Europäische Antikapitalistische Linke in BRD?
Bei einem Treffen am 9. August 2003 in Frankfurt/Main diskutierten VertreterInnen verschiedener linker Gruppierungen ein Selbstverständigungspapier sowie den Antritt zur Europawahl 2004. Ziel ist eine deutsche Linke jenseits der neoliberalen "Neuen Mitte" von SPD bis PDS.
Eine neue Chance für die deutsche Linke
Das zweite Treffen der Freunde der Europäischen Antikapitalistischen Linken (EAL) in Deutschland fand am 9. August 2003 in Frankfurt am Main statt. Anwesend waren Vertreter verschiedenster linker Gruppierungen, darunter DKP, isl (Internationale sozialistische Linke), SAV (Sozialistische Alternative), Linksruck, attac und Einzelpersonen.
Zudem waren Beobachter des Geraer Dialoges der PDS (Kritiker des PDS-Rechtsrucks), von ['solid] NRW (PDS-naher Jugendverband), des RSB-IV. Internationale (Revolutionärer Sozialistischer Bund), der Rosa-Luxemburg-Stiftung (PDS-nah), der Marx-Engels-Stiftung (DKP-nah) sowie der SoZ-Redaktion und der Redaktion "Der Funke" vertreten. Die TeilnehmerInnen waren sich darüber einig, dass durch den neoliberalen Kurs der rot-grünen Bundesregierung in Berlin, den Durchmarsch der Neoliberalen innerhalb der PDS sowie den zunehmend aufweichenden "antikommunistischen Grundkonsens" in Deutschland mehr Raum für eine echte Linke frei wird.
Vorgeschichte der EAL
Gegründet hat sich die Europäische Antikapitalistische Linke bereits im Jahr 2000 bei einem Treffen in Lissabon. Der harte Kern wird heute gebildet von der italienischen Rifondazione Comunista, dem katalonischen Bloque de Izquierda (Spanien), der Vierten Internationale (Trotzkisten), der Scottish Socialist Party und der dänischen Rot-grünen Allianz (Bündnis von Linkssozialisten).
Beim letzten EAL-Treffen in Athen bestand Einigkeit darüber, bei der Europawahl antreten zu wollen - ob als eigene Liste oder auf der Liste der Vereinten Europäischen Linken/Nordische Grüne Linke (GUE/NGL), muss noch ausgelotet werden und hängt vor allem von der Kooperationsbereitschaft der technischen Linksfraktion im Europaparlament (GUE/NGL) ab.
Diskutiert wurde beim Treffen in Athen unter anderem über eine gemeinsame Wahlplattform. Knackpunkte dabei waren die Frage des Stabilitätspakts (Aufkündigung der Maastricht-Kriterien oder nicht), die Zielrichtung eines "sozialistischen" (oder eines lediglich "sozialen") Europas sowie das ungeklärte Verhältnis zu den europäischen Gewerkschaften. Es sind bisher vier verschiedene Positionspapiere der EAL erschienen, die von den Freunden der EAL Deutschland als Broschüre zum Europäischen Sozialforum in Paris Mitte November 2003 (
http://www.fse-esf.org ) herausgegeben werden sollen.
Das Besondere an der Europäischen Antikapitalistischen Linken ist die bunte Mischung aus kommunistischen (III. Internationale), sozialistischen und trotzkistischen (IV. Internationale) Gruppierungen - erstmals arbeiten hier politische Richtungen innerhalb der Linken zusammen, die sich bisher meist scharf bekämpft haben. Hintergrund dieser Kooperationsbereitschaft sind die politische Marginalisierung dieser Gruppierungen seit dem Zusammenbruch des Ostblocks 1990 sowie der Durchmarsch neoliberaler und reaktionärer Positionen gerade bei "Mitte-Links"-Parteien und -Regierungskoalitionen.
In Deutschland fand das erste Treffen der "Freunde der EAL" erst im Mai dieses Jahres statt. Doch bereits zum Folgetreffen am 9. August konnte ein Selbstverständigungspapier erstellt werden (
http://www.jungewelt.de/2003/08-02/025.php ), das beim Europäischen Sozialforum in Paris in seiner endgültigen Fassung vorgelegt werden soll. Am Rande des ESF wollen sich die Vertreter der verschiedenen nationalen EAL-Gruppierungen treffen. Dabei soll auch das Grundverständnis der EAL Deutschland mit eingebracht werden.
Diskussion über Europawahl 2004
Kontrovers diskutiertes Hauptthema in Frankfurt war eine mögliche Kandidatur der EAL Deutschland zur Wahl des Europaparlaments (EP) 2004. Für einen Wahlantritt spreche die Notwendigkeit eines linken Wahlangebots auch in Deutschland. Es sei fatal, wenn ausgerechnet im wichtigsten EU-Land, das rund ein Viertel der Wirtschaftsleistung bestreite und über entsprechende politisch-ökonomische Macht verfüge, die EAL nicht antrete. Durch eine Wahlbeteiligung könnten die vorhandenen linken Gruppierungen gestärkt werden, zumal das Risiko einer demotivierenden Wahlschlappe relativ niedrig sei - schließlich hat die Europawahl nur eine geringe Bedeutung in der Bevölkerung, ein Null-Komma-Wahlergebnis sei deshalb vernachlässigbar. Die deutsche Linke könne durch einen Wahlantritt nur gewinnen. Diese Position wurde vor allem von der isl vertreten.
