Aktionstag an franz. Unis am 20.11. geplant
Um gegen die neoliberalen Reformen an den französischen Universitäten (die den in Deutschland geplanten oder schon verwirklichten in macherlei Hinsicht ähnlich sind) zu protestieren, ruft die französische Studentengewerkschaft FSE zu einem landesweiten Aktionstag am 20.11. auf. Ziel ist ein landeswieter Studentenstreik, um die Regierung zur Rücknahme der "Reformen" zu zwingen.
Im Folgenden wird der Aufruf dokumentiert.
Im Folgenden wird der Aufruf dokumentiert.
Landesweiter Aktionstag an den Hochschulen am 20. November
(Artikel vom 13.11.2003)
Die FSE (Fédération syndicale étudiante) [französische Studentengewerkschaft] ruft zu einem landesweiten Aktionstag am Donnerstag, dem 20.11., auf. Während die Uni Rennes II im Streik ist und sich an mehreren Hochschulen die Mobilisierung entwickelt, ist der 20.11. der entscheidende Tag mit Blick auf den Aufbau eines landesweiten Studentenstreiks.
AUFRUF der FSE
an die Sektionen von SUD, des CVSE, der CNT und die lokalen studentischen Strukturen
zu einem Aktionstag am Donnerstag, dem 20. November
FÜR:
- die Rücknahme der Reform ECTS/LMD!
- den Rückzug des Gesetzentwurfes zur "Modernisierung der Universitäten"! (vormals Entwurf über die Autonomie)
- die Beibehaltung des Arbeitsvertrages der MI/SE [als Hilfskräfte an französischen Schulen beschäftigte Studierende]
- den Neubau von Studentenwohnheimen, bis der Bedarf gedeckt ist
- die definitive Rücknahme des Dekretes über die Verringerung des Wohngeldes [für Studenten]
- die Ablehnung des Entwurfes zur Dezentralisierung des CROUS [Studentenwerk]
Kommilitonen,
Seit 8 Jahren hat es keine studentische Bewegung von gesamtstaatlicher Breite mehr gegeben (mit Ausnahme derjenigen von 98, die weitgehend besiegt wurde). Es wäre jedoch falsch, die Studentenbewegung deshalb für tot zu halten. Im Laufe des Vorlesungsjahres 2002-2003 haben zahlreiche Studierende sehr zu Recht an Streiks gegen die Reform LMD-ECTS (Toulouse, Bordeaux, Montpellier...), an Blockaden von Verwaltungsräten [der Universitäten] zur Verhinderung der Umsetzung dieser Reform, an Protesten an den beiden naturwissenschaftlichen Hochschulen, die aus Finanznot schließen mußten (Orsay et Toulouse III), teilgenommen, und selbst an den "kleinen" Hochschulen (Perpignan, Avignon, Brest, Marseille...) gab es zum Jahresende Proteste, ebenso wie an den größeren (Unterbrechung der Prüfungen durch die Studierenden der Unis Paris 1, Rangueil, Le Mirail ...). Wenn sie auch weniger auf den Campus hin orientiert sind, sind doch die Proteste der MI/SE [studentische Beschäftigte an den Schulen] und ihre Organisation in Gruppen ein wichtiges Faktum. Was die Erfüllung der Forderungen betrifft, ist die Bilanz hingegen mager. Für uns ist die Schlußfolgerung klar: keine studentische Struktur kann die die notwendige Kraft alleine aufbringen. Die Studentenbewegung leidet an vielen Übeln, wie der Ablehnung der gewerkschaftlichen Grundsätze durch die UNEF, der Zersplitterung, und schließlich dem Fehlen einer wirklichen landesweiten Struktur zur Verteidigung der studentischen Interessen.
