Sir Arthur Harris: Rassist

argus 09.12.2003 03:32 Themen: Antifa
Sir Arthur Harris gilt in antideutschen Krisen als Identifikationsfigur. Offensichtlich hat niemand ein Problem damit, dass besagter Arthur Harris auch vor und nach dem Zweiten Weltkrieg überaus aktiv war: als Organisator Massenmorden an irakischen Kurden, sowie als Profiteur am rassistischen Unterdrückungssystem in Südafrika!
Sir Arthur Harris, brtitischer Organisator der Flächenbomardements gegen Nazideutschland, gilt in antideutschen Kreisen aufgrund eben dieser Funktion als beliebte Identifikationsfigur. So verfügt auch das jüngst unter Mitwirkung der antideutschen Frankfurter Studigruppe "sinistra" besetzte Seminargebäude über einen Hörsaal, der nun nach Sir Arthur Harris benannt ist.

Offensichtlich hat seitens dieser studentischen BesetzerInnen niemand ein Problem damit, dass besagter Arthur Harris auch vor und nach dem Zweiten Weltkrieg überaus aktiv war: als Organsiator von Massenmorden an irakischen Kurden, sowie als Profiteur am rassistischen Unterdrückungssystem in Südafrika! Die biographischen Details im Einzelnen:

In den 20er und 30er Jahren war Harris als britischer Luftwaffenoffizier bei der Niederschlagung des antikolonialen Widerstands im Irak aktiv, wobei er dafür sorgte, dass auch Giftgas gegen die Bevölkerung eingesetzt wurde - insbesondere in den kurdischen Gebieten des Nordirak! Schon zu diesem Zeitpunkt machte er seinem im Ersten Weltkrieg erworbenen Spitznamen als "Butcher" alle Ehre.

Nach dem Zweiten Weltkrieg und seinem Abschied als Luftwaffen-Marschall war Harris dann ab 1948 als Großunternehmer im rassistischen Apartheidstaat Südafrika tätig, wo er eine profitable Schiffahrtslinie aufbaute und unterhielt - bis er Ende der 50er Jahre seine Anteile verkaufte, um den Lebensabend in England zu verbringen.

Dass nach dieser Figur in Frankfurt ein bestzter Uni-Hörsaal benannt wird darf also getrost als handfester Skandal bezeichnet wedren - so wie der ganze Harris-Hype antideutscher Kameradschaften.
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Ergänzungen

harris did the right thing!

problem child 09.12.2003 - 05:35
dass arthur harris ein konservativer militär war, der unter "normalen" umständen sicher keinerlei sympathie wert gewesen wäre - wer wollte das bestreiten? die umstände aber unter denen harris bekannt wurde, waren keineswegs "normal": bekannt wurde harris nicht als subalterner squadron leader der royal air force in irak, iran und indien in den 20er jahren sondern einzig in seiner funktion als kommandeur der britischen bomberflotte im krieg gegen deutschland.

neben dem kampf der roten armee gegen die deutsche wehrmacht war es insbesondere der einsatz der alliierten luftstreitkräfte gegen städte, industrieanlagen und die verkehrsinfrastruktur deutschlands, der die niederlage der historisch beispiellosen nazibarbarei, der schätzungsweise 40 millionen menschen - davon 6 millionen planmäßig ermordeter jüdinnen und juden - zum opfer fielen, herbeiführte. und diese niederlage - und nichts sonst - ist der grund, warum sir arthur harris von den deutschen von rechts bis links so innig gehasst wird.

das argument, die von harris befehligten bombenangriffe gegen köln, hamburg, berlin und dresden seien zu verurteilen, da so viele "unbeteiligte" zivilisten gestorben seien ist nichts als heuchlerischer bullshit: erstens waren die meisten der sogenannten deutschen "zivilisten" alles andere als "unschuldig", vielmehr aktive mittäter und zweitens gab es angesichts des bis zum bitteren ende an seinem geliebten führer festhaltendenden deutschlands keinen anderen weg als den nationalsozialismus mit allen zur verfügung stehenden mitteln - und dazu gehörte auch die bombardierung der deutschen städte - militärisch zu bekämpfen und zur bedingungslosen kapitulation zu zwingen. die deutschen führten einen erbarmungslosen vernichtungskrieg zur unterwerfung der welt und der vernichtung aller jüdinnen und juden an dessen ende entwedwer der "endsieg" oder der untergang deutschlands stehen sollte. deutschland war in seinem wahnhaften nihilismus fest entschlossen, um keinen preis der welt zu kapitulieren - und wenn die ganze welt mit in den abgrund gerissen würde.

ganz egal, welche schweinereien harris davor oder danach begangen haben mag, es bleibt sein unzweifelhaftes verdienst mit seiner luftkriegsstrategie zum sieg über den nationalsozialismus entscheidend beigetragen zu haben. ohne diesen sieg wäre alles verloren gewesen und die erbauer von auschwitz hätten ihr vernichtungswerk zu ende bringen und ihre herrschaft auf unabsehbare zeit zementieren können.

stalingrad, hamburg, dresden, berlin: für die einen stehen diese namen für den tod hunderttausender "unschuldiger deutscher" für die anderen für das ende des nationalsozialistischen terrors und millionen geretteter menschenleben.

der skandal liegt nicht im benennen eines raumes nach einem kämpfer gegen das nationalsozialistische deutschland als vielmehr im ausspruch des menschen aus dem exzess, der in geschichtsrevisionistischer manier beim abreißen des harris-schildes dummdeutsch von einem "völkermord" schwadronierte, den die alliierten mit der bombardierung deutschlands begangen hätten.

schafft einen, zwei, drei, viele sir-arthur-harris-säle!

