Vom kritischen Artikel zum taz-Artikel
Bei der Besetzung der taz am Montag gab uns die Redaktion zu verstehen, wie vermeintlich guter Journalismus auf 80 Zeilen auszusehen habe. Hierzu nahmen sie einen 180zeiligen Artikel von uns und demonstrierten an diesem wie eine Kürzung aussehen kann, die den Inhalt angeblich keineswegs verändert. Im Folgenden stellen wir euch Original und Fälschung gegenüber. Urteilt selbst!
In der Dienstagsausgabe der taz war zu lesen, dass die BesetzerInnen drei Seiten für ihre eigenen Artikel forderten, dies aber an fehlenden Inhalten scheiterte. Das ist falsch. Wir hatten sechs Texte vorbereitet und wollten diese möglichst auf der ersten Seite veröffentlicht sehen. Das Angebot der drei Seiten stammte von der taz selbst. Im Endeffekt landeten fünf Artikel in der tazzwei (Seite 13, 14), für den sechsten Text wurde uns der Abdruck auf Seite eins angeboten, unter der Voraussetzung, dass dieser nicht mehr als 80 Zeilen einnimmt. Unser Einwand, dass dies nicht möglich sei, ohne den Inhalt zu verändern wurde nicht akzeptiert. Stattdessen präsentierten sie uns eine angeblich nicht inhaltsverändernde Kürzung. (Der aus Sicht der taz am ehesten für die Titelseite geeignete Text wurde lustigerweise zwei Stunden zuvor von einem anderem taz-Redaktionsmitglied als der ?schwächste Text von allen? bezeichnet.)
Letztendlich entschieden wir uns dann, stattdessen die vorbereitete Besetzungserklärung auf Seite eins zu drucken. Dies scheiterte allerdings am Widerstand der Chefredaktion. Tazkritik auf dem Titelblatt wurde abgelehnt. Allerdings boten sie uns an, eine neu formulierte und kurze Besetzungserklärung zu schreiben. Voraussetzung war, dass sie nicht tazfeindlich sei und keine Hinweise auf Zensur enthalte...
Original...:
What´s the name of the game
Derzeit erleben wir die größte Welle von Studierendenprotesten seit 1997. Es werden Parteigebäude, Institute und kleinere Zeitungsredaktionen besetzt, Straßen blockiert, Demonstrationen durchgeführt und öffentliche Seminare abgehalten. Die Protestformen sind vielfältig und kaum übersehbar. Ebenso offensichtlich sind die Gründe des studentischen Ärgers: Ganze Fakultäten werden geschlossen, Seminarräume quellen über, Bibliotheken sind unzureichend ausgestattet und überdies drohen Studiengebühren und schwindelerregende NCs. Kurz, die Hochschulen kämpfen um ihr Überleben. Und doch ? bei allem Bedauern ? sind auch sie nur ein weiteres Glied in einer langen Kette gesamtgesellschaftlicher Einschnitte, die so gerne im freundlichen Gewand von "Reformen" daherkommen. Sozialer Kahlschlag, Agenda 2010 und die Hartz-Gesetze seien stellvertretend genannt. Auch hier ist Unmut spürbar, aber noch ist er diffus und eher resignativ: Sparen müssen wir schließlich alle, und so werden zähneknirschend persönliche Einbußen in der Gesundheitsfürsorge, den Arbeitsverhältnissen oder den Renten hingenommen. Auch dem wachsenden psychischen Druck durch erhöhte Anforderungen an individuelle Flexibilität und Leistung muss standgehalten werden, um den Standort Deutschland konkurrenzfähig zu halten. Denn dieser verspricht zumindest eine vage Hoffnung auf eine schönere Zukunft. Ein starker Standort belebt die Wirtschaft und eine florierende Wirtschaft sichert zahlreiche