Szene-Krieg verhindern!
Unser Text "AntiDeutsche - es reicht!" und die Mobilisierung zum 3. Oktober nach Kreuzberg haben zum Einen eine Diskussion in Gang gebracht, zum Anderen jedoch jede Menge an Polemik und Diffamierungen hervor gerufen. Wir wollen keinen Szene-Krieg, sondern eine inhaltliche Auseinandersetzung. Hier unsere Stellungnahme.
Unser statement von 24.9. (
http://de.indymedia.org./2003/09/62301.shtml) hat einiges an Diskussionen, nicht nur auf indymedia, ausgelöst.
Wir sprechen davon, einen Szene-Krieg zu vermeiden, aber wir wollen eine genaue, inhaltliche und analytische Auseinandersetzung.
Uns wurde mehrfach vorgeworfen, dass wir alle antideutschen Gruppen/AktivistInnen über einen Kamm scheren. Das ist nicht der Fall.
Allerdings erkennen wir Gruppen/ AktivistInnen nicht als links an, die entweder sowieso schon seit geraumer Zeit ihren Austritt aus der deutschen Linken erklärt haben oder auf linken Demos die Flaggen der USA bzw. Großbritanniens tragen. Also die Symbole der Staaten, die hauptverantwortlich für den Irakkrieg sind. Das heißt für uns nicht, dass wir AktivistInnen z.B. der Bahamas auf die Fresse hauen wollen, denn es gibt viel, viel Wichtigeres zu tun.
Antideutsche Gruppen und AktivistInnen, die o.g. Aktionen nicht bringen, sind zu inhaltlichen Auseinandersetzungen herzlich eingeladen.
Wir wurden mehrfach gefragt, ob wir nicht unsere "Konkurrenzdemo" in Kreuzberg am 3. Oktober absagen (Aufruf:
http://de.indymedia.org/2003/09/61709.shtml) und uns einem der antinationalen oder antikapitalistischen Blöcke auf der 16 Uhr-Hackescher-Markt-Demo anschließen wollten. Wir haben aber nicht die geringste Lust, als Anhängsel oder Kulisse für Gruppen herzuhalten, die zum Beispiel den Irak-Krieg befürworten und Aktionen wie oben genannt bringen. Sollte die Demo in Mitte anders laufen, lassen wir uns gerne vom Gegenteil überzeugen, aber diese Wahrscheinlichkeit erachten wir für gering.
Wir wollen und werden nicht mit Gruppen demonstrieren, die an die Tradition der "Ausschüsse für unamerikanische Umtriebe" der McCarthy-Ära erinnern. Was ausgerechnet solche Gruppen dazu verleitet, die Parole "Für den Kommunismus" zu benutzen, ist uns schleierhaft.
Darüber hinaus demonstrieren wir am 3. Oktober auch nicht mit Jugendorganisationen einer Kriegspartei wie den Jusos, die ebenfalls zum Hackeschen Markt aufrufen (
http://de.indymedia.org/2003/09/61936.shtml)
Jetzt wollen wir noch einmal konkret auf einige der Kommentare auf indymedia eingehen:
Einige werfen uns vor, wir hätten am 1. Mai allen "auf die Schnauze" hauen wollen, die vom Rosa-Luxemburg-Platz aus mit der Demo nach Kreuzberg kommen wollten. Das haben wir so nie gesagt. Den genauen Wortlaut unserer damaligen Presseerklärung könnt ihr per E-mail kriegen. Uns ging es im wesentlichen darum, das RL-Spektrum dazu zu bringen, sich zu outen, dass also Flaggen imperialistischer und kriegsführender Staaten gezeigt werden sollten, und dass auf einer sich "revolutionär" nennenden 1. Mai-Demo. Das haben wir erreicht. Siehe dazu die Berichterstattung der taz von Ende April 2003 (im Archiv von
http://www.taz.de).
Wir haben nicht, wie uns vorgeworfen wird, "Staatsknete" zum "Befriedungsfest in Kreuzberg" bekommen. Lediglich die ALB als Teil des Kreuzberger 1. Mai-Bündnisses hat unseres Wissens nach Knete für den Konzertlauti am Mauerpark Walpurgisnacht vom Bezirk Prenzlauer Berg erhalten.
