"Antideutsche"? Es REICHt!!!

B.A.N.G., SternBurgBrigade & autonome Antifas 24.09.2003 19:48 Themen: Antifa
Berlin: Am 23.9. wurden Freunde von uns, die sich im Café Morgenrot das Video zum Grenzcamp ansehen wollten, von einem stadtbekannten Aktivisten der "Antideutschen" bedroht und einem von ihnen ins Gesicht geschlagen.
Wir haben keinen Bock auf einen "Szenekrieg" und Gewalt unter Linken. Hier unsere Stellungnahme, zunächst auf indymedia...
„Antideutsche“: (?) Es reicht!!!! (enough is enough....)


Am Dienstag, dem 23.09.03, saßen drei Freunde von uns vor dem Café Morgenrot (Kastanienallee 85, P`berg), wo sie sich das Video über das antirassistische Grenzcamp in Köln ansehen wollten.
Plötzlich und ohne jeglichen Anlass wurden sie von einem stadtbekannten Aktivisten der „antideutschen Szene“ namens X, der aus dem Cafe herauskam, angegriffen; einer unserer Freunde wurde ins Gesicht geschlagen und es wurde allen dreien von X in Schläger-Hooligan-Manier angedroht: „Kommt mit, wenn Ihr es alle haben wollt.“

Unsere Freunde ließen sich nicht provozieren und beobachteten, wie X anfing, mit seinem Handy herumzutelefonieren; sie selber gingen dann ins Cafe und sahen sich das Video an.

Als sie das Morgenrot verließen, saßen dort dann „zufällig“ eine ganze Reihe anderer ihnen bekannter „Antideutscher“ herum.

Dies war nicht der erste Vorfall dieser Art:

09.11.2002: Bei der Antifa-Demo in Moabit wird eine ganze Gruppe von DemonstrantInnen von „Antideutschen“ äußerst aggressiv als „Antisemiten“ und „Assis“ diffamiert.

Januar 2003: Bei einer Veranstaltung mit der grün-„antideutschen“ Europa-Abgeordneten Ilka Schröder werden einige Antifas während der Diskussion aufs Übelste angemacht und aufgefordert, „in Zukunft doch zusammen mit der NPD zu marschieren.“

O6.09.03: Bei der Demo gegen das Vertriebenentreffen in Mitte werden Genossen, die ein Flugi für die „Freiräume-Verteidigen“-Demo (http:// www.de.indymedia.org/2003/09/60965.shtml) verteilen, von „Antideutschen“ als „Antisemiten“ beschimpft und ihnen Schläge angedroht, wenn sie das Verteilen nicht unterließen.

Dies sind nur einige von mehreren konkreten Vorfällen der letzten Monate.


Des weiteren wurden/werden Leute aus linken Zusammenhängen als „schlecht gekleidete Assis“ bezeichnet.
Unsere Frage an die „Antideutschen“ in diesem Zusammenhang lautet: Seid Ihr Euch im Klaren darüber, dass solche Formulierungen auf einer Art von Gedankengut beruhen, das –konsequent zu Ende gedacht- im „Schwarzen Winkel“ (Nazi-Kennzeichen für so genannte „asoziale“ KZ-Häftlinge) enden kann?!

Weitere „antideutsche“ Kommentare: „Hier stinkts nach Antisemiten“; „Hier stinkts nach Assi-Vokü-Mief“(jaja, Deutsche hatten ja schon immer eine gute Nase, vor allem, wenn’s um „Minderwertiges“ geht....), „Leben in Bauwägen ist doch menschenunwürdig“ (und die „nicht sesshaften“ Sinti und Roma?!!!!), etc.


Hier noch eine Kostprobe aus dem neuesten, von mehreren „antideutschen“ Gruppen unterzeichneten Flugblatt: „Stoppt den nationalsozialistischen Aufmarsch der Achse für den Frieden!“ (Quelle auf Nachfrage)
Dies ist eine ätzende und unglaubliche Relativierung des NS, vergleichbar mit der „Begründung“ des grünen BRD-Außenministers Joseph Fischer, Deutschland müsse gegen Jugoslawien Krieg führen, „um im Kosovo ein neues Auschwitz zu verhindern.“

Merken die „Antideutschen“ überhaupt, was sie anrichten????


Spaltungen in der Linken, Verwirrung stiften, den Antisemitismus zum einzig relevanten Thema machen und gleichzeitig relativieren: Dies alles führt zu einer Schwächung der Linken.
Die Auseinandersetzung mit den „Antideutschen“ raubt unheimlich viel Zeit, Kraft und Energie, die anderweitig vonnöten wäre: Kampf gegen Hartz-Projekt und Sozialraub, Kampf gegen Krieg, Nazis bekämpfen, Castor-Transporte verhindern, Freiräume verteidigen und neu schaffen, Gipfel stürmen, u.s.w.


Wir stellen fest, dass die Politik der „Antideutschen“ im wesentlichen auf Oberflächlichkeit, Polemik, Denunziation und Geschichtsverfälschung beruht. (Quellen auf Nachfrage)

Wir fordern eine genaue, sachliche und politische Auseinandersetzung mit allen, die dazu bereit sind.

Einen „Szenekrieg“ halten wir für fatal.



Wir fordern alle linken Berliner Gruppen und Projekte auf, sich bei/zu Vorfällen wie den oben geschilderten eindeutig zu verhalten.

In diesem Sinne:

Inhaltliche Auseinandersetzung statt Szenekrieg!
Gegen Antisemitismus und Rassismus in jeder Form!
Kampf dem Faschismus – egal, auf welche Nation/Religion er sich bezieht!

Kapitalismus/Imperialismus zerschlagen!

Kampf (nicht nur) den deutschen Zuständen!

