§129a Solidaritätsdemo in Dresden

Wir sind nicht alle 17.12.2003 23:59 Themen: Repression
Heute (17.12.03) gab es eine Solidaritätsdemo in der Dresdener Neustadt zu den Urteilen im §129a-Verfahren gegen die Magdeburger Marco, Daniel und Carsten.
Die Demo war klein, aber am Ende waren wir ca. 50 Leute. Auf den Transparenten war u.a. zu lesen „Sind wir nicht alle ein bißchen 129a?“, „Wir siegen nicht nach Punkten! Wir siegen durch k.o.!“ und waren Sprechchöre wie „BRD – Bullenstaat, wir haben dich zum kotzen satt!“, „Freiheit für unsere politischen Gefangenen!“ zu hören.
Auf einer zentralen Kreuzung in der Neustadt machten wir eine Zwischenkundgebung; hier wurde über das Urteil und die geradezu infame Urteilsbegründung informiert. Die nun auch angekommenen Bullen wollten wohl gern Personalien feststellen, weshalb es ein kurzes Gerangel gab. Davon unbeeindruckt zogen wir weiter, wobei der Remix von Mad Cap & Albino zu diesem 129a-Verfahren gegen die Magdeburger Linke lief.
Nach der Abschlußkundgebung auf dem Albertplatz versuchte eine Bulette, einen Gesprächspartner zu finden, aber niemand von uns hatte Lust. Ein Ordnungshüter schrieb fleißig mit, als es wiederum Informationen zu dem gelaufenen Verfahren und dem was jetzt eventuell noch bevorsteht, gab. Sie telefonierten auch fleißig, aber wir zogen dann ab.
Unsere Grüße nach Magdeburg! Wir sind noch nicht fertig!
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Schade ...

Anti-Herrschafti 19.12.2003 - 10:22
Schade, schade ...
So gut es ist, DASS es Soli-Arbeit gibt, so enttäuschend ist (meistens! es gibt Ausnahmen) doch die konkrete.
Soli-Arbeit ist oft ein Appell an die Herrschenden. Es gibt keinen echten Druck z.B. durch Aneignung, Störung der öffentlichen Ordnung, Verhinderung von Repression usw.

Soli-Arbeit bedient sich der Protestformen, die von dem vorgegben werden, von dem auch die Repression ausgeht, die zu Soli-Arbeit führt: Demos, Besuche von Prozessen. Händchenhalten statt Widerstand.

Soli-Arbeit ist oft noch nicht einmal Soli-Arbeit, sondern das Trauern um die Angehörigen der eigenen "Familien". So ist spannend, daß am Montag genau zwei Prozesse mit harten Verurteilungen endeten (Magdeburg und Gießen). Es wäre eine gute Möglichkeit gewesen, das genau beides zum Protest zu nutzen. Aber die Gießener gehören nicht zur Familie der identitären Autonomen.

Bezeichnend ist der Spruch "Freiheit für unsere politischen Gefangenen". Da ist nix von Herrschaftskritik, Ablehnung von Knästen oder Repression zu spüren. Nur unsere Leute (welch identitärer Begriff!) sollen raus. Ansonsten beschweren "wir" uns über zu lasche Strafen für Nazis usw. So denken die anderen in dieser konkurrenzorientierten bürgerlichen Gesellschaft schlicht auch.

Hoffentlich wehte an manchen Orten ein anderer Hauch. Die Angeklagten in Halle habe ich auch sich anders ausdrückend gehört - offensiver, frecher, herrschaftskritischer als "ihre" Soli-Familie. In Gießen war zum Glück diese identitäre Soli-Arbeit nie angesagt. Der Protest richtete sich immer gegen Staat, Herrschaft, Justiz, Knast, Polizei usw. als solcher.

bashing bitte wieder ins durchsichtige

danke 19.12.2003 - 17:18
Kotz Dich woanders aus. Zu dem Zeitpunkt der Demo wussten wir schlichtweg nichts von dem Giessener Urteil.
Und nur um missveständnissen Vorzubeugen: die Demo wurde nicht angemeldet.

Keine Kritik von V-Männer

Mensch 19.12.2003 - 21:08
An Jörg Bergstedt, besser bekannt unter dem 1-Mensch-Label "Projektwerkstatt Saasen":
Wer nachweislich mehr als 1 mal Kontakt zum Verfassungsschutz hatte unter der fadenscheinigen Begründung mit -Kreativem Widerstand- Infos aus Staatsschutz und sonstiger Bullerei zu bekommen, ist absolut nicht in der Position Kritik an aktiver Antirepressionsarbeit (wie z.B. in Magdeburg beim §129a) zu üben!
Und dann frag dich doch einfach mal selber in welcher Form du die beiden Prozessurteile genutzt hast, um Kritik an Herrschaft zu üben!? Es ist leicht zu sagen es gäbe ja eine Soligruppe und damit die Verantwortung für Repression, die nicht explizit gegen GenossenInnen aus Gießen oder Magdeburg gerichtet ist, sondern alle emanzipatorischen Gruppen meint, einfach abzuwälzen!
Der Narben lacht wer Wunden nie gespürt!

Angeklagt sind wenige, gemeint sind wir alle!
Freiheit für Daniel und Marco!
Weg mit §129a/b!
VIVA LIBERTAD!