Allerdings stimmt der Vorwurf, dass wir in unserer Presseerklärung geschrieben haben, die Rockgruppe Mia hätte ihren Auftritt am RL-Platz abgesagt, obwohl dies nicht zutraf: Wir haben ein in der Szene kursierendes Gerücht nicht genügend recherchiert, sondern übernommen. Soll nicht wieder passieren.
"Leo" redet von "Nationalkommunisten und Nationalautonomen", die am 1. Mai in Kreuzberg demonstriert hätten. Hallo Leo, wer soll denn das gewesen sein? Und die Losung "Lang lebe Israel - für den Kommunismus" auf der RL-Platz-Demo geht ja wohl eher in diese Richtung, sorry.
Und wer, bitte schön, hat zum "Boykott Israels" aufgerufen? Wir jedenfalls nicht. Es wäre gut, sich an Fakten zu halten.
Die richtigen Häme-Kommentare sprechen einfach für sich:
- Wir haben niemanden mehr zum Plakatieren? Ne, eher zu wenig Plakate, aber macht nix.
- Und die "Stöckelschuh-Plakate" laufen eh außer Konkurrenz. Hoffentlich geht ihr nicht in so'nem Schuhwerk auf eure Demo.
- Wir seien ungefähr drei Leute, die drei Gruppen gebildet hätten? Wenn diese drei Leute all das, was wir auf die Beine stellen, hinkriegen würden, wären das ja drei supertolle Leute.....
- Einer mobilisiert zum Hackeschen Markt unter der Losung "keine Siffos - dafür Inhalte". Siehe hierzu unseren Text vom 24. September 2003 (siehe 1. Link oben)
Wir finden es natürlich gut, dass Gruppen und Einzelne es auch für richtig halten, dass die Debatte jetzt mal endlich angefangen hat. Wir sehen uns hoffentlich am 3. 10. in Kreuzberg.....
Und außerdem: Wir lassen uns nicht "immer aufs Maul hauen"....
Wir wissen, dass es Antisemitismus in der deutschen Gesellschaft gibt und setzen uns damit auseinander. Wir bekämpfen Antisemitismus, Faschismus und jede andere Form von Rassismus.
Wir hoffen auf eine konstruktive und inhaltliche Auseinandersetzung.
PS: Noch ein weiterer Link, auf dem die Kommentarleiste zeigt, wie die Auseinandersetzung nicht laufen sollte:
http://de.indymedia.org/2003/10/62734.shtml
http://de.indymedia.org./2003/09/62301.shtml) hat einiges an Diskussionen, nicht nur auf indymedia, ausgelöst. Wir sprechen davon, einen Szene-Krieg zu vermeiden, aber wir wollen eine genaue, inhaltliche und analytische Auseinandersetzung.
Uns wurde mehrfach vorgeworfen, dass wir alle antideutschen Gruppen/AktivistInnen über einen Kamm scheren. Das ist nicht der Fall.
Allerdings erkennen wir Gruppen/ AktivistInnen nicht als links an, die entweder sowieso schon seit geraumer Zeit ihren Austritt aus der deutschen Linken erklärt haben oder auf linken Demos die Flaggen der USA bzw. Großbritanniens tragen. Also die Symbole der Staaten, die hauptverantwortlich für den Irakkrieg sind. Das heißt für uns nicht, dass wir AktivistInnen z.B. der Bahamas auf die Fresse hauen wollen, denn es gibt viel, viel Wichtigeres zu tun.
Antideutsche Gruppen und AktivistInnen, die o.g. Aktionen nicht bringen, sind zu inhaltlichen Auseinandersetzungen herzlich eingeladen.
Wir wurden mehrfach gefragt, ob wir nicht unsere "Konkurrenzdemo" in Kreuzberg am 3. Oktober absagen (Aufruf:
http://de.indymedia.org/2003/09/61709.shtml) und uns einem der antinationalen oder antikapitalistischen Blöcke auf der 16 Uhr-Hackescher-Markt-Demo anschließen wollten. Wir haben aber nicht die geringste Lust, als Anhängsel oder Kulisse für Gruppen herzuhalten, die zum Beispiel den Irak-Krieg befürworten und Aktionen wie oben genannt bringen. Sollte die Demo in Mitte anders laufen, lassen wir uns gerne vom Gegenteil überzeugen, aber diese Wahrscheinlichkeit erachten wir für gering. Wir wollen und werden nicht mit Gruppen demonstrieren, die an die Tradition der "Ausschüsse für unamerikanische Umtriebe" der McCarthy-Ära erinnern. Was ausgerechnet solche Gruppen dazu verleitet, die Parole "Für den Kommunismus" zu benutzen, ist uns schleierhaft.