Demgegenüber meinten u.a. die DKP-Vertreter, die Fixierung auf die EP-Wahl 2004 zäume das Pferd von hinten auf. Zunächst müssten sich die verschiedenen politischen Gruppierungen inhaltlich einigen und aktionsfähig werden, dann erst sei ein Wahlantritt sinnvoll. Die EP-Wahl käme einfach zu früh für die gerade erst entstehende EAL in Deutschland.
Die Vertreter von SAV und rsb hielten eine Stärkung der Arbeiter- und Gewerkschafts- sowie der Antiglobalisierungsbewegung für wichtiger als einen letztlich aussichtslosen Antritt bei Wahlen zu einem von bürgerlichen Parteien dominierten Repräsentativen Parlament, dem sie als Trotzkisten ohnehin skeptisch bis ablehnend gegenüberstehen. Die beiden Vertreter des Geraer Dialogs warnten davor, eine linke Konkurrenz könnte der PDS-Liste bei der Europawahl schaden. Wegen der Fünf-Prozent-Klausel könnte dies das Ende der PDS-Vertretung im Europaparlament bedeuten, was auch "die Linke" in Deutschland allgemein schwächen würde.
In diesem Zusammenhang bemerkte allerdings Winfried Wolf (PDS) selbstkritisch, dass sich Sylvia-Yvonne Kaufmann als PDS-Vertreterin im EP durch ihr JA zur neuen EU-Verfassung (die ein kapitalistisch-imperiales Europa vorsieht) nicht gerade als Linke profiliert habe. Der Vertreter der Rosa-Luxemburg-Stiftung ergänzte in einer persönlichen Einschätzung, dass die PDS nach ihrem Rechtsruck auf dem Sonderparteitag im Berliner Tempodrom (28./29. Juni 2003) als sozialistisches, antikapitalistisches Projekt oder auch nur als Partei links der neoliberal gewendeten rot-grünen "Neuen Mitte" praktisch gestorben sei. Auch Westdeutschland habe die PDS faktisch aufgegeben, die drei Westdeutschen im neuen PDS-Bundesvorstand hätten keine eigene Hausmacht. Erst nach dem Programmparteitag in Chemnitz (25./26. Oktober 2003) sei allerdings eine endgültige Klärung zu erwarten. Viele PDS-Linke zögerten mit dem Austritt und wollten erst noch die vermutliche Beerdigung des sozialistischen Anspruchs abwarten. Dies gilt auch für nicht wenige Mitglieder des "Geraer Dialogs", wie Winfried Wolf ergänzte.
Stärkere Zusammenarbeit geplant
Im Gegensatz zum üblichen gegenseitigen Zerfleischen innerhalb der deutschen Linken war die Diskussion durchgehend sachorientiert und konstruktiv. Über die Wichtigkeit der praktischen politischen Arbeit, insbesondere der Unterstützung der sozialen Kämpfe (gegen Agenda 2010, Hartz, Rürup, Rassismus und Antisemitismus, das europäische Anti-Migrationsregime etc.) sowie der Anti-Kriegs-Bewegung, herrschte Einigkeit. Konsens bestand auch darüber, das Projekt der EAL Deutschland weiterzuverfolgen. Die vertretenen Gruppierungen waren prinzipiell offen für eine gemeinsame Wahlplattform oder zumindest für koordinierte Veranstaltungen vor der Europawahl, um die erhöhte politische Aufmerksamkeit vor der Wahl zur Stärkung linker Diskurse, Positionen und Projekte zu nutzen.
Um Kräfte zu bündeln, wurde die Zusammenarbeit im "Projekt K" beschlossen: Mehrere Theoriezeitschriften aus dem marxistischen und sozialistischen Spektrum wollen dabei Synergieeffekte nutzen (z.B. gemeinsame Zeitschriftenstände bei Veranstaltungen) und durch stärkere Kooperation mehr Öffentlichkeit für die Antikapitalistische Linke herstellen. Darüber hinaus sind gemeinsame Seminare zum kapitalistischen Projekt "Europäische Union" geplant, u.a. zur neuen EU-Verfassung.
Nach Winfried Wolf müsse die deutsche Linke vor allem die wirtschaftliche Kolonisierung Osteuropas durch die deutsche Wirtschaft im Rahmen der EU-Osterweiterung sowie die Militarisierung der Europäischen Union herausarbeiten - einschließlich des durch Deutschland provozierten NATO-Angriffskriegs gegen die Bundesrepublik Jugoslawien 1999 (sogenannter "Kosovokrieg"). Er betonte dabei die Kontinuität zwischen den politisch-wirtschaftlichen Einigungsplänen Hitler-Deutschlands mit den heutigen Konzepten von deutscher Industrie (BDI) und Bundesregierung in Berlin: In beiden Fällen sei ein Europa unter politischer, wirtschaftlicher und militärischer Vorherrschaft Deutschlands geplant (gewesen).
