Münchn: SoliDem für gefangenen de SIKOoer So

indynews 14.02.2004 19:39 Themen: Repression SiKo München
Am Freitag, den 13.02.04 fand die Münchner Solidemo für den seit einer Woche in U-Haft sitzenden Demonstranten
statt.
Am Freitag, den 13.02.04 fand die Münchner Solidemo für den seit einer Woche in U-Haft sitzenden Demonstranten
statt.


Bis zu 200 Leute kamen am Karlsplatz/Stachus zusammen, um für die Freilassung des Gefangenen sowie für die Einstellung aller Verfahren gegen Anti-Kriegs-AktivistInnen im Zusammenhang mit der NATO-Kriegskonferenz 2004 zu demonstrieren. Aufgrund der leider zeitgleich am Marienplatz stattfindenden Nazi-Kundgebung fehlten einige Leute, diese ließen jedoch eine Grußbotschaft an die Demo zukommen. Und wieder einmal war die Staatsmacht stark vertreten, wie gehabt mit USK, Zivis und diversen Kamerateams - "die Münchner Freiheit gibt’s ned!", wie eines der Transparente es ausdrückte.

Nach einem kurzen Redebeitrag, in dem das Vorgehen der Polizei am vergangenen Wochenende aufs schärfste verurteilt wurde, setzte sich der Zug in der Dämmerung in Richtung Platz der Opfer des Nationalsozialismus in Bewegung. Auf dem Fronttransparent war die Forderung "Betroffen sind Einzelne, gemeint sind wir alle - sofortige Einstellung aller Verfahren!", darüber "Nie wieder Kriegskonferenz!" zu lesen. Mit der abgewandelten Parole "Mehr Sozi, mehr Rente - mehr Seitentransparente!" wurde auch die Gängelung der Demo gegen die "Sicherheitskonferenz" durch Auflagen, die auch bei dieser Solidemo anfangs für Ärger sorgten, kritisiert.

Lautstark kam der Zug am "Platz der Opfer" an, wo die Polizei die Zwischenkundgebung auf den zugeparkten Parkplatz lotsen wollte, was aber nicht akzeptiert wurde. Also sammelten sich die Leute direkt auf dem Platz und an der Fahrbahn, wo die Transparente ("Sofortige Freilassung des Münchner Gefangenen!", "Demonstrationsrecht - [mit Füssen] getreten" ...) aufgereiht wurden. Die USKlerInnen hatten offenbar befürchtet, dass erneut Leute die Strassen blockieren würden, und sicherten die restlichen Fahrstreifen zügig ab.

Nach einem Redebeitrag, in dem die Vorgänge vom vergangenen Wochenende, insbesondere die krassen Polizeiübergriffe und Polizeiwillkür rekapituliert wurden, ging es rach weiter, durch die "rote Zone" vom letzten Wochenende, am Promenadeplatz vorbei ("Keine Konferenzen mehr, für das NATO-Militär!") zur Ettstraße, in die an jenen beiden Tagen über 300 Menschen zum Teil wegen abenteuerlichen Vorwürfen eingesperrt worden waren. Die Strasse vor dem Polizeipräsidium war zwar abgeriegelt, dennoch dürften die lauten Parolen - "wir sind nicht alle, es fehlen die Gefangenen!" - auch bis zu den "SchreibtischtäterInnen" durchgedrungen sein. Den Abschlussbeitrag hielt eine Freundin des Gefangenen. Sie wies darauf hin, dass die Proteste sich durch derartige Polizeiaktionen und die Aushebelung des Demonstrationsrechtes nicht verhindern lassen würden, rief dazu auf, dass sich eventuelle ZeugInnen von Polizeiübergriffen melden sollen und beendete die Kundgebung mit dem treffenden Satz aus der in Wien an die deutsche Botschaft übergebenen Aufforderung: "Deutschland, halt’s Maul!"

Im Anschluss machten sich noch viele AktivistInnen - stets begleitet von USK-Gruppen - auf zum Marienplatz, um mit den ca. 150 anwesenden Antifas ihren Protest gegen die Nazibande um NPD und "Demokratie direkt", die dort in einem Gatter der "Bombardierung Dresdens gedenken" wollten, Kund zu tun. Wie zu erfahren war, waren dort kurz zuvor 6 AntifaschistInnen festgenommen worden, weil sie ein Transparent mit der Aufschrift "Bomber Harris, do it again!" getragen haben sollen. Vorgeworfen werden ihnen "Billigung einer Straftat", "Aufruf zum Völkermord", "Vorbereitung von Straftaten" , und "Volksverhetzung". Nach kurzer Zeit zogen die FaschistInnen unter "Haut ab!"- und "Hafer und Stroh - für deutsches Braunvieh!"-Rufen ab und die Menge löste sich auf.
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Ergänzungen

Kleine Ergänzung

E. 14.02.2004 - 19:56
Unter dem Artikel "Soli Demo für die Gefangenen, München 13.02" ( http://de.indymedia.org/2004/02/74766.shtml) findet sich folgende Ergänzung, die sich auf diesen Bericht hier bezieht:



Der Artikel auf INDYNEWS ist mit Vorsicht zu genießen!!!

