++zur aktuellen Situation von Zapatistas im südöstlichsten Winkel Mexikos++
Eine kleine Gemeinde im chiapanekischen Regenwald kommt nicht zur Ruhe. Nuevo San Isidro steht unmittelbar vor einer Räumung durch die mexikanische Bundesarmee, der Umweltschutzbehörde und einer Gruppe von Leuten die sich Lakadonen nennen.Die 50 BewohnerInnen gründeten den Ort am Rio Lacadon vor ca.1 1/2 Jahren nachdem sie zuvor in anderen Dörfern von der Armee oder Paramilitärs überfallen wurden. So geschehen am 10.Juni 1998 als ihr Herkunfsort, die zapatistische Gemeinde Chavajel mehrere Stunden bombadiert wurde und drei Menschen starben.
Am 19.Januar...
dieses Jahres wurde die Nachbargemeinde San Rafael
brutal geräumt. Ein Grossteil der dort lebenden Leute

verliess das Dorf bereits kurz vorher da sie den massiven Drohungen, der immer wieder kehrenden Armee und Lakadonen nicht mehr standhielten.

Ankunft, der später an der Räumung beteiligten Lakadonen, bei einem ihrer Drohbesuche in San Rafael 04/03
Einige blieben , sie wollten es nicht akzeptieren dass sie wieder vertrieben werden. Unter ihnen Josue, er hat sich bis zum Schluss widersetzt und sitzt jetzt im Gefängnis der militarisierten Stadt Ocosigno.Seine 16 jährige Tochter Marisela berichtete(la jornada): " Sie kamen am Morgen. Zerrten mich an den Haaren und fesselten mich an einen Stamm, sie haben mir viel Angst gemacht... Mir drohten 13 Personen dass sie mich umbringen werden... Sie hatten scharfe Pistolen... Sie haben meinen Vater wie einen Hund verhaftet. Sie sagten dass sie ihn töten werden und ihn dann tot in den Bergen lassen..."
23 Häuser wurden während der Militäraktion verbrannt. Die an der Räumung beteiligte Behörde für Umweltschutz (profepa) bezeichnete das ganze als "freiwillige Räumung" da ja einige um Land in ihrer alten Heimat gebeten hätten. Bis jetzt 30. Januar ist die Gemeinde von Soldaten und Polizisten besetzt.
Soldaten der mexikanischen Armee in San Christobal 4/03
In den Montes Azules sind noch etliche weitere Dörfer auf der Regierungsliste "illegaler Siedlungen" verzeichnet. Das bedeutet für die Betroffenen ein Leben in Angst und Unruhe. In San Isidro halten die Frauen, Männer und Kinder Tag und Nacht Wache. Helikopter fliegen über sie hinweg .Sie bezeichnen sich als Zapatistas ohne direkt einem autonomen Bezirk anzugehören."wir werden sehen " sagten sie der jornada "wie weit sie gehen werden. Wir werden dieses Land nicht verlassen."
Ein Junge aus San Isidro , im Hintergund patroulliert ein Marineboot 4/03
Am Landungssteg verkündet eine Aufschrift aus Holz: "Siedlung im Widerstand" und sie stehen damit einer grossen Front gegenüber. Zum einen der Regierung , prinzipiell, als "unerlaubte Siedler" in der Kategorie "aufständig". Dann ist das sogenannte
"Biosphärenreservat Montes Azules" in dem sie leben ein Investitionsgebiet diverser kapitalistischer Unternehmen. Es geht um Erdöl, Energiegewinnung(Staudämme), Tourismus , Erforschung der Tier und Pflanzen Arten (=Biopiraterie)u.v.m.. Alles Projekte deren Verwirklichungen konträr zu den Foderungen der (zapatistischen) Bevölkerung stehen. Diese u.a. die nach "Land und Freiheit" lassen sich absolut nicht mit der Präsenz von Militärbasen und der Invasion (trans)nationaler Kozerne vereinbaren . Auch die EU hat sich jetzt deutlich sichtbar gegen die Interessen und Bedürfnisse der indigenen Bevökerung gestellt. Am 27. Januar bekam die chiapanekische Regierung von ihr 15 Millionen Euros für die Entwicklung des lakadonischen Dschungels, genau dieses Gebiet, für welches nun auch offiziel weitere Räumungen angekündigt werden. Wie die Gelder verwendet werden ist noch unklar aber da sie an die Regierung fliessen ist keine "gerechte" Anwendung zu erwarten.
Die EZLN
steht klar hinter den Aufständigen San Isidros am Rio Lacadon, doch ob sie die Leute aktiv unterstützen kann und wird ist unklar. Schon jetzt ist das Örtchen von Militärposten umzingelt und BeobachterInnen melden weitere Truppenbewegungen in die Richtung. Die Arbeit der MenschenrechtsaktivistInnen wird massiv behindert, der Krieg soll leise bleiben. In ganz Mexiko stehen zur Zeit Menschen im Kampf um
Autonomie und ihre UnterstützerInnen, massiv unter Druck. Eine Welle staatlicher Repression überzieht fast alle Landesteile.
Tlapantlan in Morales erklärt sich als "autonome Stadt" und wird von Armee und Polizei angegriffen
Im Bundesstaat Chiapas stehen Entscheidungen an die jenachdem wie sie gefällt und umgesetzt werden zu einer weiteren Eskalation führen werden. Die Beteiligten der "schlechten Regierungen" und Wirtschaftsfraktionen aus Mexiko und aller Welt wollen einen Vorhang davor ziehen. Neben den unschönen Blutszenen, die verdeckt stattfinden sollen könnte das zapatistische Lehrstück welches dort praesentiert wird auch für sie gefährlich werden. In erster möglicher Konsquenz dadurch dass die EZLN im
Dezember 02 ankündigte dass es mit ihr keine "friedlichen Räumungen" geben werde. Im zweiter Konsequenz droht den Mächtigen das "outing" durch einen internationalen Protest

