Rassistischer Überfall in Weimar
In der Nacht von Freitag auf Samstag gab es in Weimar erneut einen rechten Übergriff, bei dem ein 40 jähiriger Mann, mosambikanischer Herkunft schwer verletzt wurde. Die Täter konnten bisher nicht gefasst werden.
Treffpunkt für alle die etwas gegen die anhaltenden rechten Übergriffe gegen rechts machen wollen Monntag um 17 Uhr Goetheplatz in Weimar
- Pressemitteilung der Netzwerkstelle gegen Rechtsextremismus Weimar
- Meldung vom Deutschlandfunk
- Zeitungsartikel der Thüringer Allgemeinen 22.12
- Zeitungsartikel der Thüringer landeszeitung 22.12
Treffpunkt für alle die etwas gegen die anhaltenden rechten Übergriffe gegen rechts machen wollen Monntag um 17 Uhr Goetheplatz in Weimar
- Pressemitteilung der Netzwerkstelle gegen Rechtsextremismus Weimar
- Meldung vom Deutschlandfunk
- Zeitungsartikel der Thüringer Allgemeinen 22.12
- Zeitungsartikel der Thüringer landeszeitung 22.12
Presseerklärung von der Netzwerkstelle gegen Rechtsextremismus:
Kein Ende der Gewalt: Mann mosambikanischer Herkunft in Weimar bei Überfall verletzt / Kundgebung gegen rechte und rassistische Gewalt am Montag
Einer Meldung des Deutschlandfunks vom heutigen Sonntag zufolge überfielen drei bislang unbekannte Täter bereits in der Nacht zum Samstag in Weimar West einen 40-jährigen Deutschen mosambikanischer Herkunft und schlugen mit einer Eisenstange und Bierflaschen auf ihr Opfer ein. Der Afrikaner musste mit - nach Polizeiangaben – schweren Verletzungen ins Krankenhaus gebracht werden. Die Täter sind flüchtig.
Vorläufiger trauriger Höhepunkt einer ganzen Reihe rechtsextremer und/oder rassistischer Angriffe, Pöbeleien und Sachbeschädigungen zum Jahresende in Weimar: Am 7. November greift eine Gruppe rechter Skinheads zwei koreanische Studentinnen der Bauhaus-Universität an. Am 24. November bedroht eine Gruppe von sechs Rechtsextremen einen älteren Herrn, der auf einen mit Hakenkreuzen verzierten Rucksack gestarrt hatte. Tags darauf verfolgt eine Gruppe von rund 15 Rechten einen 14-jährigen Punker durch die Stadt. Am 28. November wird ein chinesischer Student ins Gesicht geschlagen. In der Nacht zum Sonntag, 30. November, beschmieren Unbekannte das evangelische Gemeindezentrum in Weimar West mit Nazi-Parolen und SS-Runen. In derselben Nacht fallen in der Nähe etwa 15 Neo-Nazis mit Ruhestörungen und dadurch auf, dass sie besoffen Bierflaschen
aus dem Hochhaus-Fenster werfen. Am Samstag, 6. Dezember, schließlich feiert ein Weimarer Neonazi in Ottmannshausen Geburtstag im dortigen Gemeindesaal.
Selbst die Polizei geht nun von einer neuen Entwicklung aus und PI-Leiter Mirko Dalski schätzt die Stärke des harten Kerns der Nazi-Szene auf etwa 20 bis 25 junge Männer zwischen 20 und 25 Jahren. Dem Mitläufer-Umfeld rechnet er weitere 30 bis 35 Personen zu. Zeitgleich mit dieser Eskalation rechter/rassistischer Gewalt tritt auch eine neue Kameradschaft, der „Nationale Widerstand Weimar“, im Internet in Erscheinung. Gestern (20.12.03) hat sich diese Kameradschaft mit
einem Flugblatt dagegen gewehrt, mit obigen Vorfällen in Verbindung gebracht zu werden.
Es reicht! Alle Bürgerinnen und Bürger Weimars müssen spätestens jetzt
entschlossen handeln. Es geht darum, den Neonazis öffentliche Räume wie Goethe- und Theaterplatz, den Hauptbahnhof und weitere Plätze streitig zu machen und diese für ein offenes, menschliches Weimar zu reklamieren. Ziel neuer und verstärkter Anstrengungen muss die Schaffung eines entschieden weltoffenen und humanen Klimas sein, in welchem für Rechtsextreme und Rassisten kein Platz ist und wo sich Schutzbedürftige angstfrei bewegen können!
Schluss mit Lippenbekenntnissen – an die Arbeit: Weil wir die Nazis nicht mehr ignorieren können, müssen wir uns und unsere Stadt verändern. Sie muss ein Ort werden, wo rassistische Gewalttäter nicht den Eindruck haben, willkommen zu sein oder mit der Sympathie eines Großteils der Schweigenden rechnen zu können.
