Zürich: Polizei-Opfer Nicky M. ist tot!

PigBrother 13.10.2003 20:34 Themen: Repression
Nicky M. ist 48-jährig gestorben. Seit ein paar Monaten litt seine Gesundheit rapide und verschlimmerte sich zusehends, seit er von einem seiner Peiniger die Betreibung zwecks "Entschädigung" für Rippenbrüche und Nervenquetschung etc. ins Haus erhielt. Zuletzt versagte sein Immunsystem, er starb am 8. 10. im Spital in Wetzikon innert weniger Stunden.
==> Die ganze Geschichte von Nicky findet ihr unter http://www.ssi-media.com/pigbrother/FallNM.htm

Von PigBrother SonderkorrespondentIn Rita Furrer
[Na, so ein Zufall: Die Direktorin der Zürcher Kapo heisst Rita Führer, äh, Pardon, Fuhrer]

Nicky M. wurde am 1. 9. 2000 zum Opfer der grässlich ausrastenden Kantonspolizisten U.C. und M.B., die ihn in seiner Wohnung überfielen. Sie brachten ihm, dem invaliden IV-Rentner, drei Rippenbrüche sowie Nervquetschungen mit bleibenden Schäden bei. Danach verschleppte ihn die KaPo während 6 Tagen und Nächten in verschiedene Polizeigefängnisse. Nicky M. erhielt keine Schmerzmittel, geschweige denn ärztliche Behandlung.

Als er gegen seine Peiniger klagte, drang er selbst beim Obergericht als Rekursinstanz nicht durch. Sein Pech war, dass sein Anwalt D. Vischer (Ständeratskandidat der Grünen) sein Mandat nicht wahrnahm und praktisch mit der Gegenseite paktierte.

Nicky M. kassierte statt Rehabilitierung und Wiedergutmachung Gerichtskosten in 5-stelliger Höhe. Die Spitze des Zynismus bildete die Gutsprache von Umtriebsentschädigungen an seine Peiniger von der KaPo, welche er ihnen als Opfer aus seinem IV-Geld entrichten sollte.

Seine Familie stellte sich am 8. 10. gegen die Einleitung lebensverlängernder Massnahmen. Sein Zustand war während der letzten Monate prekär und verschlimmerte sich zusehends, seit er von einem seiner Peiniger die Betreibung ins Haus erhielt. Nicky setzte der furchtbare Schluss dessen, was mit dem Ueberfall auf ihn begonnen hatte, schwer zu.

Sein Anwalt hatte ihm noch versprochen dafür zu sorgen, dass die mit Umtriebsentschädigung belohnten Prügelpolizisten auf dieses Geld verzichten würden. Doch er tat es nicht, er sprach nur davon.

Es wäre vermessen zu behaupten, Polizei und Justiz sowie sein Ex-Anwalt hätten ihn ins Grab gebracht. Sie haben sein Leben durch Folter, Korruption und Verrat allenfalls verkürzt, jedenfalls nicht bereichert.

Nicky M. hegte keine Rachegefühle, er kämpfte bloss (vergeblich) um sein Recht.

Freunde und Bekannte sind sehr traurig.

Die Beerdigung findet nächsten Freitag 17.Okt. statt um 14 Uhr am Gemeinschaftsgrab im Friedhof Manegg Zürich.

Wie gesagt, der Herr Nationalratskandidat hat nichts mit dem Tod seines Mandanten zu tun. Er hat ihn nur übel verarscht, hintergangen und um sein Recht gebracht. Wie man einen solchen Prozess, den man gar nicht verlieren kann, trotzdem mit Gewinn verliert, weiss nur einer, der mit allen Wassern gewaschen ist.

Auch Herr Staatsanwalt Brunner hat nichts damit zu tun. Er befand in seiner Antwort auf Nickys Aufsichtsbeschwerde, es habe alles seine Richtigkeit. Er nahm sogar ausdrücklich Nickys Anwalt in Schutz. Die Aktendeckel mochte Herr Brunner nicht aufklappen. Sonst wäre ihm zumindest beiliegendes Arztzeugnis unangenehm entgegengekollert. Dieses bildet eigentlich kaum Anlass, das Opfer zu demütigen statt die Täter zu bestrafen. Ausser, es gelte für Polizisten ein anderes, geheimes Gesetz.

Nicky wird nicht der Vergessenheit anheim fallen. Die Vorfälle seiner letzten drei Lebensjahre harren weiterhin ihrer endgültigen Klärung.

