Kampfzone Computer
Die Freiheit von Millionen von Computer-Usern weltweit ist so ernsthaft bedroht wie nie zuvor. Kleinste Copyright-Verstöße werden kriminalisiert, Internet-Filterung, Datenspeicherung, DRM und "Trusted Computing" breiten sich aus. Was tun?
Wer einmal das Archiv von Indy nach "TCPA" durchsucht, wird dort die nötigen Ansätze finden, wie das Netz geplättet wird - es gab auch gerade auf Telepolis eine Serie über das "Ende des Internet" -
http://www.heise.de/tp/deutsch/special/ende/default.html -, wie es mit TC herbeigeführt werden könnte und vielleicht wird. In einer TC-Umgebung erhält alles fälschungssichere digitale Zertifikate - jede einzelne Datei, jeder Computer, jeder User, jeder Server. Soweit ist das nicht wirklich neu. Das Neue ist, daß diese Zertifikate der Kontrolle des Users entzogen sind, aber von der Obrigkeit (Staaten und Konzerne) kontrolliert werden können.
Wenn ich irgendeine Datei auf meinem "eigenen" TC-Rechner erstelle, wird automatisch ein Zertifikat dafür angefertigt, und wenn ich die Datei im Netz veröffentliche, kommt das Zertifikat mit. Nun ist das eine tolle Sache für alle Geldsäcke, die ihre Knete damit aus den Leuten quetschen, daß sie ihnen Daten verkaufen, seien das nun Musik, Filme oder Programme, denn diese werden so verschlüsselt sein, daß zu ihrer Entschlüsselung noch ein weiteres Zertifikat erforderlich ist, welches aber für jeden Rechner anders ist, da es vom maschineneigenen fest eingebauten Zertifikat abhängt. Die Firma braucht sich um p2p-Netze und Raubkopierer keine Gedanken mehr zu machen, sie kann die Weiterverbreitung sogar fördern, schließlich spart man so Geld, und der Anwender muß immer noch eine für seine Maschine gültige Lizenz kaufen, wenn das Teil laufen soll.
Es kommt aber noch toller: Die Zertifikate werden von einer zentralen Netz-Behörde vergeben, und bei einer laufenden Internetverbindung werden alle paar Stunden die neuesten "verbotenen" Zertifikate angefordert - jedes Zertifikat kann jederzeit gelöscht werden, wodurch es beispielsweise möglich wird, zu verhindern, daß Windows Longhorn auch noch im Jahre 2011 verwendet werden kann - das entsprechende Zertifikat wird gelöscht, die User werden zum Upgrade gezwungen (und damit wahrscheinlich auch zum Kauf neuer Hardware).
Und jetzt kommt es knüppeldick: Ein Dokument, das ich zuhause auf "meiner" Maschine erstellt habe und auf meinem eigenen Server im Internet veröffentlicht, das sich Millionen von Usern weltweit auf ihre Platten kopiert haben, kann wegen irgendwelcher wie auch immer gearteter "Verstöße" verUNöffentlicht werden! Dazu genügt es, das Zertifikat als "gelöscht" zu markieren, und kein TC-Rechner weltweit wird jemals wieder in der Lage sein, die Datei zu öffnen.
Gleichzeitig werden in der gesamten "freien Welt" die Gesetze, welche das Internet "regulieren" und "Urheberrechte schützen" sollen, immer weiter verschärft, das Recht auf Privatkopien faktisch abgeschafft, während auf der anderen Seite technische Grundlagen geschaffen werden, um allein den Versuch für Nicht-Hacker nahezu unmöglich zu machen. Ganz nebenbei soll auch schon der Versuch strafbar werden bzw. ist es in bestimmten Fällen bereits. Auch hier hilft der Heise-Verlag weiter, mit seinem IT-Newsticker, wo immer die neuesten Nachrichten zum Thema zu finden sind, wie beispielsweise die neuesten Vorstöße der EU zur Kriminalisierung von Privatkopierern:
http://www.heise.de/newsticker/data/anw-27.01.04-003/
Was kann man tun?
