Strassenblockade am Alex (Berlin)

Rem 27.11.2003 15:11 Themen: Bildung Kultur Soziale Kämpfe
mehrere hundert Demonstranten aller drei Unis blockieren zur Zeit die Kreuzung an der Karl-Marx-Strasse am Alex!
Nach der grossen Demonstration vom Potsdamer Platz zum Roten Rathaus, haben sich spontan mehrere hundert Studenten entschlossen die Kreuzung Karl-Marx-Allee / Otto-Braun-Strasse zu blockieren. Die Blockaden dauern zur Zeit noch an (27.11.03 15:00).
Die Demonstranten demonstrieren damit gegen die Sparpläne des Berliner Senats. Bis jetzt haben die Hundertschaften noch nicht eingegriffen.
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Ergänzungen

live bilder

horst 27.11.2003 - 16:12
gibs noch andere web-cams am alex??

auf der verlinkten web-site sieht man nich wirklich was, außer üblichen Feierabend -Verkehr.

rts

bak 27.11.2003 - 16:45
aus der Aktion ist ein sehr großes und sehr geiles RTS geworden, die Bullen waren sichtlich überfordet und die Studenten sind doch nicht so lahmarschig wie gedacht... hoffentlich gibt´s bald Bilder

Studies, besucht die Arbeitsämter!

Stronz 27.11.2003 - 17:22
Je länger die Studenten ihre Proteste durchhalten, desto eher springt der Funke auf andere gesellschaftliche Gruppen über. Irgendwie fühlt man sich aber als Arbeitsloser nicht so von euren Partikularforderungen angezogen. Andererseits ist man als Arbeitsloser den Ämtern ausgeliefert und traut sich dort nix. Wer schon mal Arbeitslos war, weiß dass viele Alos und Sozhilfeempfänger sich zu schwach für Aktionen fühlen. Macht uns doch mal Mut! Da viele von euch Studies durch die Wirtschaftskrise ohnehin bei diesen Ämtern landen werden, könntet ihr doch mal massenhaft gleichzeitig 10.000 Anträge beim Arbeitamt ausfüllen. Das würde vielleicht Arbeitslose aus ihrer Lethargie reissen.

Ergänzung

xyz 27.11.2003 - 17:30
Mal ein paar mehr Info's:

Nach der relativen großen und diesmal wirklich deutlich dynamischeren Großdemo vom Potsdamer Platz zum Roten Rathaus hieß es dann aus vielen Mündern bzw. Zettelchen: Straßenblockade Ecke soundso...

Am Treffpunkt sammelten sich dann nach und nach die Leute und es sah zuerst nach max. 100 Leuten aus. Vom Alexanderplatz hörte man dann aber plötzlich etwas lautere Klänge und alsbald wurde am Bahnhof kurzzeitig die Straßenbahn blockiert. Dann wurde es etwas lebendiger und die Leute stürmten Richtung Kreuzung/Straße. Zu diesem Zeitpunkt war die Menge auf viele hundert Leute angeschwollen (selten so eine große spontane Masse von Studies gesehen) Dort dann die ersten Sitzblockaden. Nachdem man eine Weile rumsaß bzw. stand mit Parolen wie "Bildung (Alles) für alle - und zwar umsonst" entwickelte sich aus der festen Blockade ein mehr oder weniger munteres Treiben.
Das nächste Ziel war die Berliner Bankgesellschaft die einer der Hauptverantwortlichen für den immensen Schuldenberg Berlins ist. Vor dem Haus angekommen wollten wohl einige Leute ins Haus, was aber an der Drehtür und dem Wachmann scheiterte bzw. an der herbeieilenden Polizei.
diese postierte sich erstmal vor dem Haus und die Stimmung wurde etwas ruppiger.
Da aber rumstehen langweilig ist, ging es kurz darauf im zügigen Dauerlauf wieder auf den Alexanderplatz. Von dort gings ab in den Kaufhauf..man muß ja langsam mal nach Weihnachtsgeschenken gucken. Die Leute also einmal durch die unterste Etage und dann rauf auf die Karl-Liebknecht-Straße. In der Zwischenzeit hatte sich die Polizei doch ziemlich verstärkt und es gab erste Abdrängversuche, welche aber meistens scheiterten,da die Leute echt sehr fix drauf waren.
Nach einer weiteren Sitzblockade setzten sich die Leute wieder Richtung Kreuzung Karl-Liebknecht Ecke Alexanderplatz in Marsch um diese ebenfalls für einige Minuten zu besetzen.
Dann gings auch schon wieder weiter Richtung Hackescher Markt. Bis dahin kam man allerdings nicht ganz, da inzwischen die Polizei sich auf die Situation halbwegs eingestellt hatte und die Straßen dichtmachte. So stand man dann ein Weile und es gab die erste Durchsage der Polizei das die Versammlung/Demonstration beendet wäre. Nach dem sich die Leute "einzeln" entfernen mußten, traf man sich wieder am Alexanderlatz wo es dann nocheinmal kurz mit 150+ (vielleicht auch viel mehr..kann so schlecht schätzen) Leuten Richtung Bankgesellschaft ging. Ein Versuch von dort wieder auf die Kreuzung Gruneer Straße Ecke Alexanderplatz zu kommen scheiterte an massiven Grün die nun die ersten Ingewahrsamnahmen durchführte. Dann zertreute sich die Menge etwas, um 10min später wieder am Alexanderplatz aufzutauchen (allerdings immer weninge Leute). Die Polizei für mit ihren schicken Autos immer hin und her über den Platz auf der Suche nach verdächtigen Ansammlungen oder so.
Naja..was danach geschah weiß ich nicht mehr...bin dann nach Hause.

