Naziaufmarsch in DO blockiert

EA Dortmund 20.09.2003 13:23 Themen: Antifa
Naziroute blockiert
erster Zwischenbericht zur Nazidemo gegen die Wehrmachtsaustellung
die nazis kommen nicht weiter, weil etwa 150 Leute/ AnwohnerInnnen auf der Lange Straße die Route blockieren. das ist im abgesperrten Teil!
Bisher gibt es mindestens zwei Festnahmen, eine Ingewahrsamnahme und ein paar Personalienfeststellungen mit Platzverweisen.

Bitte denkt an Gedächtnisprotokolle, wenn Ihr Festnhamen beobachtet oder selber festgenommen werdet. an:  ea-dortmund@gmx.de
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Ergänzungen

Naziaufmärsche Verhindern !!

Achim 20.09.2003 - 16:30
...und am 18.10. nach Braunschweig kommen und den Naziaufmarsch zum Fiasko machen.

yeah

enärwä 20.09.2003 - 16:31
das ist echt überraschend, coole sache, seit langem mal wieder naziaufmarsch blockiert, sonst ging das wenn überhaupt nur noch in köln und auch da die letzten male nicht mehr...

2000 gegen 600

warda 20.09.2003 - 17:57
2000 demonstranten gegen den fascho aufmarsch, der mit lediglich 600 nasen aus der ganzen bundesrepubklik + ausland (schweiz, niederlande) nicht so wirklich gut lief.
leider waren von den 2000 gegendemonstranten nur knapp ein viertel nich bürgerlich...

coole blockade

ali 20.09.2003 - 18:16
nette idee mit den ketten und handschellen. der stadtteil sah auch wirklich mal bunt aus und die migrantenkids gingen nachher auch noch gut ab.

naja

red sock 20.09.2003 - 18:30
weg der nasen konnte letztlich leider nur für 20 minuten blockiert werden, dann konnte der pöbel weitermarschieren. nasen sprechen von 1000 teilnehmern, dürften eher 800 gewesen sein, davon ca 20 aus dem benachbarten ausland.
mit phantasievollen aktionen kam mensch aufgrund der bullen leider gar nicht an sie ran, so daß weder gegenstände auf die truppe geworfen werden konnten noch anderweitig angriffe unternommen wurden. am do-bhf gab es ein kleineres handgemenge zwischen etwa 6 antifas, die einigen anreisenden faschos an der treppe auf die köppe gespuckt hatten und 4 nazis, die daraufhin auf die antifas zustürmten. da waren ausnahmsweise mal keine bullen am bahnsteig. sweet gottschalk und seine oidoxiegruppe dirften am ende auch noch ihr obligatorisches kurz-konzert geben. bei den reden der kader kam aufgeklärten menschen die kotze hoch.
ahja und die antideutschen haben sich auf "linker" seite mal wieder so gut blamiert wie es ging...

Radio

Radioman 20.09.2003 - 18:57
Im Radio wurde was von 4000 bis 5000 gegendemonstranten gesagt....


Naja die Antids haben sich blamiert aber die anderen waren auch net besser.....viel schlimmer waren aber die bürgerlichen die sich vor die transpas gestellt ham

Koordination

Anno 20.09.2003 - 20:29
Von der Blockkade Aktion habe ich nichts mitbekommen,da sie ja isoliert von den restlichen "praktischen" und "theoretischen" Antifaschisten statt gefunden hat.
Es hat mir bei den "Schwarzen" ein wenig die Koordination gefehlt und auch der letzte Wille.
So hätte man die Kesselungsversuche der Polizei schon zu Anfang leicht überwinden können.
Die Aktion zu Beginn (Versuch des Durchstoßes) hat aber wenigstens gezeigt,dass bei machnen wenigen das Engagment noch vorhanden ist,was eigentlich zur Obligatorik jedes guten Menschen gehören sollte:
Der "praktische" Antifaschismus.

Ich habe es übrigens mit ein bißchen Geschick geschafft,während der Kundgebung direkt an die Nazis heranzukommen.Wurde aber als bald als "Gegner" ausgemacht.

Widerstand,muss jedenfalls in dieser Beziehung, in die Tat umgesetzt werden. Das ist meine Kritk am eher unsolidarischen Verhalten der "Bürgerlichen".

Wer weiß was von antiNazidemo in Senden (ulm)

Nairolf 20.09.2003 - 20:52
kurze zwischen frage.
wer kann von der demo ,heute mittag in Senden bei Ulm, gegen Nazizentren (NPD Haus) berichten????