@ weist

mensch 09.12.2003 - 12:50
das stalingrad der entscheidende punkt gegen den hitlerfaschismus war bezweifle ich: klar, es war eine militärische niederlage, die ohne weiteres (zum glück!) nicht zu verkraften war, doch muss mensch sich auch unbedingt die wirtschaftlichen (und auch militärischen) rahmenbedingungen des dritten reichs angucken. nazi-deutschland war schon vor beginn des krieges nahezu bankrott, dies änderte sich zwar anfangs, doch hatte das dt. reich die ganzen kriegsjahre massive probleme überhaupt mit anderen, feindlichen und neutralen staaten zu handeln. die reichsmark wurde dort als devise nicht anerkannt, die nazis konnten folglich nur mit gold handeln. anfangs mit dem zentralbanken-gold der besetzten länder, später mit dem (zahn)gold der ermordeten jüdinnen und juden.
zum militärischen muss gesagt werden, dass die wehrmacht und die waffen-ss auch vorher schon zurückweichen mussten, aufgrund der mangelhaften - vor allem - winterausstattung. nun ist es auch noch so, dass man den 2. weltkrieg ohne luftüberlegenheit schlichtweg nicht gewinnen konnte! und die hatten die nazis spätenstens ab 1941 nicht mehr! gründe hierfür waren zum einen rohstoffliche fragen, zum flugzeugbau benötigt man aluminium und zur verarbeitung jede menge erdöl, und auf beides hatten die nazis keinen direkten zugriff, wo wir wieder bei der wirtschaft wären.
so, musste mal gesagt werden
grüße
mensch

he may've done the right thing, ...

amateur-militarist 09.12.2003 - 13:55
naja,
die bedeutung der allierten bombenkampagne wird im allgemeinen überschätzt, sie hat sicherlich deutschland nicht alleine in die knie gezwungen.
grundsätzlich muss zwischen angriffen auf "zivile" und "militärische" ziele unterschieden werden, auch wenn sich diese begriffe nicht scharf trennen lassen. (der britische bomberpilot war vor seiner einberufung selbst zivilist. ein zivilist hat sein flugzeug entworfen und gebaut. ebenso seine uniform und seine bombem. und schlussendlich gibt ein parlamentarischen demokratien immer auch ein zivilist die befehle. in der deutschen volksgemeinschaft ist die grenze noch erheblich schwieriger zu bestimmen)

noch 1939 haben die briten z.b. in deutschen häfen ankernde kriegsschiffe nicht bombardiert (zu diesem zeitpunkt ob mangelnder reichweite die einzigen erreichbaren ziele in deutschland selbst), um auf diesen schiffen unter umständen beschäftigte zivile dockarbeiter nicht zu töten.
angriffe auf stadtzentren und wohngebiete haben mehrere zwecke: sie zerstören dinge, die dann unter möglichst hohen kosten wieder aufgebaut werden müssen, sie unterbrechen den normalen, produktiven tagesablauf der heimatfront und, das ist ihr hauptziel, sie demoralisieren die bombardierten, sollen tendenziell gegen krieg und die eigene, kriegführende regierung aufwigeln (in der nazi-sicht der welt war schließlich die kriegsmüdigkeit und der verrat der dolchstößler der grund für den verlorenen krieg).

beispiele für solche (terror-)bombardierungen sind warschau, belgrad, rotterdam und coventry (der hamburger feuersturm aus der operation "millenium" ist ja so berüchtigt, dass der erste feuersturm des krieges in belgrad entfacht wurde, weiß fast niemand).

weder von den deutschen angriffen während der operationen "blitz" und "baby-blitz" in der schlacht um england noch von den allierten angriffen auf am ende des krieges (mit ausnahme von baden-baden) jede stadt in deutschland über 10,000 einwohnerInnen zeigten in sachen demoraliserung nennenswert wirkung. die bombardierten schlossen sich eher noch enger zusammen, am eingang zum rettenden luftschutzbunker steht schließlich auch der blockwart, innen wartet die volksgemeinschaft.)

