bilder von frauenlesbentransg.-demo in berlin

e. goldman 07.03.2004 22:30 Themen: Gender
bilder von der frauen/lesben/transgender demo zum abschiebeknast grünau in berlin.
bilder von der frauen/lesben/transgender demo zum abschiebeknast grünau.
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Ergänzungen

nur text ist langweilig

... 08.03.2004 - 05:18
nur bilder aber auch.

das naechste mal könntet ihr doch auch ne kurze hintergrund story mit dazuschreiben.

ciao.

Das ist so wunder-wunder- wunder

Noel 08.03.2004 - 05:57
schön !
Es muß nur noch vermittelt werden,warum es mit Männern nicht mehr immer geht.Und die Gitter weg.Abschiebeknäste zu Sternenstaub !Hinter Gittern kann man nicht wohnen.

verlinkt wär cooler

aber so gehts auch 08.03.2004 - 10:24
Am Samstag, den 6. März fand anläßlich des Internationalen Frauentages am 8. März in Berlin eine FrauenLesbenTransgender-Demonstration "Gegen Rassismus, Sexismus und Arbeit" mit anschließender Kundgebung vor dem Abschiebeknast in Grünau statt.
Trotz echt miesem Wetter, es schneite eigentlich die ganze Zeit, kamen circa 150 Frauen um 16.30 Uhr zum S-Bahnhof Köpenick und nach dem auch der Lauti eingetroffen war, ging es endlich los. Die Demo war laut und bunt und informierte die Menschen in Köpenick mal wieder über den staatlichen Rassismus, der ganz in ihrer Nähe seine Manifestation in dem Knast gefunden hat. Unter zahlreichen Redebeiträgen in verschiedenen Sprachen und den gängigen Parolen, inklusive einiger Innovationen ging es in Richtung Knast, wo die Demo gegen 18 Uhr ankam und dort von den unfreiwilligen InsassInnen von den Fenstern aus begrüßt wurde. Thematisch ging es um die Frage von Arbeit, den unterschiedlichen Konkurrenzverhältnissen von Frauen untereinander und deren Produzierung und Instrumentalisierung für kapitalistische Interessen, die besondere Situation von migrantischen Frauen im Bezug auf Arbeitsverhältnisse und der Funktionalität von Rassimus und Sexismus.
Es waren weit mehr Bullen da als letztes Jahr, die das dicke Tor zum Knast sorgsam bewachten und auch die Grünauer Straße in Richtung S-Bahnhof Grünau absperrten, wobei die Frage ungeklärt bleiben muss, warum zur Hölle wir da hätten langgehen wollen, aber das weiß wohl nur der Einsatzleiter allein und wichtig war ihnen wahrscheinlich zu zeigen, wer hier der HERR der Staße ist. Macht aber nix, so hatten sie wenigstens auch was vom Schneetreiben. Die üblichen Diskussionen über die Ausrichtung der Lautsprecher folgten, und auch wenn wir wissen, dass die Leute im Knast KEIN Problem mit der ?Beschallung des Gebäudes? hatten, so sahen die Bullen das anders. Macht aber auch nix, wir waren trotzdem laut genug!
Vorm Knast gab es Grußbotschaften an die InsassInnen, die weiter aus dem Fenster winkten, viel Musik und ein Transpi wurde steigen gelassen, dass leider nicht den Weg über die Mauer nahm, aber seien wir ehrlich, niemand würde wohl freiwillig da rein wollen, scheinbar nicht mal Luftballons! Die Menschen im Knast reagierten, indem sie brennendes Papier durch die Gitterstäbe warfen, was bei den WächterInnen wohl zur großen Sorge um ihre Betonmauern führte und sie zwangen die Inhaftierten, den Raum von dem aus der Parkplatz am besten zu sehen ist, zu verlassen. Später war es ihnen aber möglich, auf der anderen Seite an die Fenster zu gelangen und so konnte der Blickkontakt weiter bestehen.
Gegen 18.30 Uhr gab es eine Ablösung der SchließerInnen, die mit scheinbar desinteressierter Miene an der Veranstaltung vorbeieilten, aber klar, Kritik an der eigenen Arbeit, die mindestens rassistisch in ihren Auswirkungen ist, wollten sie scheinbar weder hören noch sehen. Als Information ist die Uhrzeit aber vielleicht andererweitig verwertbar, im Abschiebeknast zu arbeiten ist schon eine deutliche Art und Weise, vom staatlichen Rassismus zu profitieren.
Food for Action sorgte später für warmen Tee und Essen, was mittlerweile auch alle dringend nötig hatten und auf die geplante Vorführung des KanalB-Films mit Clips aus Fürth wurde auf Grund des miesen Wetters nach eindeutigem ?Stimmungsbild? dann doch lieber verzichtet. Als krönenden Abschluß gab es aber eine grandiose Feuershow, bei der sogar die Bullen aus ihren Wannen kamen, nach dem sie vorher verzweifelt einen Grund gesucht hatten, diese zu verbieten. Wir hoffen, dass die Leute im Knast sie genauso gut, hoffentlich noch besser sehen konnten und versprachen, wieder zu kommen, so lange, bis der Knast nicht mehr steht und die Menschen leben können, wo sie wollen und wie sie wollen!
Insgesamt war es eine gute Veranstaltung und nach letztem Jahr schon die Zweite im Bezug auf den 8. März, die erfolgreich war um die Isolation der Menschen hintern den Gittern zumindest kurzfristig zu durchbrechen.
Erfreulicher Nebenaspekt war, dass die Männer, die auf Grund der Fehlinformation des Stressfaktors in Papierform ?nochmal an die Adresse: das war echt scheiße!- in Köpenick auftauchten, wesentlich reflektierter waren als andere, Geschlechterverhältnisse und Machtverhältnisse gedanklich zusammenbringen konnten und kapierten, dass das eine FrauenLesbenTransgenderveranstaltung war und ohne überflüssige Diskussionen solidarisch wieder gefahren sind. Die, die es nicht geschnallt haben oder immer noch nicht kapieren, zeigen aber deutlich, wie wichtig diese Veranstaltung war und selbstbestimmte Freiräume bleiben!
Feuer und Flamme dem Patriarchat ? Kampf dem Sexismus im Alltag und im Staat!

