Chiapas: Spannungen in autonomen Gemeinden
Die Tatsache, dass in den letzten Tagen in der mexikanischen Tages-zeitung "La Jornada" mehrere Artikel zum Thema erschienen sind, habe ich zum Anlass genommen, hier eine kurze Zusammenfassung zusammenzustellen. Am Ende jeder Zusammenfassung habe ich die Originalquelle angegeben, wo der vollstaendige Artikel (auf Spanisch) zu finden ist.
18.10.03 - Municipio Autónomo(*) Francisco Gómez:
VertreterInnen mehrerer Gemeinden des Municipio Autónomo Francisco Gómez haben nach Provokationen von Priísten der nahe gelegenen Gemeinde La Providencia eine Sperre in der autonomen Gemeinde San Manuel - in der Naehe der Stadt Ocosingo - errichtet. Zudem erschien am 14. Oktober auf Bitte der "Junta de Buen Gobierno Camino del futuro, del caracol Resistencia hacia un nuevo amanecer" eine BeobachterInnenbrigade, an der VertreterInnen verschiedener Menschenrechtsorganisationen beteiligt waren, um sich ueber die Situation vor Ort zu informieren.
Nachdem am 13. und 14. Oktober Priísten der Gemeinde La Providencia die kollektive Milpa der zapatistischen Gemeinde San Manuel betreten und einen Hektar abgeerntet hatten, wurde die Sperre von BewohnerInnen von San Manuel errichtet. Die Zapatisten dieser Gemeinde berichten, dass es die gleichen Priísten seien, die den Zapatisten schon frueher Probleme bereitet haben, so etwa deren Mais geerntet, Bohnen verbrannt oder Vieh auf deren Felder geschickt haben. Die Zapatisten sind auf die Provokationen nicht eingegangen, da es ihre Politik sei, auf solche Aktionen nicht zu "antworten" und weil es Intention der Regierung sei, dass sie anfaengen sich zu streiten.
Quelle: La Jornada
http://www.jornada.unam.mx/2003/oct03/031018/015n1pol.php?origen=politica.php&fly=1
18.10.03 - SRA: Keine Vertreibung in Montes Azules
Das SRA bestaetigte, dass in Montes Azules keine Vertreibung vorgenommen werden wuerde und auch nicht die staatlichen Kraefte deswegen eingesetzt wuerden. Damit widersprach das Ministerium den Aussagen des Chefs der PROFEPA vom Mittwoch, mit der "harten Hand" den Konflikt loesen zu koennen.
Das SRA, in Uebereinstimmung mit dem Praesidenten der Republik, Vicente Fox, wuerde weiterhin den Weg der Konziliation und des Dialogs suchen, um eine Loesung des Konfliktes zu erreichen. In Kuerze wuerde es wieder Gespraeche mit den betroffenen SiedlerInnen / Familien geben, um eine Umsiedlung zu erreichen. Der Konflikt begann 1972 mit einem praesidentiellen Dekret, in dem 66 s.g. lacandonischen Familien 614.321 Hektar Land zugesprochen wurden.
Quelle: La Jornada
http://www.jornada.unam.mx/2003/oct03/031018/014n2pol.php?origen=politica.php&fly=1
18., 19. und 20. Oktober - Oventic:
VertreterInnen der Gemeinden im Widerstand (comunidades en resistencia) Jolitontic und Tzacucum sowie der Junta de Buen Gobierno ";Corazón céntrico de los zapatistas delante del mundo" des Caracol "Resistencia y Rebeldía por la Humanidad" widersprachen der bisher verbreiteten Darstellung, sie haetten am 13. Oktober mehrere Soldaten der Mexikanischen Bundesarmee fuer mehrere Stunden festgehalten. Es seien nichts als Luegen, die vom Praesidenten des Municipios und anderen offiziellen Stellen verbreitet wuerden, die Zapatisten haetten die Soldaten lediglich eine halbe Stunde festgehalten - waehrend diese sich ueber Funk mit anderen verstaendigt haetten - und sie gebeten, ihre Gemeinde zu verlassen.
Zudem stimmte es auch nicht, dass sie die priístischen BewohnerInnen der Gemeinde Tzacucum vertrieben haetten. Als die Soldaten noch dagewesen waren, haette die priístische Minderheit die Zapatisten bedroht; aber als das Militaer abzog, verliessen ca. 90 Frauen und Kinder ihre Haeuser in Richtung Chalchihuitán, um dort anzugeben, sie seien vertrieben worden. Das stimme nicht und diese 90 Personen seien mittlerweile auch schon wieder zurueckgekehrt.
