Vergangenheitsbewältigung auf hanseatische Art
Bei der Antifa-Demo am vergangenen Samstag in Hamburg wurden Wasserwerfer und Reizgas gegen Opfer des Faschismus eingesetzt - die Neofaschisten konnten unter Polizeischutz aufmarschieren.
Vergangenheitsbewältigung auf hanseatische Art
Mehr als 3.200 Uniformierte waren laut Polizeibericht am vergangenen Samstag in Hamburg im Einsatz, um ca. 1.000 NeofaschistInnenen von 6 bis 7.000 GegendemonstrantInnen "voneinander zu trennen". Während die FaschistInnen relativ unbehelligt vor Kampnagel aufmarschieren konnten, wurde die angemeldete und genehmigte Kundgebung der VVN gewaltsam und ohne jede Vorwarnung aufgelöst. Die vorläufige Bilanz des Tages: 221 in Gewahrsamnahmen, 15 vorläufige Festnahmen und 30 Verletzte, davon 26 Polizeibeamte/beamtinnen und vier DemonstrantInnen.
Während der Demo machten jugendliche DemoteilnehmerInnen ausgiebig Gebrauch von der weißen Pracht, die den Uniformierten zu handlichen Kugeln geformt an die Helme geschmissen wurde. Die Schneeballschlacht blieb jedoch einseitig, die Freude darüber ebenso. Vereinzelt flogen auch Flaschen und andere Gegenstände und einige Leuchtkugeln wurden abgefeuert.
Als der Protestzug die Kreuzung erreichte, auf dem die angemeldete und genehmigte Abschlusskundgebung der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes/Bund der AntifaschistInnen (VVN/BdA) stattfinden sollte, kam die Retourkutsche der Staatsmacht für die Schneebälle. Ohne jegliche Vorwarnung kamen Wasserwerfer und Schlagstöcke zum Einsatz, noch bevor der Demozug überhaupt richtig angekommen war. Die Shoa-Überlebende und Vorsitzende des Auschwitz-Komitees Esther Bejarano, die als Hauptrednerin zu der Kundgebung geladen war, forderte die Polizei über Mikro auf, den Beschuss durch die Wasserwerfer sofort zu stoppen und die BeamtInnen sowie die Fahrzeuge zurückzuziehen. Dieser Appell wurde mit der Beschlagnahmung des Stromaggregats der Lautsprecheranlage beantwortet. Nachdem ihr der Saft abgedreht wurde, musste die 79jährige Auschwitz-Überlebende längere Zeit in dem Kleinbus verbringen, der auf der einen Seite massiv von der Polizei bedrängt und auf der anderen von dem Wasserstrahl bombardiert wurde. Esther Bejarano war allerdings nicht die einzige Shoa-Überlebende, die Opfer dieser unverhältnismäßigen Polizeitaktik wurde. Im Gegensatz zu den Angaben in der Pressemitteilung der Hamburger Polizei stürmten nicht Steine schmeißende jugendliche Randalierer als erste den Platz, sondern einige PressefotografInnen und vor allem ältere VVN-Mitglieder, die ein Transparent und Fahnen ihrer Organisation trugen ? darunter Faschismus-Überlebende und betagte Angehörige von Opfern des Nazi-Terrors.
Die mehreren Tausend DemoteilnehmerInnen wurden in eine relativ enge Straße zurückgedrängt, die auf der einen Seite von einer Polizeikette abgeriegelt wurde und auf deren anderem Ende Wasserwerfer und Räumfahrzeuge mit hohem Tempo in die Menge preschten. Die Wasserwerfer verspritzen zum Teil eine mit Reizgas versehene Flüssigkeit.
Dieser Wasserwerfer- und Schlagstockeinsatz traf die Demoleitung völlig unvorbereitet. Die Anmelderin der Demonstration versuchte mit dem Einsatzleiter in Kontakt zu kommen, doch der war nicht erreichbar. VVN und Auschwitz-Komitee kündigten unterdessen in einer gemeinsamen Pressemitteilung rechtliche Konsequenzen an und fordern den Hamburger Innensenator zum Rücktritt auf.
