Nazi-Aufmarsch in Dortmund

G. 22.09.2003 00:51 Themen: Antifa
Bericht und Fotos vom Nazi-Aufmarsch in Dortmund am 20. September 2003.
Ein weiterer Bericht über den Nazi-Aufmarsch ist hier:  http://de.indymedia.org/2003/09/62041.shtml

Seit dem 18. September 2003 wird in Dortmund die Ausstellung
"Verbrechen der Wehrmacht - Dimensionen des Vernichtungskriegs
1941-1944" gezeigt. Wie leider üblich haben auch in Dortmund
nazistische Gruppen Protestveranstaltungen angekündigt. Die erste fand
am 20. September statt. Unter dem Motto "...für die Helden der
Wehrmacht" wurde bundesweit für eine Demonstration mobilisiert.

Zwei Bündnisse organisierten Gegenveranstaltungen. Das offizielle
Dortmund in Gestalt von SPD, Grünen, Jugendring, DGB usw. organisierte
eine Demo "Dem Hass entgegentreten"
( http://www.waindo.de/files/Aufruf%20200903.pdf). Eine Kundgebung von
VVN und Bündnis gegen Rechts schloss sich dieser Demo an.

Die Veranstaltungen des linken Bündnis "Wir stellen uns quer"
( http://mitglied.lycos.de/wirstellenunsquer) - geplant war eine Demo
und ein Stadtteilfest - wurden erst für 15 Uhr erlaubt, also zu einem
Zeitpunkt, zu dem die Faschos bereits aus der Stadt sein würden. Das
Bündnis verzichtete deshalb auf eine eigene Demonstration und setzte
ganz auf die Mobilisierung direkt in dem Viertel, durch das die
Fascho-Demo laufen würden. Die Stadtteilarbeit hat sich bezahlt
gemacht - in vielen Fenstern sah man Plakate gegen den Nazi-Aufmarsch,
auf die Straßen waren mit Kreide Parolen gegen die Nazis geschrieben
und ein paar Transparente hingen entlang der Nazi-Route. Samstag
Vormittag sammelten sich immer mehr Menschen im Viertel und erwarteten
die Nazi-Demo. In Unterschied zu vorherigen Demonstrationen hatten die
Bullen das Viertel diesmal nicht weiträumig abgesperrt.

Die Nazi-Demo war unerfreulich groß. Es waren um die 1000 Faschos, die
da zusammengekommen sind. Schon bald zeigte sich, dass die Demo nicht
ganz nach Plan ablaufen würde. Zu Beginn der Nazi-Demo gab es eine
Siztblockade auf der Route. Die
Bullen beließ es bei Drohungen, die Blockade zu räumen, und haben dann
lieber die Nazi-Demo umgeleitet. Nach diesem Anfangserfolg war es über
einen großen Teil der Nazi-Route möglich, die Demo direkt zu
begleiten. So gab es reichlich Gelegenheit, mit Trillerpfeifen,
Parolen und ausgestreckten Mittelfingern gegen die Nazis zu
protestieren. Erst zum Ende hin bemühten sich die Bullen - durchaus
erfolgreich - einen größeren Abstand zwischen Nazis und Antifaschisten
zu schaffen und weiträumiger abzusperren.

Gegen 15 Uhr war die Nazi-Demo beendet und das Stadtteilfest durfte
beginnen.

Angesichts der gegenwärtigen Stärke und Mobilisierungsfähigkeit der
Linken wurde erreicht, was möglich war. Eine Gegendemo trotz des
Verbots durchzusetzen wäre nicht realistisch gewesen. Nicht zuletzt
durch die intensive und erfolgreiche Mobilisierung im Viertel ist es
trotzdem gelungen, eine Menge Menschen gegen die Nazis auf die Straße
zu bringen und die Nazi-Demo zu stören.
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Ergänzungen

cops

schwarzer peter 22.09.2003 - 12:38
Warum waren die Cops ohne Helme ???

@schwarzer peter

ich 22.09.2003 - 12:59
glaube sowas nennt man deeskalation ;)

schwarzerpeter

Sakura 22.09.2003 - 13:36
Naja, es war ziemlich viel Presse vor Ort bei der Blockade, und Helme wären da nicht so gut gekommen- die lieben Polizisten wollen schließlich ihr Image in der Öffentlichkeit wahren...
ansonsten war die mobilisierung von unserere Seite aus aber echt nicht schlecht!
liebe Grüße...

Stoppt die Nazis in Braunschweig

Murat 22.09.2003 - 13:59
Am 18. Oktober 2003 findet in Braunschweig ein Naziaufmarsch statt. Treffpunkt: 12:00 Hauptbahnhof. Ein breites Buendnis koennte die Nazis stoppen ihr menschenfeindliche Ideologie öffentlich bekanntzugeben.


@Hundshorst

Demonstrant aus dem Ruhrgebiet 22.09.2003 - 20:00
In Dortmund waren u.a. Bullen aus Sachsen (eine Hundertschaft aus Leipzig)
und aus Brandenburg (eine Hundertschaft aus Cottbus) eingesetzt, vgl. WAZ 21.09.2003. Die sächsischen Bullen waren im Bereich der "Schutzes" der Faschodemo eingesetzt. Natürlich waren aber auch massiv Bullen aus NRW, so z.B. Hundertschaften aus Dortmund, Bochum, Köln, Bonn, Bielefeld, Mönchengladbach im Einsatz. Eine solche Amtshilfe von Bullen aus anderen Bundesländern ist aber nix ungewöhnliches, z.B. bei der Grenzcamp-Räumung in Köln waren auch hessische und bayerische Hundertschaften vor Ort.

fotos von der bürgerdemo?

panther 23.09.2003 - 00:15
hat irgendjemand hier fotos von der bürgerdemo gemacht? würd mich interessieren...

Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen

Verstecke die folgenden 6 Kommentare

@essena

linker 22.09.2003 - 12:59
was isn dieser essena für ein heini? selten so gelacht! haha........
kampf dem sektentum.

schöne fotos, danke

f 22.09.2003 - 14:56
f

Frage

Hundshorst 22.09.2003 - 15:54
Warum waren die ganzen Bullen auf den Bildern aus Sachsen???
NIE WIEDER FASCHISMUS!

:)

klampfenkind 22.09.2003 - 17:20
sehr ordentliche linke aktion! nächste mal wieder dabei um gegen Faschismus zu protestieren. Demokratie hin oder her, aber faschos sollten echt nicht die möglichkeit haben so ne scheiße in die welt zu schreien: von wegen "wir wolln ihn wieder" kopp ab und gut is! so far...

bahnhof

autonomia 22.09.2003 - 20:11
am bahnhof waren nach der demo noch ziemlich viele faschos unterwegs, die paar antifas die da waren hatten leider keine chance irgendwas zu reißen, also nächstes mal hinterher noch zum bahnhof!

Antwort

P.f.D 23.09.2003 - 01:48
Es ist nur mal so, dass die Länder untereinander Verträge schließen um sich bei z.B. Demos gegenseitig unterstützen und ensprechende Hundertschaften schicken. - Oder die Fotos sind gefaked, glaub ich aber nicht.
Übrigens: Viele Polizeieinheiten aus anderen Ländern (vor allem Nicht-SPD-Ländern) sind etwas härter drauf, als die aus NRW. Ist ja auch klar, unsere müssen sich ja schon ausrechnen, ob es für sie weniger von Nachteil ist von irgendwelchen linken Zecken verprügelt zu werden oder sich zu wehren.
"Antifa ich lache über euch ... ihr seid nicht besser als Faschisten"