Salzstock Gorleben besetzt

mit-trittin-nix-mehr 04.09.2003 11:20 Themen: Atom
Gestern wurde das Gorlebener "Erkundungs"-Bergwerk von Atomkraftgegnern aus Deutschland und Frankreich für zehn Stunden besetzt. Die Teilnehmer wollten noch einmal deutlich machen, daß es kein "sicheres" Endlager für Atommüll gibt - weltweit nicht - und auch nicht geben kann. Bundesumweltminister Trittin sollte vor Ort, in knapp 900 Metern Tiefe Stellung nehmen zum Baustopp für Gorleben statt eines lauen "Moratoriums, sollte endlich die bislang unter Verschluß gehaltenen Fakten freigeben, demgemäß Wissenschaftler schon vor vielen Jahren die Nicht-Eignung des Salzstocks feststellten. Trittin kniff - wieder einmal. Die Besetzer wurden schließlich von der Polizei wieder an die Oberfläche gebracht.
Gestern wurde das Gorlebener "Erkundungs"-Bergwerk von Atomkraftgegnern aus Deutschland und Frankreich für zehn Stunden besetzt. Die Teilnehmer wollten noch einmal deutlich machen, daß es kein "sicheres" Endlager für Atommüll gibt - weltweit nicht - und auch nicht geben kann. Bundesumweltminister Trittin sollte vor Ort, in knapp 900 Metern Tiefe Stellung nehmen zum Baustopp für Gorleben statt eines lauen "Moratoriums, sollte endlich die bislang unter Verschluß gehaltenen Fakten freigeben, demgemäß Wissenschaftler schon vor vielen Jahren die Nicht-Eignung des Salzstocks feststellten. Trittin kniff - wieder einmal. Die Besetzer wurden schließlich von der Polizei wieder an die Oberfläche gebracht.


Vor dem Tor des Endlager-Erkundungsbergwerks wurden sie von spontan zusammengekommenen Atomkraftgegner begrüßt.
Am "Königsstollen" im Salzstock hatten sich die Besetzer im Alter von 18 bis 60 Jahren, darunter drei Frauen und zwei französische Gegner des geplanten Endlagers in Bure entschlossen, die ganz offiziell angemeldete Besichtigungsrundfahrt zu unterbrechen. Sie forderten auch ein Gespräch mit dem grünen Chef des Bundesamt für Strahlenschutz, König. Auch dieser Kniff, mit der Begründung, das sei "nicht die richtige Art, zu einem Gespräch einzuladen". Statt dessen ordnete er als Bauherr des moratierenden Endlagers an, daß die im Stollen verbliebenen Besucher auf keinen Fall mit Wasser und Lebensmitteln versorgt werden dürften, um sie "auszuhungern".

Pikant war der Ort, an dem sich die Besuchergruppe zu längerem Verweilen entschlossen hatte. Just hier begann der Stollen, dessen Vortrieb auf Anweisung von König auch nach Beginn des so medienwirksam Proklamierten "Moratoriums" begonnen wurde. Zum "Zeichen", daß ja nicht wirklich weitergebaut wird, wurde der Durchmesser des Stollens etwas kleiner ausgelegt, als bei den üblichen Tunneln.

Und auch das konnten die Menschen im Salzstock erfahren: Für diesen Tag, gleich nach planmäßigem Schluß ihrer Rundtour, sollte ein weiteres Stück des "Königsstollens" herausgesprengt werden. Die Vorbereitungen waren abgeschlossen, die Zünder angebracht. "Oben" wußte angeblich niemand des im Auftrag des BfS aktiven DBE von vorgesehenen Sprengungen ...

"Es reicht!", so einer der Besetzer, "Trittin muß endlich Farbe bekennen, und den weiter laufenden Ausbau sofort stoppen!" Es kann ja nun wirlich nicht angehen, daß im Salzstock angeblich nicht weiter gebaut wird, aber munter gesprengt wird. "Die Öffentlichkeit wird hintes Licht geführt, die Stromkonzerne lachen sich ins Fäustchen. Und obwohl das Bundesamt für Strahlenschutz ein Jahr nach Veröffentlichung durch "Plus-Minus" noch immer keinen Nachweis für die Absturzsicherheit der CASTOR-Behälter führen kann, werden weiter Fakten geschaffen: Anfang November sollen wieder CASTOR-Behälter in die Kartoffelscheune "Zwischenlager" geprügelt werden." Auch hier werden die Interessen der betroffenen Bevölkerung mit Füßen getreten. Die "Kartoffelscheune" bietet keinerlei Schutz vor gezielten Flugzeugabstürzen a la 11. September. Informationen dazu würden - aus "Sicherheitsgründen" -geheimgehalten. Es gäbe schließlich keinen Drittschutz, der einklagbar wäre, so ein BfS-Vertreter gegenüber den Besetzern, das müsse man doch nun endlich mal zur Kenntnis nehmen. Und leider habe seine Behörde auch kein Geld, um die von BfS-Chef König bereits vor Jahren angekündigten Fallversuche an Original-CASTOR-Behältern vornehmen zu lassen...

"Die Aktion hat gezeigt, daß wir uns doch immer wieder wehren können - mit kleinen Nadelstichen werden wir auch weiter dafür sorgen, daß die Atomgemeinde manch schlaflose Nacht einplanen muß", so einer der Aktonsteilnehmer, "und das wird sich auch beim November-CASTOR wieder zeigen".


Fotos von der Aktion in separatem Beitrag

(Sorry allerseits, aber irgendwie klappt die Indy-Veröffentlichung nicht richtig; dies ist bereits der 4. Versuch!)
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Ergänzungen

Juristische Folgen und Solidarität

Salzratte 04.09.2003 - 12:17
Wer die Aktion gut fand und uns BesetzerInnen bei den möglichen juristischen Folgen unterstützen möchte, kann dies mit einer aussagekräftigen Spende auf das Konto des Ermittlungsausschuss Gorleben, Nr. 129 453 00 bei der Volksbank Clenze, BLZ 258 619 90. Stichwort: Bergwerk-Besetzung. Danke!

Weiterer Bericht von gestern

Me 04.09.2003 - 12:38
Endlager Gorleben besetzt
 http://de.indymedia.org/2003/09/60823.shtml

Widerstand Bundesweit!

Tim 04.09.2003 - 17:44
Im Herbst ist es wohl wieder so weit, 20000 Polizisten werden wieder das Wendland besetzen - und ein weiteres Mal einsehen müssen, dass Hightech, Gewalt und Masse versagen im Kampf gegen einen kreativen Widerstand.
Der Unterschied zu früher: Diesmal wird sich der Widerstand noch mehr auf die gesamte Strecke verlagern. Wir aus Hamburg überlegen, uns schon in Celle-Uelzen zu zeigen und bunt, aktiv und störend zu sein, selbstverständlich geht´s nach Durchfahrt des Zuges direkt weiter ins Wendland.
Kommt zu Hauf!
Informiert Euch frühzeitig und lasst Euchnicht erwischen!

Haut rein, ein weiteres Mal!!!

Toll

Harry P. 04.09.2003 - 18:04
UNd wir in Lüdenscheidt überlegen uns schon in HAmm Uetropp Nord am Bahnübergang 24/a am 3.11. um 17.33 eine Schienenblockade mit 398 Leuten zu machen, um den ZIvilverkehr zu schocken. Geplant sind 254 Ingewahrsamnahmen und zwei Leichtverletzte Demonstranten. Anschließend wollen wir 127 Berufungsverfahren gegen die Transportgebühren stellen.
Soli gruß an die Hamburger
kommt alle zuhauf
hoch die kampf dem nieder mit