Darüber hinaus demonstrieren wir am 3. Oktober auch nicht mit Jugendorganisationen einer Kriegspartei wie den Jusos, die ebenfalls zum Hackeschen Markt aufrufen (
http://de.indymedia.org/2003/09/61936.shtml) Jetzt wollen wir noch einmal konkret auf einige der Kommentare auf indymedia eingehen:
Einige werfen uns vor, wir hätten am 1. Mai allen "auf die Schnauze" hauen wollen, die vom Rosa-Luxemburg-Platz aus mit der Demo nach Kreuzberg kommen wollten. Das haben wir so nie gesagt. Den genauen Wortlaut unserer damaligen Presseerklärung könnt ihr per E-mail kriegen. Uns ging es im wesentlichen darum, das RL-Spektrum dazu zu bringen, sich zu outen, dass also Flaggen imperialistischer und kriegsführender Staaten gezeigt werden sollten, und dass auf einer sich "revolutionär" nennenden 1. Mai-Demo. Das haben wir erreicht. Siehe dazu die Berichterstattung der taz von Ende April 2003 (im Archiv von
http://www.taz.de). Wir haben nicht, wie uns vorgeworfen wird, "Staatsknete" zum "Befriedungsfest in Kreuzberg" bekommen. Lediglich die ALB als Teil des Kreuzberger 1. Mai-Bündnisses hat unseres Wissens nach Knete für den Konzertlauti am Mauerpark Walpurgisnacht vom Bezirk Prenzlauer Berg erhalten.
Allerdings stimmt der Vorwurf, dass wir in unserer Presseerklärung geschrieben haben, die Rockgruppe Mia hätte ihren Auftritt am RL-Platz abgesagt, obwohl dies nicht zutraf: Wir haben ein in der Szene kursierendes Gerücht nicht genügend recherchiert, sondern übernommen. Soll nicht wieder passieren.
"Leo" redet von "Nationalkommunisten und Nationalautonomen", die am 1. Mai in Kreuzberg demonstriert hätten. Hallo Leo, wer soll denn das gewesen sein? Und die Losung "Lang lebe Israel - für den Kommunismus" auf der RL-Platz-Demo geht ja wohl eher in diese Richtung, sorry.
Und wer, bitte schön, hat zum "Boykott Israels" aufgerufen? Wir jedenfalls nicht. Es wäre gut, sich an Fakten zu halten.
Die richtigen Häme-Kommentare sprechen einfach für sich:
- Wir haben niemanden mehr zum Plakatieren? Ne, eher zu wenig Plakate, aber macht nix.
- Und die "Stöckelschuh-Plakate" laufen eh außer Konkurrenz. Hoffentlich geht ihr nicht in so'nem Schuhwerk auf eure Demo.
- Wir seien ungefähr drei Leute, die drei Gruppen gebildet hätten? Wenn diese drei Leute all das, was wir auf die Beine stellen, hinkriegen würden, wären das ja drei supertolle Leute.....
- Einer mobilisiert zum Hackeschen Markt unter der Losung "keine Siffos - dafür Inhalte". Siehe hierzu unseren Text vom 24. September 2003 (siehe 1. Link oben)
Wir finden es natürlich gut, dass Gruppen und Einzelne es auch für richtig halten, dass die Debatte jetzt mal endlich angefangen hat. Wir sehen uns hoffentlich am 3. 10. in Kreuzberg.....
Und außerdem: Wir lassen uns nicht "immer aufs Maul hauen"....
Wir wissen, dass es Antisemitismus in der deutschen Gesellschaft gibt und setzen uns damit auseinander. Wir bekämpfen Antisemitismus, Faschismus und jede andere Form von Rassismus.
Wir hoffen auf eine konstruktive und inhaltliche Auseinandersetzung.
