spontandemo in Nbg wg. Urteil im 129a Prozess

jodelfisch 18.12.2003 00:35 Themen: Antifa Repression
Auch in Nbg gab es gestern (Dienstag) eine kleine Spontandemo anlässlich der Verurteilung von Marco und Daniel
Anlässlich der Verurteilung von Marco und Daniel zu 2 bzw. 2 1/2 Jahren Knast, machten in Nürnberg am Dienstag Abend (16.12.) ca. 30 Leute eine Spontandemostration. Mit dieser sollte sowohl die Bevölkerung über den Prozess informiert werden, als auch Solidarität mit den Gefangenen gezeigt werden. Treffpunkt war das Heilig Geist Spital in der Innenstadt. Von dort lief mensch ca. eine dreiviertelstunde durch die Fussgängerzonen. Neben der Demo wurden Aufklärungsflugis verteilt. Bullen waren mal wieder zu lahm oder sonstwas, auf jeden Fall tauchten sie nicht auf. Trotz der geringen TeilnehmerInnenzahl war es möglich eine recht große Zahl von Leuten zu erreichen, da aufgrund des Christkindlmarktes und des allgemeinen Weihnachtskonsumtaumels viele PassantInnen unterwegs waren.

Freiheit für Marco und Daniel!
Freiheit für alle politischen Gefangenen!
Hoch die internationale Solidarität!
Kapitalismus abschaffen!!!
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Widerstand statt defensive Soli-Arbeit

Anti-Repressiva 19.12.2003 - 10:24
Schade, schade ...
So gut es ist, DASS es Soli-Arbeit gibt, so enttäuschend ist (meistens! es gibt Ausnahmen) doch die konkrete.
Soli-Arbeit ist oft ein Appell an die Herrschenden. Es gibt keinen echten Druck z.B. durch Aneignung, Störung der öffentlichen Ordnung, Verhinderung von Repression usw.

Soli-Arbeit bedient sich der Protestformen, die von dem vorgegben werden, von dem auch die Repression ausgeht, die zu Soli-Arbeit führt: Demos, Besuche von Prozessen. Händchenhalten statt Widerstand.

Soli-Arbeit ist oft noch nicht einmal Soli-Arbeit, sondern das Trauern um die Angehörigen der eigenen "Familien". So ist spannend, daß am Montag und Dienstag zwei Prozesse mit harten Verurteilungen endeten (Magdeburg und Gießen). Es wäre eine gute Möglichkeit gewesen, das genau beides zum Protest zu nutzen. Aber die Gießener gehören nicht zur Familie der identitären Autonomen.

Bezeichnend ist der Spruch "Freiheit für unsere politischen Gefangenen". Da ist nix von Herrschaftskritik, Ablehnung von Knästen oder Repression zu spüren. Nur unsere Leute (welch identitärer Begriff!) sollen raus. Ansonsten beschweren "wir" uns über zu lasche Strafen für Nazis usw. So denken die anderen in dieser konkurrenzorientierten bürgerlichen Gesellschaft schlicht auch.

Hoffentlich wehte an manchen Orten ein anderer Hauch. Die Angeklagten in Halle habe ich auch sich anders ausdrückend gehört - offensiver, frecher, herrschaftskritischer als "ihre" Soli-Familie. In Gießen war zum Glück diese identitäre Soli-Arbeit nie angesagt. Der Protest richtete sich immer gegen Staat, Herrschaft, Justiz, Knast, Polizei usw. als solcher.

Keine Kritik von V-Männern!

Mensch 19.12.2003 - 21:09
An Jörg Bergstedt, besser bekannt unter dem 1-Mensch-Label "Projektwerkstatt Saasen":
Wer nachweislich mehr als 1 mal Kontakt zum Verfassungsschutz hatte unter der fadenscheinigen Begründung mit -Kreativem Widerstand- Infos aus Staatsschutz und sonstiger Bullerei zu bekommen, ist absolut nicht in der Position Kritik an aktiver Antirepressionsarbeit (wie z.B. in Magdeburg beim §129a) zu üben!
Und dann frag dich doch einfach mal selber in welcher Form du die beiden Prozessurteile genutzt hast, um Kritik an Herrschaft zu üben!? Es ist leicht zu sagen es gäbe ja eine Soligruppe und damit die Verantwortung für Repression, die nicht explizit gegen GenossenInnen aus Gießen oder Magdeburg gerichtet ist, sondern alle emanzipatorischen Gruppen meint, einfach abzuwälzen!
Der Narben lacht wer Wunden nie gespürt!

Angeklagt sind wenige, gemeint sind wir alle!
Freiheit für Daniel und Marco!
Weg mit §129a/b!
VIVA LIBERTAD!