Appell zur Freilassung von Cesare Battisti
Vergangenen Mittwoch Cesare Battisti von Spezialkräften der Polizei in Paris verhaftet. Dort lebt der Schriftsteller seit 14 Jahren als Italiener, der in Frankreich politisches Asyl erhielt. Nun will die Regierung Berlusconi seinen Kopf und verlangt die Auslieferung eines unbequemen Intellektuellen, der viel über die siebziger Jahre in Italien zu sagen hat.
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Appell zur Freilassung von Cesare Battisti
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Erarbeitet von der Redaktion Carmilla
http://www.carmillaonline.com/
Übersetzt von G. Melle
Spezialkräfte der französischen Polizei haben den Schriftsteller Cesare Battisti verhaftet, der vor nunmehr vierzehn Jahren nach Frankreich geflüchtet ist. Über ihm schwebt ein Auslieferungsbegehren der italienischen Regierung, das sich auf eine Verurteilung in Abwesenheit vor über zwanzig Jahren bezieht.
Es ist gut daran zu erinnern, dass Cesare Battisti erst dann in Frankreich politisches Asyl erhielt, nachdem ein französischer Richter die "Beweislast" geprüft hat und sie anders als die italienischen Gerichten beurteilte. Er wertete sie als "einer Militärjustiz würdig". Battisti wurden all die Morde angelastet, die eine Untergrundgruppe in den siebziger Jahren beging und der er angehörte. Dies obwohl faktische und zeitliche Umstände seine Beteiligung ausschlossen.
Vom Zeitpunkt seiner Flucht aus Italien, die ihn zunächst nach Mexiko und dann nach Frankreich führte, widmete sich Cesare Battisti seiner intensiven literarischen Arbeit. Sie kreiste um die Aufarbeitung der Erfahrungen eines radikalen Antagonismus, der hunderttausende junge Italiener erfasste und der oftmals in den bewaffneten Kampf mündete. Sein Werk stellt in der Gesamtheit eine außerordentliche und einzigartige Reflektion über die siebziger Jahre dar. Keine der politischen Kräfte, die bis heute Italien regierten, hat es gewagt, sie in dieser Konsequenz zu denken.
Das Leben von Cesare Battisti in Frankreich ist bescheiden, voller Schwierigkeiten und Opfer gewesen, ausgerichtet an seiner außergewöhnlichen intellektuellen Kraft. Es gelang ihm die Bewunderung der Kulturwelt und die Liebe einer enormen Leserschaft zu erhalten. Er hat arm gelebt und ist heute immer noch arm. Nichts verbindet ihn mit dieser Art "Terrorismen", es sei denn die Fähigkeit über eine Vergangenheit zu reflektieren, unter die er schon vor vielen Jahren einen Schlussstrich gezogen hat. Ihn heute wie einen Kriminellen zu behandeln, ist nicht nur eine Beleidigung der Wahrheit, sondern auch all derer, die nicht nur in der Zeitgeschichte, dem schriftlichen Wort die Erklärung ihres Lebens und seiner Umsetzung anvertrauten.
Sicherlich gibt es Leute, die ein Interesse daran haben, dass eine Stimme wie die von Cesare Battisti für immer zum Schweigen gebracht wird. Leute, die zum Beispiel in den Reihen der Neofaschisten agierend, zu den Tragöden der siebziger Jahre beitrugen oder in solchen Untergrundorganisation wie die bewaffneten Proletarier für den Kommunismus - auch Gladio, Loge P2 genannt: Organisationen, die einer beeindruckenden Anzahl von Verbrechen verdächtigt werden. Leute, die heute die Xenofobie zu ihrer Fahne gemacht haben. Mit einem Wort, ein Großteil der aktuellen italienischen Regierung.
Wir hingegen wünschten, dass es mehr Schriftsteller gäbe, die wie Cesare Battisti fähig sind, die Vergangenheit zu durchleuchten und dass die französischen Bürger begreifen, wen sie durch die Feigheit ihrer Regierenden zu verlieren riskieren: einen ehrlichen, scharfsinnigen und tiefgründigen Mann, ein Nonkonformist, der sich selbst und die gelebte Geschichte grundsätzlich in Frage stellt. Er ist mit einem Wort ein wirklicher Intellektueller.
Es ist nicht die Tradition Frankreichs, sich in dieser Art der Menschen zu entledigen, dass sie im Gefängnis verwahrt werden. Wir hoffen, dass sich in Frankreich diesbezüglich nicht viel verändert hat und es deshalb nicht schweigt, zu diesem Verbrechen.
Ja, Verbrechen - Ihr habt richtig gelesen.