Heute abend FrauenLesbenTransgender Party im Fischladen, Rigaererstr.83
SOLI GEGEN ARBEIT UND PATRIARCHAT, mit Cocktails, Tombola und female-music AB 21 UHR!

Samstag, 13.3. 14 Uhr Demo gegen den Abschiebeknast und die NPD-Zentrale

Frauen

Emeline Punkhorst 08.03.2004 - 10:39
Wer mal einen kurzen Überblick über die wohl einzige Dynastie die der Feminismus hervorgebracht hat haben will, sollte sich auf unserer Bandseite mal den Lebenslauf von Emeline Punkhorst un ihrem Umfeld anschauen:

 http://www.nadir.org/nadir/initiativ/sz/bksus/suffrakete/geschichte.html

Unser Bandname ("Suffrakete Punkhorst") ist eine besoffene Anlehnung an diese Frau.

Musik könnt ihr natürlich auch herunterladen...

Betroffenheit, Hurra!

Trümmermann 08.03.2004 - 20:43
Was ist denn das bitte? Männer, die sich an der Demo beteiligen wollen, nach Hause zu schicken? Wann war die Schreiberin denn das letzte Mal auf einer antirassistischen Demo oder eine sog. revolutionären Demo, die sich für die Übernahme der Produktionsmittel durch die Arbeiterklasse einsetzt? Mal davon ausgehend, dass das Gros der an dieser Demo Teilnehmenden weder nicht-deutscher Herkunft, noch Arbeiterinnen sind, hätten die da dann ja auch nichts verloren gehabt. Was soll denn so ein identitärer Betroffenheitsquark?

Keine Männer in tatsächlichen Refugien (Frauencafes, -häuser, etc.) für Frauen mag in dieser Gesellschaft ja leider immer noch bitter nötig sein, aber hierbei ging es doch nicht darum, sondern um öffentliche politische Kritik und - wenn man bedenkt, dass die Demo zum und gegen den Abschiebeknast ging - sogar noch nicht mal um eine spezifisch feministische. Oder habt ihr Euch nur mit FrauenLesbenTrans, die in Abschiebehaft sitzen, solidarisiert?

Was also daran kritikabel, oder nicht sogar durchweg begrüßenswert sein soll, dass es immerhin manche Männer gibt, die trotz ihrer gesellschaftlich priviligierten Position eine Kritik am Geschlechterverhältnis haben, ist mir aber auch vollkommen schleierhaft. Und davon, dass eine derart identitäre Bezugnahme auf die Kategorie Frau (Lesbe/TranssexuelleR) und die Auffassung, das herrschende Geschlechterverhältnis schriebe nur Frauen als soziales Geschlecht fest und Männer nicht, die Verhältnisse eher affirmiert als kritisiert, will ich gar nicht erst anfangen.

