Fotos der Besetzung des Bertelsmann-Hauses
Fotos und paar Infos zur Besetzung des Bertelsmann-Hauses in Berlin Unter den Linden 1 am 12.12.2003 gegen Bildungsabbau und die Verstrickungen des Konzerns.
Hier die ersten Fotos von der Besetzung des Bertelsmann-Hauses in Berlin Unter den Linden 1 am 12.12.2003.
Sie begann ca. 13 Uhr, wurde von ca. 20 Studierenden durchgeführt, um auf die Verstrickung des Konzerns beim Bildungsabbau aufmerksam zu machen (die Privatisierung der Bildung hat ja zur Folge, dass Unternehmen mit dieser "Ware" handeln können --> eines davon ist Bertelsmann).
Das BesetzerInnen-Plenum hat beschlossen, gegebenfalls dort zu übernachten. Verstärkung und Motivation vor den Toren ist dringend erwünscht. Seil zum Transport von Lebensmitteln etc. ist vorhanden.
Um 15 Uhr wollte die Polizei erst räumen, aber Bertelsmann hat sie erst mal gnädig geduldet. Keine Ahnung, ob das jetzt immer noch so ist. 17:30 Uhr war das Haus noch besetzt.
Sie begann ca. 13 Uhr, wurde von ca. 20 Studierenden durchgeführt, um auf die Verstrickung des Konzerns beim Bildungsabbau aufmerksam zu machen (die Privatisierung der Bildung hat ja zur Folge, dass Unternehmen mit dieser "Ware" handeln können --> eines davon ist Bertelsmann).
Das BesetzerInnen-Plenum hat beschlossen, gegebenfalls dort zu übernachten. Verstärkung und Motivation vor den Toren ist dringend erwünscht. Seil zum Transport von Lebensmitteln etc. ist vorhanden.
Um 15 Uhr wollte die Polizei erst räumen, aber Bertelsmann hat sie erst mal gnädig geduldet. Keine Ahnung, ob das jetzt immer noch so ist. 17:30 Uhr war das Haus noch besetzt.
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Ergänzungen
Warum Bertelsmann?
Seit 1994, Gründungsjahr des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE), spielt das Unternehmen eine offensive und deutlich erkennbare Rolle in der Diskussion um die Umgestaltung des öffentlichen Bildungswesens. "Das CHE wurde auf Initiative von Reinhard Mohn am 1. Mai 1994 von der Bertelsmann Stiftung und der Hochschulrektorenkonferenz als GEMEINNÜTZIGE GmbH gegründet." So steht es in der Organisationsbeschreibung des CHE. Dort ist ebenfalls zu lesen, dass 75% der Gelder (3,2 Mio. Euro) von der Bertelsmann-Stiftung zur Verfügung gestellt werden. DIE STIFTUNG IST MEHRHEITSEIGENTÜMERIN DER BERTELSMANN-AG (
Das CHE fordert Studiengebühren und eine neustrukturierte Hochschulorganisation, die sich im Wesentlichen an die eines Unternehmens anlehnt. In der Selbstdarstellung lautet das wie folgt: "Unsere Aktivitäten ziehlen vielmehr auf die konkrete Umsetzung und Erprobung neuer Organisations- und Steuerungsmodelle in der Hochschulwirklichkeit". Mit den Seterungsmodellen sind unverhohlen Studiengebühren gemeint, deren Einführung zur Folge hätte, dass öffentliche Bildungseinrichtungen gar keine Alternative mehr zu privaten Hochschulen sein können. Der demokratisch gewährleistete Zugang aller zur Bildung wird durch ein eingeschränktes Zulassungsverfahren ersetzt - die Chancengleichheit wird durch Studiengebühren aufgehoben. Des Weiteren wird das Ziel verfolgt, WirtschaftsvertreterInnen Entscheidungsbefugnisse in universitären Gremien einzuräumen. Für ein marktwirtschaftlich orientieres Unternehmen wie Bertelsmann ist das CHE wohl eher eine Investition in die eigene Zukunft, als großzügige 'Wohltätigkeit' für alle.
stand 20 uhr und presseerklärung nr. 1
„wir führen heute hier dieses seminar durch, um die öffentlichkeit darauf hinzuweisen, dass der von uns abgelehnte privatisierungsprozess von bildungseinrichtungen durch nicht demokratisch legimitierte organisationen ( wie dem che) maßgeblich von bertelsmann vorangetrieben wird.
es ist nicht hinzunehmen, dass aufgrund leerer kassen durch eine verfehlte steuer- und finanzpolitik der landes- und bundesregierung aller parteien, die staatliche pflicht, eine freie, kritische und der gesellschaft verpflichtete bildung zu gewährleisten, vernachlässigt wird- und nicht mehr ausgeübt werden kann.“
stand 20 uhr:
momentan legen die 18 besetzter aus berlin und niedersachsen eine kreative pause ein. die mitgebrachten texte wurden durchgearbeitet und eine weitere presseerklärung erstellt. ein redefreudiger, mit einem megafon bewaffneter mensch, steht auf dem balkon und und erklärt den unten vorbeilaufenden touristen und berlinern, warum bertelsmann denn so ein scheiss konzernist. die polizei ist übrigens komplett abgerückt, die masse vor dem gebäude allerdings auch. zwei leute von einem sicherheitsdienst sitzen ständig mit den studenten im raum und wollen ihre namen nicht verraten.
wer sich also solidarisch zeigen möchte, kommt doch einfach mal vorbei (unter den linden 1).
die besetzung wird wohl über die nacht andauern. morgen ist ja dann auch demo.
bertelsmann geräumt
infopool-hu 12.12.2003 23:19
die räumung wurde vor ca. 15 min beendet - die unterstuetzerInnen (ca.100) wurden geräumt (sitzblockade vor dem eingang) - alle besetzerInnen wurden aus dem gebäude getragen, die transparente abgehängt - bis auf personalienfeststellungen sind noch keine repressiven massnahmen bekannt - an den fahnenmasten vor dem gebaeude haengt noch protestmaterial - die stunde wurde von bertelsmann u. polizei reltiv gut genutzt, dennoch war versch. informationen zufolge presse zugegen... wohin gehen wir als naechstes?!
