Die Dorfbewohner von Artozki unterstützen Widerstand
Übersetzung des Kommunique der Dorfbewohner von Artozki (spanisches Original siehe Internet www.sositoiz.com)
Nemand mit menschlichem Verstand würde freiwillig sein Haus und Heim aufgeben
Es entspricht nicht der Wahrheit, dass
die Einwohner von Artozki ihre Häuser freiwillig verlassen haben
, wie aus den Quellen der Regierung verlautet wird. Keine der sechs Familien, welche durchgehend in Artozki lebten, haben ein gegenseitiges Übereinkommen mit der Regierung von Navarra finden können. Die Vermögen der Familien wurden unter Zwang enteignet. Aufgrunddessen hat keine dieser Familien finanzielle Entschädigung ausserhalb des staatlichen Minimums erhalten. In diesem Dorf hat niemand sein Haus freiwillig verlassen, da niemand mit gesundem Menschenverstand freiwillig das Haus seiner Vorfahren aufgeben würde, zumal in einer bevorzugten natürlichen Umgebung gelegen und mit einer Lebensart verbunden, die kaum woanders wiederzufinden ist.Das einzige was wir als Einwohner von Artozki mit der Regierung von Navarra aushandelten, war das Datum der Räumung unserer Häuser. Diese Aushandlung lief unter Zwang. Unser Dorfrat musste die Ablehnung zu dem Gerichtsverfahren in Strassburg (vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte bzgl. der erfolgten Umwandlung der Naturschutzgesetze, Anm.d.Übersetzer) zurückziehen, und wir Dorfbewohner mussten uns verpflichten, unsere Häuser ohne Anwendung von Widerstand am 15. September 2003 zu verlassen, mit der Option in den nahegelegenen Orten Nagorre und Azparren entsprechende Landparzellen erwerben zu können. Dieses bedeutet, das einzige geschlossene Abkommen mit der Regierung von Navarra lief unter Androhung, mit Nichts zurückgelassen zu werden.
Dass wir unsere Häuser tatsächlich am 15. September verlassen haben, lag daran, dass wir die vorhergehenden Räumungen in Nagorre und Itoiz kannten, und wir den älteren Menschen unter uns das Trauma ersparen wollten, der Zerstörung ihrer Häuser zuzusehen. Dieser Tatsache waren wir sicher, dass sie am 16. September geschehen werde.
Wir sind dankbar und unterstützen die Entscheidung einer Gruppe von Leuten, die dem Aufruf von Solidarios gefolgt sind und die sich entschieden haben, in Artozki Widerstand zu leisten, damit die Zerstörung verhindert wird. Es ist nicht wahr, dass diese Personen das Dorf besetzt haben. Sie sind nur in die Häuser eingedrungen, deren Besitzer ihnen die spezielle Erlaubnis dazu gegeben haben, und respektieren die weiteren. Tatsächlich ist es ebenso unwahr, dass sie nach dem Verlassen des Dorfes unsererseits eingedrungen sind, sondern vielmehr dass die Dorfbewohner und die Solidarios hier seit zwei Tagen vor dem 15. September zusammenleben.
Einzig bedauern wir, dass wir aufgrund des Alters und anderer Umstände (in den Häusern gibt es inzwischen weder Licht noch Wasser) die Solidarios nicht bei ihrem friedfertigen Widerstand begleiten können. In jedem Fall applaudieren wir dem Mut und der Grosszügigkeit, die sie bei der Verteidigung unserer Dorfes zeigen. Ohne sie hätten wir dieses vergangene Wochenende nicht so festlich in Artozki geniessen können, sondern wir dachten eher, dass wir seit einer Woche tot sind.
Seit 18 langen Jahren haben wir mit der Drohung des Staudamms von Itoiz gelebt. Während dieser Zeit konnten wir keine einzige Ausbesserung an unseren Häusern vornehmen, aufgrund dieser Drohung. Von seiten der Regierung von Navarra haben wir uns während dieser 18 Jahre in Stich gelassen gefühlt. Kein Beauftragter der früheren sozialistischen Regierung als auch der aktuell regierenden UPN hat sich während dieser ganzen Jahre herabgelassen, hierherzukommen, um uns Einwohnern von Artozki die vermeintlichen Vorzüge des Staudammes von Itoiz zu erklären. Wir fühlten grosses Unvermögen und Wehrlosigkeit. Während des letzten Sommers haben wir uns in unserern eigenen Häusern beobachtet und bespitzelt gefühlt von Leuten der Guardia Civil und der Polizei. Representanten der Regierung sind einzig und alleine zu unseren Häusern gekommen, als sie die Unterschrift für die Räumung und den Abbruch holten. Jedoch, als wir Hilfe brauchten, um unsere Probleme zu lösen, hatten wir niemanden, an den wir uns wenden konnten.
Das Staudammprojekt von Itoiz war und ist eine grosse Lüge, wie die Zeit zeigt. Die Verantwortlichen der Regierung von Navarra und der Hydrologischen Konfederation des Ebro-Flusses (CHE) haben einen falschen Konflikt zwischen der Küste (im Süden, Anm.d.Übersetzer) und den Bergen (im Norden, Anm.d.Übersetzer) schaffen wollen. Niemals sind wir in diese Falle gegangen, da wir sicher sind, dass hinter diesem Projekt, wie hinter anderen vielen pharaonischen Grossprojekten, nur unsaubere ökonomische Interessen stehen.
Artozki, den 21. September 2003Belen Urrizaldi, Ana Urrizalki, Alonso Moreno, Txema Otano, Alberto Legasa
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Ergänzungen