Momentan besteht die EAL in Deutschland noch ausschließlich aus linken Splittergruppen ohne große politische Bedeutung. Wie Thomas Seibert (Beobachter, medico international) selbstkritisch anmerkte: "Null plus Null plus Null ergibt immer noch Null." Über die Bündelung mehrerer politischer Null-Komma-Kräfte hinaus sei es daher unbedingt notwendig, die EAL auf breitere Füße zu stellen. Schmerzlich vermisst wurden bei dem Treffen vor allem VertreterInnen der Gewerkschaftslinken. Es bestand Einigkeit, dass ohne deren Einbezug keine breite antikapitalistische Bewegung aufgebaut werden könne. Auch der Frauenanteil und die Beteiligung von Jugendlichen ist noch stark ausbaufähig.
Aufbruchsstimmung - Mitmachen!
Insgesamt ging ein deutlicher Aufbruchsimpuls vom Treffen in Frankfurt aus. Die ermutigend konstruktiven Debatten, bei denen trotz politischer Differenzen der gemeinsame Konsens im Mittelpunkt stand, lassen für die Zukunft noch einiges Positive erwarten. Zumal linksradikale Positionen auch bei jüngeren Leuten wieder Auftrieb zu bekommen scheinen. So berichteten VertreterInnen von attac, SAV, isl und Linksruck, dass bei der attac-Sommerakademie in Marburg Anfang August (
http://www.attac.de/sommerakademie2003 ) marxistische Seminare gut besucht waren und linke Strömungen deutlich wachsenden Zuspruch verzeichnen konnten.
Am 10.1.2004 treffen sich die deutschen Freunde der EAL zum nächsten Treffen in Berlin, um die Ergebnisse des ESF und der Zusammenkunft mit den anderen europäischen EAL zu diskutieren. Ort und genauer Zeitpunkt werden über die Mailingliste bekanntgegeben (
EAL@listi.jpberlin.de - Anmeldung unter
http://listi.jpberlin.de/mailman/listinfo/EAL ), über die auch die Diskussion zum Selbstverständnispapier der EAL Deutschland stattfinden soll.
Weitere Infos bald unter:
http://www.eal-d.de
Georg Kehrer, Michael Kraus und Thomas Ziegler von attac Würzburg
(
http://www.attac.de/wuerzburg )
Das zweite Treffen der Freunde der Europäischen Antikapitalistischen Linken (EAL) in Deutschland fand am 9. August 2003 in Frankfurt am Main statt. Anwesend waren Vertreter verschiedenster linker Gruppierungen, darunter DKP, isl (Internationale sozialistische Linke), SAV (Sozialistische Alternative), Linksruck, attac und Einzelpersonen.
Zudem waren Beobachter des Geraer Dialoges der PDS (Kritiker des PDS-Rechtsrucks), von ['solid] NRW (PDS-naher Jugendverband), des RSB-IV. Internationale (Revolutionärer Sozialistischer Bund), der Rosa-Luxemburg-Stiftung (PDS-nah), der Marx-Engels-Stiftung (DKP-nah) sowie der SoZ-Redaktion und der Redaktion "Der Funke" vertreten. Die TeilnehmerInnen waren sich darüber einig, dass durch den neoliberalen Kurs der rot-grünen Bundesregierung in Berlin, den Durchmarsch der Neoliberalen innerhalb der PDS sowie den zunehmend aufweichenden "antikommunistischen Grundkonsens" in Deutschland mehr Raum für eine echte Linke frei wird.
Vorgeschichte der EAL
Gegründet hat sich die Europäische Antikapitalistische Linke bereits im Jahr 2000 bei einem Treffen in Lissabon. Der harte Kern wird heute gebildet von der italienischen Rifondazione Comunista, dem katalonischen Bloque de Izquierda (Spanien), der Vierten Internationale (Trotzkisten), der Scottish Socialist Party und der dänischen Rot-grünen Allianz (Bündnis von Linkssozialisten).
Beim letzten EAL-Treffen in Athen bestand Einigkeit darüber, bei der Europawahl antreten zu wollen - ob als eigene Liste oder auf der Liste der Vereinten Europäischen Linken/Nordische Grüne Linke (GUE/NGL), muss noch ausgelotet werden und hängt vor allem von der Kooperationsbereitschaft der technischen Linksfraktion im Europaparlament (GUE/NGL) ab.