Unterzeichnung der italienischen Version:
http://www.miserabili.com/archives/012064.html#012064
Webseite von Cesare Battisti:
http://www.cesarebattisti.net/
Unterzeichnung der französischen Petition:
http://www.mauvaisgenres.com/arrestation_battisti.htm
Appell zur Freilassung von Cesare Battisti
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Erarbeitet von der Redaktion Carmilla
http://www.carmillaonline.com/ Übersetzt von G. Melle
Spezialkräfte der französischen Polizei haben den Schriftsteller Cesare Battisti verhaftet, der vor nunmehr vierzehn Jahren nach Frankreich geflüchtet ist. Über ihm schwebt ein Auslieferungsbegehren der italienischen Regierung, das sich auf eine Verurteilung in Abwesenheit vor über zwanzig Jahren bezieht.
Es ist gut daran zu erinnern, dass Cesare Battisti erst dann in Frankreich politisches Asyl erhielt, nachdem ein französischer Richter die "Beweislast" geprüft hat und sie anders als die italienischen Gerichten beurteilte. Er wertete sie als "einer Militärjustiz würdig". Battisti wurden all die Morde angelastet, die eine Untergrundgruppe in den siebziger Jahren beging und der er angehörte. Dies obwohl faktische und zeitliche Umstände seine Beteiligung ausschlossen.
Vom Zeitpunkt seiner Flucht aus Italien, die ihn zunächst nach Mexiko und dann nach Frankreich führte, widmete sich Cesare Battisti seiner intensiven literarischen Arbeit. Sie kreiste um die Aufarbeitung der Erfahrungen eines radikalen Antagonismus, der hunderttausende junge Italiener erfasste und der oftmals in den bewaffneten Kampf mündete. Sein Werk stellt in der Gesamtheit eine außerordentliche und einzigartige Reflektion über die siebziger Jahre dar. Keine der politischen Kräfte, die bis heute Italien regierten, hat es gewagt, sie in dieser Konsequenz zu denken.
Das Leben von Cesare Battisti in Frankreich ist bescheiden, voller Schwierigkeiten und Opfer gewesen, ausgerichtet an seiner außergewöhnlichen intellektuellen Kraft. Es gelang ihm die Bewunderung der Kulturwelt und die Liebe einer enormen Leserschaft zu erhalten. Er hat arm gelebt und ist heute immer noch arm. Nichts verbindet ihn mit dieser Art "Terrorismen", es sei denn die Fähigkeit über eine Vergangenheit zu reflektieren, unter die er schon vor vielen Jahren einen Schlussstrich gezogen hat. Ihn heute wie einen Kriminellen zu behandeln, ist nicht nur eine Beleidigung der Wahrheit, sondern auch all derer, die nicht nur in der Zeitgeschichte, dem schriftlichen Wort die Erklärung ihres Lebens und seiner Umsetzung anvertrauten.
Sicherlich gibt es Leute, die ein Interesse daran haben, dass eine Stimme wie die von Cesare Battisti für immer zum Schweigen gebracht wird. Leute, die zum Beispiel in den Reihen der Neofaschisten agierend, zu den Tragöden der siebziger Jahre beitrugen oder in solchen Untergrundorganisation wie die bewaffneten Proletarier für den Kommunismus - auch Gladio, Loge P2 genannt: Organisationen, die einer beeindruckenden Anzahl von Verbrechen verdächtigt werden. Leute, die heute die Xenofobie zu ihrer Fahne gemacht haben. Mit einem Wort, ein Großteil der aktuellen italienischen Regierung.
Wir hingegen wünschten, dass es mehr Schriftsteller gäbe, die wie Cesare Battisti fähig sind, die Vergangenheit zu durchleuchten und dass die französischen Bürger begreifen, wen sie durch die Feigheit ihrer Regierenden zu verlieren riskieren: einen ehrlichen, scharfsinnigen und tiefgründigen Mann, ein Nonkonformist, der sich selbst und die gelebte Geschichte grundsätzlich in Frage stellt. Er ist mit einem Wort ein wirklicher Intellektueller.
Es ist nicht die Tradition Frankreichs, sich in dieser Art der Menschen zu entledigen, dass sie im Gefängnis verwahrt werden. Wir hoffen, dass sich in Frankreich diesbezüglich nicht viel verändert hat und es deshalb nicht schweigt, zu diesem Verbrechen.
Ja, Verbrechen - Ihr habt richtig gelesen.
Unterzeichnung der italienischen Version:
http://www.miserabili.com/archives/012064.html#012064 Webseite von Cesare Battisti:
http://www.cesarebattisti.net/ Unterzeichnung der französischen Petition:
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Ergänzungen