Zunächst einmal nicht viel. Die neuesten Laptops von IBM haben die Trusted-Computing-Hardware seit längerer Zeit bereits an Bord, die neuen Intel Pentium 4E Prozessoren sollen angeblich das TC-Modul (TPM) bereits integriert haben, die neueste Version des Adobe-eigenen Dokumentenformats PDF hat bereits umfangreiche DRM-Funktionen (angeblich "Digital Rights Management", aber wohl eher Digital Restrictions Management) integriert, der Windows Media Player kommt bereits seit Version 7 mit hauseigenen DRM-Funktionen, Windows XP hat den Rotz auch schon eingebaut, und spätestens mit Windows Longhorn und der nächsten Generation von Aldi-Computern haben ausreichend viele Deppen komplett abgesicherte Trusted-Computing-Systeme mit passendem Betriebssystem zuhause.
Da man im TC-Käfig, wenn man auch sonst nicht mehr viel machen kann, was die Datendompteure nicht erlauben, ziemlich sicher vor Viren, Würmern, Crackern und Skript-Kiddies ist, werden viele Leute den Scheiß sicher auch gerne kaufen, denn die negativen TC-Features werden in den nächsten Jahren erst ganz langsam in Benutzung gelangen - wirft man den Frosch in heißes Wasser, springt er heraus, setzt man ihn in kaltes und stellt es dann auf den Herd, läßt er sich kochen. Es wird langsam immer mehr Internet-Angebote geben, die sich nur mit aktivierten TC-Komponenten nutzen lassen, es wird immer mehr Internet-Zugangsanbieter geben, die "sichere" TC-Zugänge anbieten, und irgendwann wird es Pflicht sein, und TC-freie Systeme werden für Privatpersonen illegal.
Ich sehe keine guten Chancen für Aufklärung - der PC ist zu sehr Allerweltsprodukt geworden, den man sich schneller mal kauft als ein neues Auto, von dessen Technik die meisten Leute aber noch viel weniger Ahnung haben, so daß man den meisten Usern die Gefahr gar nicht mal erklären kann. Wenn sich alles so entwickelt, wie ich befürchte, sehe ich einen Krieg zwischen dem freien Netz und dem "gesicherten" Netz heraufdämmern, einen Guerilla-Krieg, der irgendwann auch aus dem Netz in die reale Welt überschwappen könnte.
Haltet eure Hardware lauffähig, solange es geht, und macht euch schlau. Klärt andere Leute auf, so gut es geht. Die Zeit ist knapp.
Wappnet euch gegen die Datensammelwut der Behörden und Konzerne, verschlüsselt, was sich verschlüsseln läßt, aber ohne TC, und sammelt eurerseits Daten, soviel ihr könnt - und speichert sie möglichst in freien Formaten, wie ASCII (*.txt), HTML, XML, PostScript, Ogg Vorbis, Ogg Theora, PNG oder ähnlichen - und tauscht eure Daten aus, tauscht tauscht tauscht!
http://www.heise.de/tp/deutsch/special/ende/default.html -, wie es mit TC herbeigeführt werden könnte und vielleicht wird. In einer TC-Umgebung erhält alles fälschungssichere digitale Zertifikate - jede einzelne Datei, jeder Computer, jeder User, jeder Server. Soweit ist das nicht wirklich neu. Das Neue ist, daß diese Zertifikate der Kontrolle des Users entzogen sind, aber von der Obrigkeit (Staaten und Konzerne) kontrolliert werden können. Wenn ich irgendeine Datei auf meinem "eigenen" TC-Rechner erstelle, wird automatisch ein Zertifikat dafür angefertigt, und wenn ich die Datei im Netz veröffentliche, kommt das Zertifikat mit. Nun ist das eine tolle Sache für alle Geldsäcke, die ihre Knete damit aus den Leuten quetschen, daß sie ihnen Daten verkaufen, seien das nun Musik, Filme oder Programme, denn diese werden so verschlüsselt sein, daß zu ihrer Entschlüsselung noch ein weiteres Zertifikat erforderlich ist, welches aber für jeden Rechner anders ist, da es vom maschineneigenen fest eingebauten Zertifikat abhängt. Die Firma braucht sich um p2p-Netze und Raubkopierer keine Gedanken mehr zu machen, sie kann die Weiterverbreitung sogar fördern, schließlich spart man so Geld, und der Anwender muß immer noch eine für seine Maschine gültige Lizenz kaufen, wenn das Teil laufen soll.
