Demo gegen Roma-Kriminalität in Köln-Poll

Julez 29.06.2003 19:54 Themen: Antifa
Am 28. Juni rief die "Bürgerbewegung pro Köln e.V." zur Demo gegen Roma-Kriminalität in Köln-Poll auf. Nach eigenen Angaben haben wohl rund 500 Bürger an der Demonstration teilgenommen, die Anzahl der Gegendemonstranten betrug ca. 50.
Am 28. Juni rief die "Bürgerbewegung pro Köln e.V." zur Demo gegen Roma-Kriminalität in Köln-Poll auf. Da die Demonstration relativ kurzfristig angemeldet wurde gelang es den linken Gruppen vor Ort wohl nicht, eine organisierte Gegen-Demo zu organisieren bzw. ausreichende Informationen darüber zu veröffentlichen.
Dennoch machte ich mich mit 2 Freunden auf den Weg nach Köln, nach dem Motto "irgendwelche Leute zum anschließen werden wir schon finden". So kamen wir um ca. 11.30 in Köln-Poll an und da ich mich leider überhaupt nicht dort auskannte fuhren wir direkt in das üppige Polizei-Aufgebot hinein und wurden erstmal rechts rangewunken. Da ich mein Auto übermäßig mit Aufklebern zugepflaster habe erregte es wohl direkt die Aufmerksamkeit der Sicherheitskräfte und so kam es, dass sie mich und meinen ganzen Wagen nach Drogen, Waffen etc. dursucht haben. Da ich die Nacht zuvor nicht allzuviel Schlaf abbekommen habe reagierten meine Pupillen wohl nicht zufriedenstellend, ich wurde mehrere male gefragt, ob ich Alkohol oder andere Drogen zu mir genommen habe und wie lang das her sei. Ich versicherte mehrmals, dass ich zuletzt am Vorabend etwas Bier getrunken habe, der bei der Autodurchsuchung gefundene leere Kasten Bier im Kofferraum zuog dann dennoch einen Alkoholtest nach sich, der natürlich negativ ausfiel. Einer der Polizisten machte einen riesigen Aufstand über einen Aufkleber auf meinem Heck, auf dem u.a. "Fuck the police" stand, ein anderer war sehr beunruhigt über ein Bildchen an meinem Seitenfenster, das ein Pentagramm und ein Maschinengewehr auf einem roten Stern zeigte. Er fragte mich, ob das etwsa mit der R.A.F. zu tun habe, ich versicherte ihm, dass das Bild in einem Booklet einer Band zu finden sei, die nicht verbote o.ä. ist. Dennoch hielt er es für notwendig das Bildchen vorerst einzukassieren und beim Verfassungsschutz prüfen zu lassen.
Nachdem sich herausgestellt hatte, dass ich weder auf Drogen noch betrunken war, keine Waffen oder Drogen transportierte, kein linksradikaler Terrorist oder vorbestrafter Steinewerfer war,
(wovon man bei meinem beklebten Auto natürlich erstmal ausgehen muss) durften wir endlich weiterfahren. Wir parkten und gingen wieder zurück zur eigentlich Demonstration, um nach anderen Gegendemonstranten Ausschau zu halten. Dabei beobachteten wir ein paar z.T. sehr aggressiv vorgetragene Platzverweise, für die man direkt keinen Grund finden konnte.
Nach einigem ziellosen "herumstreunen" wurden wir von der Polizei eingesammelt und zu ca. 25 anderen Demonstanten gebracht, die in einer Seitenstraße eingekesselt waren. Dort wurden wir ca. 20 Minuten festgehalten, bis wir von ~20 Polizisten zum Platz der Abschlusskundgebung der "Bürgerbewegung pro Köln e.V." eskortiert wurden. Es wurde uns nicht erlaubt den Kessel als Einzelperson zu verlassen, entweder musste sich die Gruppe geschlossen auflösen und somit ihr Demonstrationrecht aufgeben, oder man musste sich geschlossen weiter (manchmal scheinbar) ziellos durch irgendwelche Nebenstraßen leiten lassen. Schließlich kamen wir in die Nähe der Abschluss-Kundgebung, wurden aber zunächst wieder an einer Stelle festgehalten, von der man von der Kundgebung nichts mitbekam. Als uns dann erlaubt wurde uns in Hörweite zu begeben, "wo wir dann noch ein bißchen Buh-rufen und pfeifen dürfen", fielen bereits die abschließenden Worte und die Demo wurde vom Veranstalter beendet.
Alles in allem war es also ein wunderschöner Samstag Mittag voller Schikane, Repression und Willkür, zu dem leider viel zu wenige Leute gekommen sind.