gutbezahlte Arbeitsplätze im Lande. Da staunt der Laie, und der Fachmensch wundert sich. Diese Logik bleibt weitestgehend unhinterfragt. Ist es nicht möglicherweise so, dass prekäre Arbeitsverhältnisse vielmehr in eine Abwärtsspirale der Unsicherheit führen? Führt nicht die Angst um den eigenen Arbeitsplatz dazu, immer schlechtere Bedingungen akzeptieren zu müssen? Wie im Kleinen so im Großen. Nicht nur auf dem hiesigen Arbeitsmarkt befinden sich Arbeitskräfte in ständiger Konkurrenz zueinander, auch Nationalstaaten konkurrieren um einen Platz an der Sonne im weltweiten Standortvergleich. Dabei geht die Attraktivität als Wirtschaftsstandort nicht selten einher mit dem bereits skizzierten Verlust an Lebensqualität, was sich in zahlreichen Ländern der Welt tagtäglich beobachten lässt. Stellvertretend seien sogenannte Sweatshops aufgeführt, in denen vorwiegend Frauen unter härtesten Bedingungen bei geringster Bezahlung Kleidungsstücke für die KonsumentInnen der wohlhabenden Industrienationen produzieren. Tja, alles sehr unerfreulich soweit. Aber woran liegt es, dass die Welt so gemein ist? Die Probleme sind nicht neu, und die Struktur dahinter ist es ebenso wenig. Sie ist seit einiger Zeit bekannt und hört auf den schönen Namen Kapitalismus. Kapitalismus? Ach herrje, und nu? Kritik an bloßen Symptomen des Kapitalismus erscheint zunächst einmal verständlich, greift aber zu kurz, bzw. verfehlt den eigentlichen Kern. So ist es widersinnig, ein kapitalistisches System wie die ?Soziale Marktwirtschaft? zu vertreten, dabei aber gleichzeitig die Unannehmlichkeiten des Neoliberalismus kritisieren zu wollen. Beides sind lediglich unterschiedliche Manifestationen derselben Verwertungslogik. Wer Kekse im Bett isst, liegt halt auf Krümeln. Was also tun gegen das Elend der Welt und das Elend des Kapitalismus? Zunächst einmal fällt es schwer moralische Maßstäbe anzulegen. Kapitalismus ist nun einmal nicht besser oder schlechter, sondern einfach kapitalistisch. Insofern ist es fragwürdig, in den diversen Protestaktionen Probleme zu personalisieren und Schuldige zu suchen. Schuld sind nicht ?die da oben?, die Bankgesellschaft, die Bundesregierung, die USA oder sonst wer, auch wenn innerhalb bestimmter Rahmen durchaus Verantwortlichkeiten existieren. So ändert beispielsweise die Frage nach dem Umfang sozialer Leistungen nichts an der systembedingten Ungleichverteilung von Wohlstand, trotzdem ist sie unbedingt zu stellen. Selbstverständlich ist unser Alltag geprägt von politischen Entscheidungen und Strukturen. Ebenso selbstverständlich können diese also auf politischer Ebene verändert werden. Daher ist es notwendig den Herrschenden zur Not auch einmal kräftig auf die Füße zu treten. Wir überwinden dadurch nicht den Kapitalismus, erweitern aber zumindest die eigenen Nischen und Freiräume, die Bedingung eines emanzipatorischen Lebens sind. Wir wollen eigene Diskurse schaffen. Vielleicht geht es letztendlich einfach um die Frage, wie wir leben wollen, jenseits der kapitalistischen Logik, jenseits von Sachzwängen und Realpolitik. Wenn wir gemeinsam Wege gehen, um nach praktischen Antworten zu suchen, kann dieser Protest zum Widerstand werden. Freiräume wird uns niemand geben, deshalb müssen wir sie uns nehmen.