Es kommt aber noch toller: Die Zertifikate werden von einer zentralen Netz-Behörde vergeben, und bei einer laufenden Internetverbindung werden alle paar Stunden die neuesten "verbotenen" Zertifikate angefordert - jedes Zertifikat kann jederzeit gelöscht werden, wodurch es beispielsweise möglich wird, zu verhindern, daß Windows Longhorn auch noch im Jahre 2011 verwendet werden kann - das entsprechende Zertifikat wird gelöscht, die User werden zum Upgrade gezwungen (und damit wahrscheinlich auch zum Kauf neuer Hardware).
Und jetzt kommt es knüppeldick: Ein Dokument, das ich zuhause auf "meiner" Maschine erstellt habe und auf meinem eigenen Server im Internet veröffentlicht, das sich Millionen von Usern weltweit auf ihre Platten kopiert haben, kann wegen irgendwelcher wie auch immer gearteter "Verstöße" verUNöffentlicht werden! Dazu genügt es, das Zertifikat als "gelöscht" zu markieren, und kein TC-Rechner weltweit wird jemals wieder in der Lage sein, die Datei zu öffnen.
Gleichzeitig werden in der gesamten "freien Welt" die Gesetze, welche das Internet "regulieren" und "Urheberrechte schützen" sollen, immer weiter verschärft, das Recht auf Privatkopien faktisch abgeschafft, während auf der anderen Seite technische Grundlagen geschaffen werden, um allein den Versuch für Nicht-Hacker nahezu unmöglich zu machen. Ganz nebenbei soll auch schon der Versuch strafbar werden bzw. ist es in bestimmten Fällen bereits. Auch hier hilft der Heise-Verlag weiter, mit seinem IT-Newsticker, wo immer die neuesten Nachrichten zum Thema zu finden sind, wie beispielsweise die neuesten Vorstöße der EU zur Kriminalisierung von Privatkopierern:
http://www.heise.de/newsticker/data/anw-27.01.04-003/ Was kann man tun?
Zunächst einmal nicht viel. Die neuesten Laptops von IBM haben die Trusted-Computing-Hardware seit längerer Zeit bereits an Bord, die neuen Intel Pentium 4E Prozessoren sollen angeblich das TC-Modul (TPM) bereits integriert haben, die neueste Version des Adobe-eigenen Dokumentenformats PDF hat bereits umfangreiche DRM-Funktionen (angeblich "Digital Rights Management", aber wohl eher Digital Restrictions Management) integriert, der Windows Media Player kommt bereits seit Version 7 mit hauseigenen DRM-Funktionen, Windows XP hat den Rotz auch schon eingebaut, und spätestens mit Windows Longhorn und der nächsten Generation von Aldi-Computern haben ausreichend viele Deppen komplett abgesicherte Trusted-Computing-Systeme mit passendem Betriebssystem zuhause.
Da man im TC-Käfig, wenn man auch sonst nicht mehr viel machen kann, was die Datendompteure nicht erlauben, ziemlich sicher vor Viren, Würmern, Crackern und Skript-Kiddies ist, werden viele Leute den Scheiß sicher auch gerne kaufen, denn die negativen TC-Features werden in den nächsten Jahren erst ganz langsam in Benutzung gelangen - wirft man den Frosch in heißes Wasser, springt er heraus, setzt man ihn in kaltes und stellt es dann auf den Herd, läßt er sich kochen. Es wird langsam immer mehr Internet-Angebote geben, die sich nur mit aktivierten TC-Komponenten nutzen lassen, es wird immer mehr Internet-Zugangsanbieter geben, die "sichere" TC-Zugänge anbieten, und irgendwann wird es Pflicht sein, und TC-freie Systeme werden für Privatpersonen illegal.