==> Die ganze Geschichte von Nicky M. findet ihr unter http://www.ssi-media.com/pigbrother/FallNM.htm

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Ergänzungen

Misshandlung in Braunschweig

P. 13.10.2003 - 22:57
Ausländischer Familienvater wegen angeblicher Geschwindigkeitsübertretung auf Polizeirevier Münzstraße, Braunschweig schwer misshandelt
 http://de.indymedia.org/2003/10/63263.shtml

Sowas passiert überall: Ob Genua, Rom, Madrid, Bolivien, Argentinien, L.A., Berlin, Davos, Braunschweig, Zürisch: Polizei in allen Staaten der Welt ist gleich. Ein haufen brutaler Schläger und Mörder, der sich auch wegen Unterstützung von Medien, rechten Politikern und Spiessbürgern auf der Seite des Guten fühlt. Es ist unglaublich erschreckend, das vergnügte Gesicht eines Polizisten zu sehen, wenn er auf einen wehrlosen Menschen eintritt. Solche Bilder haben mich damals politisiert.

re:

weist 14.10.2003 - 17:07
Nun, auch Cops sind Menschen. Aber was tun, wenn z.B. die Polizei ihre eigenen(!) Vorschriften zur Identifizierbarkeit systematisch unterläuft, wenn Beamte sich auf Demonstrationen 'vermummen' und dadurch unidentifizierbar machen, Schutz in der Masse suchen, Einheitsnummern abdecken und (was aber selten vorkommt) Landesabzeichen unkenntlich machen?

Die Vorschriften zur Identifizierbarkeit wurden geschaffen, damit 'Prügelbullen' zur Rechenschaft gezogen werden können, gemäß der Tatsache, daß ein die Identifizierung ermöglichendes Vermummungsverbot auf *keiner* Seite einer Demo, wo es eben auch mal zu Ausschreitungen kommen kann, von Staats wegen erwünscht wäre.

Wie aber bei letzter Gelegenheit anläßlich der Räumung des Antirassistischen Grenzcamps in Köln Anfang August (siehe indymedia-Berichte) zu sehen war, war es nicht möglich, prügelnde Mitglieder der Polizeikräfte zu identifizieren, so daß diese abgestraft hätten werden können - und obwohl der gesamte Einsatz unnütz, ungerechtfertigt und eine Verschwendung knapper Steuergelder (sowohl die Stadt Köln als auch das Land NRW sind effektiv pleite) war, muß man sagen, daß gewalttätige PolizistInnen die Ausnahme waren - was Wunder also noch, daß von DemonstrantInnen, die einmal mit gewalttätigen PolizistInnen aneinandergeraten sind, die Polizei als solche in 'Kollektivschuld' genommen wird, ist es doch in Deutschland nahezu unmöglich, Prügelbullen zur Rechenschaft zu ziehen.
Allenfalls wenn Kollegen im Zivil die Opfer sind (wie bei den Bambule-Riots in Hamburg), wird mit einigem Nachdruck ermittelt.
Zudem existieren einige Polizeieinheiten (z.B. Hundertschaften 23, 41 und 43 oder die Berliner Polizeireserve, bei der mindestens jedes 3. Mitglied persönliche Verbindungen zu einschlägig polizeinotorischen Neonazis hatte!), die in der Szene für ihre Verrohtheit bekannt sind.

Das alles gilt es also zu beachten: ich wünschte mir, daß es ein System gäbe, das es ermöglicht, brutalen Schlägern in den Reihen der Polizei das Handwerk zu legen; selbst das Verbot, einen mit potentieller Gewaltanwendung verbundenen Beruf (z.B. 'schwarzer Sherriff') zu ergreifen, wäre meiner Ansicht nach gerechtfertigt.
Ich habe meine Zweifel, ob es viel bringen würde, aber ich fände es lohnenswert, es einfach mal auszuprobieren. Nach Aktionen wie München '02 oder Grenzcamp '03 sind die Fronten dermaßen verhärtet, daß die Szene zu einem großen Teil der Versuchung erliegt, ALLE PolizistInnen als hirnlose 'Systemroboter' anzusehen. Aber wie bei anderen Anlässen, z.B. den Antikriegsprotesten im Frühling, zu sehen war, gibt es eben auch diejenigen Cops, die diesen Beruf gewählt haben, weil sie tatsächliche Verbrechen wie Morde, Vergewaltigungen, Überfälle etc aufklären und die Täter zur Rechenschaft ziehen wollen, und nicht, weil sie ungestraft kloppen wollen. Vielleicht etwas naiv, aber hey, ICH habe nichts gegen Polizei - solange sie nicht als innenpolitische Putztrupp eingesetzt wird, sondern als moderierendes Element, das Selbstjustiz von durch Straftaten Geschädigten verhindert!

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Mich politisiert das — Herr Q ...

Was die — Polizei