Fotos von Aktion der BaskInnen in Berlin

bündnis euskal herria 07.01.2004 22:58 Themen: Repression
Europaweit sind in mehreren Großstädten Delegationen von Angehörigen und ehemaligen Gefangenen gereist um dort mit Hungerstreik-Aktionstagen Öffentlichkeit für die Situation der ca. 700 baskischen Gefangenen herzustellen.

In Berlin setzen die BaskInnen ihre spontanen Kundgebungen fort und organisierten Go-Ins in Presse+TV-Gebäuden.

Ein Bericht mit Fotos.
Die BaskInnen zogen sich a la Tute Bianche (Italien) weiße Overalls über mit dem Text "Baskische Gefangene ins Baskenland!" (Diese Forderung erklären wir weiter unten). Dann gings los mit baskischen und roten Fahnen und Amnistia-Fahnen als auch Transpis mit den Forderungen "Freiheit für die Gefangenen aus dem Baskenland" durch die Friedrichstraße.

Überall wurden Flugblätter mit Informationen, Zahlen, Daten über die Situation der baskischen Gefangenen an die erstaunten PassantInnen verteilt.

Dieser Tag stand unter dem Motto: Wenn die Presse nicht zu uns kommt, gehen.......... (fortsetzung folgt)

------ eine kurze werbung----------------------

WEITERE TERMINE:

Am Donnerstag, dem 8.1. gibt es eine weitere Info-Veranstaltung der baskischen Angehörigen und baskischen Ex-Gefangenen um 19 Uhr im Mehringhof, Gneisenaustr. 2a, U-Bhf. Mehringdamm. Gezeigt soll dort ebenfalls werden der Film "Sezem Ölem", welcher die Situation von Gefangenen in der Türkei, Irland und Baskenland usw. darstellt und anklagt.

AM FREITAG: ab 15 UHR - KUNDGEBUNGEN für die Freiheit der politischen Gefangenen, Hackescher Markt (S-Bhf. Hackescher Markt)
Seit dem 5. Januar befinden sich ca. 27 Angehörige und Ex-Gefangene aus dem Baskenland im Thomas-Weißbecker-Haus in Berlin im "dynamischen Hungerstreik" für die Freiheit der baskischen politischen Gefangenen. Diese Art des Hungerstreiks bedeutet, daß begleitend täglich Aktionen, Kundgebungen und Veranstaltungen durchgeführt werden, um die Öffentlichkeit direkt zu erreichen.

ALLE INFOS TERMINE USW: siehe  http://www.geocities.com/euskal04


-------------- fortsetzung des Berichtes------------------------




........wir zu ihr.

Erster Zwischenstopp war das Gebäude der Zeitung "taz", welches schon einmal von StudentInnen besetzt wurde (siehe  http://de.indymedia.org//2003/12/70072.shtml ), in das ein Go-In veranstaltet wurde.

Im Gebäude wurde gefordert, eine/n zuständigen RedakteurIn zu sprechen, da man sonst ähnlich der StudentInnen das Gebäude besetzen müsse.

Die tazlerInnen waren erst reichlich genervt, denn es könne doch nicht sein, daß nun alle zum besetzen kommen, um ihren Artikel durchzudrücken.

So manche MitarbeiterInnen flüsterten sich zu "Oh nein, schon wieder eine Besetzung - die Basken dieses mal."

Im Gebäude wurden Flugblätter an die MitarbeiterInnen verteilt - die Chefredakteurin der taz versprach aber dann sich darum zu bemühen, daß etwas zum Hungerstreik der BaskInnen in Berlin erscheinen werde, und ein Live-Interview wurde vereinbahrt.

Da wir noch weitere "Presse-Termine" hatten, gingen wir dann, draußen wurde noch das Transpi für die Freiheit der Gefangenen entrollt und sich mit Parolen verabschiedet.

Es ging weiter zum Checkpoint Charlie wo wir uns alle versammelten für ein Foto - die erstaunten TouristInnen lernten einmal mehr das bunte Berlin kennen.


Das nächste Go-In mit zeitweiliger Blockade des Einganges wurde beim NTV-Gebäude in der Taubenstraße organisiert. Durch einen Fehler eines Mitarbeiters des NTV war die Tür öffen, so daß eine Delegation der baskischen Angehörigen in das Gebäude gelangen konnt.

Es wurde gefordert, den Chefredakteur zu sprechen...
Der war nach ca. 15 Minuten endlich aus seiner Besprechung gekommen und setzte sich mit uns zusammen. Er versprach uns für einen Report auf
NTV einen Reporter zu schicken als auch etwas kurzes im Sender unterzubringen. Ebenfalls er wurde über die desolate Menschenrechtssituation für baskische Gefangene und baskische Bevölkerung aufgeklärt und darüber, daß im Baskenland zur Zeit zahlreiche baskischsprachige Medien durch die spanische Regierung dichtgemacht und kriminalisiert worden sind und zahlreiche JournalistInnen im Knast gelandet sind.

Weiter gings danach zum ZDF-Gebäude in der Friedrichstraße.

Auf dem Weg dahin versammelten wir uns wieder mit Amnistia-Fahnen, Roten und Baskischen Fahnen und Transpis für eine weitere Foto-Session vor der US-Botschaft.

Erst ab diesem Zeitpunkt wurde die deutsche Polizei auf uns aufmerksam und lies die erste Wanne heranfahren. Jedoch ging es dann rasch weiter zumn ZDF-Gebäude wo sofort in den Innenraum vorgedrungen wurde, und sich die Polizei außerhalb ersteinmal beraten mußte.