Es ist jedoch dringend notwendig, die Studierenden für die Rücknahme von Langs Dekreten ECTS-LMD und den Rückzug von Ferrys Gesetzentwurf über die Autonomie der Universitäten, der in "[Gesetz zur] Modernisierung der Universitäten" umgetauft worden ist, zu mobilisieren. Dazu müssen wir Schritt für Schritt die notwendigen Voraussetzungen schaffen. Deshalb schlagen wir Euch für den Anfang einen koordinierten Aktionstag an so vielen Universitäten wie möglich vor, um unsere Kräfte zu messen (herauszufinden, auf welche Orte wir uns stützen können, und welche wir noch unterstützen müssen), um diese Forderungen publik zu machen (vor allem über die Medien), und natürlich um so eine Mobilisierung herbeizuführen, die dann wirksamere Aktionsformen anwenden kann. Der Sinn unseres Aufrufes ist es, ein festes Datum für einen Aktionstag vorzuschlagen, Donnerstag , den 20. November, rechtzeitug, damit er gut vorbereitet werden kann; dabei bleibt jedem die Freiheit, seine eigene Mobilisierungsstrategie und Aktionsformen anzuwenden, abhängig von den örtlichen Umständen und Kampfkräften. Die Haltung muß flexibel, einheitlich (endlich einmal) und pragmatisch sein. Es ist offensichtlich, daß nur ein landesweiter Streik (und nicht ein Aktionstag) uns die Erfüllung unserer Forderungen bringen kann, das ganze Problem besteht darin, diesen Schritt für Schritt gemeinsam aufzubauen.
Das einzige Mittel, die Privatisierung rückgängig zu machen, sind Mobilisierung und Kampf. Der einzige Weg, die Schwäche der Mobilisierung zu überwinden, ist der Aufbau einer Einheitsfront gegen den Raub unserer Rechte.
Nehmt an diesem Aktionstag teil!
Um diesen Aufruf zu unterzeichen, uns auf dem laufenden zu halten oder um mehr Informationen zu bitten:
redaction@luttes-etudiantes.com
Quelle:
http://paris.indymedia.org/article.php3?id_article=9752
andere Artikel zu Thema:
Streik an der Uni Rennes II gegen "Reformen"
http://de.indymedia.org/2003/11/65255.shtml
Uni Paris III: Verwaltungsrat blockiert
http://de.indymedia.org/2003/11/65851.shtml
Uni Tolbiac - Paris I: VV gegen "Reformen"
http://de.indymedia.org/2003/11/66110.shtml
(Artikel vom 13.11.2003)
Die FSE (Fédération syndicale étudiante) [französische Studentengewerkschaft] ruft zu einem landesweiten Aktionstag am Donnerstag, dem 20.11., auf. Während die Uni Rennes II im Streik ist und sich an mehreren Hochschulen die Mobilisierung entwickelt, ist der 20.11. der entscheidende Tag mit Blick auf den Aufbau eines landesweiten Studentenstreiks.
AUFRUF der FSE
an die Sektionen von SUD, des CVSE, der CNT und die lokalen studentischen Strukturen
zu einem Aktionstag am Donnerstag, dem 20. November
FÜR:
- die Rücknahme der Reform ECTS/LMD!
- den Rückzug des Gesetzentwurfes zur "Modernisierung der Universitäten"! (vormals Entwurf über die Autonomie)
- die Beibehaltung des Arbeitsvertrages der MI/SE [als Hilfskräfte an französischen Schulen beschäftigte Studierende]
- den Neubau von Studentenwohnheimen, bis der Bedarf gedeckt ist
- die definitive Rücknahme des Dekretes über die Verringerung des Wohngeldes [für Studenten]
- die Ablehnung des Entwurfes zur Dezentralisierung des CROUS [Studentenwerk]
Kommilitonen,
Seit 8 Jahren hat es keine studentische Bewegung von gesamtstaatlicher Breite mehr gegeben (mit Ausnahme derjenigen von 98, die weitgehend besiegt wurde). Es wäre jedoch falsch, die Studentenbewegung deshalb für tot zu halten. Im Laufe des Vorlesungsjahres 2002-2003 haben zahlreiche Studierende sehr zu Recht an Streiks gegen die Reform LMD-ECTS (Toulouse, Bordeaux, Montpellier...), an Blockaden von Verwaltungsräten [der Universitäten] zur Verhinderung der Umsetzung dieser Reform, an Protesten an den beiden naturwissenschaftlichen Hochschulen, die aus Finanznot schließen mußten (Orsay et Toulouse III), teilgenommen, und selbst an den "kleinen" Hochschulen (Perpignan, Avignon, Brest, Marseille...) gab es zum Jahresende Proteste, ebenso wie an den größeren (Unterbrechung der Prüfungen durch die Studierenden der Unis Paris 1, Rangueil, Le Mirail ...). Wenn sie auch weniger auf den Campus hin orientiert sind, sind doch die Proteste der MI/SE [studentische Beschäftigte an den Schulen] und ihre Organisation in Gruppen ein wichtiges Faktum. Was die Erfüllung der Forderungen betrifft, ist die Bilanz hingegen mager. Für uns ist die Schlußfolgerung klar: keine studentische Struktur kann die die notwendige Kraft alleine aufbringen. Die Studentenbewegung leidet an vielen Übeln, wie der Ablehnung der gewerkschaftlichen Grundsätze durch die UNEF, der Zersplitterung, und schließlich dem Fehlen einer wirklichen landesweiten Struktur zur Verteidigung der studentischen Interessen.
