Graffitilobby Einwandfrei

saul 27.01.2004 22:05 Themen: Freiräume
Graffiti oder Writing hat keine Lobby dafür umsomehr Gegner die härtere Srafen fordern, siehe die jüngste CDU Kampagne. Das soll sich ändern und zu diesen Zweck wurd kürzlich der Verein "Einwandfrei" gegründet.
Eh dir fällt was ein - bist in nen Verein.
Wer wir sind? Eine Handvoll Leut die was damit zu tun haben, Exsprüher, Profisprüher und sonstige Interssierte. Ne HP gibts auch und n Aufnahmeantrag. Nicht von dem Wortungetüm abschrecken lassen, is eben Vereinsrecht. Um mitzumachen muß man weder selbst sprühen noch gesprüht haben. Wer aktiv sprüht darf auch mitmachen, nur damit hat der Verein nix zu tun. Wir sind keine Anlaufstelle für nervige Kids und fordern niemanden zum sprühen auf. Kann kein Verein machen, is bekannt und davon abgesehen, sowas passiert eh von allein. Der Hintergrund der Vereinsgründung ist, wer keinen Verein hinter sich hat wird nicht gehört. Kannst sagen was du willst, s ist nur ne Einzelmeinung die nirgends gehört wird. Mit einen Verein im Briefkopf hast zumindest die Möglichkeit, das Erklärungen zur Kenntnis genommen und sogar gedruckt werden. Bescheuert? Is halt in Deutschland so. Jugendliche können zwar rumsprühen, stehen dann aber wenn erwischt der Justiz und Bahnbürokratie recht hilflos gegenüber. Auch etwa den überzogenen Schadenersatzforderungen, deren Abschreckungspreise in keinen Verhältnis zu den tatsächlichen Aufwand an Arbeitsstunden stehen die man braucht um eine gebombte S Bahn zu reinigen. Und ernstgenommen werden sie ohnehin nicht. Jedenfalls ist ein Anfang gemacht.
Vereinslink:
 http://www.einwandfrei.org
Bericht im www:
 http://www.nouripour.de/presse/25869.html
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Ergänzungen

Graffit soll mit Knast bestraft werden

Writer aus Berlin 27.01.2004 - 23:03
Der rot-rote Innensenator Körting (der immer wieder das Grundgesetz ausschalten will), fordert seit einigen Wochen Gefängnisstrafe für Graffiti. Bei dieser Kampagne wird er von der Springerpresse wie üblich mit ihren Fake-Artikeln unterstützt.
Die BVG hat derweil sämtliche Mitarbeiter zu Kontrolleuren gemacht. Hintergrund: es gibt keine Tickets mehr für sozial Benachteiligte. Von den Ärmsten der Armen sollen die Kontis jetzt Kohle in Millionenbeträgen herausquetschen. Schliesslich ist der Weg zum Arbeits- oder Sozialamt für einige viele Kilometer weit. Eine Strecke, die unzumutbar weit ist.
Die deswegen fehlenden Reinungskräfte putzen weniger Graffitis ab. Passt gut in Körtings+Springers Kampagne. Jetzt kann wirklich von einer Graffiti-Zunahme gelogen werden.
Und so passt eine asoziale Maßnahme mit der anderen zusammen. Das nennt man dann: gute Politik machen.

Street Art is not a Crime!

Rockn Roll 28.01.2004 - 11:27
Tipps für WriterInnen gefunden bei www.ostsachsen.tk

Street Art is not a Crime!
Graffiti sind keine "hässlichen Schmierereien die das Stadtbild verschandeln". Und wird auch nicht gemacht von "orientierungslosen Jugendlichen, die graue Wände bunter machen wollen", wie öfter von verständnisvollen Sozpäds angenommen wird. Es ist viel einfacher: Graffiti ist - oft illegale - unkontrollierbare Straßenkultur! Es ist viel geiler ein schönes Bild zu sehen als noch so eine hässliche Reklame. Ob wir jeden Tag an der gleichen beschissenen Werbetafel vorbeilaufen wollen hat uns niemand gefragt - trotzdem ist so etwas erlaubt. Sprühen jedoch ist verboten. Leider wissen zu wenig Writer und Writerinnen wie sie sich bei Ärger mit der Polizei verhalten müssen. Immer wieder passiert es, dass sich Leute ungewollt gegenseitig belasten. Sicher kennst du selbst genug Storys, bei denen sich Leute sich selbst oder andere angeschissen haben? Hier ein paar Tipps:





Grundsätzliches
- wenn möglich immer zu zweit losziehen (einer malt, der andere checkt)
- Dosen putzen und nachher nicht mit bloßen Fingern anfassen (wg. Fingerabdrücke)
- wenn du mit einer Schablone losziehst, auch diese gründlich von Fingerabdrücken befreien
- Dosen nicht mit Deiner Handschrift markieren
- Wenn Du mit einer Skizze losgehst, darauf achten, dass der Name auf keiner Zeichnung zuhause existiert!
- Vorher die Wand angucken oder damit fahren... :)
- mögliche Fluchtwege angucken
- Dosen zuhause schütteln


     




Beim Malen
- Leise sein!
- Vorher Lage abchecken
- mit Handschuhen malen (am besten Gummihandschuhe; gibts günstig in fast jedem Baumarkt)
- Dosen nicht mit bloßen Händen anfassen, auch in Stresssituationen nicht!
- Spaß am Malen nicht vergessen.

Nach dem Malen
- Leere Dosen liegenlassen und am nächsten Tag zum Recyclinghof mitnehmen!
- und Handschuhe so schnell wie möglich wegschmeißen
- benutzte (noch brauchbare) Dosen/Schablonen gleich nach der Aktion an einem sicheren Ort verstecken und in den nächsten Tagen abholen
- ruhig Richtung Fahrrad oder Auto laufen
- erst freuen, wenn Du im Bett liegt...
mehr Infos zu diesem Thema unter:www.ostsachsen.tk/ >>>>>>>>>>>>

I love tags

anton kerner 28.01.2004 - 11:43
so ne lobby für`s writin`zu organisieren ist sicher ne gute sache. aber ich glaub kaum, dass es in dieser gesellschaft ne plattform gibt, die das writin als ganzes (auch tags!) unterstützen wird. das bewußsein der gesellschaft hängt nun mal am privateigentum und deshalb wird sie den gedanken, dass der
öffentliche raum jedem gehört und von jedem gestaltet werden darf, kaum akzeptieren.

in england wurde letztens ne writer 2 jahre eingeknastet und in frankreich läuft ein dickes verfahren gegen ein magazin wegen schadensersatzansprüchen (oder so ähnlich) der sncf.

ich denke, dass das was jetzt so an initiativen von der cdu bezüglich der änderung des strafgesetbuches läuft ist ein trend, der sich auf jeden fall durchsetzen wird, da die hardliner bezüglich innenpolitik zurzeit sowieso das sagen haben.

safer spray

handboot 28.01.2004 - 13:24
Gummi(einmal)handschuhe reichen nicht aus, um Fingerabdrücke zu vermeiden.
Der Handschuh verhindert zwar, dass der SchweissFett-Film vom Finger aufgestempelt wird - aber er verhindert nicht, dass die Fingermaserung Abdrücke IN anderem hinterlässt: typischerweise in Farbe.

Also:
dünne Stoffhandschuhe drunter, oder mehrere Gummis übernander...
Da gibt es Möglichkeiten.
Gruss

Nachtrag

saul 28.01.2004 - 15:32
Da ich das Teil unter Namen reingesetzt hab, ist das natürlich keine Vereinsmitteilung. Kleiner Unterschied.
Tipps für Writer gibts genug im Netz. Hier kann es nur darum gehen der Propaganda was entgegenzusetzen und nicht aus Leuten Krimminelle zu machen bevor sie es sind. Wir sind auch kein Mülleimer für genervte Hausbesitzer die dann etwa sagen, dann sagt euren Leuten....! Wir haben keine Leute, wir haben keinen was zu sagen. Uns kann es auch nicht drum gehen Wertungen aufzustellen was gute und schlechte Graffiti sind. Allenfalls um legale Möglichkeiten wo die Writer arbeiten können. Denn die werden irgendwann als Strafaktion wieder beseitigt. Soll heißen, na die sprühen ja doch weiter illegal, dann können wir die legalen Flächen gleich zurücknehmen oder abreißen. Vor allem mir geht es nicht um marktgerechte Anbiederung, ja die Schmiererei finden wir auch nicht gut.... wär nicht sehr glaubwürdig. Tag und Piece ist nicht zu trennen und was schön angeht, ja das ist ja schön bunt aber dieses Geschmier...! Diese Frage hat sich früher nie gestellt als Graff noch aus Wandsprüchen und Anarcho-a bestand. Da hatte niemand den Anspruch das es schön sein sollte. Es war einfach ne verkürzte Aussage, mehr nicht. Das bereits Tags Kunst sind, das kapiert die Öffentlichkeit bis heute nicht, sie wollens nicht kapieren.

