** Photos: Studierende gegen BDA**

Postpessimistin 04.12.2003 23:09 Themen: Bildung
**Berlin: Studierende gehen über Bildungsforderungen hinaus und stellen die soziale Frage!**
Der Aufruf sah unscheinbar aus und war gespickt von Ausrufezeichen... Niemand konnte sich so richtig vorstellen, dass 800 Studierende dem Aufruf "Essen mit der Elite" folgen würden! Aber dann wurde es für die Tagenden im Maritim Hotel [Bund der ArbeitgeberInnen, Koch, Westerwelle, Clement, Hartz, Rürup...] doch richtig ungemuetlich, als es den Demonstrierenden um ein Haar gelungen wäre, zu ihnen zu stossen und als Eier und Orangen die Scheiben ihres Speiseraums verschönerten.

Hinterher ging zu einer spontanen Gerennedemo um den Alex herum - die Sperren vor dem Roten Rathaus wurden genauso umgerissen wie massenhaft Kreuzungen besetzt. Auch der Berliner BAnkgesellschaft statteten wir einen kleinen Besuch ab...

Fazit: Es gelang erstmals, den Uni-Streik effektiv mit anderen Inhalten zu verbinden und den Streik zu politisieren. Viele Studierende stimmten in Sprechchoere wie "Hummer, Trueffel, Kaviar - sind ab jetzt fuer alle da!" ein und waren ganz empoert, als sie die Bullen draufschlagen sahen. Eine Radikalisierung?

Die Bullen verhielten sich lange nicht so deeskalierend wie sonst, mehrere Menschen wurden von einem Krankenwagen abgeholt und es gab Festnahmen. Die Festgenommenen sollten befreit werden [siehe Bild], was nicht gelang. Aber es wurde immerhin versucht, die Strasse zu besetzten - leider auch erfolglos [ebenfalls Bild]. Aber wir kommen wieder!!
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Ergänzungen

N24

Harry 05.12.2003 - 00:14
Auf N-24 wurde in den 24.00 Uhr Nachrichten berichtet das sich linke Gruppen unter die StudentInnen gemischt und die Stimmung angeheizt hätten und somit die brutale Reagtion der Polizei zu verantworten hätten

Die Übergriffe von Grün werden mehr

allenallesumsonst 05.12.2003 - 00:25
Nachdem es bereits in den vergangenen Tagen zu Festnahmen und Personalienfeststellungen kam, ist heute eine neue Schärfe von Seiten des Staates, sprich der Polizei, in die Auseinandersetzungen gebracht wurden. Dies hat vor allem mit der Öffnung der Proteste in Richtung Sozialabbau und einem überstudentischen Kontext der Protestentwicklung zu tun. Erstmals waren offensichtlich Bundespolitiker und wichtige Arbeitgeber Ziel von Protesten, die deutlich über den Tellerand Berlins verstanden werden sollten. Es gab mehrfache Pfeffersprayeinsätze, gezogene Gúmmiknüppel und Rumgeschupse... Insgesamt war die Stimmung bei den Studis und Nichtstudis super, die PassantInnenen sind überwiegend positiv den Protestierenden gegenüber. AutofahrerInnen, die nicht genervt schauen, obwohl Sie in den letzten Tagen wohl des Öffteren im Innenstadtstau stehen - waren gelassen und freundlich...Fahrt doch einfach mal Schwarz - die BVG brauch auch mal etwas Druck von Unten bei den Preissteigerungen. Am 13.12. wird bundesweit mobilisiert - kommt alle nach Berlin - auch schon heute und morgen... Schluss mit Schluss!!! Und Hochachtung, dass seit heute auch die ASFH Berlin den Streik beschlossen hat. Das kann noch interessant werden.

N24

. 05.12.2003 - 01:09
habe das auf N24 auch gesehen und währe fast geplatzt.
immerhin hatten linke gruppen zu der aktion aufgerufen (berlin umsonst). und außerdem haben nicht studenten jawohl auch recht gegen diese säcke zu demonstrieren.

typische reaktion...

