Berlin: Kungebung wegen Massaker in Bolivien
In Berlin fand heute vor der bolivianischen Botschaft eine Kundgebung angesichts der heftigen Massaker in Bolivien und in Solidarität mit den Menschen dort statt. Etwa 50 Menschen beteiligten sich an der Kundgebung, die etwa 2 Stunden dauerte. Aufruf zur Kungebung: hier zu lesen
Weiterer Bericht mit Fotos wurde bei Indymedia.Bolivien gepostet.
Weiterer Bericht mit Fotos wurde bei Indymedia.Bolivien gepostet.
Als ich gegen 16.00 vorbeikam, zählte ich 45 Teilnehmer, wobei später noch weitere hinzu kamen. Die Polizei war halbwegs entspannt - 2 "Wannen" und 1 Zivil-Fahrzeug (silberner Kombi) überwachten die Kundgebung. In der Zeit, die ich dort verweilte, zeigte sich kein Botschaftsangehöriger. Was hätten die auch sagen sollen?
Auf der Kundgebung wurde auch die Rolle der USA betont, deren Regierung nahezu jedes Regime/Diktatur in Lateinamerika aufgebaut und unterstützt hat. Die Teilnehmer kamen aus verschiedenen politischen Strömungen. Eine frisch gebastelete Indy-Printausgabe wurde verteilt.
Für Berliner Verhältnisse sind 50 Menschen nicht unbedingt wenig. Beispiel Argentinien: Beim Aufstand, der am 19.12.2001 begann, dauerte es 2 Wochen, bis eine erste internationale Mobilisierung am 8.1.2002 Menschen auf die Strasse brachte (in Barcelona demonstrierten an diesem Tag 500 Menschen). Die erste Solidaitätsaktion in Berlin fand erst 4 Wochen nach Aufstandsbeginn am 23.1.2001 mit knapp 10 Teilnehmern statt (Aufruf von damals).
Über weitere Solidaritätsaktionen weiss ich bisher noch nichts... ausser: In Buenos Aires gingen etwa 3000 Menschen auff die Strasse. Fotos: sind hier.
Unterdessen kommen immer schlimmere Berichte aus Bolivien: 15 Soldaten wurden gefoltert und erschossen, weil sie sich nicht länger an den Massakern beteiligen wollten (Bericht in spanisch), die Massaker selbst sind noch weiter ausgeweitet worden. Die Zahl der Toten dürfte nun auf die 100 zugehen, die Regierung beginnt damit, Radio und Fernsehen auszuschalten... mehr dann hoffentlich in weiteren Berichten von dort.
Auf der Kundgebung wurde auch die Rolle der USA betont, deren Regierung nahezu jedes Regime/Diktatur in Lateinamerika aufgebaut und unterstützt hat. Die Teilnehmer kamen aus verschiedenen politischen Strömungen. Eine frisch gebastelete Indy-Printausgabe wurde verteilt.
Für Berliner Verhältnisse sind 50 Menschen nicht unbedingt wenig. Beispiel Argentinien: Beim Aufstand, der am 19.12.2001 begann, dauerte es 2 Wochen, bis eine erste internationale Mobilisierung am 8.1.2002 Menschen auf die Strasse brachte (in Barcelona demonstrierten an diesem Tag 500 Menschen). Die erste Solidaitätsaktion in Berlin fand erst 4 Wochen nach Aufstandsbeginn am 23.1.2001 mit knapp 10 Teilnehmern statt (Aufruf von damals).
Über weitere Solidaritätsaktionen weiss ich bisher noch nichts... ausser: In Buenos Aires gingen etwa 3000 Menschen auff die Strasse. Fotos: sind hier.
Unterdessen kommen immer schlimmere Berichte aus Bolivien: 15 Soldaten wurden gefoltert und erschossen, weil sie sich nicht länger an den Massakern beteiligen wollten (Bericht in spanisch), die Massaker selbst sind noch weiter ausgeweitet worden. Die Zahl der Toten dürfte nun auf die 100 zugehen, die Regierung beginnt damit, Radio und Fernsehen auszuschalten... mehr dann hoffentlich in weiteren Berichten von dort.
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(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)
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Ergänzungen
printausgabe posten
hallo landei
Aufstand und Massaker
ausschnitt:
Das Gas wird nicht verkauft:
Aufstand und Massaker in Bolivien
»La Paz, 13.10.2003«
Seit Mitte September ist in Bolivien ein neuer Aufstand im Gange. Auslöser war der Verkauf des Erdgas an ausländische Multis - während das Land in Armut versinkt. Inzwischen wollen breite Teile der Bevölkerung die Regierung stürzen. Diese antwortet auf die Massenmobilisierungen mit blutiger Repression. Am Wochenende 11./12. Oktober hat das Militär bei der Räumung von Straßenblockaden in El Alto mehr als 30 Menschen ermordet. Der Aufstand geht weiter.
Wir haben auf die Schnelle Auszüge aus einem aktuellen Artikel von elmilitante.org übersetzt, der Ablauf und Hintergründe beschreibt (14. Oktober 2003).