Wen's interessiert, der kann nochmal bei der Bürgerbewegung vorbeischauen und sich pflichtbewußte Bürger und sich zusammenrottende Antifas angucken:  http://www,pro-koeln-online.de/

FÜR BUNTE VIELFALT STATT BRAUNE EINFALT!
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Ergänzungen

Sexistisches Posting meinerseits

29.06.2003 - 20:22
Auch Deutschländerwürstchen können sehr hübsche Brüste haben (siehe links im Bild):
 http://www.pro-koeln-online.de/images/poll-10.jpg



Mal ohne Scheiss: Was für ein reaktionärer, "erfrischend anderer" Scheissverein  http://www.pro-koeln-online.de/das.htm
Wieso klappt das mit der Mobilisierung für Sinti & Roma eigentlich so schlecht?

bierkasten ???

demo opa 30.06.2003 - 00:46
so wie du deine anreise beschrieben hast, ist es ja kein wunder das du bullenkontrollen anziehst. hättest du nicht wenigstens den leeren bierkasten vorher rausräumen können ??
die bullen haben schon leute drangekriegt die normales werkzeug und reservekanister auf dem weg zur demo dabeihatten. leere bierflaschen + benzinkanister + alte lappen = molotov-coktail = festnahme, anzeige, etc...
viel glück beim näxten mal

wollkommen in köln, der weltstadt mit herz

kölnA 30.06.2003 - 01:15
Poll ist eine der wenigen verbleibenden Hochburgen der Pros (Ehrenfeld ist doch noch zu zeckig, als daß sie dort permanent Fuß fassen könnten; im bürgerlichen Norden hingegen, Longerich etc, finden sie dann wieder etwas mehr Zuspruch und die gutsituierten Rechen haltens lieber bei der CDU, da kann man nämlich mehr Schmiergeld abkassieren). Die Nazis - und DAS waren wirklich teilweise noch echte Nazis... Leute, die ihre politische Karriere noch in der HJ begonnen haben!, desweiteren Faschos und Kleinbürgertum - haben ohne Scheiß mit Eiern geschmissen, und die Bullen haben dumm dagestanden und 'nix gesehen'.

Die Lady im blauen engen Oberteil hat aber keinen schlechten Punkt: ist es Methode oder bloße Fahrlässigkeit, ausgerechnet einem der Horts des kölndeutschen braunschwarzen Spießermuffs wie Poll (das dazu noch auf der 'schäl Sick', der 'dämlichen Seite', also rechtsrheinisch liegt) sollen die Unerwünschten Kölns mit schöner Regelmäßigkeit zuerst zugeschoben werden. Seien es 'Zigeuner', 'Neger', 'Kinderficker' oder 'irre Mörder', in Poll ist ja noch 'n Platz frei (was ziemlicher Quatsch ist, und die meisten dieser Pläne werden dann ja auch gekippt oder versanden). Ein oder zwei gutversorgte Flüchtlingsheime im Hahnwald (der Stadtteil von Köln, der einer dieser 'walled compounds' in Amiland am nächsten kommt, komplett mit schwarzen Sherriffs) oder Marienburg (der Marienburg-Rap: Arzt, Anwalt. Arzt, Arzt, Anwalt...) wäre schon eine nette und gerechte Sache.
In den Villen könnnte man nur 2-3 Familien pro Haus unterbringen, aber die hätten dafür aber reichlich Platz, während im Schiff auf die Gänge geschissen wird, weil der Hausmeister und/oder der Toilettenschlüssel mal wieder 'verlegt' ist.