Ich sehe keine guten Chancen für Aufklärung - der PC ist zu sehr Allerweltsprodukt geworden, den man sich schneller mal kauft als ein neues Auto, von dessen Technik die meisten Leute aber noch viel weniger Ahnung haben, so daß man den meisten Usern die Gefahr gar nicht mal erklären kann. Wenn sich alles so entwickelt, wie ich befürchte, sehe ich einen Krieg zwischen dem freien Netz und dem "gesicherten" Netz heraufdämmern, einen Guerilla-Krieg, der irgendwann auch aus dem Netz in die reale Welt überschwappen könnte.
Haltet eure Hardware lauffähig, solange es geht, und macht euch schlau. Klärt andere Leute auf, so gut es geht. Die Zeit ist knapp.
Wappnet euch gegen die Datensammelwut der Behörden und Konzerne, verschlüsselt, was sich verschlüsseln läßt, aber ohne TC, und sammelt eurerseits Daten, soviel ihr könnt - und speichert sie möglichst in freien Formaten, wie ASCII (*.txt), HTML, XML, PostScript, Ogg Vorbis, Ogg Theora, PNG oder ähnlichen - und tauscht eure Daten aus, tauscht tauscht tauscht!
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(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)
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Ergänzungen
Zum Thema "tauschen"
Hier noch eine interssante Radiosendung des Chaos Computer Club zum Thema TCPA Palladium:
wer lieber gleich nochwas dazu lesen möchte, sollte hier klicken:
Zum Thema Tauschbören:
Damit wir Datein mit linken Inhalten in Tauschnetzwerken finden, wäre es sehr nützlich, diese mit einem oder mehreren Suchbegriffen zu versehen.
Am besten, einfachsten, gängigsten wäre wohl [antifa]. Ihr findet aber auch unter den Begriffen [indymedia] und [attac] recht viele Videos, Audios, Texte etc.! Zu bevorzugen sind momentan emule und edonkey...
siehe auch:
Besonders wichtig: Wie ensteht so ein Gesetz?
Laut Heise ist die "Expertin" (Janelly Fourtou), die für die neuen Gesetze zur "Durchsetzung von Urheberrechts- und Patentansprüchen" verantwortlich ist, die Ehefrau des Universal Vivendi-Chefs Jean-Rene Fourtou. Es gibt keine Demokratie, keine Gerechtigkeit. Alles wird hinter verschlossenen Türen, durch Kungeleien und geheime Absprachen bestimmt.
Interessant:
Übrigens wäre auch genau DIESES Thema mal was für die Mittelspalte.
rettung ?
warhead vergisst, wem die technik gehört, mit
der wir arbeiten.
unabhängig davon, wie sinnvoll es ist "die herkunft"
von daten "zu verschleiern", wird auch eine solche
technik vom kapital kontrolliert, eine technische
lösung wird uns niemals retten.
tatsächlich stellen die existierenden technischen
lösungen zur sicherheit von privaten daten und
informationen, wie die verschlüsselung von daten
und verbindungen, oder die einrichtung eines hardwarerouters
auch erfahrenere computernutzer bereits vor technische probleme.
das grössere problem ist aber die politische seite, und nicht
die technik. in frankreich beispielsweise ist das verschlüsseln
von daten für privatpersonen seit einiger zeit generell verboten.
selbst wenn man nachweislich nur legale daten mit verschlüsselung
verschickt, wird man belangt. und die rede ist hier von haftstrafen,
nicht von abmahnungen durch den einwahlanbieter.
den politischen kampf in deutschland, für ein recht auf
verschlüsselte datenübertragung für privatpersonen,
wird man nicht führen können indem man auf andere
anbindungsverfahren setzt, oder - illegalerweise - auf
andere technische verfahren ausweicht.
sinnvoll sind nur lösungen, die der durschnittsuser benutzen kann.
forderungen in diesem themenkomplex mit einer ausrichtung der
marke "für mein recht auf verletzung des urhebenschutzes" sind
leider sehr kontraproduktiv, den sie liefern unseren gegnern
gute argumente für überwachung.
das recht auf schutz vor betrügern, das recht auf schutz seiner
privatsphere, das recht das internet nutzen zu können, ohne das
microsoft weiss welche protokolle ich wie lange benutze, oder
welche anwendungen auf meine rechner laufen, ist ein viel höher
zu bewertendes gut, als das "recht" aufs wochenlange dauerdownloaden
von raubkopien.
denn das ist oft nur ausdruck von antrainiertem konsumverhalten.