PS: Noch ein weiterer Link, auf dem die Kommentarleiste zeigt, wie die Auseinandersetzung nicht laufen sollte:
http://de.indymedia.org/2003/10/62734.shtml
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(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)
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Ergänzungen
Ich finds gut!!
antirassistischer antisxistische block
Der 3. Oktober als »Tag der deutschen Einheit« ist ein Datum, an dem deutscher Nationalismus, Großmachtbestrebungen, Kriegspolitik und Geschichtsrevisionismus abgefeiert werden. Für uns als Linke ist dies weder ein Tag noch ein Grund zu feiern, sondern der »deutschen Nation« den Kampf anzusagen. Innerhalb kapitalistischer, patriarchaler, rassistischer und antisemitischer Verhältnisse organisiert sich die »deutsche Nation« immer noch über das »Blutsrecht« in Zugehörige und Nichtzugehörige. Innerhalb deutsch-nationaler Zugehörigkeit wird sich von allen, die sich nicht nach kapitalistischer Logik verwerten lassen (wollen) als »SchmarotzerInnen« oder »Überzählige« entledigt. Beide Tendenzen verschärfen sich gegenseitig.
Linke Politik hat den Anspruch, diese Logik zu durchbrechen und ein besseres Leben in einer anderen Gesellschaft zu fordern. Die Widersprüche dieser Gesellschaft machen auch nicht vor der Linken halt. Diese splittert sich seit Jahren in einzelne Teilbereiche auf und obwohl der 3.10 ein Anlass wäre, »Deutschland« aus allen Perspektiven gemeinsam anzugreifen, ist durch die Demovorbereitung eine explizit antideutsche Positionierung auf der Demo zu erwarten. Die damit potentiell verbundene massive Präsenz von Inhalten, die sich auf psychoanalytische Konzepte, Kategorisierungen in Mob und Elite und rassistischen Stereotypen zur Analyse dieser Gesellschaft beziehen und mit den Reaktionen auf die Präsenz von israelischen, us-amerikanischen und anderen Nationalfahnen den antisemitischen Charakter dieser Gesellschaft beweisen wollen, teilen wir nicht. Eine Möglichkeit der gesellschaftlichen Veränderung, der Emanzipation ist darin nicht präsent.
Wir wollen trotzdem eine starke linke Demo jenseits von Mackerstrukturen und Nationalchauvinismus!
Deshalb rufen wir zum Autonomen Antirassistischen / Antisexistischen Block auf der 16:00 Demo am 3.10.03 am Hackeschen Markt auf.
Vorbereitungstreffen für den Block am Mittwoch 24.9.03 um 19:00 im Blauen Salon im Mehringhof.
Autonome AntirassistInnen Berlin
aber wozu?
tja, dann habt ihr da noch ein politisches problem: einigen werft ihr vor, für den irak-krieg gewesen zu sein (wer denn bitte schön außer bahamas?) aber die jusos wollt ihr dennoch nicht dabei haben, obwohl die doch gegen den irak-krieg waren, und ihr euch mit denen sicher auf so mancher friedensdemo rumgetrieben habt.
aber worum es mir eigentlich geht: sowohl euer aufruf, als auch eure stellungnahmen hier zeigen, dass eure eigene "demo", bzw. aktion (unabhängigkeitserklärung kreuzbergs) nur einen zweck zu haben scheint: nämlich die andre demo zu schwächen. ihr beschäftigt euch hauptsächlich mit "den anderen", dabei müsstet ihr euch dringend mal mit euch selbst beschäftigen.
schließlich ist eure aktion derart inhaltsfrei und a-politisch, dass mensch sich fragt, was ihr damit aussagen wollt. kreuzberg ist besser als der rest der welt? wenn es überall so wäre wie in kreuzberg, wärt ihr am ziel? hoffe doch nicht! und dann habt ihr sogar an die uno geschrieben, um kreuzberg als STAAT eintragen zu lassen. ja jetzt gehen die autonomen (oder was ihr seid) schon unter die staatsgründer??? erklärt doch das mal, statt immer auf die andren einzuhauen. ihr müsst doch da nicht mitgehen am hackeschen markt, zwingt euch doch keiner. aber warum der schwerpunkt eurer politik darin besteht, politik anderer zu behindern, das wäre dochmal eine erklärung wert...
Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen
Gähn — Indy-User
oooo — oooo
Und in China ... — Borstel
Gähn..... — pfff
Ich schon wieder — leo, der böse