[screama] 05.12.2003 - 01:32
klar das der mediale mainstream jetzt so berichtet...erst wird alles fast totgeschwiegen und jetzt werden entweder eher die lustigen aktionen kurz gezeigt und die meisten inhalte verschwiegen oder es geht auf die 'proteste werden von linksradikalen unterwandert' schiene...seit wann gibt es keine studenten mehr die auch in grösseren ebenen denken und somit auch weitreichendere, radikalere aktionen machen? wird es der führungselite langsam doch mulmig? kann es sein das sie die studenten und ihre verbündete unterschätzt haben? ich denke mal ja....
ich hoffe das wir alle über derartig plumpe spaltungsversuche locker hinwegsehen können, und nicht auf sie hereinfallen...together we'll walk, together we'll rock!!! go on...

Pfefferspray zum Schutz der Politiker

egal 05.12.2003 - 01:53
 http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/berlin/298302.html

Niklas Chimirri vom ZK meint anscheinend nur weil er nix mitkriegt
Müll schwallen zu müssen

Brav weiter so

die bisherigen postings zu den Aktionen

ein Überblick 05.12.2003 - 02:44
Soziale Proteste + Spontandemo / Berlin
 http://de.indymedia.org/2003/12/68942.shtml

Berlin: Arbeitgebertag angefressen!
 http://de.indymedia.org/2003/12/68938.shtml

Berlin: Polizei verhinderte Besetzungen
 http://de.indymedia.org/2003/12/68923.shtml

Berlin: Essen mit der Elite!!!
 http://de.indymedia.org/2003/12/68823.shtml

"Wo wart ihr in Rostock ?"

Kritiker 05.12.2003 - 04:39
Da im Anschluß an eine Festnahme am Alex, mit anschließendem Durchprügeln der Bullenwanne mit dem/der/den Gefangenen, den Bullen die hilflose Parole "Wo wart ihr in Rostock ?" entgegen geschrien wurde, hier nun eine lange überfällige Anmerkung

An alle die anscheinend nicht wissen, was 1992 u.a.in Rostock-Lichtenhagen passiert ist, denn eigentlich können nur solche Menschen, so eine Parole rufen, seien hier als Erstes ein Paar Dokumente empfholen

der Film
"the trues lies in Rostock (Die Wahrheit liegt/lügt in Rostock)" ans Herz gelegt
hier eine Kurzbeschreibung
 http://www.infoladen.de/trier/service/videos.html
 http://asia.groups.yahoo.com/group/infopartisan/message/3045

das Buch
Berlin: Augenzeuge des Angriffes auf Asylbewerber von 1992 veröffentlichte Rechercheergebnisse
 http://www.jungewelt.de/2002/08-21/012.php

Vor zehn Jahren: Pogrome in Rostock-Lichtenhagen
Und nach wie vor kein friedliches Miteinander!
 http://www.umbruch-bildarchiv.de/bildarchiv/ereignis/10jahrerostockpogrome.html

Vor zehn Jahren:
Pogrome in Rostock-Lichtenhagen
Von Ulla Jelpke (innenpolitische Sprecherin der PDS-Bundestagsfraktion)
22. bis zum 26. August 1992
 http://www.klick-nach-rechts.de/gegen-rechts/2002/08/rostock.htm

DIE BULLEN WAREN IN ROSTOCK. SIE HABEN DIE ERSTE SPONTANDEMO EINGEKESSELT UND DIE LEUTE (VIELE DAVON AUS BERLIN) MIT DER BERUFUNG AUF IRGEND EINE MERKWÜRDIGE JURISTISCHE KONSTRUKTION IN EINE TURNHALLE GESPERRT. MEHRERE DUTZEND LINKE ZUSAMMEN MIT EINER HANDVOLL NAZIS. MEDIAL WURDEN DIE FESTGENOMMENEN ALS NAZIS VERKAUFT.

wie schon mal von jemanden anders hier erwähnt.
"Es ist ein Trugschluss, anzunehmen, daß die Bullen nicht in Rostock Lichtenhagen waren. Sie waren dort zahlreich vertreten und haben die eintreffenden Antifas eingesammelt."
Quelle:
Wir waren friedlich-was wart ihr?! Berlin!
 http://de.indymedia.org/2002/12/36530.shtml

DIE BULLEN SIND DEN BEFEHLEN IHRER EINSATZLEITER GEFOLGT.
BULLEN SIND UND WAREN NIE LINKS. SIE WERDEN ES AUS NICHT DURCH DIESEN SEIT JAHREN IN OHNMACHTSITUATIONEN HERRAUSGESCHRIENEN MORALISCHEN APPELL AN IHRE "ANTIFASCHISTISCHE ANSTÄNDIGKEIT"
WER BULLE WIRD WEIS WAS ER/SIE TUT.
SEHR VIELE BULLEN HABEN FRÜHER REPS GEWÄHLT UND SIND HEUTE IN DER SCHILL PARTEI AKTIV