Mehr als 3.200 Uniformierte waren laut Polizeibericht am vergangenen Samstag in Hamburg im Einsatz, um ca. 1.000 NeofaschistInnenen von 6 bis 7.000 GegendemonstrantInnen "voneinander zu trennen". Während die FaschistInnen relativ unbehelligt vor Kampnagel aufmarschieren konnten, wurde die angemeldete und genehmigte Kundgebung der VVN gewaltsam und ohne jede Vorwarnung aufgelöst. Die vorläufige Bilanz des Tages: 221 in Gewahrsamnahmen, 15 vorläufige Festnahmen und 30 Verletzte, davon 26 Polizeibeamte/beamtinnen und vier DemonstrantInnen.
Während der Demo machten jugendliche DemoteilnehmerInnen ausgiebig Gebrauch von der weißen Pracht, die den Uniformierten zu handlichen Kugeln geformt an die Helme geschmissen wurde. Die Schneeballschlacht blieb jedoch einseitig, die Freude darüber ebenso. Vereinzelt flogen auch Flaschen und andere Gegenstände und einige Leuchtkugeln wurden abgefeuert.
Als der Protestzug die Kreuzung erreichte, auf dem die angemeldete und genehmigte Abschlusskundgebung der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes/Bund der AntifaschistInnen (VVN/BdA) stattfinden sollte, kam die Retourkutsche der Staatsmacht für die Schneebälle. Ohne jegliche Vorwarnung kamen Wasserwerfer und Schlagstöcke zum Einsatz, noch bevor der Demozug überhaupt richtig angekommen war. Die Shoa-Überlebende und Vorsitzende des Auschwitz-Komitees Esther Bejarano, die als Hauptrednerin zu der Kundgebung geladen war, forderte die Polizei über Mikro auf, den Beschuss durch die Wasserwerfer sofort zu stoppen und die BeamtInnen sowie die Fahrzeuge zurückzuziehen. Dieser Appell wurde mit der Beschlagnahmung des Stromaggregats der Lautsprecheranlage beantwortet. Nachdem ihr der Saft abgedreht wurde, musste die 79jährige Auschwitz-Überlebende längere Zeit in dem Kleinbus verbringen, der auf der einen Seite massiv von der Polizei bedrängt und auf der anderen von dem Wasserstrahl bombardiert wurde. Esther Bejarano war allerdings nicht die einzige Shoa-Überlebende, die Opfer dieser unverhältnismäßigen Polizeitaktik wurde. Im Gegensatz zu den Angaben in der Pressemitteilung der Hamburger Polizei stürmten nicht Steine schmeißende jugendliche Randalierer als erste den Platz, sondern einige PressefotografInnen und vor allem ältere VVN-Mitglieder, die ein Transparent und Fahnen ihrer Organisation trugen ? darunter Faschismus-Überlebende und betagte Angehörige von Opfern des Nazi-Terrors.
Die mehreren Tausend DemoteilnehmerInnen wurden in eine relativ enge Straße zurückgedrängt, die auf der einen Seite von einer Polizeikette abgeriegelt wurde und auf deren anderem Ende Wasserwerfer und Räumfahrzeuge mit hohem Tempo in die Menge preschten. Die Wasserwerfer verspritzen zum Teil eine mit Reizgas versehene Flüssigkeit.
Dieser Wasserwerfer- und Schlagstockeinsatz traf die Demoleitung völlig unvorbereitet. Die Anmelderin der Demonstration versuchte mit dem Einsatzleiter in Kontakt zu kommen, doch der war nicht erreichbar. VVN und Auschwitz-Komitee kündigten unterdessen in einer gemeinsamen Pressemitteilung rechtliche Konsequenzen an und fordern den Hamburger Innensenator zum Rücktritt auf.
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Ergänzungen
"Vergangenheitsbewältigung" !????
Ich muß gestehen, den herrschenden Begriff "Vergangenheitsbewältigung" habe ich auch die ersten Jahre, nach dem Beginn meiner Politisierung unreflektiert benutzt.
Dank eines Holocaustüberlebenden, der bei einer Veranstaltung auf den Wiedersinn dieses Begriffs hinwies
("Vergangenheit kann mensch nicht "bewältigen")
bekämpfe ich ihn seither, da er etwas mit Schlußstrich etc zu tun hat.
Was soll "Vergangenheitsbewältigung" überhaupt heißen und wer will da was bewältigen ?
Bei dieser Frage hilft ein wenig googeln.
Kein Wunder das dieser Begriff fest in Rechter Hand ist.
Walser läßt grüßen.
Also bitte vorher über die Begriffe nachdenken !!!
