Blockaden in Süditalien

uranix 24.11.2003 15:06 Themen: Atom
Seit am 14. November das italienische Parlament den Standort für ein Atommüllendlager bekanntgab, werden in der Region Basilicata Strassen und Schienen blockiert. Gestern fand eine Demo mit mehr als 100.000 Menschen statt.
Seit am 14. November das italienische Parlament den Standort für ein Atommüllendlager bekanntgab, werden in der Region Basilicata Strassen und Schienen blockiert. Angeblich werden langsam Lebensmittel knapp.
Gestern fand eine Demo mit mehr als 100.000 Menschen statt.
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Ergänzungen

presseschau

uranix 24.11.2003 - 16:58
Dpa Sonntag 23. November 2003, 21:48 Uhr
Zehntausende Süditaliener protestieren gegen Atommüll-Lagerstätte
Rom (dpa) - Zwischen 70 000 und 150 000 Süditaliener haben in der Region Basilikata gegen ein geplantes Atommülllager protestiert. Bei der abendlichen Massenkundgebung in Scanzano Jonico forderten sie die Regierung von Ministerpräsident Silvio Berlusconi auf, ihre Pläne zu überdenken. Experten hatten den Ort als nationale Lagerstätte für radioaktiven Müll empfohlen. Zu den Gegnern der Maßnahme zählen Gewerkschaften wie Kirchen.

Ap Sonntag 23. November 2003, 21:47 Uhr
Italiener demonstrieren gegen Atommüll
Rom (AP) Den zehnten Tag in Folge haben am Sonntag tausende Demonstranten im Süden Italiens mit Strassenblockaden gegen ein geplantes Lager für Atommüll demonstriert. Die Regierung hatte den Bau am 14. November angekündigt, eine weitere Entscheidung am Donnerstag nach Protesten von Umweltschützern jedoch zunächst vertagt. Bauern befürchten, dass durch das unterirdische Lager nahe der Ortschaft Scanzano Jonico am Golf von Tarent, 100 Kilometer südlich der Hafenstadt Bari, die Bewässerungssysteme für ihre Felder kontaminiert werden könnten.
Da auch Lastwagen mit notwendigen Nahrungsmitteln die Strassen nicht passieren dürfen, gehen den Einwohnern inzwischen Lebensmittel wie Milch und Brot aus. Die Demonstranten wollten ihre Proteste aber so lange aufrechterhalten, bis die Regierung ihre Entscheidung zurücknimmt. Der Atommüll stammt aus Bereichen wie der medizinischen Forschung; vor rund 20 Jahren hat sich Italien gegen nukleare Stromerzeugung ausgesprochen.

Sonntag, 23. November 2003 / 17:41:41
Italien: 50 000 Menschen demonstrieren gegen Atommüll-Lager
Rom - Im süditalienischen Dorf Scanzano Jonico (Region Basilikata) haben rund 50 000 Menschen gegen den Bau eines Atommüll-Lagers demonstriert. Die Regierung Berlusconi hatte vergangene Woche Grünes Licht für das Lager gegeben.
In dem Lager sollen künftig 80 000 Kubikmeter Atommüll untergebracht werden. Es handelt sich um radioaktives Material aus italienischen Atomkraftwerken, die seit 1987 brach liegen. In diesem Jahr hatten die Italiener mit einer Volksabstimmung die Kernenergie abgelehnt und massiv für die Sperre der Atomkraftwerke gestimmt. Scanzano wird nicht zur Atom-Müllhalde Italiens werden, riefen die Demonstranten, darunter Umweltaktivisten, die aus verschiedenen italienischen Regionen eingetroffen sind.
Strassenblockade aus Protest
In den vergangenen Tagen hatten die Einwohner der 6 000-Seelen-Gemeide aus Protest gegen den Beschluss der Regierung die stark befahrene Bahnachse Salerno-Reggio Calabria und die Bundesstrasse entlang des Ionischen Meeres blockiert. Wir haben keine Ahnung, welche Effekte das Lager auf unsere Gesundheit haben wird, betonte Bürgermeister Mario Altieri. Er beschlagnahmte mit einem Erlass das Gebiet, auf dem das Lager entstehen soll.
Die Gegend war von Regierungsexperten wegen der undurchlässigen Bodenqualität gewählt worden, die ihrer Ansicht nach für ein sicheres Atommüll-Lager ideal ist. Die Anlage soll in den nächsten acht Jahren gebaut werden und 5 Milliarden Euro (7,7 Milliarden Franken) kosten.
Weitere Aktionen geplant
Die Bürger der Gemeinde drohten in den kommenden Tagen mit weiteren Demonstrationen, sollte die Regierung ihren Beschluss nicht rückgängig machen. Es sei unannehmbar, dass die Regierung in Rom den Bau des Lagers in Scanzano Jonico beschlossen habe, ohne die Lokalbehörden und die Bürger zu befragen, so die Demonstranten.