Diskutiert wurde beim Treffen in Athen unter anderem über eine gemeinsame Wahlplattform. Knackpunkte dabei waren die Frage des Stabilitätspakts (Aufkündigung der Maastricht-Kriterien oder nicht), die Zielrichtung eines "sozialistischen" (oder eines lediglich "sozialen") Europas sowie das ungeklärte Verhältnis zu den europäischen Gewerkschaften. Es sind bisher vier verschiedene Positionspapiere der EAL erschienen, die von den Freunden der EAL Deutschland als Broschüre zum Europäischen Sozialforum in Paris Mitte November 2003 (
http://www.fse-esf.org ) herausgegeben werden sollen. Das Besondere an der Europäischen Antikapitalistischen Linken ist die bunte Mischung aus kommunistischen (III. Internationale), sozialistischen und trotzkistischen (IV. Internationale) Gruppierungen - erstmals arbeiten hier politische Richtungen innerhalb der Linken zusammen, die sich bisher meist scharf bekämpft haben. Hintergrund dieser Kooperationsbereitschaft sind die politische Marginalisierung dieser Gruppierungen seit dem Zusammenbruch des Ostblocks 1990 sowie der Durchmarsch neoliberaler und reaktionärer Positionen gerade bei "Mitte-Links"-Parteien und -Regierungskoalitionen.
In Deutschland fand das erste Treffen der "Freunde der EAL" erst im Mai dieses Jahres statt. Doch bereits zum Folgetreffen am 9. August konnte ein Selbstverständigungspapier erstellt werden (
http://www.jungewelt.de/2003/08-02/025.php ), das beim Europäischen Sozialforum in Paris in seiner endgültigen Fassung vorgelegt werden soll. Am Rande des ESF wollen sich die Vertreter der verschiedenen nationalen EAL-Gruppierungen treffen. Dabei soll auch das Grundverständnis der EAL Deutschland mit eingebracht werden. Diskussion über Europawahl 2004
Kontrovers diskutiertes Hauptthema in Frankfurt war eine mögliche Kandidatur der EAL Deutschland zur Wahl des Europaparlaments (EP) 2004. Für einen Wahlantritt spreche die Notwendigkeit eines linken Wahlangebots auch in Deutschland. Es sei fatal, wenn ausgerechnet im wichtigsten EU-Land, das rund ein Viertel der Wirtschaftsleistung bestreite und über entsprechende politisch-ökonomische Macht verfüge, die EAL nicht antrete. Durch eine Wahlbeteiligung könnten die vorhandenen linken Gruppierungen gestärkt werden, zumal das Risiko einer demotivierenden Wahlschlappe relativ niedrig sei - schließlich hat die Europawahl nur eine geringe Bedeutung in der Bevölkerung, ein Null-Komma-Wahlergebnis sei deshalb vernachlässigbar. Die deutsche Linke könne durch einen Wahlantritt nur gewinnen. Diese Position wurde vor allem von der isl vertreten.
Demgegenüber meinten u.a. die DKP-Vertreter, die Fixierung auf die EP-Wahl 2004 zäume das Pferd von hinten auf. Zunächst müssten sich die verschiedenen politischen Gruppierungen inhaltlich einigen und aktionsfähig werden, dann erst sei ein Wahlantritt sinnvoll. Die EP-Wahl käme einfach zu früh für die gerade erst entstehende EAL in Deutschland.
Die Vertreter von SAV und rsb hielten eine Stärkung der Arbeiter- und Gewerkschafts- sowie der Antiglobalisierungsbewegung für wichtiger als einen letztlich aussichtslosen Antritt bei Wahlen zu einem von bürgerlichen Parteien dominierten Repräsentativen Parlament, dem sie als Trotzkisten ohnehin skeptisch bis ablehnend gegenüberstehen. Die beiden Vertreter des Geraer Dialogs warnten davor, eine linke Konkurrenz könnte der PDS-Liste bei der Europawahl schaden. Wegen der Fünf-Prozent-Klausel könnte dies das Ende der PDS-Vertretung im Europaparlament bedeuten, was auch "die Linke" in Deutschland allgemein schwächen würde.
In diesem Zusammenhang bemerkte allerdings Winfried Wolf (PDS) selbstkritisch, dass sich Sylvia-Yvonne Kaufmann als PDS-Vertreterin im EP durch ihr JA zur neuen EU-Verfassung (die ein kapitalistisch-imperiales Europa vorsieht) nicht gerade als Linke profiliert habe. Der Vertreter der Rosa-Luxemburg-Stiftung ergänzte in einer persönlichen Einschätzung, dass die PDS nach ihrem Rechtsruck auf dem Sonderparteitag im Berliner Tempodrom (28./29. Juni 2003) als sozialistisches, antikapitalistisches Projekt oder auch nur als Partei links der neoliberal gewendeten rot-grünen "Neuen Mitte" praktisch gestorben sei. Auch Westdeutschland habe die PDS faktisch aufgegeben, die drei Westdeutschen im neuen PDS-Bundesvorstand hätten keine eigene Hausmacht. Erst nach dem Programmparteitag in Chemnitz (25./26. Oktober 2003) sei allerdings eine endgültige Klärung zu erwarten. Viele PDS-Linke zögerten mit dem Austritt und wollten erst noch die vermutliche Beerdigung des sozialistischen Anspruchs abwarten. Dies gilt auch für nicht wenige Mitglieder des "Geraer Dialogs", wie Winfried Wolf ergänzte.
