Polizeistaatsnaziaufmarsch in Braunschweig
Für den kommenden Samstag,den 18.10.2003 hat die NPD einen Aufmarsch in Braunschweig angekündigt. Dazu haben bereits zahlreiche Gegenaktivitäten begonnen.Hier ist ein Aufruf Autonomer Antifa-Gruppen aus Niedersachsen.
Polizeistaatsnaziaufmärsche bekämpfen!
Unter dem blöd-rassistischen Motto "Heimreise statt Einwanderung - Deutsche Kinder braucht das Land" hat der Landesverband Niedersachsen der NPD für den 18. Oktober in Braunschweig und für den 29. November in Lüneburg Aufmärsche angekündigt. Bereits am 24. Mai machte der braune Wanderzirkus unter der gleichen Parole Station in Hannover.
Der Kreis von Stiefelnazis, der da durchs Land gekarrt wird, um unverblümt Rassismus zu propagieren ist an sich gesellschaftlich kaum relevant und würde ohne Hundertschaften an polizeilichen Kampfrobotern wohl kaum einen Aufmarsch zu Ende bringen können. Der Ruch von Brandstiftern und stumpfen Totschlägern isoliert sie von gesellschaftlichen Debatten. Das Bedeutsame an den Naziaufmärschen ist neben der internen Event- und Verfestigungswirkung für die Nazis selbst vor allem die damit einhergehende Klimaveränderung. Wenn der offene Rassismus lautstark durch die Straßen zieht, muss sich auch der deutsche Spießer nicht mehr zurückhalten.
Der deutsche Biedermann ist zumeist nicht viel weniger rassistisch, doch traut er sich noch nicht immer, dieses auch jenseits von Leserbriefspalte und Schützenfest offen auszuleben. Sein Rassismus ist Ergebnis der Produktionsverhältnisse und bürgerlicher Ideologie. Anstatt dem Konkurrenzdruck des kapitalistischen Verwertungsmarktes entgegenzustellen, sehnt er sich nach dem Stallgeruch eines imaginierten nationalen Kollektivs, erhofft sich die Geborgenheit einer Gemeinschaft, und nimmt alles, was von außen kommt, als feindlich wahr. Für den Schritt von dieser vermeintlichen Selbstbestimmung durch Abgrenzung bis zum rassistischen Totschlag braucht es manchmal wenig - nur Promille.
Im gemeinsamen Ursprung - der kapitalistischen Vergesellschaftung - besteht dabei die Wesensverwandtschaft zwischen bürgerlicher Demokratie und Faschismus. Für die radikale Linke heißt das, dass ihr Gegner - unabhängig vom Kampf gegen Nazis oder der Auseinandersetzung mit demokratischen Rassisten - immer diese System als Ganzes ist. Ein Ende des bürgerlichen Wahn-Sinns, von dem auch der Rassismus nur ein Symptom ist, ist letztlich nur durch die Abschaffung der kapitalistischen Konkurrenz- und Ausbeutungssituation möglich.
Aktionen gegen Naziaufmärsche und Rassismus sind theoretisch nicht mehr als Symptombekämpfung. Die Realität dieser Symptome jedoch ist blutig und oftmals tödlich. Ihre Opfer gehören zu den marginalisierten gesellschaftlichen Gruppen und insofern ist der Kampf gegen Nazis und Rassismus eine Form gelebter Solidarität. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.
Also, was tun gegen Naziaufmärsche? Neben den Versuchen einer direkten Intervention sollte niemals der Versuch aufgegeben werden, nicht-organisierten Menschen Aktionsmöglichkeiten zu eröffnen jenseits der Kundgebungen der Zivilgesellschaft, die nicht selten von Protagonisten des staatlichen Rassismus selbst angeführt werden und bei denen in der Regel die Sorge um ein schlechtes Standort-Image im Vordergrund steht. Unsere Politik endet nicht mit dem Kampf gegen Nazi-Aufmärsche. Es gilt daher unseren Inhalten einen eigenen Ausdruck zu verschaffen, der nicht von der Mobilmachung der Zivilgesellschaft zu vereinnahmen ist und über den Tag hinaus Leute für revolutionäre Politik gewinnt.
