Aachen: Zwischen Kotgeruch und TodesstrafeDr.

Dr. Dierksen 05.11.2003 18:22 Themen: Antifa
Der Herbst ist da und der Eingang des Amtsgerichtes liegt bis zum nächsten Sommer im Schatten. Pech für die Übertragungswagen-Teams die schon frühmorgens versuchten "Stimmen" zu fangen. Ohne Beisein der Eltern begann im Gericht die Verhandlung gegen zwei des Kindermordes angeklagte Männer.
Es entstand eine Stimmung in Aachen die durchaus auch (medial)inszeniert wurde. Die NPD unter lokaler Führung von Wilibert Kunkel wollte diese nutzen um mit der Parole "Todesstrafe für Kinderschänder" auf Rattenfang zu gehen.
Trotz voreiliger Ankündigung (Polizei und NPD) von 100 TeilenhmerInnen kam letzenendes um 10 uhr nur ein Häufchen von 30 Neonnazis zusammen. Sie trafen sich vor der 100m entfernten Josefskirche und blieben dort auch ca. 3 h stehen. In der Zeit wurden sie von kleinen durchgedrungenen Antifa-Grüppchen angeschrien und auch einige zufällig erschienen Leute schimpften mit Willibert, der versuchte seine Naziclique auf ihn einzutrimmen . Er stand dort im Interesse einer Partei die mit der Vergangeheit nicht bricht und damit auch nicht mit den Millionenfachen Menschenmorden-und versuchen der Faschisten. ( das bei dem unfassbaren Holocaust auch Kinder industriell ermordet und geschändet wurden ist für sie kein Widerspruch.(sic!))
AntifaschistInnen die "Nazis-Raus" gerufen haben wurde einzig allein deswegen mit einem schwarzen Polizeihandschuh und dem dranhängenden Beamten "ruhig" gestellt und nach Personalienkontrellen bekamen sie einen Platzverweis..
Der kleine Josefsplatz wurde in der Nacht zuvor mit kuhkotähnlicher Substanz übegossen und mit bunten Nazis-Raus schnipseln dekoriert. Im Sonnenaufgang rückte die Feuerwehr an und mit einem dicken Löschschlauch wurde die Unerhörtheit beseitigt, der Gestank war trotzdem wahrnehmbar und erst so richtig als unser allerliebster Stern den Boden erwärmte und die "strammen Deutschen" ihre Turnschuhe auf ihn setzten, da Spingerstiefel verboten wurden.
Bereits um 9 Uhr traf sich das 1-Wochen alte Spontanbündniss "Aachen stellt sich quer" am Elsassplatz zur Gegendemo.
Es war früh und es war mitten in der Woche, aber immerhin erschienen mehr als 170 Leute und zogen im grossen Kreis um die Nazis in die Nähe des Amtsgericht mit "Sicht"-weite von 300m zu den Nasen und dazwischen einige Bullenwannen, das Amtsgericht, die ganzen Presseleute und nen paar Bürgers die ihre Meinung sagen wollten.
Die Stimmung der Anti-nazidemo war nicht besonders antreibend, das schwierige Thema, des Prozesses könnte dazu beigetragen haben.
Die Diskussion wurde in Öffentlichkeit (die "Stimmen" vorm Gericht") sehr oberflächlich gehalten. Die Nazis haben es geschafft das Thema "Todesstrafe" erfolgreich in die Debatte einzubringen. Davon gab es dann auch bürgerliche Distanzierung, die dann in "Todesstrafe, ja" und "Nazis, nein"(Zitat zweier Bürgers) eine neue Stellung bezog.
Anderen ging auch die Todesstrafe zu weit und sagten aber dass die Täter "nie wieder das Licht der Welt sehen dürfen" , und meinten dann lebenslängliche Haft.
Im grossen im Ganzen ging es nur darum wie (hoch) die Täter bestraft werden sollen.
Warum sexualisierte(männliche) Gewalt so weit verbreitet ist, fragten die Reporter nicht.
Warum immer erst Menschen sterben müssen damit so ein heikles Thema ans Licht gebracht wird und dieses dann trotzdem nicht diskutiert wird bleibt ein Rätsel.
Die vielen stillen Opfer, sie, die fast niemand kennt und wenige nur kennen wollen, an sie denkt keiner wenn höhere Strafen gefordert werden .
Eine Gesellschaft die Faschisten und Sexisten sozialisiert hat versagt.

für schöner.
für anders.
(zu jedem Anlass:-)
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Ergänzungen

Gefundene Berichte

Finder 05.11.2003 - 21:16
Habe ich eben hierzu in einem Journalistenlog gefunden:

Über die Rechten:
 http://www.myblog.de/showone.php?blog=klarmann&id=69088

Über alles (mit weiteren Links zur Vorgeschichte):
 http://www.myblog.de/showone.php?blog=klarmann&id=68836

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Vor allem... — Frank