Stärkere Zusammenarbeit geplant
Im Gegensatz zum üblichen gegenseitigen Zerfleischen innerhalb der deutschen Linken war die Diskussion durchgehend sachorientiert und konstruktiv. Über die Wichtigkeit der praktischen politischen Arbeit, insbesondere der Unterstützung der sozialen Kämpfe (gegen Agenda 2010, Hartz, Rürup, Rassismus und Antisemitismus, das europäische Anti-Migrationsregime etc.) sowie der Anti-Kriegs-Bewegung, herrschte Einigkeit. Konsens bestand auch darüber, das Projekt der EAL Deutschland weiterzuverfolgen. Die vertretenen Gruppierungen waren prinzipiell offen für eine gemeinsame Wahlplattform oder zumindest für koordinierte Veranstaltungen vor der Europawahl, um die erhöhte politische Aufmerksamkeit vor der Wahl zur Stärkung linker Diskurse, Positionen und Projekte zu nutzen.
Um Kräfte zu bündeln, wurde die Zusammenarbeit im "Projekt K" beschlossen: Mehrere Theoriezeitschriften aus dem marxistischen und sozialistischen Spektrum wollen dabei Synergieeffekte nutzen (z.B. gemeinsame Zeitschriftenstände bei Veranstaltungen) und durch stärkere Kooperation mehr Öffentlichkeit für die Antikapitalistische Linke herstellen. Darüber hinaus sind gemeinsame Seminare zum kapitalistischen Projekt "Europäische Union" geplant, u.a. zur neuen EU-Verfassung.
Nach Winfried Wolf müsse die deutsche Linke vor allem die wirtschaftliche Kolonisierung Osteuropas durch die deutsche Wirtschaft im Rahmen der EU-Osterweiterung sowie die Militarisierung der Europäischen Union herausarbeiten - einschließlich des durch Deutschland provozierten NATO-Angriffskriegs gegen die Bundesrepublik Jugoslawien 1999 (sogenannter "Kosovokrieg"). Er betonte dabei die Kontinuität zwischen den politisch-wirtschaftlichen Einigungsplänen Hitler-Deutschlands mit den heutigen Konzepten von deutscher Industrie (BDI) und Bundesregierung in Berlin: In beiden Fällen sei ein Europa unter politischer, wirtschaftlicher und militärischer Vorherrschaft Deutschlands geplant (gewesen).
Momentan besteht die EAL in Deutschland noch ausschließlich aus linken Splittergruppen ohne große politische Bedeutung. Wie Thomas Seibert (Beobachter, medico international) selbstkritisch anmerkte: "Null plus Null plus Null ergibt immer noch Null." Über die Bündelung mehrerer politischer Null-Komma-Kräfte hinaus sei es daher unbedingt notwendig, die EAL auf breitere Füße zu stellen. Schmerzlich vermisst wurden bei dem Treffen vor allem VertreterInnen der Gewerkschaftslinken. Es bestand Einigkeit, dass ohne deren Einbezug keine breite antikapitalistische Bewegung aufgebaut werden könne. Auch der Frauenanteil und die Beteiligung von Jugendlichen ist noch stark ausbaufähig.
Aufbruchsstimmung - Mitmachen!
Insgesamt ging ein deutlicher Aufbruchsimpuls vom Treffen in Frankfurt aus. Die ermutigend konstruktiven Debatten, bei denen trotz politischer Differenzen der gemeinsame Konsens im Mittelpunkt stand, lassen für die Zukunft noch einiges Positive erwarten. Zumal linksradikale Positionen auch bei jüngeren Leuten wieder Auftrieb zu bekommen scheinen. So berichteten VertreterInnen von attac, SAV, isl und Linksruck, dass bei der attac-Sommerakademie in Marburg Anfang August (
http://www.attac.de/sommerakademie2003 ) marxistische Seminare gut besucht waren und linke Strömungen deutlich wachsenden Zuspruch verzeichnen konnten. Am 10.1.2004 treffen sich die deutschen Freunde der EAL zum nächsten Treffen in Berlin, um die Ergebnisse des ESF und der Zusammenkunft mit den anderen europäischen EAL zu diskutieren. Ort und genauer Zeitpunkt werden über die Mailingliste bekanntgegeben (
EAL@listi.jpberlin.de - Anmeldung unter
http://listi.jpberlin.de/mailman/listinfo/EAL ), über die auch die Diskussion zum Selbstverständnispapier der EAL Deutschland stattfinden soll. Weitere Infos bald unter:
http://www.eal-d.de Georg Kehrer, Michael Kraus und Thomas Ziegler von attac Würzburg
(
http://www.attac.de/wuerzburg )
Indymedia ist eine Veröffentlichungsplattform, auf der jede und jeder selbstverfasste Berichte publizieren kann. Eine Überprüfung der Inhalte und eine redaktionelle Bearbeitung der Beiträge finden nicht statt. Bei Anregungen und Fragen zu diesem Artikel wenden sie sich bitte direkt an die Verfasserin oder den Verfasser.
