen und nicht zu rechtfertigenden Gewalt getroffen wurden.

Nach dieser Feststellung wäre es für jeden von uns sehr leicht, sich dem Chor der Verurteilung anzuschließen, der seit Stunden die spanischen Parteien von Mitte-links und Mitte-rechts, die UNO, die NATO, due USA, die Regierung Berlusconi und den Papst eint. Ein Chor, der wenige Minuten nach den Anschlägen, die innerhalb von wenigen Minuten eine der größten Metropolen Europas in das Chaos gestürzt haben bereits die baskischen Independentisten der ETA als Verantwortliche ausgemacht hat. Nach nicht einmal dreißig Minuten seit den Explosionen waren die Presseagenturen des spanischen Staates bereits in der Lage millimetergenau zu sagen, dass das Massaker in Madrid von der simultanen Explosion von Sprengsätzen verursacht worden war, die auf in unterschiedlichen Zügen und auf den Bahnsteigen der Bahnhöfe deponiert waren und gleichzeitig durch in Plastiktüten versteckten Fernzündungen aktiviert worden waren.

Die Sicherheit mit der die Ereignisse des heutigen Morgens rekonstruiert werden ist weit mehr als verdächtig.

Nicht nur hat die Organisation Eta die Anschläge weder angekündigt noch als eigene Aktion bekannt gegeben, sondern auch die politischen Organisationen des baskischen Independentismus haben die Verwicklung der baskischen Guerrilla-Organisation in den Massakern von Madrid dezidiert dementiert.

Nie hat die bewaffnete Organisation, die die Autonomie des baskischen Landes verteidigt in die Menge gezielt; ihre Aktionen sind immer durch anonyme Anrufe angekündigt worden, die über den genauen Zeitpunkt und Ort der Anschläge informierten, Im Fall des Supermarkts Hipercor in Barcelona, bei dem ein ETA-Anschlag wegen der Weigerung des Direktors, das Gebäude räumen zu lassen 21 Tote verursachte, vollzog die baskische Organisation eine strenge Selbstkritik der eigenen Strategie.

Wer diese Bomben in Madrid gelegt hat, suchte hingegen die größtmögliche Zahl an Toten und Verletzten, eine Spektakulärität, die, übergibt drei Tage vor den legislativen Wahlen im spanischen Staat Aznars Partido Popoular und seinem Dauphin Rajoy eine absolute und unangefochtene Macht in einem Land, in dem die Öffentlichkeit seit Jahren gegen Alles, was mit dem baskischen Land zu tun hat aufgehetzt und angestachelt wird.

Das Gefühl, vor einem neuen Reichtagsbrand zu stehen, der den Aufstieg des Faschismus rechtfertigte, ist extrem stark, so wie auch das Gefühl, im Angesicht einer Neuauflage in spanischer Fassung von jener Strategie der Spannung, die es dem italienischen Establishement im Angesicht eines Anwachsens progressiver und revolutionärer Bewegungen, die mehrfach beschuldigt wurden, durch Bomben und Anschläge die bestehende Ordnung umstürzen zu wollen erlaubte, an der Oberfläche zu bleiben.

Die Berichterstattung zuerst und die Geschichte dann haben gezeigt, dass die Mandanten der Massaker in den Bahnhöfen und auf den Zügen genau jene waren, die im Namen des Kampfes gegen den Terror Tausende junge Menschen und Aktivisten der sozialen Bewegungen hinter Gitter gebracht haben.

Die Mandanten des Massakers in Madrid sind nicht im Baskenland zu suchen, sondern in den Räumen des US-Pentagons oder des spanischen Cesid, die selben, aus denen die Staatsstreiche in Lateinamerika organisiert wurden oder die Terroranschläge gegen das kubanische Volk.

Ab heute wird selbst die körperliche Unversehrtheit eines jeden baskischen Bürgers in Gefahr sein, im Angesicht einer Hasskampagne, die sowohl die nationalistische spanische Rechte als auch die nationalistische spanische Linke zum Zweck der Funktionalisierung in Hinblick auf die Wahlen vom kommenden Sonntag entfesseln werden.

Wenn der 11. September 2001 es der Bush Regierung ermöglicht hat, das zu tun, was sie getan hat, was müssen wir nach dem 11. März 2004 von der spanischen Regierung erwarten?

Aznar: "Wir werden sie besiegen"

Sorge und Bestürzung gegen den Strom 11.03.2004 - 15:46
Er erwähnte aber die ETA mit keinem Wort. (Nach einer Agenturmeldung)

Folgendes über die Worte Aznars, leider auf spanisch, veröffentlicht ein Mensch auf Indymedia Italien aus einer Mail eines spanischen Freundes  http://italy.indymedia.org/news/2004/03/497608.php :

después de la intervención de aznar en el palcio de Moncloa hace apenas unos minutos...
después de la intervención de aznar en el palcio de Moncloa hace apenas unos minutos tengo claro que ese rumor que cada vez más va cobrando fuerza, ese que dice: "que el ministerio de Interior ha recibido una llamada de un grupo islámico reivindicando el atentado" es cierto.

Si os fijáis Aznar no ha comentado en ningún momento que ETA ha sido la responsable. Él que siempre que puede nombra a esta banda para ganar votos hoy no lo ha hecho y en cambio ha basado su discurso en una serie de términos nada concretos: "terroristas", "asesinos"...pero sin nombres y apellidos.

Creo que si esto fuese cierto, la estratégia sewría clara: que hasta el domingo (día de las elecciones) todo el mundo piense que ha sido ETA y así sacamos la absoluta y después, que se enteren de la verdad, que ya nos encargaremos nosotros de vincularlo al discurso globalal que estamos "afiliados": el terrorismo internacional contra la democracia...y todo eso.

Lo último que le interesa ahora al gobierno es que nos enteremos de que este atentado tiene que ver de alguna manera con una respuesta del mundo árabe ante la guerra emprendida por ellos (sin el consentimiento de la población) contra el pueblo de Irak, que hoy, por cierto cumple un año de su inicio (y que todavía no ha terminado y que de eso nadie nos hala en este país. Parece que nadie se acuerda de que españa hoy está en guerra, sometiendo a un país y ocupando sus territorios y que españa mediante el pp fueron los que bombardearon mercados, plazas y estaciones de trenes en Irak hace hoy un año...
no sé, la guerra es lo que tiene...dolor y más dolor.

Qué salga la verdad, que no manipulen el sufrimiento, que ellos quisieron guerra y hoy la pagaamos los pueblos...

¡asesinos!

Vorverurteilung

Tutnix 11.03.2004 - 15:52
@Jens Steiner,
deine Stellungnahme ist nichts anderes als eine Vorverurteilung: Du zitierst unseren unsäglichen Überwachungsminister, der von "Terroranschlägen der ETA" spricht.

Jemand, der kurz nach einer Tat ohne den geringsten Beweis und ohne das geringste Indiz für eine bestimmte Täterschaft schon ein Urteil fällen kann über die vermeintlichen Täter, der disqualifiziert sich als Dienstherr aller Kriminaler, Staatsanwälte und Richter.

Gruß von Tutnix

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