Schaut euch doch mal die Positionen der Interessensvertretungen der netten Schutzmänner und Wachmeister bzw Frauen an, an die ihr so vorwurfvoll moralisch apelliert

 http://www.dpolg.de/
 http://www.bdk.de/
 http://www.gdp.de/gdp/gdpcms.nsf/ID/HOME_DE

P.S.
"Wo wart ihr in Rostock ?" ist übrigens genauso wenig zu Ende gedacht,
wie z.B. "Nazis raus" oder "die Häuser denen, die drin wohnen..."




05.12.03 15:00 Betteldemo S-Bhf. Grunewald

Informant 05.12.2003 - 04:43
»AG Betteldemo Alle von den Kürzungen betroffenen Gruppen und Personen gehen die Leute besuchen, die von Sparmaßnahmen nix spüren. Also rundwandern durch Grunewald, bei den Leuten klingeln und nett um eine kleine Spende für Uni, Kita, Sozialticket oder was auch immer bitten

video dazu

peter 05.12.2003 - 12:45
gibts von der ag video-dokumentation der tu berlin in wenigen tagen.

kontakt: 0179/29 13 678

@Anarcho

ein anderer Anarcho 05.12.2003 - 13:04
Inhaltlich hat Kommunistin doch recht, du reagierst darauf mit einem Rundumschlag gegen KommunistInnen (bei der MLPD etc. verstehe ich das ja gut, gegen undogmatische KommunistInnen habe ich aber gar nix. Den ollen Kalle sollte Mensch wirklich lesen, dabei aber nicht auf Goldman, Rocker, Kropotkin oder Bakunin vergessen ;- ).

@ Antifa: Eine Antifa-Bewegung (ich bin übrigens auch in einer Antifa-Gruppe aktiv) / eine Linke, die sich auf das feuerlöschmäßige Bekämpfen des Faschismus beschränkt und das Beschäftigen mit der Sozialen Frage völlig außen vor läßt, wird auf lange Sicht eingehen. Die Soziale Frage ist in den nächsten Jahren das zentrale Feld, auf dem es Rassismus, dem aktuellen sexistischen Backlash, vereinfachender Kapitalismuskritik und rechten Lösungen entgegenzutreten gilt. Die Proteste werden kommen und wenn wir dabei die Systemkritik außer ein paar hohlen Phrasen den Nazis überlassen, dann müssen wir uns nicht wundern, wenn Jugendliche eben der NPD und ihren platten antikapitalistischen Parolen nachrennen (ist nur eine Frage der Zeit, bis sich die Nazis auch auf Demos wie jener in Berlin oder sozialen Bündnissen einbringen werden, falls wir ihnen einfach das Feld überlassen ["Friedensbewegung = Nazis", "Soziale Proteste = Reaktionär", ich mach nix außer in meinem kuscheligen linken Szeneghetto] ) Natürlich können auch soziale Proteste reaktionär sein wie etwa bei den Bauarbeitern vor ein paar Jahren. Sie sind es aber nicht automatisch und es liegt an uns, progressive antikapitalistische Inhalte einzubringen. Darum finde ich`s auch gut, wenn sich Linksradikale in die aktuellen Kämpfe einmischen.

Wenn die Auseinandersetzung mit der sozialen Frage in Deutschland nur reaktionär gelöst werden könnte - warum dann überhaupt links aktiv werden? Damit ich bei der nächsten Demo mit Nationalstaatsfahnen "Für den Kommunismus" brüllen und mir toll revolutionär vorkommen kann, um dann das nächste mal auf indymedia mit meiner Argumentation (soziale Frage = reaktionäre Lösung) das ad absurdum führen zu können? Ist doch toll in der linken Kuschelecke, wir sind ja alle was besseres als die ganzen Prolos/Snobstudis/Arbeiter da draußen, da müssen wir uns ja nicht mit den Sorgen der Leute auseinandersetzen, denen Mami und Papi das Studium halt nicht in den A.... schieben.