... und Fälschung:
Die taz ist besetzt
Studentenproteste erreichen Redaktionräume im Rudi-Dutschke-Haus
BERLIN taz Wir, Studentinnen und Studenten aus Berlin, haben gestern das Redaktionsgebäude der taz besetzt. Damit wollen wir gegen den Bildungs- und Sozialabbau in unserem Land protestieren.
Wir haben die Redaktion der taz veranlasst, einige unserer Texte abzudrucken ? dabei scheint die taz eigentlich ein traditioneller Bündnispartner zu sein: Studentenbewegt waren wohl nicht wenige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter selbst einmal. Seit einigen Jahren hat sich die taz aber von dem Projekt emanzipatorischer Gesellschaftskritik verabschiedet.
Die Gründe für unseren Ärger sind offensichtlich: Ganze Fakultäten werden geschlossen, Seminarräume sind überfüllt, Bibliotheken unzureichend ausgestattet. Überdies drohen Studiengebühren und hohe NCs. Kurz, die Hochschulen kämpfen um ihr Überleben.
Und doch ist der Bildungsabbau nur ein weiteres Glied in einer Kette gesamtgesellschaftlicher Einschnitte, die so gerne im freundlichen Gewand von ?Reformen? daherkommen. Sozialer Kahlschlag, Agenda 2010 und die Hartz-Gesetze seien stellvertretend genannt.
Die Probleme sind nicht neu, und die Struktur dahinter ist es ebenso wenig. Sie ist seit einiger Zeit bekannt und hört auf den schönen Namen Kapitalismus.
Wir brauchen Aktionen und Streiks. Wir brauchen sie weltweit und wir brauchen sie offensiv und radikal. Doch wir brauchen wir sie weniger, um die Öffentlichkeit mit farbenfrohen Aktionen zu erfreuen. Vielmehr wollen wir uns Räume erkämpfen, in denen wir selbst handeln. Es kann nicht darum gehen, mit Sachzwängen zu argumentieren oder auch nur zu hoffen, dass wir im bestehenden Diskurs beachtet und bewertet werden.
Wir wollen eigene Diskurse schaffen. Vielleicht geht es ja letztendlich um die Frage, wie wir leben wollen, jenseits der kapitalistischen Logik, jenseits von Sachzwängen und Realpolitik. Wenn wir gemeinsam Wege gehen, um nach praktischen Antworten zu suchen, kann dieser Protest zum Widerstand werden. Freiräume wird uns niemand geben, deshalb müssen wir sie uns nehmen.
Derzeit erleben wir die größte Welle von Studierendenprotesten seit 1997. Die Protestformen sind vielfältig und kaum übersehbar. Ein Beispiel finden Sie in der heutigen taz. DIE BESETZERINNEN UND BESETZER DER TAZ
Letztendlich entschieden wir uns dann, stattdessen die vorbereitete Besetzungserklärung auf Seite eins zu drucken. Dies scheiterte allerdings am Widerstand der Chefredaktion. Tazkritik auf dem Titelblatt wurde abgelehnt. Allerdings boten sie uns an, eine neu formulierte und kurze Besetzungserklärung zu schreiben. Voraussetzung war, dass sie nicht tazfeindlich sei und keine Hinweise auf Zensur enthalte...
