"Saartacke" gegen Faschismus

REdMaiK 02.07.2003 14:18 Themen: Antifa Antirassismus
Mit diesem Beitrag wollen wir die Situation im Saarland und v.a. in Saarlouis offen legen, wo die "Kameradschaft Saarlautern" immer öffentlicher auftritt und ein aus Parteien, Gewerkschaften, Kirchen,... bestehendes "Saarlouiser Bündnis gegen Rechtsextremismus" tatenlos bleibt.
"Die Situation in Saarlouis soll nicht isoliert von den gesellschaftlichen Entwicklungen in Deutschland betrachtet werden." So wurde 2000, im bundesweit inszenierten "Sommer des Antifaschismus", in Saarlouis das "Bündnis gegen Rechts" eingerichtet. Mit tatkräftiger Unterstützung der Medien inszenierten damals staatliche Institutionen bundesweit eine Kampagne, um das Ansehen Deutschlands in anderen Ländern zu verbessern. Hintergrund war die Überlegung, Deutschland als Wirtschaftsstandort für ausländische Investitionen und Fachkräfte attraktiv zu machen und den durch rassistische Übergriffe erlittenen Imageschaden zu reparieren. Doch hinter dem Make-up des "Aufstands der Anständigen" sieht die Realität nach wie vor anders aus. Tagtägliche Übergriffe auf der Straße und staatlicher Rassismus in Form von Abschiebehaft, Abschiebungen und Sondergesetzen bestimmen wesentlich die Lebensbedingungen der hier lebenden nichtdeutschen Bevölkerung. Und wer sich dagegen zur Wehr setzt, muss unter Umständen mit staatlicher Repression rechnen, obwohl gerade der Mord an Ahmed Sharlak im vergangenen Jahr in Sulzbach gezeigt hat wie wichtig es ist, sich gegen Nazis und Rassisten zur Wehr zu setzen und sich zu organisieren.


Bereits in der Vergangenheit war Saarlouis häufig Schauplatz neonazistischer Aktivitäten. Durch Übergriffe, Anschläge oder Aufmärsche wie zuletzt auch im August letzten Jahres zogen die Machenschaften der saarländischen Naziszene die Aufmerksamkeit auf die "heimliche Hauptstadt" des Saarlandes. Trauriger Höhepunkt diese Aktivitäten stellt der Anschlag von 1991 da. In der Nacht zum 19. September 1991 gab es einen rassistisch motivierten Brandanschlag auf das Flüchtlingsheim in Saarlouis-Fraulautern, bei dem Samuel Yeboah, Flüchtling aus Ghana, starb und weitere Menschen schwer verletzt wurden. Dieser Übergriff stellte den Auftakt zu einer Welle von Brand- und Bombenanschlägen auf Flüchtlingsunterkünfte in Deutschland dar. Samuel Yeboah war eines der ersten Todesopfer rechter Gewalt in Westdeutschland nach der Wiedervereinigung. Auch nach dem Mord (die Täter wurden nie gefasst) ging der Ausbau faschistischer Strukturen weiter, welche im Saarland mit Saarlouis ihren Schwerpunkt hatten. Diese Struktur wurde in den darauf folgenden Jahren weiter ausgebaut, und Saarlouis entwickelte sich zu einer Hochburg militanter Neonazis in Südwest-Deutschland. Nazi-Aufmärsche, zahlreiche Übergriffe und massive Präsenz von rechten Skinheads im Saarlouiser Stadtbild sorgten immer wieder für überregionale Aufmerksamkeit. Für die Entscheidungsträger der Stadt Saarlouis stellten jedoch weniger die Nazis an sich ein Problem dar, sondern viel mehr der Verlust eines Rufes als weltoffene und gastfreundliche Stadt. Somit waren ihre Anstrengungen darauf konzentriert, die Existenz organisierter Neonazis zu leugnen und Antifaschist/innen, die auf die Situation in der Stadt aufmerksam machen wollten, mundtot zu machen.