(obwohl ich mir des anderen gängigen erklärungsmusters durchaus
sehr bewusst bin ... kopierbarkeit von produktionsmitteln im
eigentlich sinne des wortes als beginn einer umverteilung ... usw)
Pasivität der Linken
Auch Medien wie Tauschbörsen werden eher zarghaft genuzt. Überhaupt wird im Netz von seiten der Linken wenig für die "Freiheit" getan. Vorallem nicht praktisch. Auch die hunderte Hackerseiten die es noch vor 3-4 Jahren gba sind fast alle verschwunden. Dafür finden wir jetzt hunderte 0190-Dialer seiten. Der Kapitalismus führt fast ungehindert seinen Siegeszug im Internet fort. Fast alles kostet jetzt Geld im Netz.
Vielleicht gründet sich ja irgentwann eine Bewegung die sich mit solchen dingen beschäftigt bzw. praktisch etwas dagegen tut.
Unkommerzielle Netze aufbauen
Z.B. über WLAN.
In Berlin gibts z.B. seit einiger Zeit den Versuch ein berlinweites Backbone ("Berlin BackBone") aufzubauen.
Sicher ist es damit nicht möglich eine Alternative zum weltweiten Internet aufzubauen, aber es ermöglicht unabhängig von irgendwelchen Konzernen (Providern etc.) Informationen zumindest regional zu übertragen.
Mehr zu Freien Funknetzwerken:
zum Berlin BackBone:
Noch dürfen die Frequenzbereiche von WLAN für die unkommerzielle Nutzung verwendet werden. Es wäre aber denkbar, dass in Zukunft auch dafür Lizenzgebühren erhoben werden. Deshalb: benutzen und besetzen!
Selbst mal auf Spuren achten...
So gesehen braucht es erstmal keine Überwachungssoftware, um Leute zu überwachen- die einfachsten Spuren legen die Leute noch selbst. Am besten dann noch unter einem Pseudonym von Ebay bis Soulseek unterwegs.
energieverbrauch
dazu weiss mensch noch nicht umfassend, wieviel ressourcen bei der produktion eines einzelnen rechners draufgehen.
"Doch selbst mit diesen Lücken summiert sich selbst der lebenslange Rohstoffverbrauch eines PC-Oldies mit 486er-Prozessor nach Berechnungen einer unveröffentlichten Studie des Wuppertal-Instituts auf mindestens 16 Tonnen und damit fast 2/3 soviel, wie ein Mittelklasse-Pkw ohne Elektronik - mit dem Unterschied, dass der PC 15 Kilogramm und der Pkw 1,1 Tonnen wiegt",
zitat aus telepolis artikel 11.11.2003: "Energiewandler - Warum ein Mikrochip eigentlich ein Gewicht von einem Kilo hat"
(
Keiner wehrt sich
1835 gründete der Gütersloher Drucker und Lithograph Carl Bertelsmann einen Verlag für "religiöse Literatur". Sein Sohn Heinrich erweiterte das Geschäft durch Zukäufe von Verlagen und den Ausbau einer Druckerei; desses Schwiegersohn Johannes Mohn fügt ab 1881 Fachzeitschriften und pädagogische Buchreihen hinzu. Johannes Mohns Schwiegersohn Heinrich Mohn dehnte die Aktivitäten des Verlags mit Beginn der Weimarer Republik an kontinierlich aus, vor allem durch populäre Unterhaltungsromane. Als dann schließlich der "Scheitel" in Deutschland an die Macht kam, witterte der Bertelsmann-Verlag natürlich dicken Profit im braunen Kriegstreibergebahren. Mohn wird passives Mitglied der SS und verlegt natürlich auch Wehrmacht- und Naziliteratur ("Panzer am Feind", "Volk ohne Raum"). Nach dem Zweiten