Kalaschnikow.net: Tschüss, Bernd Rabehl!

Dietmar Gottfried 24.01.2004 17:35
Die Redaktion des Berliner Internet-Magazins kalaschnikow.net hat sich von ihrem bisherigen Mitarbeiter, dem ehemaligen Wortführer der 68iger und Dutschke-Freund Bernd Rabehl distanziert.
Nachdem der Soziologieprofesser an der Freien Universität Berlin in den letzten Jahren verstärkt mit rechtslastigen Positionen mehr als nur kokettierte, war Kalaschnikow.net war in der Vergangenheit wegen der Kooperation mit Rabehl immer wieder vorgeworfen worden, eine Einfallstor für rechte Ideologie innerhalb der Linken oder sogar ein Querfront-Projekt zu sein.

Bernd Rabehl habe, so heisst es in einer Erklärung, sich inzwischen tatsächlich auf der äußersten Rechten der Berliner Republik, da wo sich Rechtskonservative, Nationalrevolutionäre und Schlimmere berühren, eingeordnet. Die Kalaschnikow-Redaktion habe das bis zuletzt verhindern wollen. Es sei ihr aber nicht gelungen.

Der inzwischen gewendete APO-Veteran habe mit zunehmenden Engagement zuerst seine Texte von der ?Jungen Freiheit? dokumentieren lassen, dann Beiträge bei ?Wir selbst? angeboten, schließlich in ?Sezession? veröffentlicht und seine Bücher im Antaios-Verlag herausgebracht. Außerdem trete er als Referent bei Tagungen des ?Instituts für Staatspolitik? als Experte für ?Links und Rechts? auf.

Kalaschnikow könne und wolle diesen Weg nicht mitgehen. Das Internet-Magazin werde auch in Zukunft den politischen Kurs weiterverfolgen, den es seit Jahren beschreite. Das Berliner Internetangebot sei ein linkes Bündnisprojekt und bewege sich an der Schnittstelle zwischen Kritischer Theorie und Klassischem Marxismus mit großer Offenheit in andere Richtungen. Für rechte Positionen oder solche, die in diese Richtung bewusst offen sind, sei da kein Platz.

Zu erreichen ist Kalaschnikow.net unter der Adresse  http://www.kalaschnikow.net/de/index.html. Dort kann sich der Leser davon überzeugen, dass die politische Orientierung der Zeitschrift sie eher einer klassischen Linken in einem Spannungsfeld zwischen PDS und DKP-Umfeld zuordnet. Das mag nicht spektakulär sein, aber "rechts" ist es sicher nicht. Das hat die Redaktion mit ihrer Entscheidung nun noch einmal unterstrichen.
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Ergänzungen

der gar nicht geheime Verführer

Resi Stent 24.01.2004 - 18:35
Erstaunliche Wendung.
Der Maßstab für Rabehls Expertentum in "Links" und "Rechts" ist
zweifelsohne er selbst.
Wo er doch mehrere Jahrzehnte in der Praxis und der FU
kräftig mitfestgelegt hatte, was zunächst "Links" und
dann, was "Rechts" ist.
Der Übergang war auch niedlich.
Ich persönlich fand ihn sowohl als "Linken" als auch als
"Rechten" unerträglich. -
Und was Kalaschni... angeht - hat Rabehl etwa die Projektgelder
gestrichen?
Mußte er - sollte er - durfte er ?

National-Bolschewismus

Paket-Zusteller 24.01.2004 - 18:35
Der oben genannte Faschist ist ein Klassischer Vertreter des National-Bolschewismus in Deutschland. Er bezieht sich zwar nicht auf den Gründer Ernst Niekisch aber doch schon auf Lenin usw.usf..

In seinen Vorlesungen saßen immer die Oberkrassen Burschis! Hauptthema war MARXISMUS! Wenn die heutigen Nationalrevolutionäre sich auf die Theorie des Antiimperialistischen (antiimperialistische Einheitsfront mit dem Großkapital) Kommunismus - OHNE KLASSENBEZUG - stützen so ist das nicht Michael Kot vom Kampfbund Deutscher Sozialisten (KDS) zu verdanken, sondern Rabehl!

Wie bei allen Vertretern dieser Nationalsozialistischen Richtung ist Trotzki (wegen seinen Vorfahren) recht unerwünscht. Er ist das Gehirn des Ansprechpartner Nummer 1 für Nazi-Bols Horst-Mahler.

Rabehl, selber niemals Stalinist (aussergewöhnlich für Naz.Bols), ist im Forschungsverbund SED-Staat.

Als er noch Doz am OEI-OSI der FU-Berlin war hat er dort eine krasse Querfront hochgezogen zusammen mit seinen Kameraden!

Dabei hat er doch in der SPD Hochschulgruppe Soz.Deut.Stud.bund (SDS) eine so radikalen Anfang gemacht. Angeblich hatte er sich, nach Augenzeugenberichten, damals noch auf Trotzki bezogen.

Bei seinen Faschismus-Analysen wird der aber eben gerade ausgelassen!

NATIONALBOLSCHEWISTEN = NAZI !!!!!!