Die Netzwerkstelle gegen Rechtsextremismus bei Radio „Lotte in Weimar“ ruft deshalb am morgigen Montag zu einer spontanen Mahnwache auf dem Goetheplatz auf, wo sich sonst die Jungnazis treffen. Um 17 Uhr soll dort gegen Rassismus, Nazi-Gewalt und für ein offenes, wahr- und wehrhaft menschliches Weimar demonstriert werden!
Sonntag, 21. Dezember 2003: weitere Auskünfte unter 03643/777360
Meldung vom Deutschlandfunk:
Drei Jugendliche haben in Weimar einen Mosambikaner überfallen.
Wie die Polizei heute mitteilte, schlugen sie bereits in der Nacht auf Sonnabend mit einer Eisenstange und mit einer Bierflasche auf ihr Opfer ein. Der 40-jährige Afrikaner wurde im Krankenhaus behandelt. Die Täter sind flüchtig.
Thüringer Allemeine 22.12: Rechtsradikaler Überfall in Weimar
Ein Mann ist in der Nacht zu Samstag in einer Weimarer Plattenbau-Siedlung zusammengeschlagen worden. Der 40-jährige Deutsche wurde in Mosambik geboren, die Täter trugen Springerstiefel.
Die drei jugendlichen Täter attackierten den Mann kurz nach Mitternacht vor einem Hauseingang. Sie schlugen mit einer Eisenstange und einer Bierflasche auf ihn ein. Mit mehreren Platzwunden wurde der 40-Jährige ins Krankenhaus gebracht. Dort lag er auch noch gestern. Von den Tätern weiß die Polizei bisher nur, dass sie Springerstiefel trugen. Sie geht von einem ausländerfeindlichen Hintergrund aus.
Der zusammengeschlagene Mann lebt seit vielen Jahren in Weimar-West. Vor einem Jahr zog seine Frau aus Mosambik zu ihm in das Plattenbauviertel. Dort, so sagt Weimars Ausländerbeauftragte Helena Mühe, herrsche eine verbale und latente Ausländerfeindlichkeit. Mühe reagierte betroffen auf den neuerlichen Vorfall.
Rechte Jugendbanden sind im Stadtteil keine Seltenheit. In der letzten Zeit häufen sich jedoch die Straftaten. Sie reichen von Überfällen bis zu Graffiti-Schmierereien an einem Gemeindezentrum. Seit einigen Wochen gibt es eine Stadtteilwache. Doch der Polizist und die zusätzlichen Streifenbeamten sind anscheinend machtlos.
Auch der Ortsteilbürgermeister Frank Ziegler weiß nicht mehr weiter. Er schildert, wie Jugendliche vor Hauseingängen die Anwohner belästigen: "Sie machen vor niemandem Halt." Besonders in der Gruppe verlieren sie jeden Respekt. Bereits mit elf Jahren schließen sich manche den Jugend-Gangs an. Davon gebe es so viele, dass Tatverdächtige schlecht auszumachen seien, meint Ziegler.
Doch nicht nur im Plattenbaugebiet, das von vielen sozial schwachen Familien bewohnt wird, fallen Neo-Nazis durch Straftaten auf. Fritz Burschel von der "Netzwerkstelle gegen Rechts" hat die Vorfälle der letzten Monate genau erfasst. "Nach einer Zeit relativer Ruhe sind sie wieder ein Thema geworden", bestätigt er. Am 7. November griffen Skinheads zwei koreanische Studentinnen an, kurz darauf wurde ein chinesischer Kommilitone ins Gesicht geschlagen. Ende November warfen betrunkene Neo-Nazis Bierflaschen aus einem Hochhaus-Fenster.
Zeitgleich mit dem jüngsten Überfall versuchte eine rechtsgerichtete Kameradschaft am Wochenende, sich in Flugblättern von gewalttätigen Vorfällen zu distanzieren. "Weil wir die Nazis nicht mehr ignorieren können, müssen wir uns und unsere Stadt verändern", sagt Burschel und ruft für heute 17 Uhr zu einer Demonstration auf dem Goetheplatz auf.
Thüringer Landeszeitung 22.12 - Mosambikaner brutal überfallen
Weimar. (tlz) Brutaler Überfall: Mit einer Eisenstange und einer Bierflasche haben Unbekannte am Samstag kurz nach Mitternacht einen 40-Jährigen aus Mosambik in der Warschauer Straße vor der Hausnummer 26 b geschlagen. Der Verletzte wurde mit Platzwunden ins Klinikum eingeliefert. Zu den Tätern wurden nur unvollständige Personenbeschreibungen bekannt, wonach diese dunkel und mit Springerstiefeln bekleidet waren. Einer der drei Jugendlichen soll eine helle Jacke getragen haben. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen und schließt auch einen fremdenfeindlichen Hintergrund nicht aus. Die Netzwerkstelle gegen Rechtsextremismus bei Radio Lotte ruft für heute, Montag, zu einer Mahnwache auf dem Goetheplatz auf. Um 17 Uhr solle gegen Rassismus demonstriert werden.