Weltkrieg übernimmt Mohns politisch unbelasteter jüngster Sohn Reinhard (Jahrgang 1921) den darniederligenden Buch- und Kirchenverlag und formt daraus ein Weltkonzern. Das Erfolgsrezept: so genannte Leseringe, die Bücher im Abonnement zum Billigpreis sowie auch eigene Lexika und Atlanten anbieten. Für den Vertrieb sorgen aggressive Drückerkolonnen, die an Haustüren und in Innenstädten Kunden locken. Das Club-Geschäftsmodell überträgt Mohn auch auf das Ausland. Mitte der 50-er Jahre kaufte Bertelsmann Ariola und trat ins Schallplattengeschäft ein. Schließlich wurde der Zeitschriftenkonzern Gruner+Jahr (Stern, Geo, Brigitte) gekauft (1972), damit war Bertelsmann an der Spitze der deutschen Medienwirtschaft. Gruner+Jahr kaufte unter Bertelsmann 1994 zum Beispiel die komplette Zeitschriftengruppe der "New York Times" oder Ende 2000 die Wirtschaftstitel "Fast Company" und "Inc. International". 1986 wurden zwei weitere große Medienriesen in den USA aufgekauft: Der New Yorker Traditionsverlag "Doubleday" und der Musikriese "MCA". Zeitweise war Bertelsmann, bevor "Time" 1989 mit "Warner" fusionierte, der Weltgrößte Medienkonzern. Und es geht weiter: 1984 wurde zusammen mit "CLT" der Sender "RTL" gegründet, der 1993 Marktführer in Deutschland wurde und schließlich zu Europas größten Werbeträger mutierte. Schließlich wurde nach kurzer Zeit die gesamte RTL-Gruppe aufgekauft. 1995 beteiligt sich Bertelsmann an "AOL" und entdeckt das Internet zum Einstieg in den E-Commerce. Bertelsmann gehört nicht nur der "BOL"-Medienversand in Deutschland, sondern auch die amerikanische Version "barnsandnoble.com". Kurz darauf wurde der New Yorker Gigant "Random House" für 4,7 Milliarden Mark aufgekauft und mit 500 Millionen Euro beim Axel-Springer-Wissenschaftsverlag Heidelberg eingestiegen. 2002 kaufte Bertelsmann noch die Musikfirma "Zomba Records".
Fassen wir unser Beispiel "Bertelsmann" einmal zusammen: Das globale Imperium führt Medienprodukte aller Art: Hochglanzzeitschriften und Yellow-Press-Blätter, Zeitungen, feingeistige und massenpopuläre Bücher, Druckereien, CDs, Videos, Fernsehen, Film, Radio, Onlinedienste, Buch- und Schallplattenclubs. Hinzu kommen Serviceleistungen, wie Vertrieb, Factoring, Call-Center oder Multimedia-Agentur-Dienste. Insgesamt hat Bertelsmann etwa 80 Millionen Kunden weltweit.
Hier noch ein paar Namen, die mit den Gruppen in Verbindung gebracht werden:
Gruppe Gruner+Jahr:
Zeitschriften - Stern, Brigitte, Geo, Eltern, PM, Young Miss, Yps, Frau im Spiegel, Gala, Marie-Claire (50%), Art, Capital, Impulse, Börse Online, Schöner Wohnen, Essen & Trinken, TV Today und National Geographic; im Ausland: In Frankreich 12 Titel (Voici), in Spanien 10 Titel, weitere Verlage in Italien und Polen, eine große Zeitschriftengruppe in den USA mit Blättern wie "Family Circle" und "Rosies".
Zeitungen - Sächsische Zeitung, Dresdner Morgenpost sowie einige Zeitungen in Osteuropa wie "Nepszabadsag" in Ungarn und "Novy Cas" in der Slowakei. Noch im Jahr 2001 wurde das Zeitungsgeschäft intern zum Verkauf gestellt.