Weiterhin widersprachen die Zapatisten der Denunziation eines lokalen Regierungsfunktionaers, sie wuerden einen neuen Municipio Autónomo gruenden wollen. Alle "comunidades en resistencia" der Region gehoerten zum Caracol Oventic; es gaebe in 13 Gemeinden "bases de apoyo del EZLN" und in 10 von ihnen stellten sie die Mehrheit, so ein Vertreter der Gemeinde Tzacucum. "Die "bases de apoyo&" haben zugenommen. 1994 waren wir relativ wenige und die Leute aus Chalchuihuitán dachten, wir wuerden nicht existieren."
Quelle: La Jornada - gekuerzte Zusammenfassung von 3 Artikeln:
18.10.03
http://www.jornada.unam.mx/2003/oct03/031018/014n1pol.php?origen=politica.php&fly=1
19.10.03
http://www.jornada.unam.mx/2003/oct03/031019/019n1pol.php?origen=politica.php&fly=1
20.10.03
http://www.jornada.unam.mx/013n1pol.php?origen=politica.php&fly=1
(*) – Abkuerzungen und Eigennamen:
Municipio Autónomo – Autonomer Landkreis (AL); die ‘bases de apoyo del EZLN’ bilden die A. L., insgesamt existieren 38 A. L. in Chiapas
Caracol - woertl. "Schnecke"; seit dem 10.August heissen die frueheren Aguascalientes Caracoles, sie sind weiterhin Treffpunkte der EZLN mit der Zivilgesellschaft, erfuellen aber auch einige neue Funktionen (siehe JBG)
Junta de Buen Gobierno (JBG)- woertl. "Versammlung der Guten
Regierung";; sie beschaeftigen sich mit den Angelegenheiten der ihnen zugehoerigen A.L. und haben ihren Sitz in dem entsprechenden Caracol
SRA - Secretaría de la Reforma Agraria – Ministerium der Agrarreform; Mexikanisches Bundesministerium, das sich mit der (Um-)Verteilung von Land beschaeftigt
Base de apoyo del EZLN - woertl.: Unterstuetzungsbase der EZLN; Doerfer, die die Basis der EZLN bilden, keine Regierungshilfe annehmen und nach ihren Regeln organisiert sind
Comunidades en resistencia - = bases de apoyo
VertreterInnen mehrerer Gemeinden des Municipio Autónomo Francisco Gómez haben nach Provokationen von Priísten der nahe gelegenen Gemeinde La Providencia eine Sperre in der autonomen Gemeinde San Manuel - in der Naehe der Stadt Ocosingo - errichtet. Zudem erschien am 14. Oktober auf Bitte der "Junta de Buen Gobierno Camino del futuro, del caracol Resistencia hacia un nuevo amanecer" eine BeobachterInnenbrigade, an der VertreterInnen verschiedener Menschenrechtsorganisationen beteiligt waren, um sich ueber die Situation vor Ort zu informieren.
Nachdem am 13. und 14. Oktober Priísten der Gemeinde La Providencia die kollektive Milpa der zapatistischen Gemeinde San Manuel betreten und einen Hektar abgeerntet hatten, wurde die Sperre von BewohnerInnen von San Manuel errichtet. Die Zapatisten dieser Gemeinde berichten, dass es die gleichen Priísten seien, die den Zapatisten schon frueher Probleme bereitet haben, so etwa deren Mais geerntet, Bohnen verbrannt oder Vieh auf deren Felder geschickt haben. Die Zapatisten sind auf die Provokationen nicht eingegangen, da es ihre Politik sei, auf solche Aktionen nicht zu "antworten" und weil es Intention der Regierung sei, dass sie anfaengen sich zu streiten.
Quelle: La Jornada
http://www.jornada.unam.mx/2003/oct03/031018/015n1pol.php?origen=politica.php&fly=1 18.10.03 - SRA: Keine Vertreibung in Montes Azules
Das SRA bestaetigte, dass in Montes Azules keine Vertreibung vorgenommen werden wuerde und auch nicht die staatlichen Kraefte deswegen eingesetzt wuerden. Damit widersprach das Ministerium den Aussagen des Chefs der PROFEPA vom Mittwoch, mit der "harten Hand" den Konflikt loesen zu koennen.
