Uni Gießen: Streik als Farce/ Boykott-Ende
Seit einigen Tagen/ Wochen wird an zahlreichen deutschen Hochschulen gestreikt. Schwerpunkt ist eindeutig Hessen, wo die Regierung Roland Kochs die Einführung eines besonders krassen Studiengebührenmodells beschlossen hat. Gleichzeitig ist die vor kurzem auch überregional angelaufene studentische Protest-Welle so etwas, wie der letzte verzweifelt Versuch, der flächendeckenden Einführung von Studien- und Verwaltungsgebühren etwas entgegenzusetzen. Doch leider zeichnet sich ein Bröckeln der Protestfront nun bereits deutlich ab.
Bericht zur Uni Gießen (Aktualisierung)
Bericht zur Uni Gießen (Aktualisierung)
Zwar gab es bislang bei den spitzenmäßig besuchten studentischen Vollversammlungen vom 19.11., 12.11. und 5.11.2003 jeweils mehr oder weniger deutliche Mehrheiten für einen zunächst zeitlich befristeten, dann unbefristeten Streik. Beschlossen wurden allerdings jeweils nur Streiktage, gestern und vorgestern wurde z.B. nicht gestreikt. Unbefristet geht es dann offiziell am Montag weiter. Die Betonung liegt jedoch auf "offiziell". Denn schon bei der vorletzten Vollversammlung verkündete ein Mitarbeiter der Landes-Asten-Konferenz, langjähriger ehemaliger AStA-Referent und Vollblut-Polit-Aktivist vom Verband der JungdemokratInnen/ Junge Linke, direkt im Anschluss an die Bekanntgabe des Pro-Streik-Abstimmungs-Ergebnisses, dass die Frage, ob die jeweiligen Fachbereiche sich am Streik beteiligen wollen, in deren eigenem Ermessen liegen würde. Dieses Prozedere, wurde dann, einmal von einem der Chef-Aktivisten verkündet, einfach so als Selbstverständlichkeit beibehalten.
Und so ergab sich inzwischen der an eine Farce grenzende Umstand, dass zwar ab nächsten Montag dem Willen der Vollversammlung gemäß offiziell an der Gießener Uni gestreikt wird, an den meisten Fachbereichen aber dennoch fleißig weiterstudiert werden wird. D.h.; Die Sache mit einem Streik, der den Namen auch verdiente, ist in Gießen zweifellos gegessen. Schade!
Insgesamt zeigte sich in Gießen bislang, dass zwar die Mehrheit der bei den VVs anwesenden StudentInnen gegen Studiengebühren und für Protestaktionen ist, wenn es um konkrete Aktionen geht und darum, sich selbst einzubringen sieht es dagegen äußerst mau aus.
Bei denjenigen, die überhaupt keine Lust auf Streik haben - und das dürfte die Mehrheit der Studierenden sein - wächst zudem der Unmut darüber, wenmn in kleinen Fachbereichen dann doch mal ein haus besetzt wird. Bei diesen Stufdierenden ist meist eine Haltung anzutreffen, die ungefähr lautet: "Alle müssen heutzutage Opfer bringen. Da ist es doch nur gerecht, wenn auch die Studis ihren Beitrag zur Reformierung des Standortes beitragen."
Es scheint somit, als hätten die herrschenden Sparschweine den Kampf um die Köpfe auch and en Universitäten und Hochschulen längst gewonnen.
Wir, eine Gruppe streik- und aktionsbereiter Gießener LangzeitstudentInnen, die sich von niemandem vorschreiben lassen wollen, was, wozu und wie lange sie studieren wollen, hoffen nun darauf, dass die Sache in anderen Städten besser läuft.
Also haltet durch und sagt Bescheid, wenn's auch bei Euch wacklig wird. - Wir kommen gerne und unterstützen Euch!!!
Und so ergab sich inzwischen der an eine Farce grenzende Umstand, dass zwar ab nächsten Montag dem Willen der Vollversammlung gemäß offiziell an der Gießener Uni gestreikt wird, an den meisten Fachbereichen aber dennoch fleißig weiterstudiert werden wird. D.h.; Die Sache mit einem Streik, der den Namen auch verdiente, ist in Gießen zweifellos gegessen. Schade!
Insgesamt zeigte sich in Gießen bislang, dass zwar die Mehrheit der bei den VVs anwesenden StudentInnen gegen Studiengebühren und für Protestaktionen ist, wenn es um konkrete Aktionen geht und darum, sich selbst einzubringen sieht es dagegen äußerst mau aus.