Er stellt die ganze Situation, meiner bescheiden Meinung nach und ich war auch da, etwas übertrieben dar!

- "...Bis zu 200 Leute kamen am Karlsplatz/Stachus zusammen..."
--->
das waren niemals 200 nicht mal 100!!!

- "...Und wieder einmal war die Staatsmacht stark vertreten, wie gehabt mit USK, Zivis und diversen Kamerateams..."
---> naja so stark war sich nicht vertreten, für Münchner Verhältnisse waren's sogar recht wenig Cops und diverse Kammerateams hört sich ja auch krass an.
Bei der Abschlusskundgebung waren es auf jeden Fall 'nur' zwei!

- "...Lautstark kam der Zug am "Platz der Opfer" an..."
--->
naja, lautstark ist schon sehr übertrieben.

"...Im Anschluss machten sich noch viele AktivistInnen - stets begleitet von USK-Gruppen - auf zum Marienplatz..."
---->
Wir konnten ganz locker zum Marienplatz gehen und wurden auf dem Weg dorthin auch nicht von USKlern 'bewacht'.


Also ich muss sagen ich finde den Artikel auf Indynews alles in allem etwas krass, einfach zu übertrieben und im endeffekt genau das was sonst den Medien vorgeworfen wird.
Wenn aus 40-60 Demonstranten auf einmal 200 werden und aus gelegendlichen "Fuck the Police"- und "Hoch die internationale Soli"-Rufen ein 'lautsarker Protest', dann ist das auch nicht viel besser als wenn die Polizei aus 10.000 Demonstranten 6.000 macht !!!!

Und die Polizei hat sich, ob man sie nun mag oder nicht, in keinster Weise rechtswidrig verhalten. Sie ist in angemessenem Abstand zur Demo geblieben, hat nicht gekesselt, und nicht provoziert.
Und ausserdem waren es für Münchner Verhältnisse echt wenig Bullen.
Wenn dann davon gesprochen wird, dass "die Staatsmacht stark vertreten war" verzerrt auch das die Tatsachen.

Ich erwarte mir eine ehrliche Berichterstattung und nicht sowas...

Naja, is nur meine Meinung!

zu dem über mir

nee 14.02.2004 - 22:08
so, so, kein rechtswidriges verhalten der polizei? ich glaub ich bin im falschen film, oder so... Und überhaupt: Die Existenz von Bullen ist Provokation, Gewalt und sonst noch was... aber das ist dir wohl noch nicht in den kopf gegangen, was?

zahlen

ich 15.02.2004 - 12:24
Lasst das Zahlengeplänkel. Mehr als hundert Leute, sag ich mal, ist sicher. Ob es 200 waren, weiss ich nicht. 200 ist eine Schätzung, die grössenordnungsmässig passt. 40 passt grössenordnungsmässig nie. 200 Leute einer Millionenstadt ist wenig. Aber immerhin, angesichts, einer Polizei, die viele letztes Wochenende erlebt haben, ist das einiges. Die demo hatte auch einen Grund: ein Mensch, der nicht nur in Haft ist, sondern mehrfach misshandelt wurde.
Zu den Kamerateams: ich habe sie nicht gezählt. Allerdings ist mir aufgefallen, dass ich die ganze zeit gefilmt wurde.

Entweder du willst Stimmung machen(polizist, nazi...) oder du solltest an deiner Wahrnehmung arbeiten. In München ist es nicht ungefährlich die Polizei zu unterschätzen oder schön zu reden.

Böller

Knallfritz 16.02.2004 - 20:17
Als ein paar Böller geflogen sind, waren die Bullen gleich verunsichert. Übrigens wurde am selben Abend dem Marat wieder mit einer Stürmung gedroht und unzählige Zivibullen haben das Viertel durchkämmt, wobei es zu einer Festnahme mit Handschellen kam nach einer vermeintlichen Randaleaktion und zu einer Anzeige bei einer weiteren Person wegen "klauen einer Bild-Zeitung". Am Abend ist dann noch eine Mini-Spontan-Demo durch München gelaufen und hat ein bißchen für Aufsehen gesorgt. Weiter so !

Und um es mit den Worten des Redners der heutigen Soli-Demo zu sagen:
"Stay Independent !"