Pro-Saddam-Demo in Köln
Knapp 20 Neonazis um die "Freie Kameradschaft Köln"/"Kampfbund Deutscher Sozialisten" haben heute in der Kölner Innenstadt für die Freilassung Saddam Husseins demonstriert. Organisatoren waren Paul Breuer, Uwe Pendsinski und Axel W. Reitz. 40 Gegendemonstranten waren vor Ort. Rund 60 Polizisten schützten die Demo, größere Zwischenfälle gab es nicht.
Vor dem Kölner Opernhaus demonstrierten heute von 16 bis etwa 17.30 Uhr 18 junge Neonazis "für den völkerrechtswidrig inhaftierten rechtmäßigen Präsidenten des Irak, seine Exzellenz Saddam Hussein", wie es im Aufruftext hieß. Die Organisatoren Paul Breuer, Uwe Pendsinki und Axel W. Reitz, allsamt bekannte Neonazis, feierten in ihren Reden den von den USA gefassten Irakischen Diktator, freuten sich auf ein "neues deutsches Reich" und stellten eine Verbindung zwischen deuschem und irakischem Nationalismus her. Saddam Hussein und Adolf Hitler seien Helden, weil sie beide nach der militärischen Niederlage nicht aus ihrem jeweiligen Land geflohen seien, sagte Axel W. Reitz, der sich auch gerne als Sprecher einer humorig "Bürgeraktion gegen Gewalt und Intoleranz" genannten Gruppe bezeichnet. Die Nazis hatten zwei Transparente ohne Saddam-spezifische Sprüche, einer trug eine A2-Fotografie des gestürzten Diktators vor sich her.
Rund 40 Gegendmonstranten, mit einer israelischen und einer US-Fahne ausgerüstet, meldeten spontan eine Gegendemo an und versuchten, die Nazis durch gelegentliche Zwischenrufe zu stören. Der Platz wurde von der Polizei einem Ring von vielleicht 25 Meter um das Nazigrüppchen abgesperrt. Auf die "Saddam, Saddam"-Rufe der Neonazis erwiederten die Linken "Erdloch, Erdloch". Eine Gedenkminute der Nazis "zu Ehren der gefallenen Irakischen Soldaten" mussten sie nach rund etwa fünf Sekunden vorzeitig abbrechen, als einige Linke in die Stille hinein ein israelisches Friedenslied sangen. Da nicht alle Neonazis vorher von der Auflage erfahren hatten, ohne Springerstiefel zu demonstrieren, mussten etwa vier von ihnen barfuß beziehungsweise in Socken demonstrieren, und das bei Nieselregen und etwa acht Grad Celsius.
Von Gegendemonstranten empfangen und der Polizei beschützt waren die Demonstranten vor der Demo auf dem Fußgängersteig vom Bahnhof durch die Stadt zum Opernplatz gelangt, vice versa nach der Demo. Nach Angaben der Polizei wurde von einem Gegendemonstrant nach einer Rangelei auf dem Hinweg die Personalien festgestellt und der Mann wieder laufen gelassen. Zu weiteren Eingriffen kam es laut einem Polizeisprecher nicht. Passanten bekamen von dem Demoinhalt nicht viel mit, da es weder entsprechende Transparente gab noch ein Lautsprecher benutzt wurde, auf dem Weg vom und zum Bahnhof skandierten nur die Linken ab und zu "Nazis raus".
Rund 40 Gegendmonstranten, mit einer israelischen und einer US-Fahne ausgerüstet, meldeten spontan eine Gegendemo an und versuchten, die Nazis durch gelegentliche Zwischenrufe zu stören. Der Platz wurde von der Polizei einem Ring von vielleicht 25 Meter um das Nazigrüppchen abgesperrt. Auf die "Saddam, Saddam"-Rufe der Neonazis erwiederten die Linken "Erdloch, Erdloch". Eine Gedenkminute der Nazis "zu Ehren der gefallenen Irakischen Soldaten" mussten sie nach rund etwa fünf Sekunden vorzeitig abbrechen, als einige Linke in die Stille hinein ein israelisches Friedenslied sangen. Da nicht alle Neonazis vorher von der Auflage erfahren hatten, ohne Springerstiefel zu demonstrieren, mussten etwa vier von ihnen barfuß beziehungsweise in Socken demonstrieren, und das bei Nieselregen und etwa acht Grad Celsius.