Original...:
What´s the name of the game
Derzeit erleben wir die größte Welle von Studierendenprotesten seit 1997. Es werden Parteigebäude, Institute und kleinere Zeitungsredaktionen besetzt, Straßen blockiert, Demonstrationen durchgeführt und öffentliche Seminare abgehalten. Die Protestformen sind vielfältig und kaum übersehbar. Ebenso offensichtlich sind die Gründe des studentischen Ärgers: Ganze Fakultäten werden geschlossen, Seminarräume quellen über, Bibliotheken sind unzureichend ausgestattet und überdies drohen Studiengebühren und schwindelerregende NCs. Kurz, die Hochschulen kämpfen um ihr Überleben. Und doch ? bei allem Bedauern ? sind auch sie nur ein weiteres Glied in einer langen Kette gesamtgesellschaftlicher Einschnitte, die so gerne im freundlichen Gewand von "Reformen" daherkommen. Sozialer Kahlschlag, Agenda 2010 und die Hartz-Gesetze seien stellvertretend genannt. Auch hier ist Unmut spürbar, aber noch ist er diffus und eher resignativ: Sparen müssen wir schließlich alle, und so werden zähneknirschend persönliche Einbußen in der Gesundheitsfürsorge, den Arbeitsverhältnissen oder den Renten hingenommen. Auch dem wachsenden psychischen Druck durch erhöhte Anforderungen an individuelle Flexibilität und Leistung muss standgehalten werden, um den Standort Deutschland konkurrenzfähig zu halten. Denn dieser verspricht zumindest eine vage Hoffnung auf eine schönere Zukunft. Ein starker Standort belebt die Wirtschaft und eine florierende Wirtschaft sichert zahlreiche gutbezahlte Arbeitsplätze im Lande. Da staunt der Laie, und der Fachmensch wundert sich. Diese Logik bleibt weitestgehend unhinterfragt. Ist es nicht möglicherweise so, dass prekäre Arbeitsverhältnisse vielmehr in eine Abwärtsspirale der Unsicherheit führen? Führt nicht die Angst um den eigenen Arbeitsplatz dazu, immer schlechtere Bedingungen akzeptieren zu müssen? Wie im Kleinen so im Großen. Nicht nur auf dem hiesigen Arbeitsmarkt befinden sich Arbeitskräfte in ständiger Konkurrenz zueinander, auch Nationalstaaten konkurrieren um einen Platz an der Sonne im weltweiten Standortvergleich. Dabei geht die Attraktivität als Wirtschaftsstandort nicht selten einher mit dem bereits skizzierten Verlust an Lebensqualität, was sich in zahlreichen Ländern der Welt tagtäglich beobachten lässt. Stellvertretend seien sogenannte Sweatshops aufgeführt, in denen vorwiegend Frauen unter härtesten Bedingungen bei geringster Bezahlung Kleidungsstücke für die KonsumentInnen der wohlhabenden Industrienationen produzieren. Tja, alles sehr unerfreulich soweit. Aber woran liegt es, dass die Welt so gemein ist? Die Probleme sind nicht neu, und die Struktur dahinter ist es ebenso wenig. Sie ist seit einiger Zeit bekannt und hört auf den schönen Namen Kapitalismus. Kapitalismus? Ach herrje, und nu? Kritik an bloßen Symptomen des Kapitalismus erscheint zunächst einmal verständlich, greift aber zu kurz, bzw. verfehlt den eigentlichen Kern. So ist es widersinnig, ein kapitalistisches System wie die ?Soziale Marktwirtschaft? zu vertreten, dabei aber gleichzeitig die Unannehmlichkeiten des Neoliberalismus kritisieren zu wollen. Beides sind lediglich unterschiedliche Manifestationen derselben Verwertungslogik. Wer Kekse im Bett isst, liegt halt auf Krümeln. Was also tun gegen das Elend der Welt und das Elend des Kapitalismus? Zunächst einmal fällt es schwer moralische Maßstäbe anzulegen. Kapitalismus ist nun einmal nicht besser oder schlechter, sondern einfach kapitalistisch. Insofern ist es fragwürdig, in den diversen Protestaktionen Probleme zu personalisieren und Schuldige zu suchen. Schuld sind nicht ?die da oben?, die Bankgesellschaft, die Bundesregierung, die USA oder sonst wer, auch wenn innerhalb bestimmter Rahmen durchaus Verantwortlichkeiten existieren. So ändert beispielsweise die Frage nach dem Umfang sozialer Leistungen nichts an der systembedingten Ungleichverteilung von Wohlstand, trotzdem ist sie unbedingt zu stellen. Selbstverständlich ist unser Alltag geprägt von politischen Entscheidungen und Strukturen. Ebenso selbstverständlich können diese also auf politischer Ebene verändert werden. Daher ist es notwendig den Herrschenden zur Not auch einmal kräftig auf die Füße zu treten. Wir überwinden dadurch nicht den Kapitalismus, erweitern aber zumindest die eigenen Nischen und Freiräume, die Bedingung eines emanzipatorischen Lebens sind. Wir wollen eigene Diskurse schaffen. Vielleicht geht es letztendlich einfach um die Frage, wie wir leben wollen, jenseits der kapitalistischen Logik, jenseits von Sachzwängen und Realpolitik. Wenn wir gemeinsam Wege gehen, um nach praktischen Antworten zu suchen, kann dieser Protest zum Widerstand werden. Freiräume wird uns niemand geben, deshalb müssen wir sie uns nehmen.