(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)
(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)
Ergänzungen
Weitere Artikel
- Artikel über das erste Treffen in der linken Tageszeitung "junge Welt"/Berlin (Auflage: rund 20.000):
- Pressemitteilung der "Freunde der EAL Deutschland" zum ersten Treffen:
- Einladung zum zweiten Treffen und erster Entwurf des Selbstverständigungspapiers:
- jW-Artikel über das zweite Treffen:
EAL - es geht weiter
Das die MLPD nicht vertreten war, lag daran das sie nicht erschienen ist. Die Einladung war öffentlich. Generell ist es sehr problematisch mit der MLPD konstruktive Bündnisarbeit zu betreiben.
____________
Sind schon wieder Parteiclowns unterwegs?
@buttlefink
diskutiert schön weiter
Meldet Euch doch bitte öffentlich zu der Krimminalisierung und unseres Grenzcamp. Schreibt an Eure Politischen Vertreter und tragt dazu bei das dieser menschenverachtende und brutale Überfall seitens der Polizei ein politisches Nachspiel hat.
Mit solidarischen Grüßen ein schockierter Camper
die url der EAL...
ps
>...halbglatzen...
*grins* wir freuen uns auch über konstruktive mitwirkung jüngerer!
Bloque de Esquerda
"Bloque" und "Esquerda" ist portugiesisch/galicisch. "Bloc" und "Esquerra" (Linke) katalanisch. Man sagt "Katalonien", aber "katalanische" Partei!
Ansonsten finde ich die Idee eine Neuformierung undogmatischer, offener Linker Kräfte in der BRD und anderswo sehr gut!
P.S.: "Malatesta" war durchaus toleranter und Dialog bereiter als einige heutige Linke die nicht die Vielfalt der linker Kräfte akzeptieren (von außenparlamentarischen rot, schwarzen, schwarz-roten RadikalfeministInnen bis parlamentarischer Opposition). Alle Wege haben ihre Legitimation! Und UNITED sind wir schlagkräftiger! Im diesen Sinne, weiter so EAL!
BERICHTERSTATTUNG, NICHT aktive Teilnahme!
Dieser Indymedia-Artikel (
Ich kann hier nur für mich sprechen: Ich bin zu diesem nahe bei Würzburg stattfindenden (was für mich auch letztlich der entscheidende Auslöser für die Beteiligung an der Fahrt dorthin war) Treffen gefahren, weil ich als Beobachter wissen wollte, was sich an den linken Rändern dieser Gesellschaft tut, nachdem sich alle Mainstream-Parteien - einschließlich PDS - zum kompletten Shreddern der Wertegrundlage des Grundgesetzes (Zerschlagung des Sozialstaats, Angriffskriege als Normalität, Aushöhlung der politischen Grundrechte, Schaffung eines zunehmend autoritären bis totalitären Überwachungsstaats) entschlossen zu haben scheinen.
Um auch anderen, insbesondere in sozialen und linken politischen Zusammenhängen Engagierten, mitzuteilen, was sich in Frankfurt ereignet hat, haben wir - mehrere Mitglieder von ATTAC Würzburg - anschließend als Beobachter des Treffens einen kleinen Artikel für Indymedia geschrieben.
ATTAC als solches ist ein überparteiliches, pluralistisches Bündnis und wird sich daher schon allein aus diesem Grund nicht irgendeiner Partei anschließen können oder bei dieser aktiv mitarbeiten - und soll dies auch nicht.
Ich persönlich setze meine Hoffnung bezüglich der Verteidigung von sozialen und politischen Grundrechten gegen die verfassungsfeindlichen Umtriebe der Bundestagsparteien eher auf die Gewerkschaften, insbesondere die Gewerkschaftslinke (die hoffentlich irgendwann einmal aufwacht und sich gegen die brutale Sozial-Enteignung wehrt, so wie ihre KollegInnen in Spanien, Frankreich, Italien dies schon länger tun), als auf radikale politische Splittergruppen mit nicht selten antidemokratischer Grundhaltung oder sogar autoritärer bis totalitärer Ideologie (womit ich als überzeugter Basisdemokrat nichts zu tun haben möchte).
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Als Ergänzung hier noch einmal der - in einigen Details leider ungenaue bis falsche - Artikel aus der jungen Welt vom 11.08.2003 über das Treffen der FreundInnen der EAL Deutschland (
junge Welt vom 11.08.2003 / Inland
Wahlteilnahme ungewiß
»Europäische Antikapitalistische Linke« einigte sich in der Mainmetropole auf einen Grundkonsens
Martin Brust
»Freundinnen und Freunde der Europäischen Antikapitalistischen Linken (EAL) in Deutschland« versammelten sich am Sonnabend in Frankfurt am Main. Die »Europäische Antikapitalistische Linke« be-steht aus Parteien und Organisationen, die aus der Neuformierung einer antikapitalistischen Kraft in Europa hervorgegangen sind oder solche Neugründungen betreiben. Im Mai war auf einem Treffen sozialistischer Gruppen die Bildung einer Sektion der EAL in der Bundesrepublik beschlossen worden. Nun versammelten sich 30 Teilnehmer, unter anderem vom Marxistischen Forum, der DKP, der Sozialistischen Alternative, Linksruck, der internationalen sozialistischen linken, SoZ-Redaktion, solid NRW und Vertreter des globalisierungskritischen Netzwerkes ATTAC sowie des Geraer Dialogs in der PDS und des Revolutionären Sozialistischen Bundes, die beiden Letztgenannten ausdrücklich nur als Beobachter.
