Bolivien: 3. Toter durch Kugel in El Alto

LinksRhein 12.10.2003 02:09 Themen: Repression Soziale Kämpfe Weltweit
Der Jugendliche aus El Alto, Walter Huanca Choque, wurde zum dritten Opfer der Zusammenstösse zwischen Polizei und Stadtbevölkerung in diesem sogenannten "Krieg ums Gas" der seit 3 Wochen in Bolivien tobt, mittels einer ungewöhnlich starken Mobilisierung, die wenigstens 3 Regierungsbezirke erfasst hat.
Übersetzung von Tercer muerto a bala en El Alto
Quelle:  http://www.bolivia.indymedia.org/es/2003/10/3099.shtml


Huanca Choque wurde durch eine Kugel im vorderen Teil seines Kopfes getroffen, was zum Austreten seiner Hirnmasse und somit zu seinem sofortigen Tod führte. Dieser tragische Tod ist der dritte. Am Donnerstag den 9. wurden der Minenarbeiter Huanuni José Luis Astahuichi (41) und der Konstruktionsarbeiter und Student aus El Alto Ramiro Vargas Astilla (22) getötet.

Huanca Choque befand sich in der dicht bewohnten Zone Ballivián, bei den Blockaden, die am 4. Tag hintereinander - bis auf die Lufttransporte - eine völlige Lähmung der Stadt El Alto zur Folge hatten.

Die Regierung gab bis zum Schluss dieser Ausgabe keinerlei offizielle Informationen heraus aber es wurde auch nicht mit einem schnellen Dialog zwischen den sozialen Führern und den Regierungsvertretern gerechnet. Die Stadt El Alto, nach Einwohnerzahlen (fast eine Million) die drittgrößte des Landes, führt einen "Nachbarschaftsstreik" (paro vecinal mobilizado) durch, der zu 100% befolgt wird.

Die Strassen der Altstadt (troncales?) sind voller Glasscherben, Steine, abgebrannter Reifen, Gegenstände, Gerüste und auf Plakaten, wiphales und Fahnen sind schwarze Bändchen, als Zeichen des Schmerzes für diese 3 Toten, die sich zu 10 summieren, vom Beginn dieses "Krieges", dem 19. September, an gerechnet

Die schwache Regierung des Gonzalo Sánchez de Lozada (MNR), die zusammen mit der MIR und NFR das Land regiert, hat keine Zeichen zur Lösung des aktuellen tragischen Konflikts gesetzt, zumal sie Militärs und Polizisten in Regionen nahe Ceja, das an die Stadt La Paz angrenzt, eingesetzt hatten. Seit der Regierungsübernahme (August 2002) hat die Regierung 67 Tote durch Repression "auf der Haben Seite".

Ein anderes wachsende Phänomen ist die mangelnde Versorgung mit Brennstoffen für den Öffentlichen Verkehr. Zig Tankstellen in La Paz und El Alto mussten schliessen, weil das Benzin, Diesel und andere Brennstoffe ausgegangen sind. Tausende Menschen von El Alto bewegen sich auf den so genannten "bici-trailers", die aus einem Fahrrad, das an einen "acolpe" besteht und die Kapazität hat, vier Personen zu transportieren. Dieses Transportsystem aus Fleisch und Blut wurde zur "Rettung" für Tausende EinwohnerInnen, die darauf angewiesen sind, 10 km auf ausphaltierten Strassen zurückzulegen, die mit Tausenden von Fussgängern "gepflastert" sind.

Auf der anderen Seite wurden die Überflüge mit einem in einem Viertel von El Alto startenden und landenden Militärhubschrauber als eine Provokation der zu Fuss gehenden Stadtbevölkerung angesehen.

Die Ankündigung, 38 Tanklastwägen von der Zone Senkata (bei El Alto) nach La Paz zu überführen, um der schluimmsten Knappheit an Brennstoffen zu begegnen wurde nicht vollendet, aus Furcht vor neuen und fatalen Zusammenstössen.

Übersetzungskoordination:  http://translations.indymedia.org
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Ergänzungen

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... 13.10.2003 - 02:50
Das war nicht erst der 3 tote dieses aufstandes, die anzahl der toten seit beginn bewegt sich heuten schon weit ueber ein dutzend hinaus.

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.desinf 16.10.2003 - 12:55
Es sind mittlerweile schon über 60.


EL PUEBLO UNIDO JAMAS SERA VENCIDO!