Bielefeld: Nazi-Kneipe wird geschlossen
Nach den unglaublichen Berichten aus Köln, mal etwas Erfreuliches: Nach einigen Monaten Kampagnenarbeit gegen eine Nazikneipe in der Bielefelder Innenstadt hatte die Brauerei genug und kündigte der Wirtin den Vertrag.
Bielefeld: Nazi-Kneipe muss wegen Antifas schliessen
Nach einigen Monaten Kampagnenarbeit gegen eine Nazikneipe in der Bielefelder Innenstadt hatte die Brauerei genug und kündigte der Wirtin den Vertrag. Nachdem im letzten Jahr mehrfach Menschen aus der Kneipe Postmeister heraus angegriffen wurden, mal wurde ein Migrant mit Teleskopschlagstöcken zusammengeprügelt, mal Punks bedroht, mal ein Antifa gehetzt, schlossen sich mehrere linke und autonome Gruppen zusammen, um der Kneipe den Garaus zu machen. Umfassende Öffentlichkeitsarbeit und Kratzen am Image der verpachtenden Brauerei DAB, Dortmunder Actien Brauerei, führten zum Erfolg. Schon im Winter wurde auf dem größten Wochenmarkt in Bielefeld, der direkt neben der Kneipe stattfindet, Flugblätter über das rechte Treiben in der Kneipe informiert. Ab Februar gab es alle paar Wochen vor der Kneipe. Mal ein Hiphop-Konzert, mal ein Dia-Vortrag, Radical-Cheerleading, mal klassische Demo oder ein Konzert mit klassischer Musik. Damit nicht tief in der Szene steckende Menschen, von den Aktionen und dem Protest gegen die Kneipe mitbekommen, gab es auch eine eigene Kampagnen-Zeitung, die breit verteilt wurde.
Die Wirtin Katja Robson wurde zusehends nervös und die Aktionen schwächten auch den Freibierumsatz der Kneipe. Der Besuch von Nazis in der Kneipe nahm ab. Letztlich zu einem der größten politischen Erfolge in der Bielefelder linken Szene führte wohl der Druck auf die Brauerei DAB. Es gab Postkarten an die Brauerei und den Vermieter, ein Münchner Versicherungskonsortium, mit denen den Unternehmen nahe gelegt wurde, gegen das rechte Treiben in ihren Räumen vorzugehen. In der Kampagnen-Zeitung wurde die Brauerei mehrfach erwähnt. Um dieser unliebsamen Aufmerksamkeit und einem Imageverlust ihrer Marke DAB zu entgehen kündigte die Brauerei der Wirtin den Vertrag. In der Regionalzeitung NW äußerte sich der Verkaufsdirektor von DAB Begemann: „Das gesamte Theater dieser politischen Auseinandersetzung, hat uns zu diesem Schritt veranlasst. Sobald etwas radikal wird, ist es für unsere Marke schlichtweg Anti-werbung. Da müssen wir einschreiten.“ Schon Tage zuvor wurde alle Außenwerbung, auf der das Logo DAB stand, entfernt. Die Dortmunder Actien Brauerei gehört zu Radeberg Gruppe, die inzwischen zum größten Brauereikonsortium in Deutschland aufgestiegen ist. Hauptanteilseigner an der Radeberg Gruppe ist wiederum der in Bielefeld ansässige Lebensmittelkonzern Oetker. In dessen Firmengeschichte es während des Nationalsozialismus mehr als genug Dreck am Stecken gibt, aber als großer Geldgeber ist die Familie Oetker in Bielefeld nur schwer zu kritisieren.
Fazit: die Strategie unterschiedlichste Aktionen mit umfassender Informationspolitik zu verbinden und sich zunehmend auf die Marke der Brauerei statt auf die Wirtin, die zeitweise mit einem der regionalen Nazigrößen Bernd Stehmann verbändelt war, zu konzentrieren scheint viel versprechend.