Letter from Samarkand

Samarkand 28.01.2004 - 17:20

Kunst, nicht Kunst oder doch? Welch eine müßige Diskussion. Darum geht es ja auch nicht bei der Taggerei, auch nicht den Gegnern. Wenn ich mir im Laden von meinem sauer verdienten Geld ein Stück Leinwand kaufe, um ein Bild darauf zu malen, wäre ich sehr verärgert, wenn ich am nächsten Tag feststellte, dass das schon jemand anderes besorgt hätte.

Das dazu.

Wenn jemand einem von euch die Farbe klauen würde (Fahrrad, Auto,...) käme bei der Kommentierung der Tat sicher auf einmal eine andere Sicht des Eigentumsbegriffes rüber, da bin ich mir sicher!

Vielleicht sollte man hier etwas moderater vorgehen und z.B. in den Vordergrund stellen, dass das Motiv der Sprayer niemals das gleiche ist, wie das von Leuten, die losziehen um Sachen zu beschädigen, aber nach gleichen (meist nach härteren) Maßstäben be- und verurteilt werden.

Im Ganzen finde ich den Verein eine gute Sache, weil Sprayer dringend eine Lobby brauchen! (Zumal sie sich selten darüber im Klaren zu sein scheinen, wie gründlich man ihnen die Zukunft versaut, wenn sie erstmal in die Mühlen der Justiz geraten sind)

Nervensäge

saul 29.01.2004 - 02:17
Genau das wäre ein Punkt in Sachen Verständigung. Wohin mit den Tags? Nicht überall gehören sie hin. Historische Gebäude sind nicht unbedingt die geeigneten Malflächen. Sicher, es gab Zeiten da wurde auf den Kirchenwänden ganz selbstverständlich geschrieben und zeitgenössische Maler haben auch diese Graffiti wiedergegeben. Heut muß das nicht unbedingt sein. Es gibt Wände von denen man die Finger lassen kann und das klappt sogar. In Frankfurt gibt es die Station Zoo und da gibts Viecher an den Wänden, halt für die Kinder in erster Linie. Bisher hat auch keiner da draufgetaggt. Es geht also doch. Über die Pieces in den Stationen Oper und Westend war der RMV sehr erschüttert. Nun so groß war der künstlerische Wert da nicht grade, eher wurde die Station durch Pieces aufgewertet. Na mittlerweile gebufft und nur noch mit der Kamera gerettet. Denk es gibt Verständigungswege. Writer haben durchaus den Anspruch, Kunst zu respektieren.

Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen

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körting in den knast

berliner 28.01.2004 - 11:44
wann wird eigentlich dieser körting mit knast bestraft. nach der revo....

entgegen dem konsens

genervt 28.01.2004 - 13:46
grafity nervt mich zu 98%. das stadtbilder, sowieso schon von kapitalistischen bau-machenschaften verschandelt verliert die letzte würde. ich will einfach keine tags der klasse "/()/=)&&" mehr sehen. der geringe anteil von guten arbeiten(meist bald wieder mit "ioo(/&%$" übersprüht) ist zu gering als das ich den müll in kauf nehmen wollte.

in ost-berlin sind unmengen toller bauten und kunstwerke durch graffitys versaut.
zwei üble beispiele
- mosaik (sozialistischer realismus 60iger jahre, karl marx allee) - tag übersprüht - nur mit hohem aufwand restaurierbar - das interesse der stadt an sozialistischer kunst ist gering
- ernst thälmann statue, greifswalder strasse - wird permanent zugekliert - einmal jährlich putzt dann wenigstens der verein zur erhaltung des thälmann denkmals

meiner meinung ist es lange überfällig - graffitys sind sachbeschädigung und sollten rechtlich auch als solche behandelt werden.