Terni - Generalstreik der Stahlarbeiter
1989 schloss der Konzern die Hütte in Duisburg Rheinhausen. Die Proteste zehntausender Arbeiter und ihrer Angehörigen konnten damals die Schließung nicht verhindern. 1994 begann Thyssen Krupp mit seinem Werk für Spezialstähle in Terni. 2004 setzt er wieder Menschen auf die Straße und entzieht einer ganzen Stadt ihre wirtschaftliche Grundlage. Die Antwort von Terni: Generalstreik - Sciopero Generale!
Signori von Thyssen und Krupp - Wir bleiben solange hier, bis ihr verstehen werdet!
Günter Melle
06.02.2004: 30000 Menschen, die auf den Straßen der umbrischen Stahlstadt Terni gegen die Schließung des Thyssen Krupp Magnetstahlwerkes demonstrieren. 1989 schloss der Konzern die Hütte in Duisburg Rheinhausen. Die Proteste zehntausender Arbeiter und ihrer Angehörigen konnten damals die Schließung nicht verhindern. 1994 begann Thyssen Krupp mit seinem Werk für Spezialstähle in Terni. 2004 setzt er wieder Menschen auf die Straße und entzieht einer ganzen Stadt ihre wirtschaftliche Grundlage. Die Antwort von Terni: Generalstreik - Sciopero Generale!
Ein historisches Datum, schreibt Terni.news.it. "Noch nie wurde eine so geschlossene Teilnahme an einem Generalstreik registriert. Politiker, Gewerkschafter, Geschäftsleute, Studenten, die ganze Stadt Terni kam aus den Häusern, um an der Seite der Arbeiter von AST zu sein. Auch aus der gesamten Region Umbrien strömten die Delegationen nach Terni, 92 Bürgermeister und es kamen Arbeiter aus Turin, Piombino und Taranto."
Thyssen Krupp riskiert nicht nur den wirtschaftlichen Ruin einer Stadt und Region, die politischen Folgen streichen die Manager ebenfalls mit einem Federstrich aus ihrer Agenda. Vielleicht glauben sie sich in ihrem Stammland Deutschland, wo Sozialdemokratie und Gewerkschaften ihre besten Verbündeten sind. In Italien ist das Misstrauen groß, viele Menschen haben sich trotz Neoliberalismus ihre Erfahrungen und ihr Bewusstsein erhalten und wehren sich gegen die Versuche arroganter Wirtschaftsmacht. Die hat noch gestern prompt reagiert und ließ den lokalen Gewerkschaftsvertretungen am späten Nachmittag ihre Antwort zu Generalstreik und Manifestation der ganzen Stadt zukommen. Thyssen-Krupp stellt seine Forderungen: "Wenn ihr die Straßenblockaden nicht auflöst, werden die Verhandlungen am Mittwoch in Rom einen negativen Ausgang haben." Die traditionellen Gewerkschaften vor Ort sind sich aber dieses Mal einig: "Wir werden die Straßenblockaden keinen Millimeter verrücken, bevor Thyssen-Krupp seine Entscheidungen nicht überdenkt. Wir weisen mit aller Entschiedenheit diese Erpressung zurück!" Unterzeichnet: FIM, FIOM, UILM! (die Metallarbeitergewerkschaften der drei traditionellen Gewerkschaftsverbände CISL, UIL und CGIL).
Die Stimmung ist gut und viele der Teilnehmer sind misstrauisch und wachsam. Das zeigt auch folgender Beitrag eines Manifestanten und Teilnehmers am Generalstreik bei indymedia.it :
"Die Genossen und die Gewerkschaftsbonzen
Der Demonstrationszug an diesem Morgen war riesig. Die Rede ist von 30000 Teilnehmern, genau so wie in den Zeiten der Scala Mobile (Scala Mobile - konzertierte Aktion bezüglich der Anpassung von Löhnen und Gehälter nach wirtschaftlichen, sozialen, fiskalischen und politischen Gesichtspunkten, sie stand ständig unter Beschuss der Industrie und wurde 1993 endgültig abgeschafft) als hier noch 15000 Stahlarbeiter gezählt wurden. Heute sind es nur noch 3000. Wir wussten, dass die Vertreter der Parteien und Gewerkschaften, sich wie Falken herunterstürzen würden, damit sie gesehen werden und dem Protest der Arbeiter ihren Hut überstülpen können. Machen wir uns keine Illusionen: Die Arbeiter werden bis zum Schluss hoffen, dass sie gemeinsam mit Parteien und Gewerkschaften den Multi Krupp zum Rückzug bewegen können. Aber wenn es keinen Rückzug gibt wird hier die Hölle los sein. Deshalb war es wichtig, dass alle Compagni (Genossen) des antagonistischen Flügels auf die Straße gehen. Wir waren etwa fünfhundert, was für Terni - unter Aspekten des Antagonismus: eine tote und dahinvegetierende Stadt- schon sehr viel ist. Wir waren nicht nur Studenten, sondern auch Arbeiter, darunter die Transportarbeiter, die außerhalb des offiziellen Gewerkschaftsblocks mit uns demonstrierten. Am Ende veranstalteten wir gemeinsam ein Sit-in und haben nicht den demagogischen Phrasen der Gewerkschaftsbonzen, des Bürgermeisters und der Parlamentarier zugehört. Waren es nicht sie, die die Stahlwerke an den Multi verkauft haben? Als antagonistische Bürger von Terni reorganisieren wir uns nun wieder und wir danken all denen, die mit uns zusammen waren: die Antiimperialisten, die COBAS-Gewerkschaften (Basisgewerkschaften), POSSE (antagonistische Kulturgruppe) und die Sozialzentren. NUR DER KAMPF ZÄHLT! "
Günter Melle
06.02.2004: 30000 Menschen, die auf den Straßen der umbrischen Stahlstadt Terni gegen die Schließung des Thyssen Krupp Magnetstahlwerkes demonstrieren. 1989 schloss der Konzern die Hütte in Duisburg Rheinhausen. Die Proteste zehntausender Arbeiter und ihrer Angehörigen konnten damals die Schließung nicht verhindern. 1994 begann Thyssen Krupp mit seinem Werk für Spezialstähle in Terni. 2004 setzt er wieder Menschen auf die Straße und entzieht einer ganzen Stadt ihre wirtschaftliche Grundlage. Die Antwort von Terni: Generalstreik - Sciopero Generale!