Gruppe Arvato:
Zu diesem Dienstleistungsbereich gehören Druckereien auf der ganzen Welt, die Vertriebsorganisation VVA, die CD-Fabrik "Sonopress" sowie der Deutsche Supplement Verlag "rtv". Im Kundenauftrag werden mehr als 500 Millionen Briefe und Pakete im Jahr verschickt sowie Call-Center betrieben.
Gruppe "BMG":
Labels - RCA, Arista, Ariola; Künstler wie Santana, Whitney Houston oder Alicia Keys.
Gruppe "RTL":
Jährlicher Umsatz 4 Milliarden Euro, Europas größter Rundfunkanbieter, RTL, RTL2 (Anteile), Super RTL (Anteile), NTV (Anteile), Vox; in Benelux-Staaten: RTL4, RTL5; in Frankreich: M6, RTL9; in Spanien: Antena3; in Großbritannien: Channel 5; deutsche Radios: Radio NRW, Antenne Bayern, Radio Hamburg; Film- und Fernsehproduktionen: Ufa-Trebitsch-Gruppe.
Gruppe "Direct":
Mit dieser Einheit bedient Bertelsmann die rund 60 Millionen Mitglieder seiner weltweiten Buch- und Musikclubs.
Noch ein paar Zahlen: Gesamtumsatz 2000/2001: 20 Milliarden Euro, 970 Millionen Euro Gewinn, 82.162 Beschäftige, Besitzverhältnisse: Bertelsmann-Stiftung 57,6%, Groupe Bruxelles Lambert 25,1%, Familie Mohn 17,3% - Es werden übrigens nur noch 30% des Gesamtumsatzes in Deutschland generiert!
So! Das war nur ein kleiner Teil, was es über einen Mediengiganten, wie zum Beispiel die Bertelsmann AG, sagen lässt. Die Bundesregierung kommt den Medienkonzernen mit einer Entschärfung des Fusionsgesetzes derzeit wohlwollend entgegen. Also ich persönlich sehe für die Zukunft daher ziemlich Schwarz, denn leider halte ich die breite Masse für zu dumm, als dass sie die Gefahren hinter dieser geballten Medienmacht erkennt. Konzerne wie Bertelsmann, Springer und Konsorten werden schon dafür sorgen, dass das Volk nicht den Rockzipfel unserer realen Matrix hebt.
Es grüßt Euch Cicero!
@wir
Generell gilt: je nach Rechnerpower ist Windows 98 oder 2000 das Windows der Wahl, wenns schon nix anderes sein soll. W2K ist komfortabler zu benutzen und stabiler, hat aber schon einige Unnettigkeiten (IE und Outlook sind nicht mehr zu entfernen). Die gesamte XP-Serie hingegen kann mensch total in die Tonne kloppen, da hier schon die ersten DRM-Elemente eingebaut sind (Media Player). Windows 2003 wiederum ist eine todsichere Methode, bei einem Downgrade seine Daten zu verlieren, weil es NTFS 5.2 nutzt, das nicht mehr abwärtskompatibel ist. Der W2003/XP-Nachfolger ('Longhorn') soll den gewohnten Standard komplett verlassen und volle DRM-Unterstützung bieten, unter anderem wohl auch, weil der rechtliche Trouble, den M$ hat, sich explizit auf Windows bezieht ('wenn wir den Windows-Standard aufgeben, können wir weitere 5 Jahre rumsauen'). Steht nur zu hoffen, daß sich die Wixer damit mächtig ins Knie schießen - einmal Longhorn installiert, und es gibt kein Zurück mehr, ohne den kompletten Datenbestand zu himmeln.
mal nicht zu pessimistisch sein
Freie Betriebssysteme
mehr weiss ich grad nich :)
Kleine Ergänzung
undifferenziert
potato-system
sehr richtig, alve...
Dummerweise gibt es aber auch Bestrebungen, einem mit TPM ausgestatteten Rechner ein spezielles BIOS zu verpassen, das nur noch erlaubt, das OS zu booten, mit dem der Rechner ausgeliefert wurde, oder ein Update desselben. Damit ist der Weg frei für billige ALDI-Computer, bei denen Windoof hardwaremäßig festverdrahtet ist, diese Rechner werden sich weigern, andere Betriebssysteme zu booten.
