kritische Bilder zur LL-Demo - Teil 2

idees_noires 15.01.2004 20:23 Themen: Kultur Soziale Kämpfe
ein paar Bilder zu der unvermeidlichen LL(L)(M)(M)(S) Demo - zweiter Teil
Die Bilder wurden mit Gimp schwarz/weiß eingefärbt und dann rot getönt.

Eine Anleitung ist unter www.Gimpguru.org zu finden.

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Ergänzungen

hmm

ich 15.01.2004 - 23:54
ansich bildet sich jetzt alle selber ihr urteil zu den bildern. manche verstärken ihre meinungen durch den bildkommentar und andere lachen drüber!
meine anmerkung: nicht alle kommunisten rennen falschen idolen nach! alle die mit einen ddr/stalin/mao falgge rumlaufen sind für mich keine kommunisten, sondern totalitäre pseudo idealisten.
danke

LL und L, S, M

Maoam 15.01.2004 - 23:55
Luxemburg und Liebknecht waren Rätekommunisten.
Lenin war Bolschewist (also Parteikommunist).
Die Bolschewisten eroberten oder sprengten nach ihrer Machtergreifung während der Revolution (welche eigentlich schon Frühjahr 1917 ohne die Bolschewisten begann) die gegründeten Arbeiter- Bauern- und Soldaten-Räte.
Im Frühjahr 1918 begann die erste blutige Säuberungswelle der neuen Machthaber. Rätekommunisten, Anarchisten und Sozialrevolutionäre wurden in Lager gesteckt oder ermordet. Eine art Staatskapitalismus und ein absolutistischer, bürokratischer Staatsapparat wurden aufgebaut.
Luxemburg griff Lenin und die bolschewistische Diktatur in ihrem Werk "die russische Revolution" heftig an. Die Gemeinsamkeiten, die Luxemburg/Liebknecht scheinbar mit Lenin hatten waren wohl nur eine Illusion gewesen. Lenin war sehr populistisch und versprach (wie die meisten K-Gruppen auch heute) eine freiheitliche Gesellschaft. Nach 1918 stellte sich das aber als Rethorik heraus.
In Deutschland wurde die KPD mehr und mehr von moskauhörigen Bolschewisten und Nationalbolscheisten dominiert. Als sich der stalinhörige Thälmann an die Spitze der KPD setzte, wurde versucht das Andenken an Karl und Rosa etwas umzudeuteln: Ihre Eigenschaft als Rätekommunisten wurde unter den Tisch fallen gelassen und Lenin wurde beim LL-Gedenken als drittes "L" hinzugefügt. (Lenin galt auch unter Stalinisten als positive Figur - im Gegensatz zu Trotzki, der ein Rivale von Stalin war) Dieses dritte "L" wurde jedoch nur von der KPD und einigen anderen autoritären K-Parteien aktzeptiert.
In der DDR war das LL-Gedenken eine heuchlerische SED-veranstaltung. Beispiel: Schüler mit Luxemburg-Zitaten, die der SED nicht passten, wurden 1987 von der Stasi verhaftet.
Nach der Wende wurde das LL-Gedenken von der SED-PDS (später nur PDS) und verschiedenen West-K-Sekten für ihre Selbstdarstellung benutzt. Politisch aktive Kommunisten und/oder nicht-Sektierer waren in der Minderheit.
An der Zahl der L"s erkennt man heute die Ausrichting der jeweilgen Kommunisten:
3 L's werden von Stalinisten/Maoisten/Trotzkisten/Leninisten benutzt.
2 L's von Linken, die sich nicht in der Tradition staatskapitalistischer Herrschaftssysteme sehen.

Die mit den 3 Ls werfen allen mit 2 Ls oder ohne Ls vor antikommunistisch zu sein. Für die 3Ller ist quasi Antistalinismu=Antikommunismus.

Nationalbolschewisten

E. Hoxha 16.01.2004 - 00:30
@maoam:
nationalbolschewisten nannte man in der weimarer republik diejenigen faschisten, die im gegensatz zum hitler-flügel der nsdap für eine stärkere anlehnung an die sowjetunion eintraten. der durchaus kritisch zu bewertende patriotisch ausgerichtete teil der kpd, der damit dem stalin-kurs und seiner idee vom sozialismus in einem land folgte (im gegensatz zu trotzkis idee der permanenten revolution) hat damit rein gar nichts zu tun. man sollte nicht so leicht mit begriffen um sich schmeißen, die man selbst nicht definieren kann, schon gar nicht, wenn sie als beleidigung verstanden werden könnten.

Revolutionsfolklore

saul 16.01.2004 - 09:45
Für die Veteranen ists ja eh nur ein Erinnerungsausflug, was die Veranstaltung sehenswert macht ist das Dranhängen der letzten Sktierer aus ferner Vergangenheit. Diese machen mit ihren aus der Mottenkiste ausgegrabenen Transpis und Fahnen die Demo zu einen echt musealen Umzug. Genauso sahen die Demos der 70iger aus, nur waren die Marschblöcke disziplinierter und die Parolen wurden lauter skandiert. Wer diese KPD KPD/ML KBW DKP Demos nicht kennt, dem kann ich die LL Demo als Zaungast empfehlen. Geschichtsuntericht live oder Kommunismus Themenpark.

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