@Trümmermann

Lotta Continua 09.03.2004 - 20:50
Leider ist es immer noch notwendig, FrauenLesbenTransgender-Veranstaltungen zu organisieren, weil es immer noch Leute wie Dich gibt. Du solltest wirklich mal überlegen, warum Du Dich so auf den Schwanz getreten fühlst! Tatsache zum Beispiel ist, dass in der BRD aktuell immer noch nicht geschlechtspezifische Verfolgung als Asylgrund anerkannt ist. Frauen, die sich politisch engagieren tun dies oft in von Männern differenten Formen, die wiederrum als nicht relevant abgetan werden. Dies bedeutet, dass Asylanträge von Frauen auch wenn sie politisch begründet sind, häufiger abgelehnt werden, als die von Männern. Alleine hier halte ich es schon für mehr als begründet, als politische FrauenLesbenTransgender-Aktion zu erscheinen. Es gibt nämlich immer noch solche Politik und engagierte Frauen, die auf gemischten Demos immer mehr oder weniger in den Hintergrund gedrängt werden. Faszinierend daran ist auch, dass ca. 150 Frauen gekommen sind, während auf einigen anderen Grünau-Demos, die gemischt geschlechtlich waren nur um die 100 Leute waren. Daraus ergeben sich m. E. zwei Fragen: a) Warum fühlen sich mehr Frauen von FrauenLesbenTrans-Aktionen angesprochen? und b) Wo waren da die Männer, die es jetzt so entsetzlich finden, dass sie diesmal nicht kommen durften? Die Zusammensetzung FrauenLesbenTrans ergibt sich aus der Entwicklung der Frauenbewegung und falls es Dich interessiert, empfehle ich Dir Queer-Theory von Annemarie Jagose. Ein weiterer bemerkenswerter Punkt ist, dass 80% der Flüchtlinge aus relativ ärmeren Ländern Frauen sind. Die Frauen allerdings, die letztlich hier landen stehen den 80% männlichen Flüchtlingen gegenüber. Komisch, komisch, naja, wahrscheinlich können Frauen genetisch bedingt schlechter schwimmen, haha.
Natürlich richtete sich unsere Solidarität auch an die Männer im Knast, aber dieses eine Mal eben hauptsächlich an die Frauen! Wenn es Dir so wichtig ist, Dich antipatriarchal zu engagieren, dann such Dir doch Leute mit denen Du 'ne gemischt geschlechtliche Anti-Pat-Gruppe gründen kannst. Falls es Dir nur wichtig ist, gegen den Knast zu demonstrieren, kannst Du das nächsten Samstag (14.3.) machen, 14:00 Uhr, wieder S Köpenick. Geht sogar auch noch gegen die NPD-Zentrale. Falls Dir nur wichtig ist, zur Abwechslung mal durchscheinen zu lassen, dass Typen nicht mit Frauenorganisation klar kommen: Verpiss Dich!

@ Lotta

Trümmer 10.03.2004 - 16:40
Nichts, aber auch gar nichts an den Verhältnissen, die Du beschreibst, habe ich bestritten. Nichts aber auch nichts an den Verhältnissen, die Du beschreibst, legt in irgendeiner Form nahe, dass mensch gegen diese nur dann theoretisch und/oder praktisch vorgehen könnte/sollte, wenn er/sie von ihnen direkt betroffen ist. Das ist Identitätspolitik, nichts weiter. Konkret: Dein Einwand, dass meist nur wenige Männer zu gemischten Demos gegen das Geschlechterverhältnis erscheinen (was sicher stimmt), legitimiert natürlich im Rückschluss keineswegs, diejenigen Männer, die erscheinen, nur aufgrund der Tatsache, dass sie (möglicherweise heterosexuelle) Männer sind, von der Demo auszuschließen.

Auf meine Frage, was Du oder ich dann auf einer AntiRa Demo zu suchen hätten, wo wir (unterstell ich jetzt einfach bei dir mal, sonst beziehs halt nur auf mich) in Deutschland doch nicht direkt von Rassismus betroffen sind, hast Du im Übrigen nicht geantwortet. Natürlich gehen wir in der Regel aber trotzdem hin, weil wir eine Kritik am Rassimus haben, obgleich wir hierzulande nicht nicht Opfer desselben sind. Wenn wir das nicht täten bzw. uns das verwehrt würde, nur weil wir in Deutschland geboren und weiß in Gesicht sind, wäre das eine Affirmation des Rassismus bzw. rassistisch in sich. Nichts anderes gilt im Fall Eurer Demo. Deshalb fühle ich mich auch nicht "auf den Schwanz getreten" (was für eine schöne Metapher) durch Eure Entscheidung, da sie mir sicher erstmal persönlich kein Leid zufügt. Ich kritisiere sie vielmehr als die verkannte Affirmation der Verhältnisse, der kritisch eingefärbte Sexismus, die sie ist.

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