... und Fälschung:
Die taz ist besetzt
Studentenproteste erreichen Redaktionräume im Rudi-Dutschke-Haus
BERLIN taz Wir, Studentinnen und Studenten aus Berlin, haben gestern das Redaktionsgebäude der taz besetzt. Damit wollen wir gegen den Bildungs- und Sozialabbau in unserem Land protestieren.
Wir haben die Redaktion der taz veranlasst, einige unserer Texte abzudrucken ? dabei scheint die taz eigentlich ein traditioneller Bündnispartner zu sein: Studentenbewegt waren wohl nicht wenige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter selbst einmal. Seit einigen Jahren hat sich die taz aber von dem Projekt emanzipatorischer Gesellschaftskritik verabschiedet.
Die Gründe für unseren Ärger sind offensichtlich: Ganze Fakultäten werden geschlossen, Seminarräume sind überfüllt, Bibliotheken unzureichend ausgestattet. Überdies drohen Studiengebühren und hohe NCs. Kurz, die Hochschulen kämpfen um ihr Überleben.
Und doch ist der Bildungsabbau nur ein weiteres Glied in einer Kette gesamtgesellschaftlicher Einschnitte, die so gerne im freundlichen Gewand von ?Reformen? daherkommen. Sozialer Kahlschlag, Agenda 2010 und die Hartz-Gesetze seien stellvertretend genannt.
Die Probleme sind nicht neu, und die Struktur dahinter ist es ebenso wenig. Sie ist seit einiger Zeit bekannt und hört auf den schönen Namen Kapitalismus.
Wir brauchen Aktionen und Streiks. Wir brauchen sie weltweit und wir brauchen sie offensiv und radikal. Doch wir brauchen wir sie weniger, um die Öffentlichkeit mit farbenfrohen Aktionen zu erfreuen. Vielmehr wollen wir uns Räume erkämpfen, in denen wir selbst handeln. Es kann nicht darum gehen, mit Sachzwängen zu argumentieren oder auch nur zu hoffen, dass wir im bestehenden Diskurs beachtet und bewertet werden.
Wir wollen eigene Diskurse schaffen. Vielleicht geht es ja letztendlich um die Frage, wie wir leben wollen, jenseits der kapitalistischen Logik, jenseits von Sachzwängen und Realpolitik. Wenn wir gemeinsam Wege gehen, um nach praktischen Antworten zu suchen, kann dieser Protest zum Widerstand werden. Freiräume wird uns niemand geben, deshalb müssen wir sie uns nehmen.
Derzeit erleben wir die größte Welle von Studierendenprotesten seit 1997. Die Protestformen sind vielfältig und kaum übersehbar. Ein Beispiel finden Sie in der heutigen taz. DIE BESETZERINNEN UND BESETZER DER TAZ
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Ergänzungen
Texte
Urteil
Wahrscheinlich liegt mein Urteil aber an mir und meiner Unkenntnis linksfundamentaler Kampf- und Revolutionsschriften...
Absätze(n)?