ähnlich erfolgreicher waren immer schon angriffe auf schlüsselindustrien und "militärische" ziele wie die kugellagerindustrie in und um schweinfurt (ersatz liefert das neutrale schweden), das waffenforschungszentrum in peenemünde oder die anlagen zur synthetisierung von öl aus kohle im rumänischen ploesti.
trotz immer größerer luftüberlegenheit und intensivierten bombardement stieg der ausstoß der deutschen rüstungsindustrie dank zwangsarbeiterInnen und reorganiserung aber bis zum ende des krieges jedes jahr.

das erfolgreichste ziel war der "transportation-plan", der in vorbereitung der invasion strassen, brücken, bahnhöfe und schienen zerlegte - und das von berlin bis carentan.
letzlich brachte uns nur die völliger zerstörung von deutschlands fähigkeit krieg zu führen den sieg. dass angriffe auf "zivile" ziele, auch auf wohngebiete und den kölner dom (nach geltenden recht illegal, der dom jedenfalls) nötig waren ist jedeR am krieg(sgeschehen) interessierten selbstverständlich.

@problem child, studier britische Quellen!

Lord Läster 09.12.2003 - 14:56
Ein Blick auf einige britisch webseiten würde genügen, um den Anti-D Harris-Hype in Luft aufzulösen: 1.) Die Labour-Linke oder auch Leute wie ORWELL sprachen sich frührzeitig öffentlich gegen die Bombadierung von Arbeitervierteln in Nazi-Deuschland aus. (Im Gegensatz zu den reaktionären britischen "Blimps" und den ADs wußten sie zwischen oben und unten zu unterscheiden.) Der Bombenkrieg überhaupt war umstritten; 2.) das allierte Bomberkommando brach nach Dresden die Bombenkampagne ab! Nicht nur aus der Erkenntnis ihrer militärischen Unwirksamkeit, sondern auch aus humanitären Gründen. (Nahczulesen auf diversen britischen Websites zu Harris, zB. von der BBC) 3.) Auch in britischen Militär- und Regierungskreisen war Harris Taktik frühzeitig äußerst umstritten. 4.) In der Folge schoben sich nach Dresden Churchill und Harris gegenseitig den Angriff auf Dresden in die Schuhe. 5.) Sehr wichtig: Schließlich verstieg sich Harris auf die Behauptung, bei der er auch Jahre nach Kriegsende blieb, nicht er, sondern der von antideutschen heißgeliebte Führer STALIN habe das Allierte Bombercommando zum Angriff auf Dresden gedrängt. Er (Harris) will schon vor dem Angriff auf Dresden die militärische Unwirksamkeit des Angriffs in Beratungen des ABCommand entschieden betont haben. Im übrigen kann niemand der im Vereinigten Königreich in der Tradition der britschen Linken oder der Arbeiterbewegung steht und sich zu einem radikalen Humanismus bekennt, nachvollziehen wieso deutsche Linke auf harris abfahren!

Militärische Bedeutung des Bombenkrieges

Stephan 10.12.2003 - 11:32
Die militärische Bedeutung der alliierten Bombenkampagne gegen Deutschland liegt nicht in der in der Zerstörung der industriellen Infrastruktur, so bedeutsam sie auch gewesen sein mag. Sie lag vielmehr in der Bindung von Kapazitäten des deutschen Reiches in der Luftverteidigung. Insbesondere durch die Großangriffe ab dem Sommer 1942 wurde Deutschland starke Kräfte von den Erdfronten abgezogen und entlasteten dadurch die Front der Roten Armee. Die Bombenangriffe waren 1942/43 die einzige wirkungsvolle Möglichkeit Großbritanniens zur Unterstützung der Sowjetunion. Nach Meinung des Standardwerkes der deutschen Militärgeschichtsforschung der 80er Jahre war der Luftkrieg ?kriegsentscheidend in dem Sinne, dass sie zur Konzentration von Waffen, Menschen und Material im Reich und damit zur Schwächung der Erd- und Seefronten führten.?*
Ein weiterer militärischer Grund für die Bombenoffensiver der Alliierten war, dass sie vor Beginn der Landung in Frankreich die unumstrittene Luftherrschaft erreichen mussten. Dieses Ziel wurde 1943/44 eindeutig erreicht.
Woher wisst Ihr eigentlich, wie die psychologische Wirkung des Bombenkrieges auf die deutsche Bevölkerung war. Neutrale Quellen dazu scheinen mir rar. Eine der wenigen kritischen Beobachter Deutschlands in dieser Zeit, der amerikanische Journalist und Schriftsteller William Shirer, war jedenfalls von der demoralisierenden Wirkung der Angriffe überzeugt. Er schrieb nach dem ersten großen Luftalarm auf Berlin in seinem Tagebuch: ?Die Berliner sind wie betäubt. Sie glaubten nicht, dass so etwa überhaupt geschehen konnte.?** Vielleicht hat Shirer sich ja geirrt. Aber dies wäre erst noch zu beweisen.
Das Harris aufgrund seiner Tätigkeit in den Kolonialkriegen nicht zum Idol taugt, habe ich ja schon im andern Posting begründet.

* Deutschland im Zweiten Weltkrieg Bd. 6 ?Der globale Krieg?, hrsg. Vom Militärgeschichtlichen Forschungsamt in Freiburg, zit. nach der Taschenbuchausgabe ?Die Welt im Krieg? S. 522
** William Shirer: Berliner Tagebuch Bd1 S. 458., s.a. 462, Shirer ist der Autor von ?Aufstieg und Fall des Dritten Reiches?, das in den 60er Jahren eine wichtige Gesamtdarstellung des NS war.

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