den die Zapatistas (mit)initiiert haben und der ihnen nun selbst als letzter hier aufgezählter Faktor im weiteren Geschehen um Montes Azules und San Isidro zugute kommen könnte und damit den Vorhang etwas weiter öffnen würde.-In letzter Konsequenz vermutlich wenn sich viele selbstbestimmte Welten an ihn hängen und der Vorhang abreisst.EZLN: Sub. Marcos, Kalender des Widerstands 13. Stele,:
"Und so, als Antwort auf den Plan Puebla-Panama insbesondere, und auf alle globalen Pläne für die Fragmentierung Mexikos im allgemeinen, lanciert die Zapatistische Armee der Nationalen Befreiung hiermit den ... Plan La Realidad-Tijuana" (oder "RealiTi").
und weiter:
Für Mittelamerika, der Karibik und Südamerika haben wir den "La Garrucha-Tierra del Fuego Plan."Für Europa und Afrika haben wir den "Oventik-Moskau Plan".Für Asien und Ozeanien haben wir den "Roberto Barrios-Neu Delhi Plan" .Der Plan für die fünf Kontinente beinhaltet das gleiche: der Kampf gegen den Neoliberalismus und für die Menschlichkeit.
Weiteres zu Plänen, (Protestmail-) Aktionen und zapatistischen Ideen bei:
| gruppe Basta
| chiapas.ch
Die Ereignisse in Montes Azules fallen in die
Geburtstagsfeierlichkeiten der EZLN, sie wurde im November 20 und ihre Revolte wurde am 1.1.04 genau 10 Jahre alt.
Aktionen dazu gab es in Sheffield 
in Slowenien...
in Chicago
in Athen
in Berlin 
und vielen anderen Städten der Welt. Zum Schluss noch ein link zu einem Fotoarchiv: 10 Jahre zapatistischer Aufstand. quellen:zahlen, fotos und personenzitate von indymedia chiapas bzw.aus der la jornada.(mex.zeitung)</ font>
Ergänzungen
zum Plakat von oben
...also bestellen und fleißig Eure Stadt damit verschönern...den Kleister gibt´s im Baumarkt....
Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen
einfach mal.... — Desperado