Es ist jedoch dringend notwendig, die Studierenden für die Rücknahme von Langs Dekreten ECTS-LMD und den Rückzug von Ferrys Gesetzentwurf über die Autonomie der Universitäten, der in "[Gesetz zur] Modernisierung der Universitäten" umgetauft worden ist, zu mobilisieren. Dazu müssen wir Schritt für Schritt die notwendigen Voraussetzungen schaffen. Deshalb schlagen wir Euch für den Anfang einen koordinierten Aktionstag an so vielen Universitäten wie möglich vor, um unsere Kräfte zu messen (herauszufinden, auf welche Orte wir uns stützen können, und welche wir noch unterstützen müssen), um diese Forderungen publik zu machen (vor allem über die Medien), und natürlich um so eine Mobilisierung herbeizuführen, die dann wirksamere Aktionsformen anwenden kann. Der Sinn unseres Aufrufes ist es, ein festes Datum für einen Aktionstag vorzuschlagen, Donnerstag , den 20. November, rechtzeitug, damit er gut vorbereitet werden kann; dabei bleibt jedem die Freiheit, seine eigene Mobilisierungsstrategie und Aktionsformen anzuwenden, abhängig von den örtlichen Umständen und Kampfkräften. Die Haltung muß flexibel, einheitlich (endlich einmal) und pragmatisch sein. Es ist offensichtlich, daß nur ein landesweiter Streik (und nicht ein Aktionstag) uns die Erfüllung unserer Forderungen bringen kann, das ganze Problem besteht darin, diesen Schritt für Schritt gemeinsam aufzubauen.
Das einzige Mittel, die Privatisierung rückgängig zu machen, sind Mobilisierung und Kampf. Der einzige Weg, die Schwäche der Mobilisierung zu überwinden, ist der Aufbau einer Einheitsfront gegen den Raub unserer Rechte.
Nehmt an diesem Aktionstag teil!
Um diesen Aufruf zu unterzeichen, uns auf dem laufenden zu halten oder um mehr Informationen zu bitten:
redaction@luttes-etudiantes.com Quelle:
http://paris.indymedia.org/article.php3?id_article=9752 andere Artikel zu Thema:
Streik an der Uni Rennes II gegen "Reformen"
http://de.indymedia.org/2003/11/65255.shtml Uni Paris III: Verwaltungsrat blockiert
http://de.indymedia.org/2003/11/65851.shtml Uni Tolbiac - Paris I: VV gegen "Reformen"
http://de.indymedia.org/2003/11/66110.shtml
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(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)
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Ergänzungen
UNEF unterstützt den Aufruf
Der Protest an den Universitäten wächst
(Mitteilung der UNEF vom 13. November 2003)
Nationale Aktionswoche vom 17. bis zum 21. November ; Donnerstag, 20.11.: landesweite Demonstrationen der mobilisierten Studierenden
- Die UNEF ruft alle Studierenden dazu auf, sich dem Aufruf der Studierenden von Rennes II gegen die Reformen von Ferry anzuschließen
- In Rennes haben 4000 Studierende auf den Straßen demonstriert. Die Studierenden von Rennes II sind weiterhin im Streik.
- In Villetaneuse haben 650 Studenten auf einer VV für die Fortsetzung des Streiks gestimmt.
- Heute und gestern haben außerdem mehrere VVs in Aix-Marseille, Paris I, Nantes, Perpignan, Lyon 2, Lille, Versailles St Quentin stattgefunden.
- Für die Woche vom 17.-21. November ruft die UNEF die Studierenden dazu auf, an den VVs und an den organisierten Diskussionen teilzunehmen.
Da die Gesamtheit der Hochschulgemeinschaft betroffen ist, bezeichnen der SNESUP, die FERC-SUP CGT, der SNASUB-FSU, der SNEP-FSU und der SNES diese Woche als nationale Aktionswoche.
- In den Universitätsstädten, in denen die Studierenden mobilisiert sind, werden am Donnerstag, dem 20. November, Demonstrationen stattfinden.
Die Studierenden müssen sich Gehör verschaffen. Es geht um die Zukunft des französischen Hochschulsystems.
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