Von Gegendemonstranten empfangen und der Polizei beschützt waren die Demonstranten vor der Demo auf dem Fußgängersteig vom Bahnhof durch die Stadt zum Opernplatz gelangt, vice versa nach der Demo. Nach Angaben der Polizei wurde von einem Gegendemonstrant nach einer Rangelei auf dem Hinweg die Personalien festgestellt und der Mann wieder laufen gelassen. Zu weiteren Eingriffen kam es laut einem Polizeisprecher nicht. Passanten bekamen von dem Demoinhalt nicht viel mit, da es weder entsprechende Transparente gab noch ein Lautsprecher benutzt wurde, auf dem Weg vom und zum Bahnhof skandierten nur die Linken ab und zu "Nazis raus".
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Ergänzungen
wundert mich nicht
Gegenaktion
Das Transparent "Gegen Antisemitismus - Solidarität mit Israel" fand ich hingegen ebenso dem Anlass angemessen wie die USA- und Israelflaggen. Das sollte auch für Linke einsichtig sein: Wenn die USA derzeit (!) die einzigen sind, die faschistischen Regimes Einhalt gebieten können und wollen (aus welchen Gründen auch immer), dann ist das anzuerkennen. Und dass die Solidarität mit Israel selbstverständlich sein muss, muss hier nicht ein tausendstes Mal dargelegt werden.
taz köln schreibt über die Demo
verlorener nachmittag
angefangen hatte es um 15 uhr so:
direkt vor dem eingang des hauptbahnhofs stand ein häuflein von etwa 10 nazis, das sich im laufe der zeit verdoppelte. wir waren etwa 40 leute davor und im umkreis. bereitsschaftsbullen aus köln und aachen waren schon in überzahl vor ort (außerdem ein dutzend abgreifbullen in zivil) und nachdem wortgefechte und eine keilerei sich anzudeuten schienen, sind sie sofort dazwischen und haben die nazis mit einer kette abgeschirmt. schräg gegenüber auf der etwas höher gelegenen domplatte hängten gegendemontrant/innen transparente auf, darunter auch das "anti"deutsche fähnlein.
danach tat sich mehr als eine stunde lang nicht viel. außer die glatzen zu beschimpfen, war vor ort nichts drin. die fahrgäste der db haben überhaupt nicht geschnallt worum es ging. die superdeutschen hardcore - "anti"deutschen der gwg schwenkten us- und israel- fahnen und verteilten flyer mit ihren vernagelten ansichten, in denen die kriegsablehnung mit der befürwortung des saddam-regimes gleichgesetzt wurde. genau diese denke teilen sie mit den nazis, die wohl glaubten in der bevölkerung wären symphatien für einen massenmörder wie saddam hussein vorhanden, die sie für sich ausnutzen könnten.
für mich wirkte die szenerie unwirklich: vor mir potentielle killer, um mich herum bullen, auf der anderen seite verrückte sektierer. hier war nicht viel zu machen - irgendwie ein verlorener nachmittag.
der deeskalationsspezialist der kölner polizei - berendes war vor ort - und versuchte uns in persönlichen gesprächen weiszumachen, das einzig unsere störversuche den nazis zu aufsehen verhelfen würden, während die polizei sich ein konzept überlegt hätte den nazis so wenig öffentlichkeit wie möglich zu bieten. vielleicht wahr - vielleicht auch nicht. dagegen spricht der umstand, das sie die nazis nicht einfach sofort in einen sonderbus gepackt und zum kundgebungsort verfrachtet haben, denn schließlich hatten die nur eine genehmigte stehende kundgebung um 16uhr30 in einem hof neben dem schauspielhaus. ich denke eher, die bullen waren an uns und an unseren reaktionen interessiert (oder an live-theater ?).
etwa um 16uhr15 wurden die nazis dann - dicht umringt von den grünen - im schnellgang durch wenig von menschen frequentierte straßenzüge zum offenbachplatz geleitet. an der einzigen stelle, an der passant/innen etwas hätten mitbekommen können, waren nur "nazis raus"- rufe zu hören. an ihrem kundgebungsort angekommen standen die nazis im dunkeln und im regen - zu ihrem schutz umringt von bullenwannen. ab und zu grölten sie irgend etwas und zum schluß begann es kräftiger zu schütten.
zu den wenigen sachen, die sonst noch gelaufen sind sage ich aus repressionsgründen hier nichts. die kölner justiz fährt zur zeit einen ziemlich rechten kurs.
leute, bleibt cool und seht nicht alles zu verbissen - und hört auf, euch gegenseitig anzupissen.
Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen
In Köln???
Ist die Kölner Antifa jetzt auch zu den Antideutschen übergelaufen???