Kein Ende der Gewalt: Mann mosambikanischer Herkunft in Weimar bei Überfall verletzt / Kundgebung gegen rechte und rassistische Gewalt am Montag
Einer Meldung des Deutschlandfunks vom heutigen Sonntag zufolge überfielen drei bislang unbekannte Täter bereits in der Nacht zum Samstag in Weimar West einen 40-jährigen Deutschen mosambikanischer Herkunft und schlugen mit einer Eisenstange und Bierflaschen auf ihr Opfer ein. Der Afrikaner musste mit - nach Polizeiangaben – schweren Verletzungen ins Krankenhaus gebracht werden. Die Täter sind flüchtig.
Vorläufiger trauriger Höhepunkt einer ganzen Reihe rechtsextremer und/oder rassistischer Angriffe, Pöbeleien und Sachbeschädigungen zum Jahresende in Weimar: Am 7. November greift eine Gruppe rechter Skinheads zwei koreanische Studentinnen der Bauhaus-Universität an. Am 24. November bedroht eine Gruppe von sechs Rechtsextremen einen älteren Herrn, der auf einen mit Hakenkreuzen verzierten Rucksack gestarrt hatte. Tags darauf verfolgt eine Gruppe von rund 15 Rechten einen 14-jährigen Punker durch die Stadt. Am 28. November wird ein chinesischer Student ins Gesicht geschlagen. In der Nacht zum Sonntag, 30. November, beschmieren Unbekannte das evangelische Gemeindezentrum in Weimar West mit Nazi-Parolen und SS-Runen. In derselben Nacht fallen in der Nähe etwa 15 Neo-Nazis mit Ruhestörungen und dadurch auf, dass sie besoffen Bierflaschen
aus dem Hochhaus-Fenster werfen. Am Samstag, 6. Dezember, schließlich feiert ein Weimarer Neonazi in Ottmannshausen Geburtstag im dortigen Gemeindesaal.
Selbst die Polizei geht nun von einer neuen Entwicklung aus und PI-Leiter Mirko Dalski schätzt die Stärke des harten Kerns der Nazi-Szene auf etwa 20 bis 25 junge Männer zwischen 20 und 25 Jahren. Dem Mitläufer-Umfeld rechnet er weitere 30 bis 35 Personen zu. Zeitgleich mit dieser Eskalation rechter/rassistischer Gewalt tritt auch eine neue Kameradschaft, der „Nationale Widerstand Weimar“, im Internet in Erscheinung. Gestern (20.12.03) hat sich diese Kameradschaft mit
einem Flugblatt dagegen gewehrt, mit obigen Vorfällen in Verbindung gebracht zu werden.
Es reicht! Alle Bürgerinnen und Bürger Weimars müssen spätestens jetzt
entschlossen handeln. Es geht darum, den Neonazis öffentliche Räume wie Goethe- und Theaterplatz, den Hauptbahnhof und weitere Plätze streitig zu machen und diese für ein offenes, menschliches Weimar zu reklamieren. Ziel neuer und verstärkter Anstrengungen muss die Schaffung eines entschieden weltoffenen und humanen Klimas sein, in welchem für Rechtsextreme und Rassisten kein Platz ist und wo sich Schutzbedürftige angstfrei bewegen können!
Schluss mit Lippenbekenntnissen – an die Arbeit: Weil wir die Nazis nicht mehr ignorieren können, müssen wir uns und unsere Stadt verändern. Sie muss ein Ort werden, wo rassistische Gewalttäter nicht den Eindruck haben, willkommen zu sein oder mit der Sympathie eines Großteils der Schweigenden rechnen zu können.
Die Netzwerkstelle gegen Rechtsextremismus bei Radio „Lotte in Weimar“ ruft deshalb am morgigen Montag zu einer spontanen Mahnwache auf dem Goetheplatz auf, wo sich sonst die Jungnazis treffen. Um 17 Uhr soll dort gegen Rassismus, Nazi-Gewalt und für ein offenes, wahr- und wehrhaft menschliches Weimar demonstriert werden!
Sonntag, 21. Dezember 2003: weitere Auskünfte unter 03643/777360
Meldung vom Deutschlandfunk:
Drei Jugendliche haben in Weimar einen Mosambikaner überfallen.
