Kopftuch,Islam und "deutsche Leitkultur"

Max Brym 07.03.2004 22:37 Themen: Gender Weltweit
Der Streit um das Kopftuch oder seltsame Allianzen.

Erstveröffentlichung
Kopftuch, Islam und "deutsche Leitkultur"

In Deutschland tobt der Kopftuchstreit, Rechtskonservative sowie Grünalternative haben sich zu einer heiligen Allianz gegen das Kopftuch zusammengeschlossen. Dieser Allianz sind mittlerweile auch einige selbsterklärte Linke beigetreten. Zweifellos ist das Kopftuch ein Symbol für die Unterdrückung der Frau, in jedem Falle für die Ungleichbehandlung der Frau. Die Bedeckung des weiblichen Kopfes oder gar die Burka, ist Ausdruck einer rückständigen Ideologie, die Frauen nicht als gleichberechtigte Menschen akzeptiert. Dagegen rebellieren Frauen in Gebieten mit stark fundamentalistisch- islamistischen Strukturen. Auch in den Metropolen lehnen Frauen ihre Verhüllung entschieden ab. Es gibt aber auch Frauen, die sich der männlich patriarchalen Gewalt beugen oder das Kopftuch aus Überzeugung tragen. Der Kampf gegen Frauenunterdrückung ist international und hat die Frauen als Subjekt ihrer eigenen Befreiung zu betrachten.

In Europa findet gegenwärtig statt einer zivilgesellschaftlichen Solidarisierung mit Frauen und Mädchen, die gegen den fanatischen Fundamentalismus Widerstand leisten, eine mehr als seltsame Debatte statt. Der Islam wird metaphysisch als geschlossene Einheit an den Pranger gestellt, da er angeblich rückständiger sei, als die "christlich-abendländisch- jüdische" Kultur. Diese Herangehensweise ist grundverkehrt. Jede der genannten Religionen hat patriarchale und reaktionäre Bestandteile in ihrem System. Gleichzeitig erfüllt die Religion die Funktion "der Seufzer der bedrängten Kreatur" zu sein, Trost zu spenden und Hoffnung zu geben. Es steht niemanden an, die Religion als Privatsache des einzelnen Menschen militant zu attackieren. Überhaupt nicht akzeptabel ist es, eine Religion verbunden mit der Phrase von einer geschlossenen "Nationalkultur" gegen die andere "Kultur" zu privilegieren. Das Christentum hat in seiner jahrhundertelangen Geschichte die größten Massaker zu verantworten, sowohl gegen Menschen mit islamischer als auch jüdischer Religion. Das größte Verbrechen der Menschheitsgeschichte, die Schoa fand im letzten Jahrhundert durch den deutschen Faschismus in Europa statt. Von einer christlich-jüdischen Symbiose sprechen und schreiben nur historische Traumtänzer. Das Judentum lieferte die ideologische Basis für das Christentum wie für den Islam. Jeder Alleinvertretungsanspruch, jede Arroganz, jede Unterdrückung der jeweils anderen religiösen Richtung ist abzulehnen und kontraproduktiv. Religiöser Wahn und Intoleranz sind keine historischen Phänomene sondern aktuelle Erscheinungen.

Im Sinne der Aufklärung gilt es die Ideale der jungen Bourgeoisie, gegen das alt gewordene Bürgertum in den Metropolen zu behaupten. Die französische Revolution erklärte, "alle Menschen sind frei und gleich geboren", im Code Civil von Napoleon sind sämtliche religiösen Freiheiten garantiert, die Menschen einander rechtlich gleichgestellt. Die bürgerliche Aufklärung trennte konsequent Kirche und Staat, um dem jungbürgerlichen Liberalismus im Gegensatz zur aristokratischen Machtbesessenheit zum Durchbruch zu verhelfen. Der Aristokrat wollte seine Herrschaft unter Berufung auf Gott abgesichert wissen, denn mit Gott wird bekanntermaßen nicht diskutiert. Die in die Jahre gekommene Moderne und ihre Vertreter, haben neben sozialen Grausamkeiten keinerlei Zukunftsperspektive mehr zu bieten. Die gegebene Welt der extremen sozialen Ungleichheit ist für sie das Ende der Geschichte. In diesem Sumpf rücksichtsloser wirtschaftlicher Konkurrenz, sozialer Ausbeutung und rapiden Verelendungsprozessen im Trikont, suchen die Menschen nach Halt und Orientierung.

Durch das Scheitern der Systemalternative, die sich "Kommunismus" nannte, sind Plätze frei geworden für jede Menge falscher Propheten. Die Welt wird heimgesucht von fanatischen, religiösen Fundamentalisten unterschiedlichster Couleur. Zu nennen sind christliche Fundamentalisten, die man massenhaft im sogenannten "Bibelgürtel" der USA beobachten kann. Nicht umsonst hat der antisemitische Film von Mel Gibson den größten Starterfolg in der Filmgeschichte zu verzeichnen. In Israel ist eine fanatisch-fundamentalistisch-jüdische Richtung zu beobachten, wie sie sich daran macht, die bürgerlich demokratisch laizistischen Grundlagen der Gesellschaft in Frage zu stellen. Der Millionär Bin Laden gibt sich als wahrer Interpret des Islam aus und versteht geschickt mit modernen Managementmethoden, seine brutal kapitalistische Version des Islam als einzig gültige auf den Markt zu bringen. Die Marketingstrategie jeder fundamentalistischen Richtung geht davon aus, das eigene Produkt als Original Religionsartikel abzusetzen. Die Vorgehensweise entspricht der Selbstpräsentation jedes x-beliebigen Autohändlers. Dem "Händler" Bin Laden kommt die Islamophobie in vielen westlichen Staaten entgegen. Der Islam wird als grundsätzliche Bedrohung aufgefaßt, der "Kampf der Kulturen" propagiert. Die Gleichung Islam = Fundamentalismus = Terrorismus kommt der Marketingstrategie islamischer Fundamentalisten entgegen. So auch die in Deutschland geführte Kopftuchdebatte kombiniert mit der Forderung nach der deutschen "Leitkultur".