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Das die Bullen keine Rücksicht darauf nehmen ob Holocaustüberlebende Demonstrieren, wenn sie ("Befehl und Gehorsam") ihren Beruf des bezahlten
Schlagens ausüben, sollte doch bekannt sein.
Deshalb ist bei einer Beschreibung der Vorgänge darauf zu achten besonders nüchtern die Sachverhalte zu beschreiben, um nicht in das typische Argumentationsmuster sogenannter Antideutscher zu verfallen und Holocaust Überlebende, bzw Juden/JüdInnen zu funktionalisieren.
Das viermalige Wiederholen des Überlebens, in dem kleinen Absatz, in Bezug auf das Gesamtgeschehen, gibt dem Bericht einen unangenehmen Beigeschmack.(wenn ich diese schwammige Formulierung gebrauchen darf)
Kritiker: Kennst Du Zynismus?
zur "Bewachung" der Nazis
In der Pressemeldung der Polizei ist euphemistisch von "vereinzelten Zwischenfällen" die Rede.
Dies sollte mensch nicht vergessen, wenn das unverhältnismäßige Vorgehen der Polizei gegen die Gegendemo kritisiert wird. Ein paar Strassen weiter wurden Übergriffe von Neo-Nazis auf Andersdenkende zumindest billigend in Kauf genommen.
Interview mit VVN
@ real,-
Es ist ok, wenn an einem (unterstelltem) Spaltungsversuch als erstes der Spaltungsversuch an sich kritisiert wird, und nicht dessen Inhalte.
Es geht um die Form der Auseinandersetzung. Wenn Abmachungen einfach übergangen werden und Lautidurchsagen nicht beachtet werden muss man halt damit rechnen von der Demo entfernt zu werden.
Kritik muss innerhalb der radikalen Linken immer solidarisch bleiben, denn wir sind immerhin die einzige gesellschaftliche Gruppierung die sich die Freiheit aller Menschen auf die Fahnen geschrieben hat. Auf nicht-solidarische Kritik kann nur mit dem Entzug der Solidarität geantwortet werden. Da gibt es keinen anderen Weg.
"Herdentrieb" ist für mich wenn Menschen unreflektiert Meinungen oder Verhaltensweisen anderer übernehmen, beispielsweise im Jagdfieber.
Die Auseinandersetzung zwischen der radikalen Linken und den antiDs zieht sich nun aber schon ein paar Jährchen hin. In dieser Zeit hatte wohl jedeR Zeit genug sich ein eigenes Bild zu machen. Den Auseinandersetzungen Triebhaftigkeit zu unterstellen zeugt von eigener mangelhaften Reflektion der Ereignisse.
zur Theorie:
AntiDs versuchen ein Unterdrückungsmuster (Antisemitismus) durch ein anderes (Nationalstaaten) auszuhebeln. Seit Mitte der Neunziger hat sich aber in der radikalen linken die Theorie durchgesetzt, dass alle Unterdrückungsmuster gleichwertig sind, und gleichermassen bekämpft werden sollen. Da die "Diktatur des Proletariats" so in die Hose gegangen ist, schien das ein passender Ansatz. Daß er unpassend ist, ist nicht bewiesen, und würde sich auch nicht mit dem Grundsatz der Linken (Freiheit für alle, kein zweck heiligt die Mittel) treffen. AntiDs heben nun den Antisemitismus als Hauptübel hervor und wollen sogar Nationalismus (Zionismus) dagegensetzen. Das ist ein theorethischer Rückschritt in die Siebziger. Natürlich ist da immer noch Raum für Zusammenarbeit, wenn die AntiDs ihre Theorie nicht zum Dogma erheben würden, und entsprechend auftreten würden.
Übt euch mal nen bissel in Toleranz!
Interview mit Esther Bejarano
Interview
»Das Ganze war wie ein Albtraum«
Die Auschwitz-Überlebende Esther Bejarano über das Vorgehen der Hamburger Polizei am Samstag
Die 79-jährige Esther Bejarano überlebte das KZ Auschwitz und das Frauenstraflager Ravensbrück. Sie ist Mitbegründerin und Vorsitzende des 1986 gegründeten Auschwitz-Komitees in der BRD e.V..
ND: Sie haben am vergangenen Wochenende auf der Demonstration gegen den Nazi-Aufmarsch in Hamburg gesprochen. Wie haben Sie den Samstag erlebt?