Von wegen Zusammenarbeit beendet

Brian 24.01.2004 - 18:35
Domaindaten
Domain: bernd-rabehl.de
Letzte Aktualisierung: 22.01.2004

Domaininhaber
Der Domaininhaber ist der Vertragspartner der DENIC und damit der an der Domain materiell Berechtigte.

Name und Adresse: Stefan Pribnow
Kalaschnikow - Redaktion -
Greifswalderstr. 4
D-10405 Berlin
Germany


Administrativer Ansprechpartner
Der administrative Ansprechpartner (admin-c) ist die vom Domaininhaber benannte natürliche Person, die als sein Bevollmächtigter berechtigt und gegenüber DENIC auch verpflichtet ist, sämtliche die Domain bernd-rabehl.de betreffenden Angelegenheiten verbindlich zu entscheiden.

Name: Stefan Pribnow
Kontakttyp: PERSON
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PLZ: 10405
Stadt: Berlin



Technischer Ansprechpartner
Der technische Ansprechpartner (tech-c) betreut die Domain bernd-rabehl.de in technischer Hinsicht.

Name: Stefan Pribnow
Kontakttyp: PERSON
Adresse: Kalaschnikow - Redaktion -
Greifswalderstr. 4
PLZ: 10405
Stadt: Berlin
Telefon: +49 1714241018
Telefax: +49
E-Mail:  pribnow@partisan.net



Zonenverwalter
Der Zonenverwalter (zone-c) betreut die Nameserver der Domain bernd-rabehl.de.

Name: Stefan Pribnow
Kontakttyp: PERSON
Adresse: Kalaschnikow - Redaktion -
Greifswalderstr. 4
PLZ: 10405
Stadt: Berlin
Telefon: +49 1714241018
Telefax: +49
E-Mail:  pribnow@partisan.net



Technische Daten
Nameserver: ns1.dnsresolve.net.
Nameserver: ns2.dnsresolve.net.

Begriffsklarheit

Dietmar Gottfried 24.01.2004 - 19:39
Also zu dem Begriff "Nationalbolschewismus":

Der wird ja zweifach verwendet. Einmal als exakter Begriff für Strömungen
aus der Weimarer Republik im Umfeld der Konservativen Revolution, bzw. mit heutigen Gruppen, die in dieser historischen Kontinuität stehen. Historisch wäre das Ernst Niekisch und Consorten. Das wäre zum Beispiel der rot-braune Crossover in Russland, wo Gruppen wie die
NBP einen großrussischen Chauvinismus konsequent mit allem verbinden, was
antiemanzipatorisch am Leninismus/Stalinismus ist.

Zweitens als polemischer Begriff in einer innerlinken Auseinandersetzung, beispielsweise von antideutschen Linken z.B. gegen Gruppen wie dem Umfeld der Zeitung jungen Welt. Wie hilfreich das ist, um das Phänomen zu erfassen, das benannt und kritisiert werden soll: naja...

Bei der Kalaschnikow geht es definitiv nicht um einen programmatischen Nationalbolschewismus im historisch exakten Sinn. Das sind ganz banal "Altlinke" (also das meint keine biographische Alter) a la DKP, an denen es sehr viel zu kritisieren gibt, aber legitimerweise keine inhaltlich Nähe zu rechten Positionen oder eine quasi unterirdische Agenda, um die Linke quasi subliminal mit rechten Inahalten zu unterwandern. Das ist Verschwörungstheorie und Rufmord, der sich nach dem "Stille-Post-Prinzip" im Internet verbreitet. Dabei wird der exakte und der polemische Begriff des Nationalbolschewismus solange vermanscht, bis alle Unterschiede zu einem Brei verrührt sind und die letzte Klarheit beseitig ist.

Ich habe manchmal das Gefühl, dass manche Leute alles tun für Punktsiege ihrer jeweiligen Sekte im innerlinken Ringelpietz, ausser nachdenken. Vielleicht bin ich morgen früh auch als Nationalbolschewist im Internet dingfest gemacht und in irgendwelchen textlichen Assoziationsexzessen (a saß mit b. in der gleiche Strassenbahn und dessen Großonkel hat 1924 das Wort Nationalbolschewismus ausgesprochen, deswegen ist klar, dass...). Um dem vorzubeugen: Ich finde den Bolschewismus scheisse (obwohl das als Teenager mal anders war) und ich finde die Deutschen scheisse, je mehr, desto mehr ich welche kenne lerne. Ich finde auch die deutschen Linken scheisse, aber das ist jetzt ein anderes Thema. Mir geht es einfach um Exaktheit der Analyse, mit Salman Ruschdie gesprochen: "Clarity, Clarity, at all costs Clarity!"


Allerdings finde ich auch, dass es jetzt konsequenterweise nicht mehr angeht, dass Pribnov noch die Website von Rabehl hostet. Ich finde auch, dass die Distanzierung reichlich spät kommt. Das ist oft so bei ehemaligen Übervätern .-)

Gehirnströme

Sy Napse 25.01.2004 - 15:20
Allerding sitzen an anderen Unis offensichtlich weitaus üblere
"Denker".
Uni Greifswald z.B. propagiert die Freigabe von Bevölkerungsschichten
zum Menschenversuch, bezahlt von der Krupp-Stiftung.
Geisteswissenschaften als Legitimationswissenschaften für fast
jedes größere Verbrechen sind ekelerregend.

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