Keine Diskriminierung des Islam

Die Landesregierung von Niedersachsen legte am 13. Januar 2004 einen Entwurf zur Novellierung des Niedersächsischen Schulgesetzes vor. Den muslimischen Lehrerinnen soll nicht nur das Tragen von Kopftüchern untersagt werden, sondern den Lehrkräften und pädagogischen MitarbeiterInnen soll jede Meinungsbekundung zur Religion verboten werden. Das Land Niedersachsen begründet dies, "mit der Neutralitätspflicht des Landes gegenüber Schülerinnen und Schülern". Außerdem soll von unerwünschten äußeren Bekundungen, "verbale Äußerungen, Kleidungsstücke, Plaketten" Abstand genommen werden. In dem Entwurf werden ausdrücklich die abendländisch-christlich-jüdischen Symbole als positiv hervorgehoben, dass stellt eine absolute Diskriminierung des Islam dar und ist somit inakzeptabel. Gebürtige Moslems werden auf solche Vorgänge reagieren, moslemische Fanatiker werden das Ganze dankbar als Gottesgeschenk aufnehmen. Der Zulauf zu den Predigten diverser Hoxhas wird zunehmen. Menschen werden durch den "Kampf der Kulturen" in die Hände der jeweiligen Fanatiker getrieben. Bei vielen Deutschen wächst kulturelle und nationalistische Arroganz, der deutsche Staat setzt seine Machtinstrumente gegen "Nichtdeutsche" ein, was jeden Chauvinisten nur befriedigen kann. Weltanschauliche und nationalistische Überheblichkeit unterlegen damit auf praktische Weise die Politik der sozialen Grausamkeit im Lande.

"Feministische Initiative" für mehr Abschiebungen

Es paßt zum Zeitgeist, wenn unter dem Namen "Backlash" deutsche "Feministen" und "Feministinnen" den Krieg gegen den Islam mit verstärkten Abschiebungen verbinden wollen. Die "Backlash"-Initiative sammelt gegenwärtig Unterschriften für einen Brief an die Integrationsbeauftragte Frau Marieluise Beck, die Frauenministerin Frau Renate Schmidt und die Justizministerin Frau Brigitte Zypries, in dem sie noch einige Gesetze mehr gegen Ausländer und Ausländerinnen in Deutschland fordern. In den Katalog der Abschiebegründe soll laut "Backlash" folgendes aufgenommen werden: "Alle Frauen und Männer, die aus Ländern kommen in denen Männer gegenüber den Frauen rechtlich privilegiert sind und die ein Aufenthaltsrecht in Deutschland beantragen unterschreiben ab sofort, dass sie Art. 3 Abs. 2 GG anerkennen. Damit anerkennen sie gleichzeitig, dass sie bei Verstößen ihr Aufenthaltsrecht verwirken."

Die "deutsch-nationalen" Feministinnen wie Helke Sander und Halina Bentkowski sowie der aktive Gewerkschafter Günter Langer, rufen unter dem Vorwand der Frauenemanzipation nach Abschiebungen. Ihr Konzept geht davon aus, daß es in Deutschland nur noch peripher Frauenunterdrückung gibt, denn ihr "Feminismus" bezieht sich ausschließlich auf Frauen und Männer die aus anderen Ländern kommen. Der deutsche Macho, Schläger und Frauenfeind kann beruhigt seine Bierflasche öffnen. Für den alt SDS-ler Langer ist er eine randständige Figur. Das Briefchen der Initiativler soll auch die illegale Prostitution ausländischer Frauen bekämpfen. Statt für einen legalen Status sämtlicher Prostituierter einzutreten, fällt "Backlash" objektiv nur die sinnige Parole "Ausländer raus" ein. Natürlich steht es außer Zweifel, dass viele Frauen und Mädchen ohne deutschen Paß einer besonderen Unterdrückung ausgesetzt sind. Sie werden rassistisch diskriminiert, von vielen Deutschen nationalistisch angemacht und sind zu Hause oft strengen patriarchalen Regeln unterworfen. Dagegen etwas zu tun ist notwendig, aber statt an multinationale Frauengruppen zu appellieren, gemeinsame soziale Kämpfe zu planen, fällt der genannten Initiative nur die staatliche Drohung mit der Abschiebung ein. Dabei bedenken sie nicht, wenn extreme Machos in ihre "Herkunftsländer" mit Frauen und Kindern (dafür wird der Staat sorgen) verfrachtet werden, haben die Leute in den betroffenen Ländern eine Unmenge davon. Für diese Typen werden sich die "Herkunftsländer" bedanken. An den Frauen, wird sich die Wut der abgeschobenen Männer dann erst richtig austoben. Aber die "Backlash"-Leute wird das aufgrund ihres nationalistischen Konzeptes nicht anfechten. Für sie gibt es Länder mit geschlossener Nationalkultur, die natürlich rückständiger als Deutschland sind. Um welchen politischen Charakter es sich bei Herrn Langer und Konsorten handelt, zeigt ihre Aktion gegen das Partisan.net am 1. März 04. Nachdem Herr Langer feststellen mußte, daß er in der linken Projektgruppe Partisan.net mit seiner SDS-Webside nicht mehr geduldet wird, langte er richtig hin. Er versuchte die gesamte Domain zu zerstören und damit linke Öffentlichkeit zu liquidieren.

