Leipzig: Studis übernehmen Uni-Leitung
Soeben wurde das Rektorat der Universität Leipzig, Ritterstraße 26, von Studierenden besetzt.
Dies soll nicht als rein symbolischer Akt verstanden werden. Indem wir den Arbeitsplatz des Rektors Prof. Dr. jur. Franz Häuser übernehmen, wollen wir den studentischen Protesten hier in Leipzig eine bessere Verhandlungsbasis ermöglichen. Dies gilt nicht nur für die Infrastruktur des Büros und den Kontakt mit den Presseorganen, sondern vor allem für die Rolle des Rektors im Allgemeinen und die Rolle von Herrn Häuser im Besonderen. Schon sein Vorgänger, Prof. Dr. Bigl, übte sich als Rektor im Abpuffern von hochschulinteren Konflikten und in der schleichenden Anpassung an die Positionen der Landesregierung. Ein Doppelspiel, das ihn 2003 zerrieb. Rücktritt. Treibender Pol waren diesmal nicht die StudentInnen („Trau Dich Volker“), sondern die Landesregierung (Pauliner-Kirchen-Streit).
Und wer fühlte sich berufen, sofort in die Bresche zu springen, der Landesregierung mit sanften Tönen aus der Hand zu fressen? Franz Häuser. Der wohl nicht mal Rektor (vorläufig bis zur Wahl) geworden wäre, wäre man nicht davon ausgegangen, dass er zur Wahl nicht antritt. Er tat es dann doch.
Mit dem Ergebnis, dass sich der neue Rektor Häuser vom alten (Bigl) nur negativ abhebt. Anstatt die Interessen der Studierenden zu wahren und offensiv zu vertreten, zielen seine Vorstellungen von der Zukunft der Universität Leipzig in dieselbe Richtung, wie die düsteren Vorstellungen der Landes-, die schwarzen der Bundesregierung.
Deshalb wurde das Rektorat mit der Forderung besetzt, dass Prof. Dr. jur. Häuser schriftlich seinen Rücktritt bei der Neuen Universitätsleitung einreicht. Über die weitere Konstitution der Universitätsleitung wird zur Zeit im Gebäude diskutiert. Wir laden die Presse zur Berichterstattung ein und bitten die Polizei um solidarische Zurückhaltung. Wir rufen alle StudentInnen, Lehrende, das Personal des Mittelbaus, alle anderen Angestellten der Universität, sowie alle EinwohnerInnen Leipzig auf, an der Diskussion teilzunehmen und sich in den Prozess der Neugestaltung einzubringen.
Und wer fühlte sich berufen, sofort in die Bresche zu springen, der Landesregierung mit sanften Tönen aus der Hand zu fressen? Franz Häuser. Der wohl nicht mal Rektor (vorläufig bis zur Wahl) geworden wäre, wäre man nicht davon ausgegangen, dass er zur Wahl nicht antritt. Er tat es dann doch.
Mit dem Ergebnis, dass sich der neue Rektor Häuser vom alten (Bigl) nur negativ abhebt. Anstatt die Interessen der Studierenden zu wahren und offensiv zu vertreten, zielen seine Vorstellungen von der Zukunft der Universität Leipzig in dieselbe Richtung, wie die düsteren Vorstellungen der Landes-, die schwarzen der Bundesregierung.
Deshalb wurde das Rektorat mit der Forderung besetzt, dass Prof. Dr. jur. Häuser schriftlich seinen Rücktritt bei der Neuen Universitätsleitung einreicht. Über die weitere Konstitution der Universitätsleitung wird zur Zeit im Gebäude diskutiert. Wir laden die Presse zur Berichterstattung ein und bitten die Polizei um solidarische Zurückhaltung. Wir rufen alle StudentInnen, Lehrende, das Personal des Mittelbaus, alle anderen Angestellten der Universität, sowie alle EinwohnerInnen Leipzig auf, an der Diskussion teilzunehmen und sich in den Prozess der Neugestaltung einzubringen.
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Ergänzungen
FU-Berlin weiter im Streik
Weiterhin wurde der Rücktritt von FU-Präsident Lenzen gefordert.
Dies mal nur in aller Kürze.
Nun also doch. Der Osten bringts - weiter so!
Leipzig beschließt Streik
Die Vollversammlung der Studierenden der Universität Leipzig hat heute einen kreativen Streik beschlossen. Über 5.000 Studierende hatten sich auf dem Innenhof der Uni versammelt, um sich an der Diskussion und Abstimmung zu beteiligen. Das Votum für einen sofortigen Beginn des Streiks fand ein deutliche Mehrheit. Der Streik wurde zunächst bis zum 16. Januar beschlossen. Am 14. Januar soll auf einer weiteren Vollversammlung über eine Verlängerung entschieden werden.
Quelle: www.stura.uni-leipzig.de
So ging's weiter ...
WICHTIG: Morgen um 10 Uhr soll im Rektorat ein weiteres Plenum stattfinden, wo das weitere Vorgehen und die inhaltliche Ausrichtung geklärt werden sollen. Alle (und das heisst nicht nur Studierende!) sind dazu eingeladen, sich daran zu beteiligen und ihre Vorstellungen einzubringen.
Noch kurz etwas zur inhaltlichen Positionierung der Plenums-TeilnehmerInnen, welche vorhin beschlossen wurde:
Wir wenden uns gegen jede Form der weiteren Verschlechterung der Studienbedingungen, wie derzeit in Leipzig, d.h. gegen Mittelkürzungen, Stellenabbau etc. Wir sprechen uns klar gegen die Einführung von Studiengebühren aus.
Wir sehen uns als Teil der weltweiten Protestbewegung gegen die Angriffe auf unser aller Lebensbedingungen, wie z.B. Sozialabbau. Wir erklären uns solidarisch mit allen Menschen, die dagegen kämpfen.
Wir sehen die derzeitige "Besetzung" als Symbol für dezentrale Proteste von unten an. Selbst organisiert ist es uns möglich, gemeinsame Stärke zu entwickeln und bestehende Institutionen in Frage zu stellen.
btw: Der obige Artikel (die vorbereitete Pressemitteilung der Besetzungs-InitiatorInnnen) wurde am Computer in der Pressestelle des Rektorats gepostet.
Mehr zum Streik...
eine kleine richtigstellung...
ca. 11:30 uhr (also während der vv) besetzten zunächst etwas mehr als ein dutzend studis das rektorat. erst nachdem die spontandemo nach der vv unter dem balkon halt machte (ca. 13 uhr) waren ca. 100 studis im gebäude.
die pressemitteilung oben wurde kurz nach der "erstbesetzung" über das faxgerät der pressestelle des rektorats an presseverteiler geschickt (mein dank geht an die netten und kooperativen angestellten! :). das mit dem indymedia-artikel hätten wir fast vergessen - deswegen steht da oben 13:05.
Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen
Hurra! — egal
Mehr als eine symbolische Handlung? — Der Verständnislose
... — wen interessierts
Gerhard kommt.... — Kanzlör
@Der Verständnislose — Jacob
yippie! — rote plastiktrillerpfeife