Mehr Tote und drohender Staatsstreich bzw. Ausnahmezustand in Bolivien
Live Radio Stream aus Bolivien / zweiter Server ( Hilfe )
"Dringend: Die Situation ist kritisch, die Leute leisten Widerstand, und es droht ein Massaker" lautet der Hilferuf auf der Startseite von Indymedia Bolivien. Gestern wurde der zivile Streik in El Alto fortgesetzt, die Polizei und das Militär schwärmten aus zur Repression und es starb eine weitere Person. Es gibt viel Wut in der Bevölkerung und sie sagen, dass sie die Proteste aufrecht erhalten werden, so lange bis der Gringo zurücktritt. Sie erklären, dass die Stadt (La Paz) sich den Protesten "das Gas ist für alle und wir müssen es alle verteidigen" anschliessst.
Seitens der Regierung gibt es Gerüchte über einen Ausnahmezustand oder einen Staatsstreich, den Politiker und Militärs vorbereiten würden, mit allem was es für die Aymaras, BewohnerInnen des Hochlandes, BäuerInnen und allen BolivianerInnen, die für das Gas kämpfen, an Blut bedeuten würde. In einigen kommerziellen Medien wurde angedeutet, dass bereits der Ausnahmezustand vorbereitet worden war, aber wegen einer versuchten Polizeimeuterei verschoben wurde. Die Ankündigung der Mobilisierung in Chapare und der TransportarbeiterInnen verschärft die Situation weiter. Der Dialog entfernt sich, die Wut der Leute wächst, und ein extrem gewalttätiger Ausgang zeichnet sich ab. (Feature imc Bolivia)
Fotos von Indymedia [ 1 ] Reuters / AP / TV [ 1 ] [ 2 ] [ 3 ] [ 4 ][ 5 ][ 6 }
Die Proteste hatten sich in den letzten Wochen stark ausgeweitet, mehrere Provinzen des Hochlandes befinden sich im Aufstand und grosse Städte wie La Paz und El Alto sind dadurch weitgehend von der Aussenwelt abgeschnitten. Und immer wieder kam es anlässlich von Strassenblockaden zu gewaltsamen Zusammenstössen zwischen Polizei / Militär und der Bevölkerung.
Vor drei Tagen erst waren bei einer Demonstration Richtung La Paz der Minenarbeiter Huanuni José Luis Astahuichi (41) und der Konstruktionsarbeiter und Student aus El Alto Ramiro Vargas Astilla (22) getötet worden.
Bei der landesweiten Demonstration gegen den Ausverkauf des Gases am 19. September mit 100.000 TeilnehmerInnen war es ebenfalls zu fünf Toten bei Angriffen der gemeinsamen Einheiten von Militär und Polizei auf Strassenblockaden im Altiplano (Hochland) gekommen war.
Felipe Quispe, Anführer der Landarbeitergewerkschaft CSUTCB, hatte daraufhin vor 2 Wochen erklärt, daß die im Norden Boliviens lebenden Aymara im Konflikt mit der Regierung zu den Waffen gegriffen haben. In mehreren Regionen war zu dem von den Gewerkschaften zu einem unbefristeten Generalstreik und Strassenblockaden aufgerufen worden.
aktuelle Berichte:
- Gewerkschafts-Bericht vom 11.10.03
- Dringende Pressemitteilung des CSUTCB
- 3. Toter durch Kugel in El Alto
- mindestens 2 Tote bei Ventilla
- Zusammenstöße in La Paz am 7/10
- Verbreiterung der Proteste
- Aufstand der Bauern (Hintergrundbericht)
- Armee in Alarmbereitschaft
- Der Kreis um La Paz schließt sich
- Dringender Appell
- Cochabamba: Fotos der Demo am Freitag
- Waffenstillstand im Altiplano
- Massenproteste und 5 Tote
- Zehntausende blockieren La Paz
Bolivien-Feature vom Februar 2003
Indymedia Bolivien | People's Global Action | Poonal | Übersetzungskoordination
Bereits im Februar dieses Jahres war es infolge von Steuererhöhungen, Rentenkürzungen und weiteren neoliberalen Massnahmen auf Anordnung des IWF zu einem Aufstand der bolivianischen Bäuerinnen und Bauern gekommen, bei dem mindestens 21 Menschen ums Leben kamen.
Bolivien ist nicht das einzige Land Lateinamerikas, in dem es in den letzten Monaten zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen sozialen Bewegungen und der Regierung kam: Kürzungen im Bildungssystem (Peru, Ecuador, Kolumbien, Uruguay, Chile, Mexiko), Privatisierung von Staatsbetrieben (Kolumbien), Unterdückung der indigenen Bevölkerung (Argentinien, Chile, Kolumbien) und Angriffe auf soziale Projekte und selbstverwaltete Fabriken (Argentinien) führten immer wieder zu landesweiten Protesten, Studentenunruhen und Streiks auf die wiederum mit Repression bis hin zur Verhängung des Ausnahmezustands (Peru) reagiert wurde.