Fundamentalisten bekämpfen

Der islamische Fundamentalismus, wie jeder andere religiöse Fanatismus, ist die pervertierte Antwort auf eine unsoziale, ausbeuterische und Elend produzierende Weltordnung. Den verschiedenen Fundamentalismen geht es nicht darum, Demokratie, soziale Sicherheit und Frauenrechte nach vorne zu bringen. Im Gegenteil, die gegebenen Zustände wollen sie zementieren und verabsolutieren. Ihre Parole ist der "Kampf der Kulturen", dabei setzt jede fundamentalistische Richtung darauf, dass die von ihr vertretene fanatische Sicht der Dinge als, religiöses non plus ultra weltweit anerkannt wird. Dagegen sind mehrere Mittel anzuwenden. Entscheidend ist es Vereinfachungen abzulehnen. Der Islam ist nicht die Hamas und Bin Laden, das Christentum ist nicht Mel Gibson und das Judentum ist nicht Baruch Goldstein. Es gilt eine weltlich- laizistische Perspektive in Richtung Toleranz und sozialer Gleichheit zu entwickeln. Was Menschen unterschiedlicher Religionszugehörigkeit und Atheisten miteinander verbindet ist der Kampf dafür, dass die Erde nicht zur Hölle wird. Die Definition der Hölle hat von konkreten Fakten und nicht von metaphysischen Spekulationen auszugehen. Die Befreiung der Arbeit kann nur das Werk der Arbeiter selbst sein, genauso wie die Befreiung vom Kopftuch nur das Werk der Frauen im Bündnis mit anderen fortschrittlichen Strömungen sein kann. Die Frauen müssen Subjekt und nicht Objekt sein. Das Ablegen des Kopftuches, genauso wie das Tragen des Kopftuches, darf keinesfalls mit Zwang verbunden sein. Freiheit kann nicht den zu befreienden Subjekten mittels staatlicher Gesetze vorgegeben werden. Schon Napoleon mußte die Erfahrung machen, dass sich sowohl die russischen als auch die spanischen Bauern gegen ihn erhoben, obwohl gerade in Spanien das Programm von Joseph Bonaparte objektiv den Bauern mehr gab, als die Herrschaft der spanischen Feudalaristokratie.

Jede Zwangsmaßnahme gegen das Kopftuch ist negativ, sie bestärkt tradierte politische Reaktion, schaltet die Frauen als Entscheidungsträger aus und ist daher vergleichbar mit der islamistischen Männergewalt, die vielen Frauen den Schleier aufzwingt. Verbots- und Zwangsmaßnahmen gegen das Kopftuch im "christlichen Abendland" nützen der Hamas und Bin Laden. Jener "Kulturkampf" wird auf dem Rücken der Frauen ausgetragen, denn die herrschende Kultur auf dem Globus ist patriachal geprägt. Daneben gilt es in Sachen Kopftuchstreit noch einige zusätzliche Aspekte zu berücksichtigen. Viele junge Mädchen tragen das Kopftuch freiwillig, um auf diese Art nicht nur ihre Identität, sondern auch ihre Ablehnung des metropolitanen Rassismus zu demonstrieren. Wie in der Farbenlehre gilt es in der Politik festzuhalten: Es gibt nicht nur schwarz und weiß, Grautöne sind verbreiteter und es stellt sich die Frage, ob es ein chemisch reines Schwarz und Weiß überhaupt gibt.

Max Brym
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Ergänzungen

weitere Infomationen zum Thema

ein Überblick 07.03.2004 - 23:28

Knallen jetzt alle durch?

Waffel der Kritik 08.03.2004 - 02:31
Sagt mal Leute,
wenn ihr auf den 11. September keine fertige Antwort habt-ist ja OK.

Analyse braucht Zeit.

Aber diese Schlammschlacht von Antideutschen bis "68" ist ja nicht mehr
auszuhalten.

Vor der Analyse -Theorie-und Diskussion:

Hier nun ein paar texte zum lesen-heißt nicht das darauf stehe, aber mann könnte sich reiben
 http://www.unet.univie.ac.at/~a9709070/4genetti.htm

 http://www.archivtiger.de/database/zs/schwarze_protokolle/sp_10/arbeit1_sp10.html

 http://www.gegenstandpunkt.com/msz/html/81/81_6/rstaat.htm

 http://www.net-lexikon.de/Islamismus.html

 http://www.net-lexikon.de/Islam.html

Und klar-religion ist Opium fürs Volk!

doch wenn der Rest der Welt die Barbarei in die Metropolen zurück trägt, ist es doch die Barbarei der Metropolen

Schafft eins ,zwei , drei viele menschliche Utopien,und bleibt doch Mensch !

Solidarität ist eine Waffe !

Junge Welt unterstützt Becklash-Kampagne

ein Überblick 13.03.2004 - 04:10

der gesammte Komplex nochmal KOMPLETT

ein Überblick 13.03.2004 - 04:14
Kopftuch,Islam und "deutsche Leitkultur"
 http://de.indymedia.org//2004/03/76503.shtml

Junge Welt unterstützt Becklash-Kampagne
 http://de.indymedia.org/2004/03/76481.shtml

Partisan.net aus dem Netz geflogen
 http://de.indymedia.org//2004/03/76045.shtml

»Stichwort Becklash«
 http://de.indymedia.org//2004/02/73930.shtml

"FRAUENFEINDLICHE AUSLÄNDER RAUS"
 http://de.indymedia.org//2004/01/72161.shtml

Stichwort: Becklash*
 http://de.indymedia.org//2004/01/71079.shtml

Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen

Verstecke die folgenden 23 Kommentare

Seltsame Allianzen?

saul 07.03.2004 - 23:45
Die gibt es in der Tat. Allerdings auch von der Gegenseite. Da stehen auf einmal Kommiesekten, Linke und Feministen auf Seite der Moslems, denen der Staat nichts zu verbieten hat. Das die ihren Frauen und Töchtern die elementarsten Menschenrechte verbieten ist kein Thema. Ist doch nicht unser Problem. Vor allem nicht das Problem unserer übriggebliebenen Feministen die wichtigeres zu tun haben, etwa ihr allgemeines Feindbild zu kultivieren. Kann man nur vor warnen. Am besten man lässt sie im eigenen Saft schmorren, besonders am Montag.