3.Oktober – X- Berg!
15 Uhr Demo Ex- Bolle, U1,15 Görlitzer Bahnhof
17- 22 Uhr Konzert und VOKÜ Heinrichplatz



Berliner Anti-Nato-Gruppe (B.A.N.G.)
SternBurgBrigade

Und autonome Antifas
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Ergänzungen

ich kriege gleich das Kotzen-hört auf!!!

ohne mich 24.09.2003 - 20:55
Wie lange soll das hier noch so laufen? Die einen machen alle zu Antisemiten, egal was da differenziert gesagt wird, die nächsten drohen den anderen Dresche an und die dritten freuen sich der Schmerzen, die dabei entstehen und überall outen sich Leute als Antideutsche(Linke?) oder als Nicht Antideutsche (Linke?), schieben die Schuld der jetzigen Situation den nächsten anderen Grüppchen zu u.s.w. Habt Ihr Sie noch alle?
Der Text oben ist leider kaum ne Nachricht wert, aber das ist das Schlimmste an der Sache - es gibt sonst nämlich von Linker Seite in Berlin z.Z. nicht mehr viel anderes zu berichten. Auf Indy tobt der kleinstkrieg zwischen irgend welchen Leuten und auf der Straße passiert so gut wie gar nichts Positives mehr. Auch der/die letzte Interessierte haut hier noch ab, wenn das nicht bald aufhört! Wir haben wahrlich besseres zu tun und da muß ich oben zustimmen: es gibt massenhaft Dinge, wo eine Linke(radikal muss sie dafür gar nicht mehr sein) eine Aufgabe hätte Widerstand zu organisieren, Gegenpositionen zu eröffnen, um Rot-Grün wieder mal in die Linkere Ecke zu treiben. Die sind ja mittlerweile mit der CDU/CSU zur neuen Einheitsfront der neoliberalen Kapitalismusideologie verkommen und wir bekriegen und lähmen uns mit Auseinandersetzungen die Buddelkastenniveau (sorry kinder ihr könnt nix für) erreichen bzw. tiefstes Stammtischniveau.
Hört bitte auf damit, lasst uns endlich neu Anfangen und im Heute und Jetzt Politk für die Zukunft machen - eine andere Zukunft! Aber darüber seit Ihr Euch ja auch nicht mal im Gröbsten einig - wie also weiter mit dem Saftladen, der sich noch Links nennt?

Stellungnahme zu Moabit

child of anger 24.09.2003 - 23:12
Ihr habt ja zum Teil sogar recht. Es gibt einigen Leute die dem antidteuschen Spektrum zuzuordnen sind, die sich tatsächlich so aufführen. Was auch unter aller Sau ist, aber damit immer sämtliche Leute in einen Topf zu werfen die antideutsche Politik betreiben bzw. die ihr für antideutsch haltet, ist nunmal ausgemachter Blödsinn. Mal abgesehn davon, daß euer Politikverständnis auch teilweise etwas seltsam ist, wie einige Kommentarschreiber schon ausgeführt haben.

Ist euch eigentlich schonmal aufgefallen, daß die Leute von denen ihr redet zum Beispiel garnicht zu der Demo am Hackeschen Markt aufrufen?

Ansonsten nehme ich euch beim Wort. "Inhaltliche Auseinanderstzung statt Szenekrieg!" Wenn ihr das ernst meint, dann stellt bitte diese blödsinnigen Diffamierungen auf indymedia ein, hört auf mit dem Schubladendenken (Antideutsche rennen alle mit Amifahnen rum und benehmen sich so wie oben beschrieben) und lest euch mal die Aufrufe zur Demo am 3. Oktober am Hakeschen Markt überhaupt erst einmal durch, und blast eure Gegenveranstaltung in Kreuzberg ab bzw. verschiebt die, so schlecht ist die Idee ja auch nicht. Wenn ihr Kritik an dem Aufruf habt, dann artikuliert die auch und diskutiert mit den Aufrufern darüber. Statt immer nur zu polarisieren und anzuheizen.

Böse AD Einheits(imperialisten)front

Leo 25.09.2003 - 18:48
Ich fass es langsam wirklich nicht. Redet der Verfasser doch tatsächlich von einer inhaltlichen Auseinandersetzung und beschimpft mit dem näxten Atemzug alle Menschen, die sich wirklich inhaltlich auseinandersetzen zu scheinen. Von Frau Schröder bis zu alll denjenigen, die selbst als Antideutsche Prügel angedroht bekommen haben. Am 1.Mai marschieren Querfrontgruppen, die sich selbst als Nationalautonome oder nationalistische Komunnisten bezeichnen zusammen mit völkischen Palästinensern und selbsternannten Linken. Sie rufen antisemitische Parolen, wandeln die Parole "Kauft nicht bei Juden" einfach in "Boykottiert Israel", unterscheiden außer im Rassismus, nämlich das viele von ihnen Positiv Rassisten sind, in keinster Weise von Nazis.
Ich selbst kann mich nicht mehr frei auf der Straße bewegen, weil ich mich für Israel und gegen die palästinensischen Faschisten -deren Ziel die Vernichtung aller Juden,überall,ist- ausgesprochen habe.
Wenn diese Leute euch wirklich verprügelt haben, sind sie nicht besser als ihr, aber was soll diese pauschalisierung. Ich hab die Schnautze voll, von solchen Hetzartikeln auf einer sogenannten emanzipativen Seite.

Euer
Leo




Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen

Zeige die folgenden 14 Kommentare an

peinlich — peoples war

ape — sterni

ooo — ooo

Lächerlich — haha

Komödiantenstadle — der Schadenfrohe

@ child of anger — kein antideutscher, kein Berliner

??? — Katze

Inhalte statt Emotionen! — antifa*2003

nochmal ich — Leo, schon wieder