Ein historisches Datum, schreibt Terni.news.it. "Noch nie wurde eine so geschlossene Teilnahme an einem Generalstreik registriert. Politiker, Gewerkschafter, Geschäftsleute, Studenten, die ganze Stadt Terni kam aus den Häusern, um an der Seite der Arbeiter von AST zu sein. Auch aus der gesamten Region Umbrien strömten die Delegationen nach Terni, 92 Bürgermeister und es kamen Arbeiter aus Turin, Piombino und Taranto."
Thyssen Krupp riskiert nicht nur den wirtschaftlichen Ruin einer Stadt und Region, die politischen Folgen streichen die Manager ebenfalls mit einem Federstrich aus ihrer Agenda. Vielleicht glauben sie sich in ihrem Stammland Deutschland, wo Sozialdemokratie und Gewerkschaften ihre besten Verbündeten sind. In Italien ist das Misstrauen groß, viele Menschen haben sich trotz Neoliberalismus ihre Erfahrungen und ihr Bewusstsein erhalten und wehren sich gegen die Versuche arroganter Wirtschaftsmacht. Die hat noch gestern prompt reagiert und ließ den lokalen Gewerkschaftsvertretungen am späten Nachmittag ihre Antwort zu Generalstreik und Manifestation der ganzen Stadt zukommen. Thyssen-Krupp stellt seine Forderungen: "Wenn ihr die Straßenblockaden nicht auflöst, werden die Verhandlungen am Mittwoch in Rom einen negativen Ausgang haben." Die traditionellen Gewerkschaften vor Ort sind sich aber dieses Mal einig: "Wir werden die Straßenblockaden keinen Millimeter verrücken, bevor Thyssen-Krupp seine Entscheidungen nicht überdenkt. Wir weisen mit aller Entschiedenheit diese Erpressung zurück!" Unterzeichnet: FIM, FIOM, UILM! (die Metallarbeitergewerkschaften der drei traditionellen Gewerkschaftsverbände CISL, UIL und CGIL).
Die Stimmung ist gut und viele der Teilnehmer sind misstrauisch und wachsam. Das zeigt auch folgender Beitrag eines Manifestanten und Teilnehmers am Generalstreik bei indymedia.it :
"Die Genossen und die Gewerkschaftsbonzen
Der Demonstrationszug an diesem Morgen war riesig. Die Rede ist von 30000 Teilnehmern, genau so wie in den Zeiten der Scala Mobile (Scala Mobile - konzertierte Aktion bezüglich der Anpassung von Löhnen und Gehälter nach wirtschaftlichen, sozialen, fiskalischen und politischen Gesichtspunkten, sie stand ständig unter Beschuss der Industrie und wurde 1993 endgültig abgeschafft) als hier noch 15000 Stahlarbeiter gezählt wurden. Heute sind es nur noch 3000. Wir wussten, dass die Vertreter der Parteien und Gewerkschaften, sich wie Falken herunterstürzen würden, damit sie gesehen werden und dem Protest der Arbeiter ihren Hut überstülpen können. Machen wir uns keine Illusionen: Die Arbeiter werden bis zum Schluss hoffen, dass sie gemeinsam mit Parteien und Gewerkschaften den Multi Krupp zum Rückzug bewegen können. Aber wenn es keinen Rückzug gibt wird hier die Hölle los sein. Deshalb war es wichtig, dass alle Compagni (Genossen) des antagonistischen Flügels auf die Straße gehen. Wir waren etwa fünfhundert, was für Terni - unter Aspekten des Antagonismus: eine tote und dahinvegetierende Stadt- schon sehr viel ist. Wir waren nicht nur Studenten, sondern auch Arbeiter, darunter die Transportarbeiter, die außerhalb des offiziellen Gewerkschaftsblocks mit uns demonstrierten. Am Ende veranstalteten wir gemeinsam ein Sit-in und haben nicht den demagogischen Phrasen der Gewerkschaftsbonzen, des Bürgermeisters und der Parlamentarier zugehört. Waren es nicht sie, die die Stahlwerke an den Multi verkauft haben? Als antagonistische Bürger von Terni reorganisieren wir uns nun wieder und wir danken all denen, die mit uns zusammen waren: die Antiimperialisten, die COBAS-Gewerkschaften (Basisgewerkschaften), POSSE (antagonistische Kulturgruppe) und die Sozialzentren. NUR DER KAMPF ZÄHLT! "
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(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)
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Ergänzungen