Jüngstes Beispiel dieser Politik der Verdrängung und Kriminalisierung ist der Umgang der Stadt mit der Erinnerung an Samuel Yeboah. Am 10. Todestag des Flüchtlings wurde während einer Demonstration eine Gedenktafel, die an die Ermordung Samuel Yeboahs erinnert, am Saarlouiser Rathaus angebracht. Noch in der selben Nacht wurde diese auf Anweisung des Oberbürgermeisters Fontaine entfernt und gegen den Anmelder der Demonstration kurzerhand Anzeige wegen Sachbeschädigung erstattet. Am 18. Februar 2002 erhielt dieser einen Strafbefehl vom Amtsgericht Saarlouis über 1.200 €. Vorgeworfen wird ihm "rechtswidrig öffentliche Denkmäler beschädigt oder zerstört zu haben". Da Widerspruch gegen dieses Urteil eingelegt wurde, wird das Verfahren vor Gericht entschieden. Die Situation in Saarlouis kann nicht isoliert von den gesellschaftlichen Entwicklungen in Deutschland betrachtet werden. So wurde 2000, im "Sommer des Antifaschismus", in Saarlouis das "Bündnis gegen Rechts" eingerichtet. Mit tatkräftiger Unterstützung der Medien inszenierten damals staatliche Institutionen bundesweit eine Kampagne, um das Ansehen Deutschlands in anderen Ländern zu verbessern. Hintergrund war die Überlegung, Deutschland als Wirtschaftsstandort für ausländische Investitionen und Fachkräfte attraktiv zu machen und den durch rassistische Übergriffe erlittenen Imageschaden zu reparieren. Doch hinter dem Make-up des "Aufstands der Anständigen" sieht die Realität nach wie vor anders aus. Tagtägliche Übergriffe auf der Straße und staatlicher Rassismus in Form von Abschiebehaft, Abschiebungen und Sondergesetzen bestimmen wesentlich die Lebensbedingungen der hier lebenden nichtdeutschen Bevölkerung. Und wer sich dagegen selbstorganisiert zur Wehr setzt, muss unter Umständen mit staatlicher Repression rechnen, obwohl gerade der Mord an Ahmed Sharlak im vergangenen Jahr in Sulzbach gezeigt hat wie wichtig es ist, sich gegen Nazis und Rassisten zur Wehr zu setzen und sich zu organisieren. Besonderes Augenmerk muss hierbei auf den organisierten Neofaschismus, wie er auch bei der Saarlouiser "Kameradschaft Saarlautern" auftritt, gelegt werden. Die "Kameradschaft Saarlautern" hatte bereits vergangenes Jahr einen Aufmarsch durch die Saarlouiser Innenstadt organisiert, sowie in verschiedenen Städten sich an Naziaufmärschen beteiligt. Durch die zunehmende Reisefreudigkeit der "Kameradschaft" hat sich deren Position und Relevanz in Saarlouis selbst etwas verringert, jedoch sind sie nach wie vor daran interessiert in Saarlouis Präsenz zu zeigen und wie jetzt auch mit dieser angekündigten Demonstration darum bemüht ihr faschistisches Gedankengut auf die Straße zu tragen. Die Mitglieder der "Kameradschaft" sind in den letzten Jahren verantwortlich für zahlreiche Übergriffe auf Nichtdeutsche und politisch Andersdenkende. Bestes Beispiel ist hierfür der Saarlouiser Neonazi Peter Strumpler der erst vor ein paar Monaten aus seiner bereits zweiten Haftstrafe wegen Körperverletzung entlassen wurde. Der Versuch der Saarlouiser Nazis mittels Demonstrationen sich zu den parallel stattfindenden Übergriffen auf Nichtdeutsche legalistisch zu geben muss am 5 Juli von allen AntifaschistInnen konsequent unterbunden werden. Lassen wir nicht zu das die Nazis am 5. Juli ihre menschenverachtende Ideologie auf die Straße tragen.

Kontakt: www.sandimgetriebe. de oder www.nazisindiesaar.de.vu
Antifa Saar/Projekt AK: 0681/3907240

Treffpunkt für alle AntifaschistInnen ist am Samstag, 5. Juli, 10:00 Großer Markt in Saarlouis.

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autonomia sinistra!

autonomia sinistra ist eine saarlandweite Vernetzung von linken Gruppen, die in ihrem politischen Handeln Wert auf Unabhängigkeit und Selbstbestimmung legen. Neben der aktuellen Kampagne "Tatortbesichtigung" sind wir in vielen anderen Bereichen politisch aktiv, wie zum Beispiel der Flüchtlingspolitik, Antifaschismus und linker Kulturarbeit (Kneipe, Konzerte, Infoveranstaltungen, Kino etc.). Wer Interesse an autonomia sinistra hat, kann gerne mit uns in Kontakt treten.


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Ergänzungen

Bash the Fash!!

Antinational 02.07.2003 - 22:49
Aufgrund des nahenden Naziaufmarsches steht SLS zwar wieder im Blickpunkt. Man sollte aber in den Aufrufen und Außendarstellungen nicht vergessen, dass es im Rest des Saarlandes und im angrenzenden R.-Pfalz nicht besser bzw. vielerorts noch beschissener aussieht. Es hat sich in vielen Orten und Städten eine deutliche Hegemonie der Faschos gebildet, was die Strasse und offenes Auftreten betrifft. Sie sind vielerorts akzeptiert und offenen Widerstand gibt es nur noch Stellenweise. Selbst in Saarbrücken gerät man mittlerweile unfreiwillig auch recht häufig in Konflikt mit Faschos und Nazi-Hools.
Na ja trotz allem, es geht weiter. Venceremos!

Faschisten bekämpfen, immer und überall!!!!