Die Dinger sind Gold wert.
ausserdem ist der Text bei mir zu breit (zu hohe Auflösung *angeb*) und Bandwurmzeilen kann man auch schlecht lesen.
der artikel in der taz...
Sehr guter Text, die anderen auch
Im Netz steht leider nur einer davon,
Mein positives Urteil fälle ich aber natürlich nur ganz subjektiv als Kenner vielfältigster "linksfundamentaler Kampf- und Revolutionsschriften..." deren Pathos, Vorrecht auf die einzige Wahrheit und Revoluzzer-Insider-Sprache ich hier in den vorliegenden Texten wohlwollend vermisse. Eher fallen diese noch ein Wenig zu studentisch aus, einmal fehlt die Erklärung was ein NC ist (selbst die Abkürzung wird nicht erklärt). Ansonsten Kompliment, sehr gelungen! Mein Favorit ist btw. der Gender-Artikel. Endlich werden die nötigen Missing Links ergänzt. Kapitalismus und andere Unterdrückungsformen sind lediglich Auswüchse von HERRschaft und Patriarchat.
Auch die Standort-Kritik ist sehr gut getroffen, weiter so und mehr davon auf Indy wo ich nicht dafür blechen und vergreiste TAZ-Bonzen damit finanzieren muß.
Ich höre übrigens, daß in Berlin Kreuzberg die TAZ schon am frühen Abend überall restlos ausverkauft war. So eine Werbeaktion bekommen die (hoffentlich) nie wieder.
Dieses Original ist eine Parodie
Für die vielbeschworene "Vernetzung zwischen Unis sowie anderen sozialen Bewegungen" taugt dieses in einer mysteriösen Geheimsprache gehaltene, inhaltsarme Geschwafel garantiert nicht.
"Sozialer Kahlschlag, Agenda 2010 und die Hartz-Gesetze" werden zwar pflichtgemäß genannt, aber die davon betroffenen Leute werden nicht angesprochen. Schon gar nicht in ihrer Sprache.
Letztendlich ist das - unter dem Motto "Tja, eigentlich liegt's ja doch wieder am Kapitalismus, das wollen wir jetzt mal aufschreiben ..." - ein interner Rundbrief. Vielleicht zur theoretischen Vorbereitung auf das Entwerfen eines richtigen, lesbaren und lesenswerten Presse-Artikels. Mehr aber auch nicht.
Zu welchem Zweck sollte dann dieser Text unbedingt auf die erste Seite einer Zeitung?
Übrigens: Der Ausdruck "Fälschung" ist eine Frechheit.
Die taz hat die wenigen Sätze mit sinnvollem Inhalt aus dem Schrieb herausgefiltert.
Liebe Kinder!
Zuerst: Schön, daß es sowas noch gibt: Da werden Institute besetzt, Straßen blockiert,
SPD-Hütten und schließlich noch die taz.
Natürlich müßt ihr auch dem Vorwurf begegnen, es ginge dabei nicht um Euch allein;
selbstverständlich ist der Kampf nicht ausschließlich für mehr Seminare, bessere
Bibliotheken, sondern ganz allgemeinfür eine gerechtere Welt, mehr Kohle für Soziales
statt für Rüstung, Abschaffung des Kapitalismus etc pp.
Zum Dauergenörgel von wegen "ihr kämpft nur für eure Partikularinteressen":
was sollen Studenten denn sonst machen? Erstens kennen sie sich mit den Verhältnissen an den Hochschulen
am besten aus, zweitens tut es sonst keiner, und drittens müssen sie, bevor sie selbst
anderen unter die Arme greifen können zunächst unter erträglichen Bedingungen lernen können.
Da habt ihr also eine Zeitungsredaktion besetzt. Gute Idee! Dabei blieb es dann auch, leider.