Bejarano: Das Ganze war wie ein Albtraum, von dem ich mich immer noch nicht erholt habe. Ich hatte noch nie in meinem Leben Wasserwerfer gesehen. Am Anfang habe ich gedacht: Was sind das bloß für monströse Gefährte, die die Polizei da aufgefahren hat? Dieses Rätsel sollte sich ziemlich schnell lösen, denn noch bevor die Kundgebung begann, traten sie in Aktion. Ich habe dann über Mikro die Polizei aufgefordert, den Einsatz sofort zu stoppen.
Die Reaktion seitens der Polizeileitung war, dass das Stromaggregat für die Lautsprecheranlage beschlagnahmt wurde und ein Wasserwerfer minutenlang seinen Strahl direkt auf den Wagen hielt, in dem ich saß. Und sie wussten genau, wer da drin sitzt, denn ich hatte vorher über die Lautsprecheranlage gesagt, dass ich Auschwitz-Überlebende bin. Ich konnte aus dem Auto auch nicht raus, denn auf der einen Seite waren die Wasserwerfer, auf der anderen Seite eine Polizeikette. Ich hatte große Angst, dass die Windschutzscheibe bricht und ich dem Strahl direkt ausgesetzt bin.
Hat sich jemand von der Polizeiführung bei ihnen dafür entschuldigt?
Im Gegenteil: Ich ging dann später zu einem Beamten der Einsatzleitung, um mich zu beschweren. Der Mann sagte dann zu mir, er könne nichts dafür, er führe nur die Befehle aus, die ihm gegeben werden. Ich antwortete ihm, dass ich diese Worte schon einmal gehört hätte und dass diese Haltung Zig-Millionen Menschen das Leben gekostet habe.
Anlass für die Demonstration war der Nazi-Aufmarsch gegen die Wehrmachtsausstellung. Da haben sich knapp 1000 Nazis versammelt, die größte rechtsextreme Demo in Hamburg seit 30 Jahren.
Diese Masse ist beängstigend. Ich habe den Eindruck, seitdem das NPD-Verbot gescheitert ist, haben die faschistischen Organisationen Zulauf bekommen. Vermutlich denken viele, die können uns ja doch nichts. Dass Faschisten unbehelligt demonstrieren können, liegt aber wohl auch daran, dass die Geschichte in diesem Land nie aufgearbeitet und die Akteure nie belangt wurden. Im Gegenteil, ihnen wurde zur Flucht verholfen, so dass sie die faschistische Ideologie weiterspinnen und weltweit verbreiten konnten. Heute sind Antisemitismus und Rassismus wieder – oder noch immer – gesellschaftsfähig. Faschisten demonstrieren mit denselben Parolen und Emblemen wie damals. Auch am vergangenen Wochenende: Die Nazis waren ausgezogen, die Wehrmacht hochleben zu lassen.
Macht Ihnen das Angst?
Natürlich macht mir das Angst. Ich frage mich, wie so etwas wie letzten Samstag nach den Aber-Millionen Toten, die dem deutschen Faschismus zum Opfer gefallen sind, wie das nach Auschwitz überhaupt möglich ist. Dann denke ich: Wie wird sich das wohl weiterentwickeln? Werden meine Kinder und Enkelkinder irgendwann ähnliches durchmachen müssen wie ich? Viele Menschen in diesem Land sind scheinbar unbelehrbar.
Am Sonntagabend rief mich ein Journalist der Bildzeitung an, um mit mir über die Ereignisse während der Demonstration am Samstag zu reden. Er hätte gehört, ich sei im KZ gewesen, deshalb hätte er einige Fragen an mich, begann er das Gespräch. Nachdem ich ihn fragte, was er denn wissen wolle, sagte er: »Was haben Sie denn verbrochen, dass Sie in Auschwitz waren?« Das hat mir dann den Rest gegeben, ich war völlig schockiert.
Fragen: Birgit Gärtner
(ND 03.02.04)
Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen
Vergangenheitsbewältigung auf hanseatische Art
Mods...
Löscht bitte den Nazi-Scheiss und auch den Anti-D-Quatsch, denn Leute wie Esther haben schlichtweg keinen Bock für die Idioten als Alibi mißbraucht zu werden.
Lieber Henryk Müller-Ültges
Wasser ist nass
das ist doch ganz einfach zu verstehen.
Es geht darum, dass Überlebende des KZ Auschwitz mit Wasserwerfern beschossen wurden. Der eine meint, das wäre ein Grund zum Lachen, der andere meint, das wäre ein Skandal.