Die Vernichtung der Wurzeln des Faschismus bleibt unser Ziel!
Keine Naziaufmärsche in Braunschweig, Lüneburg oder sonst wo!
Autonome Antifa-Gruppen aus Niedersachsen
Antifaschistische Aktion Hannover [AAH]
http://www.antifa-hannover.de
mail@antifa-hannover.de
Antifaschistisches Plenum & Jugend Antifa Aktion (JAA)Braunschweig
http://www.puk.de/antifacafe
ap-bs@puk.de
Autonome Antifa [M]Göttingen
http://www.puk.de/aam
aam@nadir.org
Antifaschistische Aktion Lüneburg/Uelzen
aa.lg-ue@gmx.net
Treffpunkt für die antifaschistische Gegendemonstration am 18.10 in Braunschweig ist um 10 Uhr an der KZ-Gedenkstätte Schillstraße. Aktuelle Infos immer unter:
http://www.nazi-aufmarsch-stoppen.de.vu
Dieser Aufruf kann als Druckversion über die Göttinger Autonome Antifa [M] bestellt werden und ist auf deren homepage auch als pdf abrufbar.
Join us in action!
Unter dem blöd-rassistischen Motto "Heimreise statt Einwanderung - Deutsche Kinder braucht das Land" hat der Landesverband Niedersachsen der NPD für den 18. Oktober in Braunschweig und für den 29. November in Lüneburg Aufmärsche angekündigt. Bereits am 24. Mai machte der braune Wanderzirkus unter der gleichen Parole Station in Hannover.
Der Kreis von Stiefelnazis, der da durchs Land gekarrt wird, um unverblümt Rassismus zu propagieren ist an sich gesellschaftlich kaum relevant und würde ohne Hundertschaften an polizeilichen Kampfrobotern wohl kaum einen Aufmarsch zu Ende bringen können. Der Ruch von Brandstiftern und stumpfen Totschlägern isoliert sie von gesellschaftlichen Debatten. Das Bedeutsame an den Naziaufmärschen ist neben der internen Event- und Verfestigungswirkung für die Nazis selbst vor allem die damit einhergehende Klimaveränderung. Wenn der offene Rassismus lautstark durch die Straßen zieht, muss sich auch der deutsche Spießer nicht mehr zurückhalten.
Der deutsche Biedermann ist zumeist nicht viel weniger rassistisch, doch traut er sich noch nicht immer, dieses auch jenseits von Leserbriefspalte und Schützenfest offen auszuleben. Sein Rassismus ist Ergebnis der Produktionsverhältnisse und bürgerlicher Ideologie. Anstatt dem Konkurrenzdruck des kapitalistischen Verwertungsmarktes entgegenzustellen, sehnt er sich nach dem Stallgeruch eines imaginierten nationalen Kollektivs, erhofft sich die Geborgenheit einer Gemeinschaft, und nimmt alles, was von außen kommt, als feindlich wahr. Für den Schritt von dieser vermeintlichen Selbstbestimmung durch Abgrenzung bis zum rassistischen Totschlag braucht es manchmal wenig - nur Promille.
Im gemeinsamen Ursprung - der kapitalistischen Vergesellschaftung - besteht dabei die Wesensverwandtschaft zwischen bürgerlicher Demokratie und Faschismus. Für die radikale Linke heißt das, dass ihr Gegner - unabhängig vom Kampf gegen Nazis oder der Auseinandersetzung mit demokratischen Rassisten - immer diese System als Ganzes ist. Ein Ende des bürgerlichen Wahn-Sinns, von dem auch der Rassismus nur ein Symptom ist, ist letztlich nur durch die Abschaffung der kapitalistischen Konkurrenz- und Ausbeutungssituation möglich.
Aktionen gegen Naziaufmärsche und Rassismus sind theoretisch nicht mehr als Symptombekämpfung. Die Realität dieser Symptome jedoch ist blutig und oftmals tödlich. Ihre Opfer gehören zu den marginalisierten gesellschaftlichen Gruppen und insofern ist der Kampf gegen Nazis und Rassismus eine Form gelebter Solidarität. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.