Fazit fürs Camp (das ja nun ziemlich genau dort stattfindet): wir müssen mit massiven Provos der Nazis rechnen, und wenn es Streß gibt, entsteht damit ein Grund, das Camp gewaltsam aufzulösen. Das wäre ein schwerer Schlag für die Kölner Szene, da ein solches Ereignis in der (wie gesagt kapitalistisch gleichgeschalteten) Kölner Presse breitgetreten würde und die paar zarten Pflänzschen des Widerstands, die sich in diesem Sommer zu konstituieren beginnen schwer schädigenden dürfte.
Die Kölner Szene ist so verstreut und unmotiviert, daß man auf 'Bürgerliche' nicht verzichten kann. Klar, genug Leute für ein bißchen Fun und groben Unfug finden sich immer noch, aber spätestens wenns ans Demonstrieren geht, wird man ohne 'Bürger' nur 'ne Lachnummer zusammen kriegen. Die Antirepressionsdemo (im memoriam Stefan N) war auch nur deshalb mehr als ein Trupp Punks, weil eben auch aus dem linksbürgerlichen Südstädter Spektrum viele 'Besorgte' teilnahmen (Den Ton angegeben haben sie trotzdem nicht, und deswegen war *die* Demo eine der geilsten).

Womit ich zum Thema 'Mobilisierungsproblematik' komme: zum Einen hast du in Köln tatsächlich eine unsichbare Grenze, die durch den Rhein verläuft. Informationen, Planungen, direkte Aktion überquert den Fluß nur selten, und die rechtsrheinische Szene ist ziemlich unterentwickelt, d.h. du gehst als Rechtsrheiner viel viel eher auf Aktionen ins Linksrheinische als umgekehrt. Zudem war Rheinkultur (an die 90.000 Leute, denke ich - 10.000 in Köln wären eine Riesendemo, die es so in der Stadt alle paar Jahre mal gibt, nur so zum Vergleich), und das hat man gemerkt.

Eine Demo also, die gegen maximalen Widerstand verlief.

Wir sehen uns am 31., spätestens. Haltet die Ohren steif und laßt euch nicht unterkriegen. Köln ist im Moment politisch echt beschissen, aber es hat Potential, und verdammt schöne Grünflächen. Ach ja, und seid beim Camp vorsichtig mit drogen: mit Razzien ist zu rechnen.

Es gilt also, die Kölner Polizei in den nächsten Wochen zu beobachten

Erklär mal

Indiana Jones 30.06.2003 - 20:14
Der Nachrichtenwert dieses Artikels erschliesst sich mir nicht ganz. Da war eine Demo gegen Kriminalität von Roma. Du bist dorthin gefahren, und die Polizei hat Dich und Dein mit RAF und Fuck the Police-Aufklebern zugeklebtes Auto gefilzt.

Und was war jetzt mit der Demo? Gegen was hat sie sich gerichtet? Welche Ziele steckten dahinter? Ging es jetzt gegen Kriminalität oder gegen Roma oder beides? Und wie stehst Du selbst zu dem Problem der Kriminalität von Roma?

Ich muss mich meinem vorherigen Kommentator anschliessen: das ganze riecht doch nach reflexionsartigem linkem Protest-Denken. Da gehen Menschen auf die Strassen, protestieren, und was kommt hier bei Indymedia an? Dass es ne Art Nazidemo oder so wär.

Wenn das Leben doch so schön einfach wär. Ein bisschen mehr Infos wären doch angebracht.