Organisiert euch am Arbeitsplatz oder in der (freiwilligen?) Arbeitslosigkeit, beim Studium oder in der Schule. Anarchistische Gruppen und anarchosyndikalistische Gewerkschaften aufbauen! Hartz, Schröder, Stoiber, Koch & co zum Teufel jagen!

Sat 1

Privatfernsehnschauer 07.12.2003 - 14:45
Um der eindimensionalen Medienschelte entgegenzuwirken, muss erwähnt werden, dass Sat 1 in ihren Nachrichten die Aktion sehr wohl wohlwollend darstellte und tatsächlich (nur) die Gewalt der Polizei zeigte. In der Anmoderation wurde auch nur gesagt, dass das Klima der Prosteste "zusehens härter" werde. Es wurde auch nichts von unterwandernden Linksradikalen erzählt, sondern der Sturm auf das Hotel als gleichwertige Aktion wie "BIldung geht baden" gezeigt wurde, also die Studierendenproteste als das gezeigt werden, was sie sein sollen: Ein bunter, vielfältiger Prostest.

Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen

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N24

Brian 05.12.2003 - 00:22
Spaaaaaalter...

BEI DER SOZIALEN FRAGE...

antifa 05.12.2003 - 00:52
wird es für gewöhnlich brenzlig in Deutschland. Irgendwie sollten doch wenigstens Leute, die sich KommunistInnen nennen, checken, daß mensch nicht auf die soziale Frage rauswollen sollte, weil das notwendig reaktionär bis ... wird.

no war but class war

kommunistin 05.12.2003 - 01:30
ach süsser, warum soll das denn so sein?

"BEI DER SOZIALEN FRAGE...wird es für gewöhnlich brenzlig in Deutschland. Irgendwie sollten doch wenigstens Leute, die sich KommunistInnen nennen, checken, daß mensch nicht auf die soziale Frage rauswollen sollte, weil das notwendig reaktionär bis ... wird."

noch dazu "notwendig"! reicht es noch für ein Argument, oder soll dein Kommentar nur die übliche CheckerInnen-Angst vor "der sozialen Frage" oder wie du es immer nennen willst, sein? Bezeichnend, dass sich die antifa-checkerInnen nur mit dem zivilgesellschaftlichen Bekämpfen der rechten Auswüchse beschäftigen, und ansonsten den Kampf schon aufgegeben haben. Gerade als KommunistInnen (!) müssen wir checken, dass ein emanzipatorisches Umstürzen der bestehenden Verhältnisse NUR über die soziale Frage funktionieren kann (ansonsten empfiehlt es sich, nochmal den ollen Kalle zu blättern :-)

@Kommunistin

Warhead 05.12.2003 - 02:08
Dein Kalle kann mich mal.
ICH WILL KEINE ARBEIT!!!!!!!!!!!!!!!
Wir Pogoanarchisten bestehen auf dem Recht in der Sonne zu liegen,oder auch im Schatten je nach Hautbeschaffenheit,uns Drogen einzupfeifen und uns das Leben im Jetzt so angenehm wie möglich einzurichten.
Ihr seid Faschisten der Arbeit mit eurem Ethos,und ihr verkennt das wir mit unserem Nichtstun und der schweren Arbeit uns geistige Stimulanzien zuzuführen schon genug zu tun haben.
NIE WIEDER ARBEIT!!!!!!!!
Allerdings räume ich ein das es bis zu der Einsicht, das die einen Arbeit lieben und deswegen arbeiten müssen weil dies ihre lebensdefinition ist und die Anderen lieber faul rumhängen und das Einfahren von Speed,Alk und Shore als Lebensdefinition betrachten und jeder Mensch das Recht hat auf ein erfülltes,glückliches Leben,daher auch unsere Aufrechterhaltung der Forderung nach Gewalterlebnisparks für Nazis und andere Gewaltliebende,noch ein weiter ARBEITSREICHER Weg ist

@APPD-Warhead

Anarcho 05.12.2003 - 02:19
Geh liber saufen, aber spam Indymedia bitte nicht zu.

symptomatisch

Warhead 05.12.2003 - 02:34
Du als Anarchist tust das was du als Anarchist eben tun must,anderen Leuten vorschreiben wie sie zu leben haben,wenn´s nicht anders geht,und es geht bei euch nie anders,auch mit Gewalt.Ja und ich als Pogoanarchist tue auch nichts ausser dem was ein Pogoanarchist eben tun muss.Zuspammen,dem Volk zynische Sottiesen an den Kopf schmeissen und asozial rumpöbeln

Was Neues

- 05.12.2003 - 03:30
Gibt es in Deutschland wieder Verfolgung linken Widerstands ?
Auf Linke darf man wieder Draufhauen ?

