Artozki: 15 Tage Widerstand

herriak bizirik 29.09.2003 18:49 Themen: Freiräume Repression Soziale Kämpfe Ökologie
Heute vor zwei Wochen verliessen die letzten BewohnerInnen von Artozki im Baskenland unfreiwillig ihr Dorf in dem Glauben, die Bagger wuerden es niederreissen. Doch bis heute widerstehen die Solidari@s con Itoiz der Raeumung und dem Abriss. Von Anfang an hat es immer wieder Uebergriffe durch die Polizei gegeben, doch am letzten Wochenende liess sie sich nicht blicken. Statt dessen war das Dorf von BesucherInnen belagert, die zu den zahlreichen fuer diese Tage vorbereiteten Veranstaltungen kamen.
Zahlreiche KuenstlerInnen sind am Samstag der Aufforderung gefolgt, eine Arbeit zum “Artozki Art Space” beizutragen. So wurde die Kirche in eine ansehnliche Kunstaustellung umgewandelt. Doch die Kunst findet sich nicht allein hinter der Kirchenmauer; das ganze Dorf diente den KuenstlerInnen als Leinwand. Wandbilder und eine “fliegende” Buchausstellung schmückten die Häuser.

Am Sonntag gab einen Vortrag zu den Auswirkungen und dem politischen Widerstand gegen einen Staudamm in Aragon (Yesa), der erweitert werden soll. In anschliessender Diskussionsrunde der etwa 70 BesucherInnen wurde eine stärkere Verbindung der einzelnen Widerstandsgruppen untereinander gefordert. Desweiteren wurden viele kreative Ideen für die Unterstützung und das Widerbeleben von Artozki entwickelt. So werden heute (Montag) Ziegen und evtl. auch Schafe in das Dorfleben eingeführt. Es wird gefordert, die Postverbindung wiederzubeleben, sowie den öffentlichen Nahverkehr zum Dorf zu verbessern, und Ideen von kleinen Geschäften (Lebensmittel) und Workshop-Programmen kamen auf. Weiter wird gefordert, die Unterstützung für Artozki nach aussen hin zu erweitern, womit wir mit diesem Artikel aufrufen. Sagt es weiter: ARTOZKI, ein Dorf im Widerstand gegen ein Staudammprojekt in Nordspanien, lebt IMMER MEHR.

Dazu gehören die vielfaeltigen Darbietungen, von spontanen musikalischen Einlagen ueber politisches Kabarett hin zu einem Rockkonzert als Abschluss der Feier am Sonntag Abend. Es spielten unter anderem die Punkband aus Lakabe, dem aeltesten besetzten Dorf in der Umgebung des Irati-Tals und direkte Nachbarn von Artozki, sowie Fermin Muguruza, der “Manu Chao des Baskenlands”. Die Veranstaltung war so gut besucht, dass es ein echtes Parkplatzproblem gab: die Zahl wird auf 400 geschätzt.

Totgesagte leben laenger..... und werden immer lauter! Die WiderstandskaempferInnen wachsen mehr und mehr zu einer Dorfgemeinschaft zusammen und sind von einer unglaublichen Dynamik erfasst worden. Innerhalb kuerzester Zeit ist so viel auf die Beine gestellt worden, da blieb einigen der ersten Stunde nur noch das Staunen. Wir hoffen, dass die vielfaeltige Oeffentlichkeitsarbeit ihren Teil zum Erhalt Artozkis beitragen wird. Nun ist das Wochenende vorbei und viele der Gaeste sind abgereist. Der Montag Morgen begann ruhig mit dem Fruehstueck im neu eingerichteten Gemeinschaftsraum, in dem die vielen BewohnerInnen Platz finden. BewohnerInnen? Wir betrachten uns als VerteidigerInnen des Dorfes, nicht als BesetzerInnen, wie manchmal weiterhin öffentlich behauptet wird. Nach zwei Wochen ist es an der Zeit, sich nicht nur als hier voruebergehend “stationiert” anzusehen, sondern das alltaegliche Dorfleben wieder aufzunehmen. Bleibt zu hoffen, dass sich die Polizei, wie in den letzten Tagen geschehen, weiterhin nicht blicken laesst. Und wenn doch, wir werden sie nicht durchlassen!


Si, se puede – mensch kann es schaffen!






Bilder unter: www.sositoiz.com
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Ergänzungen

Der Abriss hat angefangen!!

Iratxo 30.09.2003 - 15:47
Heute früh haben die autonome Polizei und die spanische Guardia Civil das Dorf angegriffen. Mindestens 12 Leute wurden festgenommen und nach Agoitz zum Richter genommen.
Mehrere Leute sind noch in den Häuser und leiten noch Widestand. Die Abrissmachinen sind bereit, und nach der Pläne der Behörden heute nachmittag/abend werden reinkommen.

ITOITZ EZ ITO!!
ARTOIKI ETA MUNIAIN BIZIRIK!!