Poller Schlümpfe traffen sich auf dem Marktpl

17 1/5 01.07.2003 - 00:10
Vermeintliche Unternehmer, wirkliche Beamte sowie ein Heer von Pensionären, eben die üblichen Sozialschmartzer, sprechen eine Generalverurteilung gegen alle in Köln Poll in exestenzieller Armut lebenden Menschen aus. Die jahrelange Unterbringung von Menschem in zu engen Behausungen, genannt Wohnungen, ist jedes Menschen unwürdig und fördert bei jedem Aggressionen und mangelnden Respekt gegebüber anderen. Daran ändert auch keine Lehrstelle und kein Arbeitsplatz etwas. Und Liebe Leute schaut euch doch das undurchdringliche Dickicht der Lohndrückerei und Arbeitsmarktabspeckerei, siehe "minijobs", Zeit - u. Leiharbeitsfirmen etc. einmal genauer an. Wiviel Gutes wird den Menschen damit getan."Aber dieser Umstand hat die Bürgerschlümpfe eigentlich schon immer nur in sofern interessiert, als daß die Stadt und ihre Räte und Immobilien AG´s dafür sorge zu tragen haben, die armen Menschen, Familien nicht in "ihre" Stadtteile ziehen zu lassen.
Darüberhinaus sind tägliche und nächtliche Hetze und tätliche angriffe auf Kinder und Erwachsene aus ärmlichen verhältnissen in Poll schon jahrelang an der Tagesordnung. Und zwar meinem wir hier jene perverse Hackordnug die immer gegen die ärmsten und schwächsten ihre ganze wucht entfaltet. Betrieben in der unheiligen Alianz von ganz anständigen Bürgern, mit ganz anständigen Gardinen und ganz anständigen Neubürgern, auch mit ganz anständigen Gardinen, und ganz ohne unanständige "Zigeuner".
Mit der für Deutschland typischen Ausdauer und Fleißigkeit.
Die eine wie die andere Seite auf dem Poller Marktplatz lügt aus ihren unterschiedlichen Postionen herraus es ginge ihnen um Roma um ethnisches.
Die scheinbaren Gegener auf dem Poller Marktplatz sind doch nur zwei Seiten der selben glanzlosen Medallie. Nähmlich sind beide Ausdruck einer ungerechten, zwangsweisen Gemeinschaft, dem Staat im Kapitalismus.
Wir sind gegen jede Form von Krieg.
Wir sind gegen jedes Aufhetzen von Menschen gegen andere Menschen.
Wir lassen uns als Menschen nicht zu Söldern eines kapitalistischen Marktes degradieren. Wir wurden nicht für den Staat geboren, nicht einmal für undere Eltern. Wir sind geboren um frei zu sein.
Die Menschen in Poll sind nicht im Unwissen darüber, daß Essen und Mieten immer unbezahlbarer werden progromartig zum Marktplatz gezogen. Sie sind nicht im unklaren darüber gewessen, daß wer den Strom oder die viel zu teure Miete zahlen muss jeden Tag ganz legal beklaut werden darf.
Und die Leute auf dem Marktplatz schweigen dazu. Dagen findet kein Bürgerforum und kein Plenum statt. Sie scheinen innerhalb der besten aller Welten ja gut zurecht zukommen. Ihre Taschen scheinen ja noch anständig voll zu sein.
Da fragen wir uns doch wer sind die Kriminellen ?
Das menschliche Versagen durch die Sünde des Schweigens, durch die Sünde des Diebstahls, also des Profits, immer auf Kosten anderer Menschen, ist eben gesellschaftlich breit gestreut. So sind wir fern dem Paradies.
Nahe der Menschwerdung und somit nahe dem Paradies sind wir wen wir uns mit anderen dieser Vermarktungs- und Vernichtungslogig entziehen. Und anstelle des Rufes nach dem starken Arm des Staats, menschliche Selbsthilfe praktizieren und allgemein für bessere Lebens- und Wohnverhältnisse in Köln zu sorgen. Dem großen Mainstream und ihren Korrupten- Skandalpolitikern zum Trotz.
Die Erlösung oder Befreiung von armut, und aus dieser heraus von leiden, Krankheit, Angst, Mord, Totschlag, Krieg, Vergewaltigung und Demütigungen folgt nicht den Strategien politischer Vereinen oder Initiativen.
Die Erlösung schiebt Tod und Vernichtung von Menschen beiseite, Sie ist die Befreiung von jeder Knechtschaft, in ihr ist das leben in vollkommener Dichte und Freiheit des Wissens unbegrenzt.
Die Elende, die Geringsten werden sich dafür anschauen und erkennen in ihrem "gering" sein und sich vergeben, sich zusammenschließen und sich gemeinsam auf den Weg machen. Und dann gibt es kein Hindernis in das unbedingt lebendig seiende Leben einzutreten. Einer hat gesagt "Was ihr dem Geringsten von euch antut, daß tut ihr mir an."