Rote Fahne, ach was....

Anarcho 05.12.2003 - 10:42
Ja, liebe Kommies.
Dann wällst ihr als Marxisten mal den ollen Kalle! Ich als Anarchist lasse zusätzlich noch eigene Ideen in die Gestaltung einer herrschaftsfreien Gesellschaft und benutze historische Texte der anarchististen ProtagonistInnen als diskutierbare Ansätze, keinesfalls als Bibel.

Okay. Das war keine Ergänzung zum Text. Ich wollte dennoch meinen Kommentar abgeben, weil auf den Fotos doch einige immer die rote Flagge etwas weit raushängen lassen und mir meine Zukunftsaussichten (nach der Revolution) verdunkeln.

Ich sage sogar dass Marx in einigen Analysen recht hatte, in einigen Punkten hat er sich geirrt.

Ich denke, dass auch Bakunin die Diskussion mit einigen wertvollen Beiträgen bereichert hat, würde mich niemals als Bakunisten bezeichnen.


So, dann lernt mal schön den ollen Kalle auswendig....

Immer die gleiche Scheiße...!

RFYR 05.12.2003 - 12:40
Ist doch immer dass gleiche mit den N24 Nachrichten und der Tagesschau!
Wundert es euch wirklich dass es keine Bilder von prügelden Bullen und wehrlosen StudentInnen gibt?Ist es das erste mal das eine verfälschte Berichterstattung Demonstranten in ein schlechtes Licht rücken soll?
Auch wenn die StudentInnen bis jetzt bei den Medien wirksam angebiedert haben und auch ihrer Meinung nach mit den Bullen in einem Boot sitzen,da diese ja auch von den Kürzungen betroffen sind,so hat jetzt wohl auch der letzte gemerckt,dass die Bullen n i c h t unsere Freunde sind.
Oder gehst du auf deine Freund mit Pfefferspray los?

Vermummen

Student 05.12.2003 - 13:32
Die soziale Frage muss zum zentralen Thema der Protestbewegung werden. Nichts dagegen, wenn sich auch linke Bündnisse und dergleichen einschalten, das ist sogar notwendig. Wenn die Presse aber die Bewegung spaltet in brave und lustige Studis und radikale Linke, dann muss man dem entgegen gehen. Ein Schritt wäre es, wenn sich der sogenannte schwarze Block doch bitte mal unvermummt und in bunten Klamotten präsentieren würde. Dann wäre den Studis wohler und man könnte auch von einem gemeinsamen Protest sprechen. Und glaubt ja nicht, dass man um radikaler vorzugehen unbedingt schwarz gekleidet sein muss...

@ "Gute Kritik am Anarchismus"

Anarchist 05.12.2003 - 16:04
(Sorry Mods, das hier ist keine inhaltliche Ergänzung. Musste aber trotzdem raus. Verschiebt's nach unten.)

Wenn das eine "gute" Kritik am Anarchismus sein soll, möchte ich keine schlechte lesen müssen. Meine Güte. In einem Wort: erbärmlich.

Nur mal angerissen:

1) Einleitung: "Auch wird hier bewußt ignoriert, daß auch schon AnarchistInnen und insbesondere anarchistischen TheoretikerInnen einiges aufgefallen ist, von dem, was ich hier kritisiere."

Schön. Dann den Text aber als Kritik an dem (!) AnarchisMUS (!) verkaufen zu wollen ist dreist.

2) Punkt 5: "[...] die Menschennatur, die mit allerlei Menschenrechten ausgestattet ist, welche aber blödsinnigerweise durch den Staat -der sie gewährt! - permanent verletzt werden."

Ach so, der Staat gewährt die Menschenrechte. Seltsam - schon ein Blick in die "Erklärung der Menschenrechte", die als bürgerliche Rechtsform höchstens einen "Minimal-Sandard" aus emazipatorischer Sicht darstellen können, zeigt, dass die meisten Rechte solche sind, die GEGEN DEN STAAT durchgesetzt werden müssen!

3) Dass sowieso der Text weitgehend ohne Belege für die aufgestellten Behauptungen auskommt, hat das Schreiben sicherlich enorm erleichtert...