Da sieht man mal
Alles für alle
Und 'nen Platz für Bambule
LESEEMPFEHLUNG: "Für die Arbeit lernen wir"
Von Freerk Huisken
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DISCO:
Gegen diese Streiks!
Die Studierenden sind zwar nicht unpolitisch, aber auch nicht links.
von nadine fischer und bernd huber
Für den Aufstand!
Die Studierenden handeln politisch und solidarisch mit anderen gesellschaftlichen Gruppen.
von harald pittel
Studenten können differenzieren, oder?
Bertelsmann-Stiftung (und damit CHE) ist nicht gleich Bertelsmann AG.
Wer behauptet, die Bertelsmann-Stiftung arbeite nur im Interesse des Konzerns, hat sich noch nie damit beschäftigt, was dort wirklich gemacht wird. Gleiches gilt für das CHE. Ja, sie sind für Studiengebühren, aber sie machen auch die Bedingungen klar, unter denen sie Sinn machen: Rückzahlung nach dem Studium (dadurch keine soziale Auslese), kein Rückzug der staatlichen Hochschulfinanzierung, Nutzung des gesamten Gebührenaufkommens für die Uni (und nicht für zum Teil selbstverschuldet leere Landeskassen). Diese Vorschläge sind übrigens alle öffentlich (ich hoffe, durch diese Links wird der Beitrag zu einer "inhaltlichen Ergänzung" des Artikels):
Um kein Missverständnis aufkommen zu lassen: Die Zustände an den Hochschulen sind zum Teil katastrophal, und auch ich leide darunter. Aber wer in der derzeitigen Hochschulkrise das große Böse beim CHE sieht, hat nicht verstanden, wer seine Gegner sind.
Klar kann man auch gegen Bertelsmann demonstrieren, genauso wie gegen die Deutsche Bahn, Universal, Sony oder RTL. Aber was hat mit unseren Hochschulproblemen zu tun? Diese Verzettelung schadet der Bewegung und spielt nur denen in die Hände, die die Studentenproteste als das übliche linke Revoluzzertum abtun wollen.
Studenten sollten glaubwürdig begründen können, warum sie etwas tun. Sie sollten es sogar vorbildlich gut können. Also bitte zuerst nachdenken, dann protestieren. Danke.
@HU-Studi
die Einführung (nachgelagerter) Studiengebühren, Akademikersteuer usw. verwandelt die bisher vorwiegend öffentlich finanzierten Universitäten in "Bildungsanbieter". Das steht bereits im Vorwort zu dem Gebührenmodell des CHE. Ziel sei es ein "Anbieter-Nachfrager"-Verhältnis zu entwickeln. Bildung wird angeboten wie ein Investitionsgut. Ich kaufe mir Bildung an einer Universität (nachgelagerte Finanzierung), um sie später in Form meiner qualifizierten Arbeitskraft an ein Unternehmen zu verkaufen. Das Problem bei der Sache ist, dass der Inhalt der Bildung vom zukünftigen Arbeitgeber diktiert wird. Dies ist hochproblematisch. Psychologen beschäftigen sich mit Manipulationsstrategien in der Werbung oder betreuen Bomberpiloten, Informatiker konstruieren intelligente Waffensysteme, Politologen produzieren Ideologie, Landwirtschaftler machen Studien darüber wie gesund Rindfleisch mit BSE ist usw.
Wert bemißt sich eben nicht nur am Geld, sondern am gesellschaftlichen Nutzen. Daher ist es extrem kontraproduktiv wenn wir den privaten Nutzen, den unsere Bildung bringt privat finanzieren. Die individuelle Priorität des Studium verschiebt sich dadurch von einem ganzheitlich, kritischem Charakter (jeder Fortschritt kommt aus der Kritik) hin zu einer auf private Nutzenmaximierung orientierte Wissenskonsumtion.
Dadurch wird eine engstirnige Elite produziert. Die bereits jetzt nicht nur diese Gesellschaft, sondern den Planet insgesamt in Rekordgeschwindigkeit gegen die Wand fährt (per Fernsteuerung).
Wenn ich nach dem Studium bezahlen soll, dann doch bitte schön, nicht deshalb weil ich studiert habe, sondern weil ich viel verdiene. Weiterhin doch bitte schön nicht an die Universität, sondern an die Allgemeinheit, welche dann politisch über die Verwendung dieser Mittel zu entscheiden hat! Möglich wird das durch einen erhöhten Einkommens- oder Kapitalertragssteuersatz!
C.H.E. am Mittwoch an der HU
video zur besetzung:
Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen
"DURCHFÜHREN" ist — alteschule
Auch wenn es sehr bequem ist, so ztu denken — xyz