Junge Welt unterstützt Becklash-Kampagne

ein Überblick 08.03.2004 - 00:40
da es anscheinend vorhin bei indy ein paar "technische" Probleme gab war der Artikel kurzzeitig gesperrt, danach wieder freigeschaltet aber wiederum kurzeitig aus dem open posting verschwunden

deshalb wird er hiermit nun nachgereicht

Junge Welt unterstützt Becklash-Kampagne  http://de.indymedia.org/2004/03/76481.shtml

Also bitte,

Tilla 08.03.2004 - 01:51
das ist mir jetzt viel zu einseitig dargestellt.
Denn auch wenn es manchem Linken nicht passt: In Deutschland sind Frauen sicherer als in vielen islamischen Ländern - oder willst Du wirklich einen aggressiven Bier-Proleten mit Klitoris-Beschneiderinnen und Frauen-In-Burkas-Zwingern geichsetzen?

Zu Tilla fällt mir ein

NoKommie 08.03.2004 - 02:34
Typisches Kommie-Geschwafel: Der starke Staat soll doch bitte kommen und mit der Polizei und dem Gesetzbuch die finsteren Kulturen zermatschen. Hört sich sehr nach Stalin und Antideutsch an. Igitt!



PS: Und natürlich sind alle Kopftücher gleich radikalislamische Burkas von Beschnittenen. Hach toll, wie einfach die Welt ist

PS: Gibts in Eurem Lieblingsland (na welches ist wohl Euer Lieblingsland? nicht auch Beschneidungen en masse?

PPS: wirklich unglaublich! Deutschland führt Kriege, Nazis morden immer mehr, alles drifet nach rechts und Deutsch-Linke haben nichts besseres zu tun, als gegen Nicht-Integrierte Ausländer zu hetzen!!!

Erziehung zum eigenen Denken-nicht erwünscht?

Rak 08.03.2004 - 02:37
ZItat:
"Jede Zwangsmaßnahme gegen das Kopftuch ist negativ, sie bestärkt tradierte politische Reaktion, schaltet die Frauen als Entscheidungsträger aus und ist daher vergleichbar mit der islamistischen Männergewalt, die vielen Frauen den Schleier aufzwingt."

Da muss ich mal wiedersprechen. Die BRD muss endlich mal den Schritt aus dem Mittelalter hin in die Neuzeit wagen. Und daher auch die Säkularisierung verwirklichen. Religiöse Symbole, egal welcher Art,ob nun Kreuz, Davidstern, Krokodil,Bhudda oder Halbmond haben nichts in Institutionen zu suchen, die den Anspruch mit sich bringen allgemeingütig zu sein. So wenig wie es erlaubt sein sollte in Schulen bestimmte politischhe Einstellungen zu lehren, so wenig sollten religiöse Symbole in Schulen geduldet werden. Nur so kann ein heranwachsender zu einem selbstdenken und aufgeklärten Menschen erzogen werden. Und ohne selbstdenkende und aufgeklärte Menschen kann der Kapitalismus nie überwunden und eine freie Gesellschaft nie erreicht werden.
(Der Kommunismus ist nebenbei nicht gescheitert, es gab noch kaum einen kommunistischen Staat. Und wenn, dann wurden diese "Staaten" und Kommunen von außen mit Gewalt zerstört)
Religion muss ein Unterrichtsfach sein, darf aber nicht Thema des gesamten Schullebens sein.
Dass eine "Zwangsmaßnahme gegen das Kopftuch", die sich letztendlich nur im Bereich der Schule oder sonstiger derart prägender allgemeinbezüglichen Institutionen legitimieren lässt, mit dem Zwang zum Kopftuch, also "islamistischer Männergewalt" direkt vergleichbar ist, das entbehrt leider jeglicher rationaler Logik. Es geht den "patriarchen" nicht darum das Haupthaar der islamischen Frauen zu sehen. Es geht darum, dass die Schüler von keiner Religion beeinflusst werden.

ZItat:
"Verbots- und Zwangsmaßnahmen gegen das Kopftuch im "christlichen Abendland" nützen der Hamas und Bin Laden. Jener "Kulturkampf" wird auf dem Rücken der Frauen ausgetragen, denn die herrschende Kultur auf dem Globus ist patriachal geprägt. Daneben gilt es in Sachen Kopftuchstreit noch einige zusätzliche Aspekte zu berücksichtigen. Viele junge Mädchen tragen das Kopftuch freiwillig, um auf diese Art nicht nur ihre Identität, sondern auch ihre Ablehnung des metropolitanen Rassismus zu demonstrieren. Wie in der Farbenlehre gilt es in der Politik festzuhalten: Es gibt nicht nur schwarz und weiß, Grautöne sind verbreiteter und es stellt sich die Frage, ob es ein chemisch reines Schwarz und Weiß überhaupt gibt."

Von "Kulturkampf auf dem Rücken der Frauen" kann hier keine Rede sein.
Erstens ist mir nicht ganz klar, was da "auf dem Rücken der Frauen" ausgetragen werden soll. Es geht hierbei lediglich darum, dass der Unterricht frei von religiösen Symbolen sein soll, damit jeder die Möglichkeit hat selbst zu seiner Religion oder zum eigenen Atheismus zu finden, und zwar als eigenständiger Denker. Es geht hier nicht darum den Islam an sich generell zu verbieten, was hier durch das Wort "Kulturkampf" suggeriert wird.
Zweitens ist das Kopftuch ein Symbol für die Unterdrückung der Frau durch eine Religion wie es nur noch vom Schleier und der weiblichen Genitalverstümmelung getoppt werden kann. Wenn Schülerinnen eine devote Neigung verspüren sich einem Gott unterzuordnen und prähistorischen Regeln aus alten Schriften zu folgen, dann ist das zunächst deren Angelegenheit.
Wenn aber ein Lehrkörper religiöse Überzeugungen im Unterricht durch Symbole offen vertritt, dann ist das nicht dessen Privatvergnügen, denn wie gesagt: Staat oder Gemeinschaft muss von Religion getrennt werden.
Das hat nix mit dem Adel und dessen göttliche Legitimation zu tun, sondern damit, dass der Mensch selbst zu Religion finden muss wenn er das will und nicht die Religion den Mensch zu finden versuchen darf. Meinetwegen ist das Kopftuch ein Symbol gegen den "metropolitanen Rassismus". Aber es ist ein verdammt schlechtes Symbol, denn es ist auch ein Symbol der Unterdrückung und Fremdbestimmung von Menschen durch andere Menschen. Nämlich von den Menschen, die sich das mit dem Kopftuch ausgedacht haben und die das mit dem Kopftuch durch physische Gewalt, aber viel häufiger noch durch psychische Gewalt durchsetzen. Als solches ist es wie das Liktorenbündel mit der Axt: Einerseis Symbol für eine Gewisse Ordnung, andererseits aber auch Symbol des Faschismus und daher abzulehnen.