Nach einigen Monaten Kampagnenarbeit gegen eine Nazikneipe in der Bielefelder Innenstadt hatte die Brauerei genug und kündigte der Wirtin den Vertrag. Nachdem im letzten Jahr mehrfach Menschen aus der Kneipe Postmeister heraus angegriffen wurden, mal wurde ein Migrant mit Teleskopschlagstöcken zusammengeprügelt, mal Punks bedroht, mal ein Antifa gehetzt, schlossen sich mehrere linke und autonome Gruppen zusammen, um der Kneipe den Garaus zu machen. Umfassende Öffentlichkeitsarbeit und Kratzen am Image der verpachtenden Brauerei DAB, Dortmunder Actien Brauerei, führten zum Erfolg. Schon im Winter wurde auf dem größten Wochenmarkt in Bielefeld, der direkt neben der Kneipe stattfindet, Flugblätter über das rechte Treiben in der Kneipe informiert. Ab Februar gab es alle paar Wochen vor der Kneipe. Mal ein Hiphop-Konzert, mal ein Dia-Vortrag, Radical-Cheerleading, mal klassische Demo oder ein Konzert mit klassischer Musik. Damit nicht tief in der Szene steckende Menschen, von den Aktionen und dem Protest gegen die Kneipe mitbekommen, gab es auch eine eigene Kampagnen-Zeitung, die breit verteilt wurde.
Die Wirtin Katja Robson wurde zusehends nervös und die Aktionen schwächten auch den Freibierumsatz der Kneipe. Der Besuch von Nazis in der Kneipe nahm ab. Letztlich zu einem der größten politischen Erfolge in der Bielefelder linken Szene führte wohl der Druck auf die Brauerei DAB. Es gab Postkarten an die Brauerei und den Vermieter, ein Münchner Versicherungskonsortium, mit denen den Unternehmen nahe gelegt wurde, gegen das rechte Treiben in ihren Räumen vorzugehen. In der Kampagnen-Zeitung wurde die Brauerei mehrfach erwähnt. Um dieser unliebsamen Aufmerksamkeit und einem Imageverlust ihrer Marke DAB zu entgehen kündigte die Brauerei der Wirtin den Vertrag. In der Regionalzeitung NW äußerte sich der Verkaufsdirektor von DAB Begemann: „Das gesamte Theater dieser politischen Auseinandersetzung, hat uns zu diesem Schritt veranlasst. Sobald etwas radikal wird, ist es für unsere Marke schlichtweg Anti-werbung. Da müssen wir einschreiten.“ Schon Tage zuvor wurde alle Außenwerbung, auf der das Logo DAB stand, entfernt. Die Dortmunder Actien Brauerei gehört zu Radeberg Gruppe, die inzwischen zum größten Brauereikonsortium in Deutschland aufgestiegen ist. Hauptanteilseigner an der Radeberg Gruppe ist wiederum der in Bielefeld ansässige Lebensmittelkonzern Oetker. In dessen Firmengeschichte es während des Nationalsozialismus mehr als genug Dreck am Stecken gibt, aber als großer Geldgeber ist die Familie Oetker in Bielefeld nur schwer zu kritisieren.
Fazit: die Strategie unterschiedlichste Aktionen mit umfassender Informationspolitik zu verbinden und sich zunehmend auf die Marke der Brauerei statt auf die Wirtin, die zeitweise mit einem der regionalen Nazigrößen Bernd Stehmann verbändelt war, zu konzentrieren scheint viel versprechend.
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Ergänzungen
Endgültig geschlossen?
Ich erinner mich da an folgendes:
Wirtin legt Widerspruch ein
Die Brauerei geht jedoch davon aus (s. Link oben), dass ihre Kündigung durchkommt und weist daraufhin, dass es ja aus der Kneipe heraus einen Überfall auf einen Migranten gegeben habe und Leute mit geschulterten Baseballschlägern die Kneipe verlassen haben. Bleibt nur die Frage, warum sich DAB dann monatelang Zeit mit der Kündigung ließ. Gab es doch schon im Frühjahr einen Radiobericht im Uniradio, bei dem Nazis erzählten, dass die Wirtin für sie die Baseballschläger aufbewahre.
Erfreulich, dass DAB mittlerweile einen ganzen Mitarbeiterstab mit der Brauerei und den gegen Aktivitäten beschäftigt.
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Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen
Mmmhhhmmm..... — Der Kritische !!!
Link zu Antifa — fg