Seltsam

Chris 17.07.2003 - 05:55
...ich fürchte, ich muss "weist" hier Recht geben; denn es ist doch vor allem das Problem, sich vor allen Verboten, die es gibt, noch gedanklich mit Fragen auseinanderzusetzen, die eben genau die heiklen Themen ansprechen wie zum Beispiel Finanzierung von was-auch-immer; und wenn es dann auf den Weg geht, Geld/Platz und "Ausländer" anzusprechen, sind wir alle ganz schnell dabei zu denken: "Oh nein, schon wieder so ein 'Ausländer raus!'-Typ!" Und? Was ist statt dessen? Man sucht Antworten. Man fragt, weil es Probleme gibt. Ich bin für weltweite Freizügigkeit, für Ressourcenaustausch auch sehr gerne, für internationale Solidarität, gegen Marktwirtschaft im großen Sinne, doch das sind wahrlich Utopien! Wenn es tatsächlich dazu kommt, und das würde ich sehr begrüßen, dass die Grenzen sich einmal so weit lockern, dass jeder dahin reisen kann, wohin er reisen möchte, dann haben wir wieder das oben benannte Problem des Geldes; wer wird denn dann, vorausgesetzt, der Rest der Welt bleibt gleich, den meisten Zufluss von Menschen erhalten? Wahrscheinlich die wirtschaftlich stärkeren und politisch "freieren" Länder; kurz wahrscheinlich sogar die von uns oft als ausbeuterisch betrachteten führenden Wirtschaftsmächte - denn sind wir politisch so stark unterdrückt, also lediglich im Vergleich? Wir reden hier, sehr öffentlich, mittels eines Massenmediums, kritisieren sogar Nationen und deren Politik, eingeschlossen unserer eigenen, ohne verhaftet oder anders sanktioniert zu werden; für mich eine unheimlich große und wichtige Möglichkeit! Mit anderen Worten: Diese Länder sind erstrebenswert. Doch, wie gesagt, das Problem der Finanzierung der Menschen, die geboren, ernährt, gebildet, beschäftigt, geheilt und beerdigt werden müssen, besteht. Wer soll das Geld heranschaffen? Ist es gut, dass wir von Konzernen größtenteils beherrscht werden? Nein! Können wir es kurzfristig ändern? Nein! Die Probleme bestehen aber weiterhin, also müssen wir gleichsam als Surrogat andere Lösungen, Übergänge finden, um die Welt ein Stück weit (soweit das objektiv feststellbar ist) gerechter zu machen. Das führt uns dazu, vielleicht auf lange Sicht, denn die dürfen wir, im Gegensatz zu vielen, Politikern, nicht verlieren, unsere Ideale zu realisieren, die ja - so habe ich die Linke verstanden - schon dem Guten für den Menschen, der Freiheit eines jeden entgegenstrebt. Doch vorher, damit wir den Stein ins Rollen bringen, brauchen wir praktikable Ansätze, nicht unsere Diskussionen voller Emotionen und ohne Ausweg. Ich bin ja auch nur einer derer, die viel reden und nichts tun; doch ist es mir wichtig, dass wir uns nicht alle klischeeabhängige Grenzen setzen, wenn es darum geht, bestehende Missstände einer Gesellschaft mittelfristig zu überbrücken; das ist kein Opportunismus, kein Über-Bord-Werfen eigener Ideale, das ist vorübergehende bestmögliche Anpassung der Realität an die Ideale. Nicht diese beugen sich, sondern jene soll sich verändern. Das ist das Ziel. Daher bitte keine Grabenkriege sondern gemeinsame Überlegungen für vielleicht auch nur erst Surrogate. Mögen sie auch noch so falsch klingen, so lange sie besser sind als das Bestehende oder zumindest das Bestehende keinen Ausweg hat und das Neue einen besseren Ausweg bietet, sollte man den Weg gehen - unter der klaren Voraussetzung (für die, die jetzt Deportation aus meinen Worten gelesen haben sollten), dass die Rechte aller so gut wie möglich (leider werden sie das ja jetzt schon kaum) geschützt werden. Es geht, wie gesagt, um Verbesserung; denn leider habe ich noch keinen Flaschengeist gefunden.
Worte eines Fremden, ich hoffe sie erreichen Euch dennoch.

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