Andere Bestrebungen gehen dahin, daß alle möglichen Hardware-Komponenten ihrerseits direkt auf die TPM-Schnittstellen zugreifen, um Ver- und Entschlüsselung von Daten auf unterster Ebene zu ermöglichen, so daß im Extremfalle die komplette Festplatte mit einem Schlüssel signiert und verschlüsselt ist, auf welchen der User keinen Einfluß mehr hat - Festplatte aus defektem Rechner zur Datensicherung in einen anderen einbauen geht dann z.B. nicht mehr.
Einige sehr extreme Vertreter des DRM-Konzepts wollen auch, daß der komplette Datenverkehr zwischen digitalen Ausgängen von Grafikkarten und digitalen Eingängen von TFT-Monitoren auf Hardware-Ebene verschlüsselt wird, so daß ein Abgreifen von Video-Daten über diesen Port nicht mehr möglich ist...
IPjustice
argumente
die probleme und kosten wegen der angreifbarkeit ders netzes sind bekannt, firmen haben schäden erlitten, durch verlangsamung und verlorengehen von mails, und durch direkten wurmbefall.
viel schlimmer ist es, wenn die zertifikatstelle gehackt wird oder ein eindringen der organisierten kriminalität stattfindet. auch eine erpressung anderer länder durch das land mit der zentrale ist denkbar.
die folge kann sein, dass unternehmenswichtige informationen verloren gehen, oder ganze erdteile kein textverarbeitungsprogramm mehr haben.
die behauptung, es KÖNNE nicht missbraucht werden, ist irrelevant, weil es keine technische sondern eine menschliche frage ist. es wurden auch milzbrand viren verbreitet und immer wieder finden sich film-originale 1.generation im p2p. genauso kann ein master-zertifikat gestohlen werden oder ein mitarbeiter zu einer manipulation gezwungen werden.
das system wird vermutlich zentralisiert sein müssen (trotz lastausgleich, und rieseige knoten in allen ländern), und es wird eine bisher nie gesehene belastung durch traffic und processing power aushalten müssen. sowohl sabotage als auch technischer defekt sind denkbar.
firmen wollen nicht ihren bestand von so etwas abhängig machen. wird für die grossen eine ausnahme gemacht, haben sie ihre eigenen knoten und ihre eigene kontrolle?
jede transaktion und jede datei wird nachvollziehbar.
doch viele firmen wollen nicht, dass die entstehung ihrer dokumente von aussen nachvollziehbar ist. wie wollen sie vertrauen, dass nicht die zertifikate analysiert werden, und der dienstweg ihrer internen dokumente der betreiberfirma ihres knotens bekannt wird? das plan ist, dass die zertifikate personenbezogen sind. das ist eine folge der passwortstrategie.
microsoft selbst ist das peinliche "opfer" eines solchen nachvollzugs. man hatte ein gutachten in auftrag gegeben, über den vergleich von windows mit anderen systemen. die gutachterfirma veröffentlichte ein word-dokument, in dem die namen von microsoft mitarbeitern als mit-ersteller (redigiert durch..) aufzufinden waren. unabhängiges gutachten ?!
jeder workflow zieht eine spur an zertifikaten mit sich. damit können alle geschäftsverbindungen zentral nachvollzogen werden. da das auch für zulieferer von waffenproduktionen usw gilt, ist ein ungeheurer aufwand zu schutz dieser zertifiktsströme zu erwarten, das heisst, der trend, der mit dem copyright-krieg der content-makers begann, potenziert sich, und die gesetze werden zum schutz der zertifikate noch bis zur unmenschlichkeit rigider werden.
zertifikat wird allerhöchste staatsräson sein!
was die organisierte kriminalität bloss noch höhere gewinne erwarten lässt, wenn sie sich hier einschaltet...
@elfboi und mods
Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen
Guter Artikel — mannheim-68erz
Rettung naht — Warhead
*nix — *nix
@ nix — wir
Neuromancer — mir
@weist — Wir rus sen
@ rus sen — xxx
Na so was... — schorsch