El Alto ist im Oktober zum Zentrum des Aufstands geworden. El Alto liegt oberhalb der Hauptstadt La Paz, auf 4000 Meter Höhe. Mit 800 000 EinwohnerInnen ist El Alto die drittgrößte Stadt des Landes, und es ist die Stadt der Armen, der Aymara, die aus den ländlichen Gegenden gekommen sind.
Am 8. Oktober beginnt der Generalstreik in El Alto. Die Verbindung nach La Paz ist unterbrochen; die Hauptstadt ist von allen Seiten von Protesten umzingelt; Benzin und andere Güter werden knapp. Als sich am 9.Oktober der Marsch von 500 Bergarbeitern El Alto nähert, geht das Militär gegen sie vor und erschiesst zwei Menschen. Samstag, den 11.10. beginnt das Militär, mit Kriegsbewaffnung die Blockaden zu räumen, um den Zugang nach La Paz wiederherzustellen. Die EinwohnerInnen von El Alto wehren sich mit Steinen und Knüppeln. Die Auseinandersetzungen dauern bis heute an (Dienstag, 14.10.). Sie verlagern sich in die Hauptstadt und weiten sich aus.
...
Demotermin, nächster mittwoch 16.00
ergänzender Bericht zur Kundgebung
Man lauschte lateinamerikanischen Volks- und Arbeiterliedern vom Band, knüpfte eilig gemachte Transparente auf und hielt Schilder in die Höhe (Bilder davon, siehe Link im Feature in der Mittelspalte). Es wurden einige Ansprachen gehalten, die über die unfaßbaren Ereignisse in Bolivien und deren Hintergründe aufklärten. Ein schnell verfaßter Brief (auf deutsch und spanisch) wurde verteilt. Die TeilnehmerInnen unterschrieben die Erklärung. Die wieder eingesammelten Kopien wurden dann von einer kleinen Delegation der Kundgebung in die Botschaft hineingetragen.
Tatsächlich wurde diese Gruppe beim bolivianischen Botschafter mit Erfolg vorstellig. Da er kein Deutsch sprach, gab es eine Übersetzung durch einen Dolmetscher. Typ: blonder Kleiderschrank nach Aussage der Gruppe (war selbst nicht drin), "sah wie ein CIA-Mensch aus" meinte eine. Offenbar hatte der Botschafter wohl die für eine solche Situation "üblichen" Standardsätze drauf. Sinngemäß (so ungefähr was ich von der Erzählung aufgeschnappt hatte): die Ereignisse sind schrecklich und tragisch, aber die Ordnung und die Sicherheit muß ja aufrechterhalten werden. Ja ja... Immerhin, die Solidaritätserklärungen wurden zur Weiterleitung an den Präsidenten von Bolivien entgegengenommen. Ob dies geschieht, weiß man natürlich nicht. Aber was bleibt einem übrig?
Ein kleines, aber dringend notwendiges Zeichen der internationalen Solidarität. Ihr seid nicht alleine. Wir nehmen Anteil an eurem Kampf. Wir trauern um die Toten und Verletzten in diesem Kampf für eine Alternative zur kapitalistischen Gesellschaft. Vielleicht werdens beim nächsten Mal ja mehr...
Ein bißchen Kritik muß sein: der Spruch auf einem Schild "USA - am Titicacasee kackt ihr ab". Abgesehen vom m.E. reichlich blöden infantilem Witz, stört mich zudem dieser platte eindimensionale Antiimp-Gestus, den ich dahinter wahrnehme. Na ja, ist vielleicht nur Geschmackssache.
Nachfolgend noch die Dokumentation des Solidaritätsbriefes: "Sehr geehrter Herr Botschafter, in den letzten drei Wochen sind ca. 50 Menschen vom Militär in ihrem Land erschossen worden. Die Bevölkerung kämpft um den Erhalt der Rohstoffe im Land und wenden sich gegen die Pläne der aktuellen Regierung, diese quasi an transnationale Unternehmen zu verschenken. Die aktuelle Regierung ist für die Toten und Verletzten verantwortlich. An ihren Händen klebt Blut. Sie hat keine Unterstützung in der Bevölkerung. Diese Regierung muß zurücktreten und zur Verantwortung gezogen werden. Herr Botschafter, wir fordern sie auf, ihr Möglichstes dafür zu tun, um die Bevölkerung in Bolivien zu unterstützen, indem sie sich bei ihrer Regierung für den Rücktritt des Präsidenten Gonzalo Sanchez de Lozada einsetzen, den Rückzug von Militär und Polizei in die Kasernen fordern und sich solidarisch mit den Anliegen der Bevölkerung erklären. Bitte leiten sie diesen Brief an den aktuellen Präsidenten der Republik Bolivien Gonzalo Sanchez de Lozada weiter."
Zahlen
Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen
Bolivien und der Kampf ums Gas — Trotzkistische Fraktion – Internationale Stra
Volante de emergencia de la LOR-CI desde Boli — LOR-CI (15/10/2003 22:59)
hä? — alex