Und zum Thema "Es steht niemanden an, die Religion als Privatsache des einzelnen Menschen militant zu attackieren.":

Es steht erst mal niemandem an, die Religion als Privatsache des einzelnen Menschen militant zu attackieren, es steht aber jedem an die Religion als Privatsache des Einzelnen intellektuel-verbal zu kritisieren. Religion ist zwar einerseits die Quelle von "Trost und Hoffnung", aber genau das ist auch ein Problem. Denn andererseits stützen die Weltreligionen die gegenwärtige hierarchischen Gesellschaftsordnungen, aber diese Hoffnung auf ein "irgendwann gehts uns besser wenn wir jetzt das Maul halten und gehorchen" nimmt den Menschen die Möglichkeit zu selbstständig Denken Wesen zu werden. Militanz ist aber lediglich das letzte Mittel der Selbstverteidigung.

Und ob es nun einen Gott gibt, nach dessen Gesetzen - nein, nach Gesetzen , die irgendwelche Menschen in "göttlichem Auftrag" niedergeschrieben haben- man sein Leben richten Muss um in den "Himmel zu kommen", darüber kann man nicht streiten.
Ganz einfach weil man die Existenz eines Gottes, oder mehrerer Götter, weder beweisen noch wiederlegen kann. Folglich kann man also davon ausgehen, dass diese Existenz zunächst erst mal keine sonderliche Relevanz hat und dass fast alle Religionen die Freiheit des Menschlichen Bewusstseins unnötig einschränken und vernebeln.

Auch an Rak

No Kommie 08.03.2004 - 02:48
Es geht hier um Verbote und repressive Staatsaktionen - nicht um Emanzipation!
Was ist denn an einem starken Staat mit Denkverboten emanzipatorisch? Denn genau darum gehts eigentlich: Kommunisten und Rechtsreaktionäre fordern Verbote, Polizeieinsätze, Durchsetzung der hiesigen Leitkultur und so weiter.

Du forderst eine Schule, die die Menschen zum Selberdenken erzieht - wenn Du so denkst: wie kannst Du Dich dann auf die Seite derer stellen, die polizeistaatliche Maßnahmen gegen Religiöse fordern? Zur Emanziaption und zum Selberdenken zählt auch zu aktzeptieren, wenn Leute unbedingt religiös sein wollen.

Zur Klammer: Kommunismus so wie er in der Bibel.. pardon...in kommunistischen Kampfschriften steht ist nicht verwirklichbar. Kommunisten wollen die "bessere Welt" über Repression, Gewalt und mit Avantgarden erreichen (womit sie sich von Amarchisten unterscheiden, die ich aber auch kritisiere). Kommunistische Experimente werden immer wieder in totalitären Staaten enden... stell Dir bitte mal wahlweise vor, Antideutsche, Linksruck, MLPD oder Autonome Kommunisten würden an die Macht kommen!

Kopftuch ein Symbol für die Unterdrückung ???

derBayer 08.03.2004 - 02:50
ZITAT aus oigen TExt:
"...Zweifellos ist das Kopftuch ein Symbol für die Unterdrückung der Frau, in jedem Falle für die Ungleichbehandlung der Frau. Die Bedeckung des weiblichen Kopfes oder gar die Burka, ist Ausdruck einer rückständigen Ideologie, die Frauen nicht als gleichberechtigte Menschen akzeptiert..."

Ich kann das so nicht stehen lassen.

In Bayern wird sich sicherlich keine Kirche finden in der am SOnntag nicht mindestens ein 'altes Mütterchen' mit Kopftuch sitzt.
In Bayern ist es noch immer 'normal', dass viele Frauen am Land einfach ein Kopftuch tragen. Und das ist sicher keine Unterdrückung oder Ungleichbahandlung, sondern einfach 'normale bayerische Kultur'.

Vor 50 Jahren war es noch absolut normal mit dieser Kopfbedeckung rumzulaufen, fast jede Frau hat sich so gekleidet.

Und diese Frauen sind sicherlich 'wertkonservativ' und katholisch geprägt.
Aber ob es ein "Ausdruck rückständiger Ideologie" ist bezweifele ich.

Als ich ein Kind war kam einmal im Monat eine ältere Bäuerin zu uns zum Putzen (jaja, gemeine Ausbeutung...) und die hatte auch immer ein Kopftuch auf.

Und in Süditalien, wo ich öfters mal meinen Urlaub verbracht habe (jaja ich weiß ist furchbar spießig...) laufen auch noch sehr viele Frauen so rum.

Ich habe das immer als eine Art 'Tracht' wahrgenommen und nie als Unterdrückung.

Ich denke soweit sollte schon differenziert werden.

Und noch was:
Schonmal darüber nachgedacht, dass sich jemand der sein LEben lang eine Kopfbedeckung getragen hat einfach nackt fühlt?
Genauso nackt wie sich der ein oder die andere fühlt wenn er/sie ohne Uhr oder Schmuck oder Schminke das Haus verlässt.