Grundkonsens der EAL ist, daß »die Rechtsentwicklung der neoliberal gewendeten Sozialdemokratie politischen Raum für eine neue antikapitalistische und plurale Kraft der Linken schafft, die für die Überwindung des Kapitalismus zugunsten einer demokratisch konstituierten sozialistischen Republik eintritt und die Entwicklung der neuen sozialen Bewegungen gegen die neoliberale Globalisierung und deren Zusammenwirken mit der Arbeiterbewegung fördert.«
In Frankfurt drehten sich die Diskussionen hauptsächlich um die Frage einer Teilnahme der EAL an der Europawahl 2004, ein gemeinsames Eckpunktepapier sowie die weitere Vernetzung und praktische Arbeit. Eine Wahlbeteiligung wurde dabei vom deutschen Freundeskreis der EAL als Versuch gesehen, das Vakuum links der »linken« Regierungsparteien zu füllen - aber vor allem auch als ein Experiment, um Positionen in dem doch sehr heterogenen Kreis kennenzulernen und zu klären. Eines aber ist klar: »Regierungsbeteiligungen, die Mitverantwortung für Sozialabbau und Kriegspolitik im Dienst des Kapitals bedeuten«, sind mit dem Grundkonsens der EAL wie ihrer deutschen Freunde und Freundinnen unvereinbar. Die Meinungen zur Teilnahme an Wahlen waren geteilt: Befürworter verwiesen darauf, daß ein Bedürfnis nach einer fundamentalkritischen Kraft immer stärker spürbar sei, nicht zuletzt bei der Sommerakademie von ATTAC. Andere argumentierten, es sei zu früh für eine antikapitalistische Kraft und zudem bestehe die Gefahr, der PDS zu schaden.
Die Entscheidung über die Wahlteilnahme wurde vertagt, das Meinungsbild jedoch war eher positiv. Der vorliegende Entwurf eines gemeinsamen Eckpunktepapiers (jW dokumentierte es in Auszügen in der Ausgabe vom 2./3. August) wurde konstruktiv diskutiert. Vor allem die basisdemokratischen Elemente, so ein Einwand, müßten verstärkt werden. Das Papier sieht vor, eine linke politische Kraft zu bilden.
Auf einem Treffen der Vorbereitungsgruppe Anfang November wird eine endgültige Fassung des be-stehenden Eckpunktepapiers verabschiedet werden, um dann in die europäischen Diskussionen eingebracht zu werden. Das nächste größere Treffen soll Anfang Januar in Berlin stattfinden.
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Adresse:
©
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junge Welt vom 13.08.2003 / Inland (Seite 5)
ATTAC nicht bei der EAL
ATTAC beteiligt sich nicht am Bündnis der "Europäischen Antikapitalistischen Linken" (EAL). In der jW vom 11. August war berichtet worden, Vertreter von ATTAC hätten an einem Treffen der EAL teilgenommen. Das globalisierungskritische Netzwerk habe keine Vertreter entsandt, erklärte dagegen ein ATTAC-Sprecher am Dienstag in Frankfurt am main. Einzelne Mitglieder seien bei dem Bündnis-Treffen nur als Privatpersonen aufgetreten. (jW)
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Keine Beteiligung von Attac
Das globalisierungskritische Netzwerk Attac beteiligt sich nicht
am Bündnis der "Europäischen Antikapitalistischen Linken" (EAL).
Mit dieser Klarstellung reagierte Attac auf einen Artikel in der
Jungen Welt vom 11. August 2003 ("Wahlteilnahme ungewiss"). Dort
war berichtet worden, "Vertreter" von Attac hätten an einem
Treffen der EAL teilgenommen. Attac habe keine Vertreter entsandt,
erklärte Attac-Sprecher Malte Kreutzfeldt gestern; einzelne Attac-
Mitglieder könnten bei dem Bündnis-Treffen nur als Privatpersonen
aufgetreten sein. Attac beabsichtige auch nicht, sich an einem
Bündnis für die Wahlen zum Europa-Parlament im nächsten Jahr zu
beteiligen, über das bei dem Treffen diskutiert worden sei.
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Liebe FreundInnen,
mit Bedauern habe ich gelesen, dass ein Artikel in der jungen Welt, der
ein paar Ungenauigkeiten enthielt, den Eindruck erwecken konnte, die
FreundInnen der Europäischen Antikapitalistischen Linken (EAL) in
Deutschland wollten Attac vereinnahmen. In Wirklichkeit hatten sich einige
BeobachterInnen als Mitglieder von "Attac Würzburg" vorgestellt, was
wohl die mißverständliche/falsche Darstellung veranlaßt hat. Die offizielle
Pressemitteilung der EAL-FreundInnen, die erst drei Tage nach dem
Treffen fertig war, habe ich Euch beigefügt.