Als wir beim ZDF ankamen meinte der Pförtner schon hektsich, daß man bescheid wisse, er schon telefoniert habe, und eine Redakteurin sofort herunterkommen wolle, um einen Termin mit den BaskInnen zu vereinbahren.

Dies geschah dann auch - aber die Polizei rückte trotzdem weiter an und mehrere Polizeiwannen fuhren auf.

Polizei rückte ein und versuchte uns eine erste Aufklärung darüber zu geben, daß es in Deutschland verboten ist, Fahnen und Transparente in der Öffentlichkeit ohne Anmeldung zu tragen ... weil dies sonst eine Demonstration sei.

Zu guter letzt, nachdem wir einen Termin mit der Redakteurin vereinbahrt hatten, konnten wir dann nur nach draußen gehen mit dem Kompromiss wenigstens die Fahnen einzurollen.

Wir entschwanden durch den Hinterausgang.

Hecktisch mußte die Polizei um das Gebäude herumrasen, um uns dann bis zur U-Bahn zu begleiten.

Wieder im Thomas-Weißbecker-Haus angelangt gab es kaum Pause für die Baskischen Angehörigen, denn mittleierweile begannen StudentInnen die in der Nähe gelegene SPD-Zentrale zu besetzen.

Auch die BaskInnen wollten sich mit dem Streik der StudentInnen solidarisieren und so begaben wir uns vor das SPD-Gebäude mit unseren baskischen, roten und Amnistia-Fahnen.

Zahlreiche StudentInnen wunderten sich überrdie Fahnen und fragten sich, ob die Zapatisten da wären, abermals wurden Flugblätter über die Situation im Baskenland verteilt. Die meisten StudentInnen waren sehr interessiert am Thema Baskenland und konnten so direkt mit VertreterInnen aus dem Baskenland diskutieren.

Abends stand dann der Besuch eines Vereinsraumes von türkischen GenossInnen an, die sich in Berlin + europaweit seit 19 Tagen ebenfalls im Hungerstreik für die Freiheit ihrer Gefangenen befinden.

Die türkischen GenossInnen berichteten uns darüber, daß in Wien und London die Hungerstreik-Zelte von Nazis angegriffen worden sind und in Brüssel und Berlin die Aufstellung eines Hungerstreik-Zeltes in der Öffentlichkeit bislang untersagt wurde. Ab dem 8. Januar jedoch haben sie endlich eine Genehmigung für den Aufbau eines Hungerstreik-Zeltes an der Amerkia-Gedenkbibliothek erhalten - also nur einige hundert Meter vom Thomas-Weißbecker-Haus entfernt, in dem die BaskInnen ihren Hungerstreik führen. Im Verein der türkischen Linken wurden den BaskInnen noch Video-Dokumentationen vom Massaker an türkischen Gefangenen 2002 vorgeführt, anschließend versicherte man sich der gegenseitigen Unterstützung im gemeinsamen Kampf für Menschenrechte und die Freiheit der politischen Gefangenen.

***** kurze Erklärung der Parole "Baskische Gefangene ins Baskenland!":

Neben der Forderung nach Freiheit der politischen Gefangenen (Amnestie) fordern die baskischen Angehörigen immer wieder die Verlegung aller baskischen Gefangenen ins Baskenland (baskisch: euskal presoak - euskal herria).

Hintergrund ist der, daß die ca. 700 baskischen Gefangenen zum großen Teil weit versteut in Frankreich und Spanien und über 1000 KM entfernt vom zuhause der Angehörigen und Familien eingeknastet werden. So ist es für viele Angehörige ökonomisch oft nicht aushaltbar, jedesmal zu einem Besuch des Gefangenen für 20 min Tausende Kilometer herumzufahren, und mit einmal auch vor verschlossenen Toren zu stehen und umsonst hergefahren zu sein.

Des weiteren gibt es bereits ca. 54 Auto-Unfälle von Angehörigen auf ihrem Weg zum Gefängnis. Eine weitere Schikane stellt auch die Methode der Behörden dar, die baskischen Gefangenen immer wieder tausende von Kilometer weit weg in andere Knäste zu verlegen.


PRESOAK KALERA - AMNISTIA OSOA!
(Gefangene auf die Straße - Amnestie sofort!

HOCH DIE INTERNATIONALE SOLIDARITÄT!
Indymedia ist eine Veröffentlichungsplattform, auf der jede und jeder selbstverfasste Berichte publizieren kann. Eine Überprüfung der Inhalte und eine redaktionelle Bearbeitung der Beiträge finden nicht statt. Bei Anregungen und Fragen zu diesem Artikel wenden sie sich bitte direkt an die Verfasserin oder den Verfasser.
(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)

Ergänzungen

aktionen 6.1.

jojo 08.01.2004 - 02:47
Hier ein Beitrag auf Indymedia zur Kundgebung der BaskInnen in Kreuzberg und Artikeln in Frankfurter Rundschau, Link zu Hungerstreik in Brüssel:

 http://de.indymedia.org/2004/01/71256.shtml

angriff in Insbruck, nicht Wien

ösi 08.01.2004 - 09:53
Der Angriff aif die türkischen Tayad-AktivistInnen fand in Innsbruck, nicht in Wien statt. Mehr nachzulesen ist hier:  http://at.indymedia.org/newswire/display/35929/index.php

Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen

Verstecke den folgenden Kommentar

Wohlstandschauvinisten

bea 09.01.2004 - 16:20
Von Baskinnen kann wohl kaum die Rede sein. Besser wäre zu sagen 10 deutsche Antiimps und 6 Basken oder so.
Am Alex stand diese koalition des Schwachsinns übrigens gemütlich neben den nazis von der bürgerrechtsbewegung solidarität.
gegen regionalismus und wohlstandschauvinismus!
nieder mit der eta!