Fotos der Strassenblockade und anschliessenden Militäroperation in Warisata am 20.9.03



Evo Morales auf Demo in Cochabamba am 19.9.2003
Berichte bei Indymedia
- Bolivien: Armee in Alarmbereitschaft 26.9.2003
Dringende Nachricht: Die bolivianische Armee in Alarmbereitschaft! Inoffizielle Quellen haben soeben Indymedia La Paz gegenüber bestätigt, daß sich die bolivianische Armee und Luftwaffe mit sofortiger Wirkung in Alarmbereitschaft befinden. - Bolivien: Der Kreis um La Paz schließt sich 26.9.2003
Der Aymara-Aufstand breitet sich im Altiplano (Hochland) aus. Die Ablehnung des Verkaufs des Gases und die Forderungen und Erfolge comunarias (gemeinschaftlich, bzw. der (Aymara-)Gemeinden) erklären die Añutaya-Strategie. - Bolivien: Dringender Appell 26.9.2003
Dringender Appell an das Indymedia-Netzwerk zur Unterstützung von Indymedia Bolivien (geschrieben von Indymedia Argentinien) - Cochabamba: Fotos der Demo am Freitag 23.09.2003
50.000 DemonstrantInnen marchierten am Freitag für die Wiederherstellung und Verteidigung der Gasproduktion, die versucht wird an chilenische und transnationale ausländische Interessen zu verkaufen. - Bolivien: Waffenstillstand im Altiplano 29.09.2003
Bericht aus Econoticiasbolivia.com vom 22.9.03, 2 Tage nach dem Tod von fünf Menschen im bolivianischen Hochland - Bolivien: Massenproteste und 5 Tote 21.9.2003
Anlässlich des "Gas-Krieges" stattfindende Massenproteste und Blockaden von Zufahrtstrassen ganzer Städte in Bolivien um den Ausverkauf der bolivianischen Gasvorkommen an transnationale Konzerne zu verhindern. Mindestens 5 Tote 20 Verletzte sowie Festnahmen von Mitgliedern von Indymedia La Paz - Bolivien: Zehntausende blockieren La Paz 17.9.2003
Um gegen die Einführung einer neuen Kommunalsteuer und ein bilaterales Handelsabkommen zwischen Bolivien und den USA über die Lieferung von Erdgas zu protestierten, haben mehrere zehntausend DemonstrantInnen die Zufahrtsstraßen von La Paz blockiert. - Aufstand in Bolivien Feature Februar 2003
Berichte aus anderen Medien
- Poonal Nr. 591
- Tote bei Auseinandersetzungen zwischen Landarbeitern und Armee
- Bolivianisches Gas und Öl - eine Eigentumsfrage
- Der Kondor ruft zum Kampf. Boliviens Andenhochland zum Guerillagebiet erklärt. Gewerkschaft kündigt Generalstreik für Montag an. jW 27.9.2003
- Hochland im AusnahmezustandGewerkschaften kündigten Generalstreik an Neues Deutschland 27.9.03
- La Paz blockiert Demonstranten sperren Zufahrten zu Boliviens Hauptstadt. jW 17.9.2003
(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)
Ergänzungen
Ergänzungen
Bolivien: Zusammenstöße zwischen Landarbeitern und Armee. Tote auf beiden Seiten
In Bolivien eskaliert der "Krieg ums Gas"
Oppositionelle setzen ihre Protestaktionen gegen Exportprojekt der Regierung fort / Tote beim Kampf um Straßensperren
Bolivia's Gas War
Bolivia: Roadblocks Continue
Bolivia: Five Die in Altiplano Protests
poonal 591
(die im artikel angegebene adresse verweist auf die aktuelle ausgabe)
bolivien update 27.9.:
Mehr Tote am 11. und 12.10.2003
- ein 5-jähriger Junge auf einem zentralen Platz in aus El Alto durcheine Polizeikugel
- José Miguel Pérez Cortez, ein Einwohner von El Alto, der auf dem umkämpften Platz Ballivián durch eine Kugel des Militärs ins Herz starb.
Es wird von einem weiteren Toten und weiteren 5 Schussverletzten gesprochen
Quellen:
junge welt artikel
El Alto unter Militärrecht
video
Audio
Die Lage in Bolivien, 13.10.03 [Ulrich Achermann, ARD Südamerika]
Photos
Zu den Hintergründen des Aufstands
Solidarität mit dem Kampf der compañer@s in Bolivien!
Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen
Bitte um Unterstützung von Imc Bolivia — LinksRhein