Die Menschenrechte sind definiert

Karl Marx 05.12.2003 - 17:29
Tja, Anarcho. Woher kommen denn die Menschenrechte? Selbstverständlich von einem staatlichen Souverän! Und die sind da auch genau definiert und gesetzt. Wo Recht HERRSCHT, ist schon eine Macht, die es ja abzuschaffen gilt. Was Du Dir das für Ideale oder Rechte ausmachst, ist dein Ding, sagt aber nichts zu einer Sache, die kritisiert werden soll. Kritik geht nämlich genau so, dass sie die Ursachen für die Beschädigunen BENENNT und nicht BLOß mit einem ausgedachten (Freiheits-) Ideal VERGLEICHT! Das ist aber der Quatsch, den Anarchos immer wieder falsch machen.

Ansonsten ist der Text ziemlich gut, er bringt die Kritik zum Anarchismus auf den Punkt. Sag doch einfach, was an ihm falsch ist und dann ist gut. Der Hinweis auf fehlende Belege ist ziemlich lahm und auch falsch, weil dort welche genannt werden.

@Karl Marx: "Gute" Kritik am Anarchismus

Anarchist 06.12.2003 - 12:19
(@Mods: Ab nach unten. Das ist auch mein letzter Off-Topic-Beitrag hier.)

> Ansonsten ist der Text ziemlich gut, er bringt die Kritik zum Anarchismus
> auf den Punkt. Sag doch einfach, was an ihm falsch ist und dann ist gut.
> Der Hinweis auf fehlende Belege ist ziemlich lahm und auch falsch, weil
> dort welche genannt werden.

Ah ja? Dann pass mal auf, wie die Abschnitte aufgebaut sind:

JL 1: "Dafür, daß es AnarchistInnen um Herrschaftslosigkeit geht, ist ihre Theorie, was Herrschaft ist, oft erstaunlich schlicht. Herrschaft wird zumeist als reiner Zwangszusammenhang mißverstanden, [...]"

Behauptung. Gefolgt von genauerer Beschreibung. Beleg? Fehlanzeige.

JL 2: "Wer Herrschaft als reinen Zwang begreift, findet dann auch bald die, die zwingen: Die Herrschenden."

Schlussfolgerung aus der (unbelegten) Behauptung in 1.

JL 4: "Den Staat abschaffen, wollen AnarchistInnen in der Regel - aber erklären können sie ihn nicht."

Behauptung. Gefolgt von genauerer Beschreibung. Beleg? Fehlanzeige.

JL 5: "Daß es die Menschennatur gar nicht gibt, sondern die jeweiligen Menschen nur das Ensemble ihrer jeweiligen gesellschaftlichen Verhältnisse sind, daß das Leben und Denken der Altsteinzeit wirklich keine Erklärung für heute ist und die Menschengattung eine leere Abstraktion ist, die nichts erklärt- daß alles wissen AnarchistInnen in der Regel nicht."

Behauptung. Beleg? Fehlanzeige.

Ich würde dir raten, den Text nochmal zu lesen und statt "Anarchismus" einen dir genehmen "-ismus" einzusetzen. Vielleicht verstehst du dann meinen grundsätzlichen Kritikansatz. Merke: nur weil eine Behauptung der eigenen Meinung entspricht, muss sie noch nicht stimmen.

Es wird zwar viel kritisiert, und vielem der Kritik an den Positionen stimme ich zu, nur: dass die kritisierten Positionen DIE DES ANARCHISMUS sind, das wird nirgends (!) nachgewiesen.

(In der Vorbemerkung wird ja auch schon kräftig eingeschränkt: das schon zitierte "Auch wird hier bewußt ignoriert, daß auch schon AnarchistInnen und insbesondere anarchistischen TheoretikerInnen einiges aufgefallen ist, von dem, was ich hier kritisiere", und: "Es geht hier um übliche Fehler von Leuten, die sich 'AnarchistInnen' oder 'Autonome' nennen."

Dass trotz dieser Eingeständnisse der Text als "Kritik am Anarchismus" (Überschrift) verkauft wird, untermauert noch mit dem ersten Satz: "Hier soll es um theoretische Fehler gehen" - Erwartungshaltung der LeserInnen: jetzt werden die dem Anarchismus innewohnenden theoretischen Fehler aufgezeigt -, ist: unredlich, unsolidarisch, reine Diffamierung.)