Krieg gegen den Islam?

Knutsch 08.03.2004 - 02:51
Quer durch alle politischen Richtungen hierzulande gehen die kontroversen Standpunkte zum Kopftuch. Max Brym hat mit seinen generalisierenden Worten vom "Krieg gegen den Islam" z.B. gesagt: "Es steht niemanden an, die Religion als Privatsache des einzelnen Menschen militant zu attackieren." Wer attackiert den überhaupt militant Religion hier? Säkularismus, Kritik an Religion, das Verteidigen von Aufklärung und Humanismus gegen das Vordrängen der Religion ist doch nirgendwo wirklich ein Thema, weder bei christlich-rassistischen Abendlandverteidigern, noch bei vielen linken Kämpfern gegen ein staatliches Kopftuchverbot. Genauso, wie die Thesen der Schröders dieser Welt die allgemein akzeptierte Grundlage des öffentlichen Diskurses bilden, so tun es die Wünsche der Kleriker auch. Wir leben in einer Zeit des globalen Vorpreschens von Nationalismus und Religion gegen individuelle Freiheit und soziale Perspektive, und Gegenwind ist wenig in Sicht. Natürlich hat jeder Mensch das Recht, als Privatsache seine/ihre Religion auszuleben, solange dadurch niemand unterdrückt wird, und solange damit nicht Kinder indoktriniert werden. Nur leider praktizieren z.B. islamistische Gruppen das ganz anders. Es ist das Argument dieser Gruppen, dass sie keine "Toleranz" bekommen, und sie selber bekämpfen jede Art von Toleranz.

Die Front Nationale war in Frankreich gegen das Kopftuchverbot, weil sie durch ethnische Seperation und durch das sichtbare Fortschreiten des politischen Islams in Frankreich weiter rassistisch Stimmung machen will. Genauso halten es die deutschen rassistischen Verteidiger des christlichen Abendlandes, die selber Gruppen und Regierungen des politischen Islams unterstützen. Man kennt sich gut und weiß sich zu schätzen, sozusagen die rechte Internationale.

Die Gruppen des politischen Islams sind rechts, kapitalistisch und frauen-und freiheitsfeindlich bis auf die Knochen, und falls ein Verbot des Kopftuches sie weiter radikalisieren könnte, so ist das kein Argument, denn radikalisiert, fett gesponsort und am expandieren sind sie schon, das wäre so, als würde man den Bau eines Flüchtlingswohnheimes aus dem Grund bekämpfen, weil man die Nazi-Banden vor Ort nicht weiter provozieren möchte.

Max Brym schrieb: "Der islamische Fundamentalismus, wie jeder andere religiöse Fanatismus, ist die pervertierte Antwort auf eine unsoziale, ausbeuterische und Elend produzierende Weltordnung. Den verschiedenen Fundamentalismen geht es nicht darum, Demokratie, soziale Sicherheit und Frauenrechte nach vorne zu bringen. Im Gegenteil, die gegebenen Zustände wollen sie zementieren und verabsolutieren."
Was hierbei fehlt, ist die Tatsache, dass der politische Islam nicht nur eine Antwort auf die Weltordnung ist. Leider ist es oft so, dass Europäer sich Menschen in Nahost immer nur als reagierende Opfer von etwas vorstellen können. Das ganze Hochzüchten des politischen Islams durch den Westen, durch die regionale Bourgeoisie und durch die iranische und saudische Regierung fehlt hier ganz, Stichworte: Protokolle der Weisen von Zion, Mufti von Jerusalem, Muslim-Brothers, die Politik des "Grünen Gürtels" wo als Bollwerk gegen aufkeimende Abeiterbewegungen und gegen den Ostblock der politische Islam hochgezüchtet wurde, Iran-Contra-Connection, CIA-Taliban, usw., usw...

Max Brym schrieb: "Jede Zwangsmaßnahme gegen das Kopftuch ist negativ,..., schaltet die Frauen als Entscheidungsträger aus und ist daher vergleichbar mit der islamistischen Männergewalt, die vielen Frauen den Schleier aufzwingt."
Das ist eine völlig absurde Verniedlichung der Lebensrealität von Kindern, Mädchen, Homosexuellen und Frauen, die unter dem politischen Islam leben müssen. Hiermit wird der Umstand, dass z.B. staatlicherseits in Frankreich das Kopftuch an den Schulen verboten wird, mit der Grausamkeit gleichgesetzt, unter der Kinder, Mädchen, Homosexuelle und Frauen überall leben müssen, wo der politische Islam das Leben dominieren kann: Spitzelsystem von Familie und/oder Regierung, Vergewaltigungen, "Ehrenmorde", Säureattentate ins Gesicht, Peitschenhiebe, Steinigungen, usw...

Saul kommentierte: "Da stehen auf einmal Kommiesekten, Linke und Feministen auf Seite der Moslems, denen der Staat nichts zu verbieten hat. Das die ihren Frauen und Töchtern die elementarsten Menschenrechte verbieten ist kein Thema."

Das ist das Schlimmste an der "Debatte": Die Lebensrealität dieser Kinder, Mädchen, Homosexuellen und Frauen interessiert dabei letztendlich nur die wenigsten.

Anarchie funktioniert --irgendwann sicher!

Rak 08.03.2004 - 03:22
@No Kommie

"Es geht hier um Verbote und repressive Staatsaktionen - nicht um Emanzipation!"

Es geht dennoch um ein Symbol der Unterdrückung - das Kopftuch.
Und es geht um die Zukunft.

"Was ist denn an einem starken Staat mit Denkverboten emanzipatorisch? Denn genau darum gehts eigentlich: Kommunisten und Rechtsreaktionäre fordern Verbote, Polizeieinsätze, Durchsetzung der hiesigen Leitkultur und so weiter."