Beides ist Quatsch.
Sie sind nassgespritzt worden, wie alle anderen.
Wenn jemand darüber Schadenfreude empfindet, wie dieser unangenehme Zeitgenosse, der wahrscheinlich in Kürze gelöscht wird, dann verdient er ein paar hinter die Löffel.
Und wenn jemand meint, das wäre ein Skandal, dann begreift er die Dimensionen nicht, um die es hier geht.
Die Auschwitz-Überlebenden haben in ihrer Jugend ein derartiges Mass an Repression erlebt, dass die heutige Repression dagegen ein Fliegenschiss ist.
Das NS-Regime entstand nicht aus dem Nichts, sondern aus einem Staat, wie diesem hier. Und wenn Auschwitz-Überlebende sich an einer Demo beteiligen, auf der die Staatsgewalt massiv angegriffen wird, dann wissen sie auch, dass man dabei mindestens nass werden kann.
Diese Leute haben das Recht, ihre Rolle selbst zu definieren und nicht instrumentalisiert zu werden.
@Frosch
Genau das ist ja das Problem. Du kapierst es einfach nicht.
@Peter
Aber ich, der Frosch, hab doch lediglich auf den Beitrag bzgl. der antisemitischen Übergriffee hingewiesen.
Israel ist immerhin ein Staat in dem ebenfalls viele Holocaust Opfer leben, egal, ob die Fahnen träger nun "verwöhnte kids aus berlin" sind, eine Israel Fahen aus der Demo zu prügeln ist antisemitisch und intollerierbar!
@Novarg.A
@Frosch
Auf der anderen Seite stehen Leute mit Israel-Fahnen, die aus der selben Demo entfernt wurden.
Beides hat nichts miteinander zu tun.
Die KZ-Häftlinge waren dort, weil sie nicht wollen, dass so etwas noch mal passiert. Ein inhaltlicher Bezug zum Staat Israel ist in diesem Zusammenhang absurd.
Der Staat Israel ist weder der Staat "der Juden" noch der Staat "der Holocoast-Überlebenden". Der Staat Israel ist, wie "unser" Staat auch, ein Staat des Kapitals.
Wenn also Fahnenträger des Staates Israel von dieser Demo entfernt wurden, dann ist das weder antisemitisch noch untolerierbar. Nationalfahnen dürfen einfach nicht in einen solchen Zusammenhang gesetzt werden.
Wenn du in einer Fahne ein schützenswertes Symbol siehst, dann bist du auf dem Weg in die Sackgasse. Eine Fahne ist ein Fetzen Stoff, den man herunterreisst. Wir sind doch alle gleich.
Noch mal was zu Frau Bejarano:
Auschwitz-Überlebende sind keine Zoo-Tiere, die bewundert, begafft oder bemitleidet werden müssen. Sie sind Leute wie du und ich, die manchmal nassgespritzt werden. Was solls.
@Frager
@ peter
oh mann, peter bist du naiv. mich wundert wirklich, warum sich in einer aufgeklaert gebenden linken soviele naive gutmenschen und halbgebildete spruecheklopfer rumtreiben. ich denk mal, die meisten linksradikalen suchen nicht politik sondern freunde. das würde auch erklaeren, wieso diese sog. autonomen linken mit so einem ueberzogenen reflex reagieren, wenn man ihre "linke gemeinschaft" in frage stellt. kritisiert wird nicht der inhalt der (von der "linken gemeinschaft" unterstellten) spaltungsversuche, sondern nur der angebliche spaltungsversuch an sich. wie arm. das ist nicht linksradikal, was ihr da in hamburg abgezogen habt, das ist primitiver herdentrieb.
@hans
Ich habe mindestens eine spanisch-repbublikanische Nationalstaatsfahne auf der Demo gesehen, die natürlich nicht abgeräumt wurde. Es hat sich auch niemand über die massive Präsenz von Pali-Tüchern beschwert - bekanntlich ein vom Mufti von Jerusalem während des sog. arabischen Aufstands 1936-39 zwangsweise eingeführtes Kleidungsstück, zwecks Bekundung "nationaler Identität".
Die Gegner von "Nationalstaatsfahnen" wollen einfach die Fahne mit dem jüdischen Davidstern aus ihrer Demo raushaben, und sollten das dann wenigstens auch offen so sagen.