Als Quelle authentischer Informationen empfehle ich überhaupt den
"Vorbereitungskreis" der EAL-FreundInnen in Deutschland.
Persönlich hielte ich eine Wahlkandidatur von Attac überhaupt oder den
Anschluß von Attac an eine bestimmte politische Richtung für abwegig. Wo
bliebe dann die notwendige Breite einer solchen Bewegung, in deren Reihen
naturgemäß verschiedene politische Grundüberzeugungen oder Richtungen
zusammen wirken müssen sowie Menschen, die sich in dieser Hinsicht eben
nicht festlegen wollen?
An der Mitwirkung Einzelner aus Attac und überhaupt aus den sozialen
Bewegungen sind die FreundInnen der EAL natürlich sehr interessiert.
Mit solidarischen Grüßen,
Manuel Kellner (isl)
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Presseerklärung der "FreundInnen der EAL-D"
Deutschland" von Manuel Kellner. InteressentInnen an der EAL Deutschland sollten sich
direkt an ihn wenden (NICHT an mich bzw. an ATTAC Würzburg!).
Pressemitteilung
Am 9. August trafen sich in Frankfurt/M zum zweiten Mal Freundinnen und
Freunde der Europäischen Antikapitalistischen Linken (EAL) in Deutschland.
Anwesend waren Mitglieder der DKP, der isl, von Linksruck, des RSB, der
SAV und Redakteure der Zeitschriften "Funken" und "Fantômas". Beobachtend
nahmen Vertreter von medico international und des Geraer Dialogs in und bei
der PDS sowie einige politisch Unorganisierte aus sozialen Bewegungen teil.
Sie hörten zunächst einen Bericht von der 6. Konferenz der EAL, die Anfang
Juni in Athen stattgefunden hatte und deren politische Erklärung übersetzt
vorlag, sowie von der Informationsveranstaltung zur EAL auf der
Attac-Sommerakademie. Nach der Verständigung über den antikapitalistischen
Grundkonsens der EAL auf dem ersten Treffen am 10. Mai gab es nun eine
erste Aussprache zum Stand der Meinungsbildung über das Verhalten zu den
Europaparlamentswahlen in Deutschland im Juni 2004. Weiterhin wurde über
den Entwurf von "Eckpunkten einer Plattform" diskutiert unabhängig davon, ob
die Verständigung hierüber Grundlage für eine Kandidatur oder für gemeinsame
Veranstaltungen und andere Aktivitäten ohne gemeinsame Kandidatur werden
soll. Die Diskussion über einen solchen Entwurf soll über die einzurichtende
Mailinglist der FreundInnen der EAL sowie am 2. November in Berlin von der
Vorbereitungsgruppe fortgesetzt werden (der Termin ist für andere an der
Ausarbeitung eines solchen Textes interessierte FreundInnen der EAL in
Deutschland offen). Eine erste Diskussion gab es auch über den Entwurf
einer Europäischen Verfassung und die Institutionen der Europäischen Union.
Die Beteiligten unterstrichen die Wichtigkeit des eingeleiteten Prozesses der
Zusammenarbeit und der inhaltlichen Verständigung verschiedener Strömungen
der Linken. Eine Reihe gemeinsamer Aktivitäten und Initiativen wurde ins
Auge gefaßt. Als wichtigste derzeitige Arbeitsfelder wurden die
Mobilisierungen gegen die Agenda 2010 und der Sozialforumsprozeß genannt.
Das nächste Treffen der FreundInnen der EAL wird am 10. Januar 2004 in
Berlin stattfinden.
i.A.
Manuel Kellner (13.8.2003)
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münchen: gespräche zwischen dkp, pds und rsb
Thema "Soziale Bewegungen und die Linke", in dem erstmals in der
Wochenzeitung der DKP die EAL vorgestellt wird.
"...Am 16. August veranstaltete die DKP-Südbayern ihr Sommerseminar am Ammersee mit 77 TeilnehmerInnen. Gemeinsam mit Vertretern zweier anderer sozialistischen Münchner Organisationen, der Partei des demokratischen Sozialismus (PDS) und des Revolutionären-Sozialistischen Bunds (RSB), wurde zu den Themen "Sozialismusvorstellungen in Bezug auf Macht, Eigentum, Demokratie und Globalisierung" und "Aufgaben der Linken, Partei und Bündnisse, Gewerkschaften, Perspektiven der Zusammenarbeit" diskutiert. Am Anfang der zwei Diskussionsblöcke stand zur Eröffnung jeweils ein Impulsreferat jeder der drei Organisationen..."
hier der Artikel:
Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen
Ohje — Rätekommunist
und die mlpd? — malatesta
Wahlbeteiligung und Organisation — Tom
Abgesehen davon... — Tom