Rauchbombe und Blockade

egal 21.09.2003 - 21:39
Die Nazis mußten zweimal stoppen. Einmal sehr kurz, weil hinter dem S-Bahnhof West eine Rauchbombe neben der Straße gezündet wurde. Während der Qualm noch für ein bißchen Unruhe bei Nazis und bullen sorgte, wurde die Lange Straße in Höhe der Hausnummer 93 blockiert. Die Blockade wurde von älteren GenossInnen (50-70 Jahre) und Jüngeren gemeinam versanstaltet und war eine Aktion der Deutschen Kommunistischen Partei (DKP), die sie gemeinsam mit der Soziialistischen Deutschen Arbeiterjugend (SDAJ) durchführte. Die Aktion wurde sowohl von Antifas als auch von Leuten aus dem Stadtviertel massiv unterstützt. Die Bullen diskutierten intensiv, ob sie die mit Handschellen zusammengekettete Blockade wegknüppelt sollten, haben sich dann aber vor allem wegen der Beteiligung älterer Leute für eine Verlegung der Naziroute entschieden.

Das zeigt, daß mit ein bißchen Planung und Absprache ein effektives Handeln möglichist. Gäbe es bei uns Antifas mehr Struktur würden nazis und Bullen dumm aus der Wäsche schauen. Dortmund I zeigt, daß nicht nur Protest, sondern eben auch Widerstand selbst unter massivem Bullenaufgebot möglich ist.

Möglich wurde das aber auch, weil eben im Viertel durch die nicht-antideutschen Antifas aus Dortmund in den Wochen vor dem Naziaufmarsch masiv für Antifaaktionen geworben wurde. Vier Mobilisierungsflugblätter in Mehrtausenderauflage, Stadtteilversammlungen und -rundgänge mit 130 BewohnerInnen sorgten für eine Stimmung im Viertel, die sich nicht nur in Transparenten und Plakaten gegen die Nazis, nicht nur in zahlreichen Boxen in den Fenstern, sondern eben auch in Unterstützung für die Antifas ausdrückte.

Daraus kann man lernen, darauf kann man aufbauen. Dortmund II wird das leider nicht tun, da die geplante Aktion (klassische Demo vor den Bullenketten) hinter den erreichten Aktivitätsgrad von Dortmund I zurückfällt. In Dortmund (und im Ruhrgebiet) ist die Zeit für einen Wechsel gekommen. Antifaschistische Arbeit, die sich nicht in die antideutsche Sackgasse begibt, hat alle Chancen, erfolgreich zu sein. Und das ist bei der starken Nazistruktur im Ruhrgebiet auch nötig.

Also, aus Dortmund I lernen, Basisarbeit machen, sich organisieren, mit anderen Linken kooperieren - und ein bißchen (!!) siegen.

Danke nochmal...

Lotta 21.09.2003 - 23:01
Die Organisiertheit und Entschlossenheit einiger hat mich in Dortmund echt überrascht. Namentlich DKP & SDAJ, von denen (beiden) ich dies so nicht erwartet hätte.

Nicht bloß die klasse Sitzblockade mit anketten, inmitten eines von Polizei besetzten Stadtviertels, auch bei der "großen" Demo (Dortmund II wird die hier irgendwo genannt) gab es ein Ereignis, welches hier Erwähnung finden sollte:

Die Demo sollte losgehen und die Staatsmacht kesselte ca. 200 junge, schwarzgekleidete Antifas/Autonome/Punks ein. Von der Demo getrennt durch Straßenbahnschienen. Dem Veranstalter (bürgerliche Kräfte von Katholiken bis DGB) war das scheinbar ganz recht so und auch der Rest der Demo nahm zwar Notiz von unserer Situation, scherte sich allerdings verhältnismäßig wenig darum.
Oben genannte SDAJ aber brach mit einigen Leuten und ihrem großen, an Stangen hochgehaltenen Transpi ("Auf reaktionäre BETONKÖPFE warten im Ruhrpott Antworten, die EINSCHLAGEN!!") durch die Polizeikette in den Kessel hinein(!). Eigentlich (so sagte mir einer von ihnen später) wollten sie dadurch, dass andere mit in den Kessel kommen, um ihn so "aufzuweichen" und unsinnig zu machen. Als dies nicht klappte, bildeten sie gewissermaßen eine Demo-Spitze und erwirkten zunächst, dass der Kessel neben der "offiziellen" Demo herlaufen durfte und etwas später dann auch die Auflösung des Kessels.

Respect & Danke nochmal, sicher auch im Namen der Anderen:
WEITER SO!!