Bei denjenigen, die überhaupt keine Lust auf Streik haben - und das dürfte die Mehrheit der Studierenden sein - wächst zudem der Unmut darüber, wenmn in kleinen Fachbereichen dann doch mal ein haus besetzt wird. Bei diesen Stufdierenden ist meist eine Haltung anzutreffen, die ungefähr lautet: "Alle müssen heutzutage Opfer bringen. Da ist es doch nur gerecht, wenn auch die Studis ihren Beitrag zur Reformierung des Standortes beitragen."
Es scheint somit, als hätten die herrschenden Sparschweine den Kampf um die Köpfe auch and en Universitäten und Hochschulen längst gewonnen.
Wir, eine Gruppe streik- und aktionsbereiter Gießener LangzeitstudentInnen, die sich von niemandem vorschreiben lassen wollen, was, wozu und wie lange sie studieren wollen, hoffen nun darauf, dass die Sache in anderen Städten besser läuft.
Also haltet durch und sagt Bescheid, wenn's auch bei Euch wacklig wird. - Wir kommen gerne und unterstützen Euch!!!
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Ergänzungen
link
(http:// stht da unten schon)
JD/JL
hier noch ein link zum thema
schon dieser bericht zeigt, was in giessen so los ist....
Hoffnung nicht aufgeben!!!
Paulo Freire(Brasilianischer Befreiungspädagoge) sagte:
"Die Unterdrückten leiden an dem Zwiespalt, der sich in ihrem innersten Sein breit gemacht hat. Sie entdecken, dass sie ohne Freiheit nicht echt existieren können. Aber indem sie sich nach echter Existenz sehnen, fürchten sie sie. Sie sind zu ein und der selben Zeit sie selbst und der Unterdrücker, dessen Bewußtsein sie internalisiert haben. Der Konflikt liegt in der Wahl, entweder ganz sie selbst zu sein oder gespalten - entweder den Unterdrücker aus sich zu vertreiben oder ihn nicht zu vertreiben, entweder menschliche Solidarität zu üben oder Entfremdung zu erfahren, entweder den Vorschriften folgen oder freie Wahl zu besitzen, entweder Zuschauer oder selbst Handelnde zu sein, zu handeln oder die Illusion zu haben, als handele man durch die Aktion des Unterdrückers, zu reden oder zu schweigen, kastriert zu sein in ihrer Kraft, zu schaffen und neu zu schaffen - in ihrer Kraft, die Welt zu verwandeln."
Tja und nach Freire sind wohl die meisten von uns immer noch dabei, überhaupt erkennen zu müssen, dass Sie von den "Unterdrücker" in einem selbst beherrscht werden. Wir haben den Neoliberalismus und den ganzen kapitalen Unfug mit Löffeln gereicht bekommen. Es wäre wünschenswert, aber ein Wunder, wenn in der BRD z.Z. die Menschen schon beim freien selbstbestimmten Handeln angekommen wären. Es wäre schon irre viel, wenn überhaupt wieder eine nennenswerte Zahl an Menschen ihre Situation begreift und sich auf macht, auf den Weg eigener und anderer Befreiung als Mensch. Nur mal so: Wer davon spricht, dass wir alle einen Beitrag zu leisten hätten, wegen der Staatsfinanzen, der vergisst, dass das Minus auf der gesamtgesellschaftlichen Seite immer mit einem riesen Plus für ein paar Wenige einhergeht. Wieviel Geld wird durch Steuermittel in so genannte Standorte für Wirtschaft gepumpt, damit am Ende vielleicht mal ein paar Arbeiter und Angestellte ihre Familien und sich ernähren können und sich die Herren in den Chefetagen die Taschen mit dem ausgebeuteten Profit stecken. Ach Leute, wir müssen noch viel erkennen und bewusst machen - aber es lohnt sich!!!
JDJLMitglieder beschließen in Berlin Gebühren
Zum Kotzen!
Marbug
KOmmt doch mal in MR vorbei und erzählt bissl was, vielleciht können wir immer abwechselnd Demonstrationen in einer der beiden Städte machen und uns dann die aktiven jeweils ergänzen. In Marburg gieng eine Aufforderung zum zivilen Ungehorsam durch die VV der Gesellschaftswissenschaften nur ganz knapp nicht durch.Am Freitag liefen dann prompt zwei Flashmobblockaden, die einigen Stau verursachten und ganz gute Stimmung auch bei vielen AutofahrerInnen machten.