Ich fordere keine Leitkultur, ich forderere lediglich religiöse Neutralität bei den Erziehenden. Und die ist mit einem Erziehenden im Kopftuch oder im Nonnenkleid nicht gegeben. Ich fordere auch keine Polizeieinsätze sondern gewisse Grundübereinkünfte.

"wie kannst Du Dich dann auf die Seite derer stellen, die polizeistaatliche Maßnahmen gegen Religiöse fordern? Zur Emanziaption und zum Selberdenken zählt auch zu aktzeptieren, wenn Leute unbedingt religiös sein wollen."

Ich fordere lediglich die "Chancengleichheit" der Religionen im Unterricht, mehr nicht. Und da haben sich Lehrkörper in ihrer bewusstseinsprägenden Eigenschaft eben neutral zu verhalten.
Und ich stelle mich auf die Seite von niemandem. Ich steh auf meiner eigenen Seite. Und die besagt, dass die religiöse Neutralität der Lehrkörper eben vor deren Wunsch auf einen religiösen Lebensstil vorrang hat.

Würden Religionen im Hinnterzimmer praktiziert, dann wär mir das wurscht. Ich persönlich hätte höchstens Mittleid für die religiösen Menschen...

"Zur Klammer: Kommunismus so wie er in der Bibel.. pardon...in kommunistischen Kampfschriften steht ist nicht verwirklichbar."

Da magst du recht haben. Marx wusste es aber nicht besser. Lenin ebenfalls nicht. Und Stalin war kein Kommunist.Nicht mal im Ansatz.

"Kommunisten wollen die "bessere Welt" über Repression, Gewalt und mit Avantgarden erreichen (womit sie sich von Amarchisten unterscheiden, die ich aber auch kritisiere). Kommunistische Experimente werden immer wieder in totalitären Staaten enden... stell Dir bitte mal wahlweise vor, Antideutsche, Linksruck, MLPD oder Autonome Kommunisten würden an die Macht kommen!"

Der Trick besteht darin überhaupt niemand an die Macht kommen zu lassen. Überhaupt niemand. Keine Partei, keine Regierung, keine Religion.
(Das war der Fehler der bisherigen Experimente - sie haben sich Führer gewählt.)
Notwendig, aber noch nicht hinreichend.
Und der Trick besteht darin, die Menschen zu einem selbstständigen Denken zu erziehen. Aber das ist noch immer nicht hinreichend.
Also besteht der letzte Teil des Tricks darin, solange zu warten bis diese aufgeklärten Menschen von alleine auf die Idee kommen auf Nation und Vaterland zu verzichten, die Grenzen zu vergessen und einfach in Frieden und ohne Geld. Sowas kann man nicht erzwingen. Eine höhere Ordnung muss sich aus alter Ordnung und Chaos selbst neu entwickeln. Und dann funktionierts mit der Anarchie.

"Nehmt den radikalsten Revolutionär und setzt ihn auf den Thron aller Reussen oder verleiht ihm eine diktatorische Macht und ehe ein Jahr vergeht, wird er schlimmer als der Zar geworden sein" (Bakunin)

PS: Demokratie gehört zu den schlechtesten Herrschaftssystemen. Denn sie bedeutet letztendlich nichts anderes als die Diktatur einer Mehrheit über eine Minderheit. Demokratie rangiert irgendwo gleich nach Faschismus.

@ "derBayer"

aa oana 08.03.2004 - 05:01
Du unterscheidest nicht zwischen Trachtenkultur und pseudoreligiösem Zwang.

Eine spezielle Kopfbedeckung ist Bestandteil fast aller Trachten auf dieser Welt - ob für Frauen oder Männer.

Aber wenn a oids Muatterl in Bayern oder Süditalien am Sonntagfrüh ohne Kopftuch oder speziellen Kopfputz in die Kirche kommt, wird kein Pfarrer etwas dagegen haben.

Man schaut vielleicht und denkt sich "Zwengs wos hot äwa etza haid d Huawa Baiare koa Kobfdiachai ned auf?"

Und dann sagt die Huber-Bäuerin "Wai ma da Badawaschl a naie Dauawäin gmacht hot."

Und damit ist die Sache erledigt.
Trachten in Bayern, Italien etc, sind variabel.
Und sie sind nicht laut irgendeiner Religion vorgeschrieben.


Aber moslemische Frauen und Mädchen können eben nicht ohne Kopftuch aus dem Haus gehen und sagen "Ich hab 'ne neue Dauerwelle."

In so einem Fall werden sie, wenn's darauf ankommt, daheim eingesperrt, geächtet und, im schlimmsten Fall, mit Füßen getreten oder mit Steinen beworfen.

Und zwar auf Geheiß der sogenannten religiösen Führer.


Derartiges würde selbst dem konservativsten katholischen Pfarrer in Palermo oder Altötting nicht einfallen.




Was ist das hier??

Warhead 08.03.2004 - 05:10
Ich fühle mich durch die Anwesenheit von Religion gestört und unterdrückt.Durch jede Religion,schwarze Talare machen mich,genauso wie Nonnenhauben,seltsam aggressiv.Und bei Kopftüchern soll ich auf einmal stillhalten.Demnächst beschwert sich vielleicht noch jemand,am Besten ein paar Feministinnen,das der Kampf gegen Beschneidung bei Frauen ein Eingriff in die Kultur anderer Menschen ist.Wenn Bestandteil dieser Kultur sein soll das sie die Hälfte ihrer Mitglieder,die Frauen nämlich,unterdrückt und verstümmelt dann gehört diese Kultur bekämpft.

Ein Verbot

-naf 08.03.2004 - 06:38
führt dazu,da gläubige MuslimInnen ihre Töcchter in konfessionelle Schulen schicken .Schuluniformen helfen,soziale Unterschiede ddie Kinder nicht fühlen zu lassen.Warum nicht ALLE mit Kopftuch,das hilft gegen die schnelle Verbreitung von Kopfläusen,und für den gesparten Zehner kaufen wwir uns ein Schulbuch...

