Uni-Streik! Das Geld ist woanders...

Daniel Kulla 21.11.2003 17:14 Themen: Bildung
Presseerklärung der AG Öffentlichkeit im Streikausschuss Europäische Ethnologie an der HU Berlin
Senatspolitik zerstört Berlins Zukunft

Es ist Ausnahmezustand! Die drei großen Universitäten Berlins TU, HU und FU streiken! An den Instituten haben sich vielfältige Aktionsgruppen gebildet um gegen die Senatspolitik zu protestieren. Tausende Studierende machen mobil und solidarisieren sich öffentlich mit anderen Betroffenen des Sozialabbaus. Seminare und Vorlesungen werden in den öffentlichen Raum verlagert.

Aktionen des Instituts Europäische Ethnologie am Schiffbauerdamm 19:

-Dienstag, 25. 11.2003, 12 Uhr - Vollversammlung aller Studierenden der Europäischen Ethnologie im Raum 001, Institutsleiter Prof. Dr. Wolfgang Kaschuba gibt eine schriftliche Stellungnahme zu den geplanten Kürzungsvorhaben ab
-Mittwoch, 26.11.2003, 14-16 Uhr - öffentliche Vorlesung im Bahnhof Friedrichstraße
-Dienstag, 2.12.2003, ab 10-14 Uhr - Tag der offenen Uni - Aktionstag für alle mit öffentlichem Rundgang: "Uni in 20 Jahren"

Jeder ist aufgerufen, sich an den Aktionen zu beteiligen! Informationen und Termine unter www.allefueralle.tk

Das Ausmaß der Kürzungen im Fall Europäische Ethnologie:

-eine C3-Professur weniger (von insgesamt drei) bei 500 Hauptfachstudierenden kommen auf jeden Professor 250, schon jetzt kann nur jeder 5. Bewerber angenommen werden
-ein wissenschaftlicher Mitarbeiter weniger (von insgesamt zwei)
-eine Stelle Koordination/Betreuung weniger (von insgesamt zwei)
-zwei Hilfskraftstellen weniger (von insgesamt acht)
-Studienprojekte, ein notwendiger Bestandteil der Lehre, sind nicht mehr durchführbar!

-> Das ist mehr, als die "Solidarkürzung" von mindestens 10% vorsieht!

Die Kürzungsauflage von 75 Millionen Euro für die Berliner Hochschulen ist für den Berliner Haushalt weniger als ein Tropfen auf dem heißen Stein. Zum Vergleich sei auf die jährlich 300 Millionen Euro an Zins und Tilgung für den Auffang-Fonds der Berliner Bankgesellschaft verwiesen. Das Loch wird nicht einmal gestopft, die Universitäten werden aber in der Substanz getroffen.
Berlin lebt vom Bunten, Kreativen und vom Ideenreichtum der Studierenden, wieso will der Senat dieses Zukunftspotential wegkürzen?

Das Geld fehlt nicht, es ist nur woanders!


AG Öffentlichkeit im Streikausschuss Europäische Ethnologie
Daniel Kulla,  daniel@systemausfall.de
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Ergänzungen