Antidioten
lächerlich und dumm
Dass Hussein dadurch nicht frei kommt, wissen die Demonstranten. Die Schaulustigen wissen es auch, und die Gegendemonstranten wissen es auch.
Eine reine Selbstdarstellung also wieder mal, und alle wissen es.
Wenn man einen solch armseligen Haufen überhaupt mit einer Gegenveranstaltung aufwertet, dann sollte man sich vorher überlegen, was man will und Prioritäten setzen.
- Variante 1:
Ich bin generell dagegen, dass Nazis demonstrieren. Wofür, oder wogegen sie demonstrieren spielt keine Rolle.
- Variante 2:
Ich gehe auf die Inhalte ein. Dann demonstriere ich nicht mehr gegen die Nazis, sondern gegen die Inhalte.
Nun kann man verschiedener Meinung darüber sein, ob Nationalfahnen auf Demos überhaupt einen Sinn oder eine Berechtigung haben, darüber wurde schon endlos und ergebnislos diskutiert. Die Israelfahne ist in dem konkreten Zusammenhang nur ein bunter Fetzen, wie etwa die deutsche, polnische oder albanische Fahne.
Wenn aber in diesem Zusammenhang ausgerechnet die USA-Fahne präsentiert wird, dann können die Träger nur noch als krank bezeichnet werden.
Das ist das Gegenteil von linker Orientierung, das Gegenteil von Emanzipation und das ist mittlerweile auch das Gegenteil von Antifaschismus.
Offensichtlich ging man also auf die Inhalte der Nazis ein, und demonstrierte gegen die Inhalte. Wenn ein Nazi sagt, die Erde sei eine Kugel, dann muss sie eine Scheibe sein.
Warum in diesem Text von "Linken" geredet wird, ist unbegreiflich.
Ein "Linker" hätte die Variante 1 gewählt.
Was heißt hier "Antideutsch"
Also ich finds lustig :-)
2 National-Sozialistische Flügel
passend wäre auch
Peter hat recht
ANTIFA statt ANTIDEUTSCH
Nieder mit Bush, Sharon und Saddam
NIE WIEDER KRIEG
NIE WIEDER FASCHISMUS
Ja, ist denn heut schon Karneval?
Aber der "Saddam"-"Erdloch" Dialog und die peinlichen Fahnen dazu - Das hat ja schon Karnevalscharakter...
flat
eine faschismusanalyse verlangen, eins auf wissenschaftlich und intellektuell tun und absolut keine ahnung von der geschichte haben. ein wenig geschichtsanalyse und du muesstest ganz schnell verstehen, dass die usa weder dem faschismus einhalt gebieten (`aus welchen gruenden auch immer`), noch selbst in irgendeiner art und weise antifaschistisch sind und seit ihrem bestehen, und vor allem seit ueber 50 jahren nichts anderes tun als ganze kontinente mit faschitischen elementen/viren zu infizieren. der slogen muss eigentlich lauten bildung fuer alle flat erics der welt. die geschichte hat 1945 nicht aufgehoert!
Falsche Freude
USA - Antifa?
wie kannst du schreiben "dass die usa weder dem faschismus einhalt gebieten (...)"? Was haben sie denn gerade im Irak getan?
Desweiteren ist dir möglicherweise entgangen, dass ich schrieb: "Wenn die USA derzeit (!) die einzigen sind (...)". Ich behaupte natürlich nicht, dass die USA generell antifaschistisch sind oder es waren. Zumindest haben sie aber gegen Deutschland und gegen das Baath-Regime antifaschistisch gehandelt. Dass sie in der Zeit nach 45 allerdings hauptsächlich faschistische Regimes unterstützt haben, bestreite ich damit ja gar nicht. Es gibt allerdings Anzeichen dafür, dass in den USA eine neue aussenpolitische Richtung an Boden gewinnt, die die Tolerierung bzw. Unterstützung faschistischer Diktaturen zu Gunsten einer Demokratisierungspolitik aufgibt. Was zu begrüßen wäre.
Deine Aussage, dass die USA "nichts anderes tun als ganze kontinente mit faschitischen elementen/viren zu infizieren" ist natürlich nicht zuletzt in Anbetracht der Leistungen der USA im 2. Weltkrieg ausgemachter Schwachsinn und weist auf deine verquere Wahrnemung der Realität hin.
Kampf dem US-Imperialismus!
deren bester Verbündeter!
mhhh...
Find ich jedenfalls besser als irgentwelche unorganiesierten, palifahnen schwingenden Antiimps!
Antideutsche jubeln für Folter und Massenmord
@ Flat Eric