VErzweifelt würde ich den RPotest nicht nennen, eher aufbruchsstimmung und noch sehr infantil und unprofessionell. Das wird schon werden.
Soligrüße nach Gießen und immer gern gesehen, tauscht mal regelmäßiger was aus mit MR und FFM.
Konsequent besetzen!
Ändern kann man das nur, in dem man dafür sorgt, das möglichst viele Lehrveranstaltungen ausfallen. Das Problem ost nämlich, das ein ganzen Teil mitstreiken würde, aber nicht der Arsch in der Hose hat, mitzustreiken, wenn die Lehrveranstaltungen noch stattfinden, weil sie Angst haben, etwas zu verpassen.
Die Leute die sich darüber aufregen, könnt ihr nur versuchen zu überzeugen, wenn das nicht gelingt, hättet ihr sie sowieso nicht für den Streik gewinnen können. Diese werden bei effektiven Besetzungen dann auch zu Hause bleiben, das macht aber nichts, denn ihr habt dann wenigstens die Leute, die zwar auf der VV für den Streik stimmen, aber dann, aus Angst was zu verpassen, nicht mitmachen und trotzdem zu den Lehrveranstaltungen rennen!
Also nehmt alle Kräfte zusammen und macht erst mal konsequent möglichst viel dicht, dann werden es auch mehr Leute werden.
nanu?
Die bisherigen Ereignisse lassen darauf schliessen, dass es sich lohnen könnte verstärkt Bemühungen auf eine Politisierung der Studierenden zu richten und mal übeberhaupt über so grundlegende Dinge wie ein allgemeines Demokratieverständnis, die Merkmale welche eine Studierendenschaft überhaupt konstituieren, und ähnliches zu sprechen.
Der auf der VV oft gefallene Satz in der Art wie "es kann ja streiken wer mag, aber *ich* muss jederzeit die 'Freiheit' zu haben zu tun und zu lassen was ich will und wann ich will, denn den zugang zu Lehrveranstaltungen darf mir niemand verwehren" zeigt glaube ich ganz gut, welches neoliberale Verständnis von ganz allgemeinen Begriffen wie Streik, demokratischen Entscheidungen der VV usw momentan den Diskurs beherrscht.
Unklar ist mir auch der oft vorgebrachte Einwand "wir würden ja schnell und zielstrebig (für die Wirtschaft?) studieren, wenn die Bedingungen an den Unis dies überhaupt denn zulassen würden". Er ist für mich Anlass zu der Frage, welches Selbstverständnis viele Studierenden anscheinend einem akademischen Studium entgegen bringen. Dies gilt es zu thematisieren. Ich glaube jedenfalls nicht, dass wir in Giessen schon das Handtuch werfen müssen.
phantasma des generalstreiks als grössenwahn
vielmehr geht es doch darum, das aufkeimende protestpotenzial zu organisieren, diskussionen zu institutionalisieren, den unibetrieb umzufunktionieren, interessenüberschneidungen aber auch gegensätze mit lehrkräften zu eruieren, druckvolle protestformen zu entwickeln usw. das ist sicher schwieriger als klassenkampf zu spielen, wo wir gar keinen wirklichen klassenfeind, der uns ausbeuten will, an der uni haben. insofern ist die sichtweise in dem artikel über die situation in giessen schief: die streikfront muss irgendwann bröckeln, das ist an sich nicht schlimm. damit muss aber die protestbewegung nicht am ende sein, im gegenteil: nach den ersten streikwochen, -tagen, die ich eher als ein signal verstehe, kommt es jetzt darauf an, den widerstand zu koordinieren und ihm eine längerfristige perspektive zu geben. dabei können veranstaltungsboykotte aus verschiedenen gründen weiterhin eine rolle spielen, sie müssen sich aber anders begründen als mit einem "linken" selbstverständnis, dass blockieren halt besser sei als studieren.
in diesem sinne
chris
Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen
seltsamer artikel — berliner studi
Diese verdammten Antideutschen! — Genosse
Dem Zuschauer fehlt die Power.... — muss ausgefüllt werden
wieso ? — anti nihilist
Gibt aber auch sehr Coole JD/JLerInnen — Martin
@... ist scheisse — marburger
wo lebt ihr? — tender
Wer ist Tjark? — HassmenschIn