Mal 'ne Frage: auch wenn das alles etwas holterdipolter ging und viele von euch unerfahren
mit Besetzen/Verhandeln mit Bullen - wahlweise grummeligen Redakteuren - sind: es handelt
sich bei einer Zeitung doch um eim Medium zum Verbreiten von texten, gell? Da gibt es doch bestimmt
interessanterse zu vermelden als den üblichen Links-Uni-Sermon, der mit gesamtgesellschaftlichem
Einerlei schon Generationen von AstA7Stupa-Sitzenden zum Kotzen angeödet hat. War denn keiner
von Euch mal bei einer Schülerzeitung? Oder kennt ihr keinen der/die Journalismus studiert?
Und habt ihr sonst keine Freunde außer Studis, z. B. von Erwerbslosen-, Obdachlosen- oder
anderen Initiativen. WEN wolltet ihr mit diesem Text erreichen?!? Eure Bezugsgruppe?
Also nochmal für alle die keinen Deutsch-Leistungskurs hatten: Zeitungen werden morgens bei
ner schnellen Tasse Kaffe, in der S-Bahn oder in der Frühstückspause gelesen. Da will mensch
nicht agitiert werden. Besser: die Geschichte von Carola F. (Name von der Redaktion geändert),
wie sie sich mit zwei Studijobs über Wasser hält. Oder Glossen von der Lotterie "so ergatterte
ich einen Seminarplatz". Dazwischen ein Kessel Buntes aus dem Bafög-Amt. SO wird Zeitung
gemacht! Dazu noch ein paar Kontaktadressen à la "wenn ihre Rente nicht reicht oder Hartz IV
nervt: kommt dann und dann zu derundder Demo". Das wäre sinnvoll gewesen.
So ist es leider bei einer spektakulären Selbsdarstellung geblieben.
Und noch was zu "Boa, war'n die fies, bloß weil wir die Redaktion lahmgelegt haben: was habt ihr
erwartet: Jubel, daß sie heute früher nach Hause gehen dürfen? Macht sowas mal bei Axel S:,
wenn ihr wissen wollt wie brutal Redakteure werden können wenn man ihnen die Maus wegnimmt ;-)
Also: wenn ich morgens beim Scheißen Zeitung lese will ich unterhalten werden und nicht agitiert. Mit Speck fängt man Mäuse
68er: Erfahrungen weitergeben
nachdenken statt tazlesen
grundsätzliche fragen stellen, ist richtig. hat schon herbert marcuse gesagt: nicht von der radikalen kritik ablassen, sich nicht kirre machen lassen, sich den vermeintlichen sachzwängen verweigern.
und bloß nicht anfangen, so zu schreiben wie die journalisten!
Weiter so
Die Redakteure waren sehr aggressiv drauf und ich werde den Verdacht nicht los, dass sie ihre Aggressionen nun auch hier auf Indymedia weiter loswerden möchten. Übrigens solltet ihr euch nächstes Mal größere Mühe beim Kaffeekochen geben. Wenigstens das könnte man ja noch mal lernen, wenn es schon mit dem Schreiben nicht so klappt.
Ihr selbstverständlich auch hier umherschwirrenden berufsjugendlichen Taz-RedakteurInnen solltet euch nicht so aufspielen, der obligatorische Angstschweiß transpiriert ja schon aus euren täglichen journalistischen Ergüssen. Der auch vom inoffizielen Organ von Rot-Grün betriebene Journalismus - mit Anthroposophiebeilage *würg* - sollte in Stil- und Textlängefragen nun wirklich nicht beratend tätig sein. Nein, die taz und die Mehrheit ihrer publizierenden Kollateralschäden müssen wirklich nicht sein (um mal die unsägliche Abo-Kampagne richtig zu paraphrasieren)! Moralinsaure linksliberale Betroffenheitsschreibe mit Reformhauskitsch?Nein, Danke!
noch ein text zur taz-besetzung
Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen
Das Original... — Warhead
Hört mal... — jemand
Den find ich gut — Jein-Sager
wie immer — springerbrennt
@springerbrennt — Hermann L.