Wie die Polizei heute mitteilte, schlugen sie bereits in der Nacht auf Sonnabend mit einer Eisenstange und mit einer Bierflasche auf ihr Opfer ein. Der 40-jährige Afrikaner wurde im Krankenhaus behandelt. Die Täter sind flüchtig.
Thüringer Allemeine 22.12: Rechtsradikaler Überfall in Weimar
Ein Mann ist in der Nacht zu Samstag in einer Weimarer Plattenbau-Siedlung zusammengeschlagen worden. Der 40-jährige Deutsche wurde in Mosambik geboren, die Täter trugen Springerstiefel.
Die drei jugendlichen Täter attackierten den Mann kurz nach Mitternacht vor einem Hauseingang. Sie schlugen mit einer Eisenstange und einer Bierflasche auf ihn ein. Mit mehreren Platzwunden wurde der 40-Jährige ins Krankenhaus gebracht. Dort lag er auch noch gestern. Von den Tätern weiß die Polizei bisher nur, dass sie Springerstiefel trugen. Sie geht von einem ausländerfeindlichen Hintergrund aus.
Der zusammengeschlagene Mann lebt seit vielen Jahren in Weimar-West. Vor einem Jahr zog seine Frau aus Mosambik zu ihm in das Plattenbauviertel. Dort, so sagt Weimars Ausländerbeauftragte Helena Mühe, herrsche eine verbale und latente Ausländerfeindlichkeit. Mühe reagierte betroffen auf den neuerlichen Vorfall.
Rechte Jugendbanden sind im Stadtteil keine Seltenheit. In der letzten Zeit häufen sich jedoch die Straftaten. Sie reichen von Überfällen bis zu Graffiti-Schmierereien an einem Gemeindezentrum. Seit einigen Wochen gibt es eine Stadtteilwache. Doch der Polizist und die zusätzlichen Streifenbeamten sind anscheinend machtlos.
Auch der Ortsteilbürgermeister Frank Ziegler weiß nicht mehr weiter. Er schildert, wie Jugendliche vor Hauseingängen die Anwohner belästigen: "Sie machen vor niemandem Halt." Besonders in der Gruppe verlieren sie jeden Respekt. Bereits mit elf Jahren schließen sich manche den Jugend-Gangs an. Davon gebe es so viele, dass Tatverdächtige schlecht auszumachen seien, meint Ziegler.
Doch nicht nur im Plattenbaugebiet, das von vielen sozial schwachen Familien bewohnt wird, fallen Neo-Nazis durch Straftaten auf. Fritz Burschel von der "Netzwerkstelle gegen Rechts" hat die Vorfälle der letzten Monate genau erfasst. "Nach einer Zeit relativer Ruhe sind sie wieder ein Thema geworden", bestätigt er. Am 7. November griffen Skinheads zwei koreanische Studentinnen an, kurz darauf wurde ein chinesischer Kommilitone ins Gesicht geschlagen. Ende November warfen betrunkene Neo-Nazis Bierflaschen aus einem Hochhaus-Fenster.
Zeitgleich mit dem jüngsten Überfall versuchte eine rechtsgerichtete Kameradschaft am Wochenende, sich in Flugblättern von gewalttätigen Vorfällen zu distanzieren. "Weil wir die Nazis nicht mehr ignorieren können, müssen wir uns und unsere Stadt verändern", sagt Burschel und ruft für heute 17 Uhr zu einer Demonstration auf dem Goetheplatz auf.
Thüringer Landeszeitung 22.12 - Mosambikaner brutal überfallen
Weimar. (tlz) Brutaler Überfall: Mit einer Eisenstange und einer Bierflasche haben Unbekannte am Samstag kurz nach Mitternacht einen 40-Jährigen aus Mosambik in der Warschauer Straße vor der Hausnummer 26 b geschlagen. Der Verletzte wurde mit Platzwunden ins Klinikum eingeliefert. Zu den Tätern wurden nur unvollständige Personenbeschreibungen bekannt, wonach diese dunkel und mit Springerstiefeln bekleidet waren. Einer der drei Jugendlichen soll eine helle Jacke getragen haben. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen und schließt auch einen fremdenfeindlichen Hintergrund nicht aus. Die Netzwerkstelle gegen Rechtsextremismus bei Radio Lotte ruft für heute, Montag, zu einer Mahnwache auf dem Goetheplatz auf. Um 17 Uhr solle gegen Rassismus demonstriert werden.
Indymedia ist eine Veröffentlichungsplattform, auf der jede und jeder selbstverfasste Berichte publizieren kann. Eine Überprüfung der Inhalte und eine redaktionelle Bearbeitung der Beiträge finden nicht statt. Bei Anregungen und Fragen zu diesem Artikel wenden sie sich bitte direkt an die Verfasserin oder den Verfasser.
(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)
(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)
Ergänzungen