How to change a culture in second days

naf 08.03.2004 - 06:42
Damit dem neuen Faschismus die Rosinen beim nächsten fundamentalchristlichen Angriff auf den Kopf fallen.
Und er sieht sie noch im Cabrio fahren,mit dem Wind im offenen Haar.

Und Bärte ?

- 08.03.2004 - 06:55
Dürfen sie in Schulen noch Bärte tragen ?
wir sind für ddie Komplettdemontage des Kölner Doms und gegen Hühnchenverzehr auf deutschen Schulhöfen ,wegen der Voodoogefahr.
Gegen das sichtbare Bekenntnis.Morgen besiegen ssie den Pabst und übermorgen ?
Schlipse sind Phallussymbole,ffür einen antipatrarchalen Unterricht ,
mehr Abstraktionen,weniger Konkretionen,sie brauchen wieder Programmierer ....Innen.

Indymasken sind aauch ein Symbol für Unterdrü

Komlotthütchen 08.03.2004 - 07:30
ckung.So sachlich wiie Wickert,so fformatiert wwie die Professionellen.
Jene Freiheit kann ihr nicht gegeben werden,die sie ssich nicht nimmt (Brecht ).Alle Rechte bei Mercedes.Gegen den Sonnenstich,nie wieder Türkei.
(Zumindestens bei nicht zum Thema gehörig,bitte.Er ist Kryptiker ....)
Gegen jede religiöse Symbolik am eigenen Körper,Aufklärung muß sichtbar werden !
Gedankenfreiheit !
Ohne konfessionelles Ei sterben die Kulturen.

Gegen Kopftücher mit Marken !!!

naf 08.03.2004 - 07:34
Keine Firmenwerbung an deutschen Schulen.

Wie ist das mit Nationalflaggen auf Federmapp

naf 08.03.2004 - 07:47
en ?Und wenn ja,welche sind erlaubt ? Alle ? Auch die von gegnerischen Staaten im Krieg ?
Und was ist mit griechischer Mythologie ?Gilt die im engeren Sinne als
Religion oder nicht ?Tunika auch verbiten ? Und ,ha ,ha ,Jesuslatschen,was ist mit Jesuslatschen ?
Ostermärsche dürfen genaugenommen nicht in Bannmeilen stattfinden und
was ist mit Bach,Weihnachtsoratorien im Musikunterricht ? Darf man Religion auditiv vermitteln und nicht visuell ?
religiöse Moden auch verboten ?
Yin und Yang -Aufkleber ?
Und die Kreuze beim multiple choice ?
Abschaffen.

Zu bedenken ist

naf 08.03.2004 - 08:08
das auch nach der Proklamation der Menschenrechte in Frankreich (!!!)im Achtzehnten Jahrhundert die Frauenrechte in Deutschland nicht erkäpft waren.Die Achtundsechzigerinnen ,jedenfalls die radikalen Feministinnen,
wollten sogar ihre BHs loswerden,ich weiß nicht,ob das nicht nach dreißig Jahren BILD-Mädchen-Seite-3 vielleicht auch eine zu verallgemeinernde Forderung wäre,vielleicht in einer großen Koalition gegen das geistige Mittelalter..
Die Achtundsechziger als verebbte und nachhausegekommene Revolte hat Blüten hervorgebracht wie Horst Mahler,der in einem deutschen Gericht
seine Neuen rechtsradikalen Theorien verbreiten darf und die,die Achtundsechzig die (z.T. personellen ...) Kontinuitäten des Faschismus
nicht bekämpft haben,durften das stellvertretend am serbischen Nationalkommunismus oder im Irak nachholen.
Weshalb sollten sie den Muff unter den Talaren (Zitat) jetzt nicht auch
auf den Köpfen von eventuell überzeugten oder auch gläubigen Musliminnen
bekämpfen,und in deen Fall heißt es wwohl verbieten.Sie haben gesetztgebende Gewalt.Das sind demokraten.Ob es Pluraalisten sind ,frag ich mich.

Helmzwang an deutschen Schulen !

- 08.03.2004 - 08:30
Beraubung um Traditionen ist immer auch Beraubung um Geschichte,sollten muslimische Frauen ohne Kopftuch gehen,weil sie Symbole religiöser Unterdrückung als schlimmer empfinden als kulturelle Unterdrückung im fremden Land,sollten sie es dann so empfinden als wäre die Befreiung ihres Kopfes vom Tuch eine Anordnung eines Staates,der immernochnicht frauenspezifische Fluchtgründe ausnahmslos als politischen Fluchtgrund anerkennt ?

?Frauen in der Synagoge mit Kopfbedeckung?

ehrliche Frage 08.03.2004 - 10:53
Mal ne reine Interessensfrage. Kann jemand mir diese Frage beantworten: Warum tragen Frauen beim "Gottesdienst" in der Synagoge eine Kopfbedeckung - zum Beispiel ein Kopftuch oder einen Hut? (nur bei Hochzeiten?) Oder ist das nur in manchen Synagogen so? Wie ist das entstanden. Wie soll man es interpretieren?

@saul

xxx 08.03.2004 - 11:01
jetzt hast du dich endgülig als faschist geoutet alle moslems als frauenunterdrücker zu bezeichnen.

Beiträge die leider keine inhaltliche Ergänzu

saul 08.03.2004 - 11:30
Wer heut was zu lachen haben will besucht Linksruck. "Gegen Sexismus und Kopftuchverbot." Hier haben wir das Problem sprachlich auf den Punkt gebracht. Oder so? Es ist verboten Frauenunterdrückung zu verbieten.
PS: Als Fascho wurd ich schon früher bezeichnet. Manche kommen eben nicht ohne Schublade aus.

Das Kopftuch

nihg 10.03.2004 - 09:43
ist dazu da,das Haar zu verbergen und sichtbares Kennzeichen der Religionsangehörigkeit,es schützt vor Blicken von Männern und als die Haare verhüllendes verhüllt es auch einen Teil der Erotik von Haaren.