Also, was tun gegen Naziaufmärsche? Neben den Versuchen einer direkten Intervention sollte niemals der Versuch aufgegeben werden, nicht-organisierten Menschen Aktionsmöglichkeiten zu eröffnen jenseits der Kundgebungen der Zivilgesellschaft, die nicht selten von Protagonisten des staatlichen Rassismus selbst angeführt werden und bei denen in der Regel die Sorge um ein schlechtes Standort-Image im Vordergrund steht. Unsere Politik endet nicht mit dem Kampf gegen Nazi-Aufmärsche. Es gilt daher unseren Inhalten einen eigenen Ausdruck zu verschaffen, der nicht von der Mobilmachung der Zivilgesellschaft zu vereinnahmen ist und über den Tag hinaus Leute für revolutionäre Politik gewinnt.
Die Vernichtung der Wurzeln des Faschismus bleibt unser Ziel!
Keine Naziaufmärsche in Braunschweig, Lüneburg oder sonst wo!
Autonome Antifa-Gruppen aus Niedersachsen
Antifaschistische Aktion Hannover [AAH]
http://www.antifa-hannover.de
mail@antifa-hannover.de Antifaschistisches Plenum & Jugend Antifa Aktion (JAA)Braunschweig
http://www.puk.de/antifacafe
ap-bs@puk.de Autonome Antifa [M]Göttingen
http://www.puk.de/aam
aam@nadir.org Antifaschistische Aktion Lüneburg/Uelzen
aa.lg-ue@gmx.net Treffpunkt für die antifaschistische Gegendemonstration am 18.10 in Braunschweig ist um 10 Uhr an der KZ-Gedenkstätte Schillstraße. Aktuelle Infos immer unter:
http://www.nazi-aufmarsch-stoppen.de.vu Dieser Aufruf kann als Druckversion über die Göttinger Autonome Antifa [M] bestellt werden und ist auf deren homepage auch als pdf abrufbar.
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(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)
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Ergänzungen
Kundgebung gegen Nazishop in Braunschweig
Eine Person wurde in Gewahrsam genommen, mehrere andere verletzt, als die Polizei mit rund einem Dutzend Beamten eine Kundgebung am Steinweg auflöste. Diese richtete sich gegen den am Steinweg 7 ansässigen Subkultur-Shop „Garage“, da dieser seit einiger Zeit T-Shirts offen rechtsradikaler Bands, wie z.B. „Skrewdriver“, „Angry Aryans“ und andere Nazi-Devotionalien verkauft. Zumindest einer der Verkäufer stellt seine Sympathie für rechte Ideologie durch entsprechend aussagekräftige Kleidung auch offen zur Schau.
Nachdem die Polizei die Kundgebungsteilnehmerinnen und -teilnehmer zunächst beiseite gedrängt hatte, setzte sie ein weiteres Mal nach, schlug auf die umherstehenden ein und nahm einen Mann in Gewahrsam.
Der Verkauf von derartiger Ausrüstung für Neonazis schwemmt nicht nur Millionen in die Kassen rechtsradikaler Organisationen, die sich über den Vertrieb von Musik- und Kleidungsgegenständen finanzieren, er wirbt auch auf der subkulturellen Ebene neue Sympathisanten für das rechte Lager. Im Gegensatz zu parteiähnlichen oder parteilichen Strukturen lassen sich Jugendliche leichter für eine unverbindliche, subkulturelle Form von Politik gewinnen, wie nicht zuletzt die 14. SHELL-Studie herausstellte. Dieses Wissen machen sich entsprechende Nazi-Organisationen, wie z.B. das mittlerweile verbotene „Blood&Honour“-Netzwerk zunutze. T-Shirts dieser Organisation gehören ebenfalls zum Angebot der „Garage“, wobei die Kürzel „B&H“ zum Teil szenetypisch durch entsprechenden Zahlen (28) ersetzt werden, um sich vor Repression zu schützen.
Beim Eintreffen der Polizei entfernten die Verkäufer in der „Garage“ bezeichnenderweise die besagten Shirts aus ihrem Sortiment, so dass zum momentanen Zeitpunkt nur noch Fotografien der Shirts - einschließlich Verkäufer – die Tatsache belegen, dass in der „Garage“ Nazi-Propaganda vertrieben wird.
Lüneburg