hier mehr Info

lfo 27.11.2003 - 18:15
hier der Link zu einem Bericht+Fotos der Blockade und der anschließenden Spontandemo:  http://www.de.indymedia.org/2003/11/68278.shtml

Studenten und Arbeitslose zusammen geht gut

you are not alone :-) 27.11.2003 - 18:55
Zweieinhnalb Monate studentischer Kämpfe sind einer großen gemeinsamen Demonstration von Studenten und Arbeitslosen vorausgegangen, die heute in Neapel statt fand. Es wurde in dieser Zeit engagiert daran gearbeitet, eine soziale Vernetzung von Studentenbewegung und Arbeitsloseninitiativen auf die Beine zu stellen. Dabei wurde über gemeinsame Forderungen nachgedacht, die mit der heutigen Demonstration an die Öffentlichkeit getragen wurden. Vorab sei angemerkt, dass die italienischen Sozialleistungen im Bereich der Sozialhilfe/Arbeitslosenhilfe bestenfalls für einen Espresso pro Tag reichen und dass es kein Bafög gibt. Die Studenten hatten vor einigen Wochen einen Vorschlag an die zuständigen Behörden erarbeitet. Dieser sieht den kostenfreien oder um 50% verbilligten Bezug von Büchern vor und 20 bzw. 50% Zuschüsse für die Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel und der regionalen Bahnverbindungen, (jeweils wenn die Familien der Studenten und Schüler über weniger als 12.000 bzw. 24.000 Euro Jahreseinkommen verfügen) sowie kostenlosen Zugang zu Kulturveranstaltungen, die von lokalen statlichen Institutionen organisiert werden. Die Zusammenarbeit mit Arbeitslosengruppen intensivierte sich, so dass diese Forderungen unter Einbeziehung der Arbeitslosen in die selben von beiden Bewegungen gemeinsam getragen wurden.

Wie es in einer Presserklärung zur Demonstration heißt, kamen 40.000 aus ganz Kampanien, der Region um Neapel, um an der Demonstration Teil zu nehmen. Laut Presseerklärung besetzten die Menschen die Büros der SIAE (der Italienische Autoren- und Verlegerverband) sowie verschiedene Verlagshäuser und U-Bahnhöfe, so dass alle Fahrgäste im Einklang mit den politischen Inhalten der Forderungen vorübergehend in den Genuss kostenloser öffentlicher Beförderung kamen und auch anderweitig wurden weitere Aktionen zivilen Ungehorsams durchgeführt. Die starke Demonstration steuerte Genehmigungsgemäß einen bestimmten Platz an, um dort die zum Abschluss geplante Assemblea zu halten, eine öffentliche Vollversammlung von Studenten und Arbeitslosen zur Abstimmung über weitere Initiativen, doch sperrten Polizei und Carabinieri den Platz ab und hielten insbesondere den Lautsprecherwagen ab, der natürlich für die Diskussion gebraucht wurde. Der Durchbruch der Polizeisperre erwies sich laut Presseerklärung als unumgänglich. Die Demonstrationsteilnehmer fanden, dass es nicht in Ordnung sei, am Ende der Demonstrationsroute 40.000 Leuten zu verbieten, ihre abschließende Versammlung abzuhalten. Es fielen Knüppelschläge, aber die Entschlossenheit der Demonstrationsteilnehmer war stärker. Tausende nahmen schlussendlich doch an der Versammlung auf der Piazza del Plebiscito (Anmerkung: Plebiscito bedeutet übrigens Volksentscheid...). Der Beschluss lautete, dass die Mobilisierung weitergeführt wird, damit die Stadtregierung nach der Bekundung guten Willens nun auch zur Tat schreitet...

Bundesweites Treffen und Streikseite

rabe 28.11.2003 - 02:16
Bundesweites Koordinierungstreffen am Wochenende in Jena! Mehr Infos und Links zu allen wichtigen Protestseiten unter

 http://streik.fzs-online.org

video dazu

sven 04.12.2003 - 22:06
video dazu gibts bei der ag video-doku der tu berlin.
kontakt: 0179 / 29 13 678

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