Noch ein Bericht

G. 22.09.2003 - 01:04
Ein weiterer Bericht (mit Fotos) liegt hier:  http://de.indymedia.org/2003/09/62140.shtml

ND-Artikel zum Nazi-Aufmarsch in DO.

XYZ 22.09.2003 - 14:24
Aus "Neues Deutschland" von heute:
Dortmund
Massiver Widerstand gegen Neonazi-Aufmarsch
Auseinandersetzungen um Wehrmachtausstellung/Antifa-Demo blieb verboten

Von Markus Bernhardt, Dortmund

Über 800 Neofaschisten aus dem gesamten Bundesgebiet und den Niederlanden haben am vergangenen Sonnabend unter dem Motto »Für die Helden der Wehrmacht« in der westlichen Innenstadt von Dortmund demonstriert. Etwa 4000 Menschen protestierten gegen den Aufmarsch der Rechten.
Die neuerliche Neonazi-Provokation richtete sich gegen die seit wenigen Tagen in Dortmund gastierende Ausstellung »Verbrechen der Wehrmacht. Dimensionen des Vernichtungskrieges 1941–1944« des Hamburger Instituts für Sozialforschung. Während die Neonazis, eingezäunt von Absperrgittern der Polizei, eine Kundgebung abhielten, standen etwa 100 Meter entfernt über mehrere tausend Menschen, um gegen den »braunen Spuk« zu demonstrieren. Bereits am Vormittag war der Aufmarsch der Neofaschisten durch eine Aktion von Mitgliedern der DKP und der SDAJ sowie von Angehörigen autonomer Antifagruppen gestoppt worden. Unter dem Motto »Wenn Nazis marschieren, ist Widerstand Pflicht« hatten sich die Antifaschisten über die gesamte Fahrbahn hinweg angekettet und den Zug der Neonazis dadurch aufgehalten. Die Einsatzleitung der Polizei sah sich gezwungen, die Neofaschisten durch Seitenstraßen umzuleiten.
Am S-Bahnhof Dortmund-West kam es im Rahmen der Abschlusskundgebung der Neonazis zu einem 20-minütigem Konzert der Rechts-Rock-Band »Oidoxie«, gegen deren Mitglieder seit Wochen wegen Morddrohungen und Volksverhetzung ermittelt wird.
Die geplante Demonstration des antifaschistischen Bündnisses »Wir stellen uns quer!«, die von der Dortmunder Polizei verboten worden war, durfte am Sonnabend weiterhin nicht stattfinden. Sowohl das Verwaltungsgericht in Gelsenkirchen als auch das Oberverwaltungsgericht bestätigten das Verbot. Trotz alledem nutzte das Bündnis ein Stadtteilfest, um mit den Anwohnern der westlichen Innenstadt den erfolgreichen Widerstand gegen den Naziaufmarsch zu feiern. Scharfe Kritik an der Dortmunder Polizei übte ein Sprecher des Bündnisses »Wir stellen uns quer!«: »Während antifaschistische Aktivitäten der Anwohner verboten werden, wird ein ganzer Stadtteil für die Neofaschisten in Ausnahmezustand versetzt. Dies erinnert mich an widerwärtige Zeiten deutscher Geschichte.«
Den Protesten gegen die Neonazis hatten sich auch Mitglieder der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes/Bund der Antifaschisten (VVN/BdA) angeschlossen. Sie forderten die »sofortige Entschädigung für alle Opfer von Wehrmachtsverbrechen«. Vor der Demonstration hatten sie eine Liste mit über 200 Namen von noch lebenden Verbrechern der deutschen Wehrmacht an die Dortmunder Zentralstelle für die Bearbeitung von NS-Massenverbrechen übergeben.
Neben den so genannten Freien Kameradschaften und Mitgliedern der NPD beginnt nun auch die Deutsche Volksunion (DVU), die mit zwei Mandaten im Rat der Stadt Dortmund vertreten ist, gegen die Wehrmachtsausstellung vorzugehen. Unter dem dubiosen Namen »Arbeitskreis für Geschichte und Politik« haben die rechten Biedermänner zwei Veranstaltungen im Museum für Kunst- und Kulturgeschichte, wo auch die Ausstellung gezeigt wird, angemeldet und genehmigt bekommen. An mehreren Dortmunder Schulen tauchten mittlerweile Flugblätter auf, für die der DVU-Ratsabgeordnete Max Branghofer verantwortlich zeichnete. Diese sollen den Schülern auf einer emotionalen Art und Weise vermitteln, dass »Opa in Ordnung« war.

(ND 22.09.03)

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