frankfurt: streik geht weiter / turm besetzt

problem child 13.11.2003 02:26 Themen: Bildung
heute beschlossen über 2000 studentInnen auf einer vollversammlung nahezu einstimmig die fortführung des letzte woche begonnenen unistreiks. am abend wurde der "turm" (das institut der fachbereiche gesellschafts- und erziehungswissenschaften) nun vollständig besetzt und alle zugänge zu den oberen stockwerken blockiert.
nach der vollversammlung besuchte ein demonstrationszug den hessischen ministerpräsidenten roland koch, der eine ansprache vor der industrie- und handelskammer frankfurt hielt. sprechchöre mit parolen wie "arbeit macht uns krank und dumm - für das langzeitstudium", "koch muss weg" und "usa hilf uns doch, unser saddam der heißt koch" waren zu hören. seit heute abend ist der turm vollständig blockiert. alle aufzüge stecken in den oberen stockwerken fest und die treppenhäuser sind mit tischen und stühlen soweit zugeschüttet, dass niemand weiter als bis zum ersten stock kommt. wichtig ist, dass morgen ganz, ganz früh (ab 6:30) so viele leute wie möglich in den turm kommen, um die blockade aufrechterhalten zu können.
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Ergänzungen

scheiss studis und überhaupt

disrespect 13.11.2003 - 09:55
die blockade ist abegräumt. der dekant tilman allert höchstpersönlich hta hand angelegt, morgens um 7.30 uhr.
und die studis sind zu dumm und gehen ihrem studium nach...

blockade von uni-bediensteten geräumt:

frustiert 13.11.2003 - 11:50
nachdem die blockade des turms sowohl gestern abend sehr koordiniert,
konspirativ, als auch heute nacht sehr durchhaltend und heute morgen
sehr diszipliniert, kurz: sehr gut abgelaufen war, hat der dekan
tillmann allert heute um 8uhr mit eigenen händen und unterstützt von
einem helfenden und bezahlten mob die blockade abgeräumt.

wie schon der (bereits umgesetzte?) plan des fachbereichrats (03),
allgemeine teilnahmebeschränkungen in seminaren einzuführen und der ruf
nach den bullen letzte woche, hat diese aktion ein deutliches mal mehr
gezeigt, was von dem geschwätz, die lehrenden stünden doch auf "unserer"
seite, zu halten ist: nichts.

wenn dem racket zu 500-1500 euro studiengebühren, die wir nicht zahlen
können und die ein allert/steinberg nicht zahlen muss, nichts anderes
einfällt als he-man-gebahren und teilnahmebeschränkungen - um auch
garantiert sicherzustellen, dass niemand in der regelstudienzeit fertig
wird - dann sollten wir sicherstellen, dass uns dazu etwas anderes
einfällt als milde solidaritätsapelle.

an dieser stelle muss die grenze deutlich gezogen werden. die einige
dreifaltigkeit von corts, steinberg, allert steht auf der anderen seite.
ihr zusammenspiel muss benannt und denunziert werden.

manche leute haben ganz recht, wenn sie feststellen, dass diese
schweine gut lachen haben auf ihren sicheren posten mit ihren fetten
gehältern. und sie haben auch recht mit der feststellung, dass in italien
bei ähnlicher lage schon längst die fetzen flögen. wie ich neulich hören durfte: "dort würden die autos knallen und die barrikaden brennen. und nur das bringts").

immer weiter

asd 13.11.2003 - 12:23

am 18.11 in Wiesbaden linksradikaler/antikapitalitischer Block 11 Uhr Louisenplatz. Kommt alle!

www.autonome-antifa.com

streik-farce

miesepeter 13.11.2003 - 13:21
das hauptproblem war meines erachtens die viel zu geringe beteiligung an der blockade. mit 30 leuten ist so etwas einfach nicht zu schaffen. die meisten leute kriegen halt wieder einmal einfach nicht den arsch hoch. im prinzip ist der streik, verstanden als ernsthaftes politisches druckmittel, jetzt vorbei. über die gut gemeinten aber wirkungslosen kindischen "bunten aktionen" (vorlesungen in der fußgängerzone, laternenumzug, trockenschwimmen und die wöchentliche demo) wird sich leider rein gar nichts bewegen. mit der deutschen mittagspausen- und feierabendstreik mentalität kommen wir kein stück weiter. koch & friends lachen sich darüber nur kaputt. die studiengebühren werden kommen weil die studis einfach nicht willens sind, für ihre interessen zu kämpfen. jetzt gibt's noch die großdemo in wiesbaden nächste woche und danach wird wieder alles seinen gewohnten gang gehen. an anderen teilen der uni - etwa dem ig farben hochhaus der geisteswissenschaftlerInnen (germanistik, sprachen, geschichte und philosophie), von bwl oder jura ganz zu schweigen - ist ohnehin rein gar nichts vom sogenannten "streik" zu sehen. ALLE seminare finden statt, keine aktionen, nichts.

Studenten besuchen Innenminister

Peter 13.11.2003 - 13:21

Wen wundersts?

Edward 13.11.2003 - 16:31
Wenn von 36.000 Studierenden 2.000 zur "Vollversammlung", also nicht viel mehr als 5 Prozent, kommen, wenn davon 30 Leute den Turm besetzen, dann wird deutlich, wie hohl und hilflos der sogennante Streik ist.

Ohne eine bewußte und engagierte Unterstützung der Mehrheit der Studierenden wird gar nichts erreicht werden - ausser etwas Spektakel für universitäre NachwuchspolitikerInnen und für Koch und Co.

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