Das SRA, in Uebereinstimmung mit dem Praesidenten der Republik, Vicente Fox, wuerde weiterhin den Weg der Konziliation und des Dialogs suchen, um eine Loesung des Konfliktes zu erreichen. In Kuerze wuerde es wieder Gespraeche mit den betroffenen SiedlerInnen / Familien geben, um eine Umsiedlung zu erreichen. Der Konflikt begann 1972 mit einem praesidentiellen Dekret, in dem 66 s.g. lacandonischen Familien 614.321 Hektar Land zugesprochen wurden.
Quelle: La Jornada
http://www.jornada.unam.mx/2003/oct03/031018/014n2pol.php?origen=politica.php&fly=1 18., 19. und 20. Oktober - Oventic:
VertreterInnen der Gemeinden im Widerstand (comunidades en resistencia) Jolitontic und Tzacucum sowie der Junta de Buen Gobierno ";Corazón céntrico de los zapatistas delante del mundo" des Caracol "Resistencia y Rebeldía por la Humanidad" widersprachen der bisher verbreiteten Darstellung, sie haetten am 13. Oktober mehrere Soldaten der Mexikanischen Bundesarmee fuer mehrere Stunden festgehalten. Es seien nichts als Luegen, die vom Praesidenten des Municipios und anderen offiziellen Stellen verbreitet wuerden, die Zapatisten haetten die Soldaten lediglich eine halbe Stunde festgehalten - waehrend diese sich ueber Funk mit anderen verstaendigt haetten - und sie gebeten, ihre Gemeinde zu verlassen.
Zudem stimmte es auch nicht, dass sie die priístischen BewohnerInnen der Gemeinde Tzacucum vertrieben haetten. Als die Soldaten noch dagewesen waren, haette die priístische Minderheit die Zapatisten bedroht; aber als das Militaer abzog, verliessen ca. 90 Frauen und Kinder ihre Haeuser in Richtung Chalchihuitán, um dort anzugeben, sie seien vertrieben worden. Das stimme nicht und diese 90 Personen seien mittlerweile auch schon wieder zurueckgekehrt.
Weiterhin widersprachen die Zapatisten der Denunziation eines lokalen Regierungsfunktionaers, sie wuerden einen neuen Municipio Autónomo gruenden wollen. Alle "comunidades en resistencia" der Region gehoerten zum Caracol Oventic; es gaebe in 13 Gemeinden "bases de apoyo del EZLN" und in 10 von ihnen stellten sie die Mehrheit, so ein Vertreter der Gemeinde Tzacucum. "Die "bases de apoyo&" haben zugenommen. 1994 waren wir relativ wenige und die Leute aus Chalchuihuitán dachten, wir wuerden nicht existieren."
Quelle: La Jornada - gekuerzte Zusammenfassung von 3 Artikeln:
18.10.03
http://www.jornada.unam.mx/2003/oct03/031018/014n1pol.php?origen=politica.php&fly=1 19.10.03
http://www.jornada.unam.mx/2003/oct03/031019/019n1pol.php?origen=politica.php&fly=1 20.10.03
http://www.jornada.unam.mx/013n1pol.php?origen=politica.php&fly=1 (*) – Abkuerzungen und Eigennamen:
Municipio Autónomo – Autonomer Landkreis (AL); die ‘bases de apoyo del EZLN’ bilden die A. L., insgesamt existieren 38 A. L. in Chiapas
Caracol - woertl. "Schnecke"; seit dem 10.August heissen die frueheren Aguascalientes Caracoles, sie sind weiterhin Treffpunkte der EZLN mit der Zivilgesellschaft, erfuellen aber auch einige neue Funktionen (siehe JBG)
Junta de Buen Gobierno (JBG)- woertl. "Versammlung der Guten
Regierung";; sie beschaeftigen sich mit den Angelegenheiten der ihnen zugehoerigen A.L. und haben ihren Sitz in dem entsprechenden Caracol
SRA - Secretaría de la Reforma Agraria – Ministerium der Agrarreform; Mexikanisches Bundesministerium, das sich mit der (Um-)Verteilung von Land beschaeftigt
Base de apoyo del EZLN - woertl.: Unterstuetzungsbase der EZLN; Doerfer, die die Basis der EZLN bilden, keine Regierungshilfe annehmen und nach ihren Regeln organisiert sind
Comunidades en resistencia - = bases de apoyo
Indymedia ist eine Veröffentlichungsplattform, auf der jede und jeder selbstverfasste Berichte publizieren kann. Eine Überprüfung der Inhalte und eine redaktionelle Bearbeitung der Beiträge finden nicht statt. Bei Anregungen und Fragen zu diesem Artikel wenden sie sich bitte direkt an die Verfasserin oder den Verfasser.
(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)
(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)
Ergänzungen
Danke für die Übersetzungen