Landesflaggen auf dem Kreuzberger CSD 2003
kurzer Kommentar zum diesjährigen "alternativen" Kreuzberger-CSD und die Anfänge des Streites um Landesflaggen, die dort geschwungen wurden
Als ich auf dem Hermannplatz ankam stach mir als erstes die blau-weiße Israelflagge ins Auge, von einer Gruppe, die auch mit einer Amerikaflagge herumschwenkte. Ich kam auch gleich einen Zettel in die Hand gedrückt, den ich allerdings auch gleich in meiner Hosentasche verschwinden ließ und ihn erst vor ein paar Minuten überflog. Alles hatte sich herausgeputzt; halbnackte Männer, Transen, Lesben, Punxx; auf den ersten Blick ein geiles Bild, welches ich auch so gleich digitalisierte.
Nach einiger Verspätung war dann auch der Lauti da, der die Anwesenden, bestehend aus ausgeflippten männlichen, weiblichen und transsexuellen homo's (und dem "Rest"), begrüßte. Uns wurde mit euphorischer Stimme mitgeteilt, wie stolz wir auf unsere nicht-normale sexuelle orientierung sein könnten.
Zugegeben, wer hat sie nicht, die Landesflaggen-Allergie (wenn man mal von Palästina-Flaggen absieht, die ja zu fast jeder linken Demo dazugehören); die Flagge Israels und die Stars and Stripes waren den Verantstaltern ein Dorn im Auge, machten Sie doch den Konses kaputt, der doch auf dieser Verantstaltung auf die Sexualität, den Stolz und Spass daran beschränkt sein sollte. Kein Wunder also, dass vom Lauti bald die Aufforderung an die Demonstrationsteilnehmer gab, das Hochhalten der Flaggen zu unterbinden, was allerdings so lange ich dort war nicht so richtig funktionierte. Politische Diskussionen und kontroverse Einstellungen? Ja, aber doch bitte nicht auf dem CSD, wo wir alle stolz auf uns selbst sein können!!! Das verdirbt uns doch nur das schöne Fest, an diesem sonnigen Tag...
Kurze Zeit später bin ich dann auch wieder nach Hause gefahren; als Rest wollte ich dann doch nicht mitlaufen.
Nach einiger Verspätung war dann auch der Lauti da, der die Anwesenden, bestehend aus ausgeflippten männlichen, weiblichen und transsexuellen homo's (und dem "Rest"), begrüßte. Uns wurde mit euphorischer Stimme mitgeteilt, wie stolz wir auf unsere nicht-normale sexuelle orientierung sein könnten.
Zugegeben, wer hat sie nicht, die Landesflaggen-Allergie (wenn man mal von Palästina-Flaggen absieht, die ja zu fast jeder linken Demo dazugehören); die Flagge Israels und die Stars and Stripes waren den Verantstaltern ein Dorn im Auge, machten Sie doch den Konses kaputt, der doch auf dieser Verantstaltung auf die Sexualität, den Stolz und Spass daran beschränkt sein sollte. Kein Wunder also, dass vom Lauti bald die Aufforderung an die Demonstrationsteilnehmer gab, das Hochhalten der Flaggen zu unterbinden, was allerdings so lange ich dort war nicht so richtig funktionierte. Politische Diskussionen und kontroverse Einstellungen? Ja, aber doch bitte nicht auf dem CSD, wo wir alle stolz auf uns selbst sein können!!! Das verdirbt uns doch nur das schöne Fest, an diesem sonnigen Tag...
Kurze Zeit später bin ich dann auch wieder nach Hause gefahren; als Rest wollte ich dann doch nicht mitlaufen.
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(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)
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Ergänzungen
wenn man mal von den Palifahnen absieht...
guter text
grüße aus der quadratestadt!
freies palästina!
Artikel auf x-berg.de
Ironie
Kommunisten sind homophob
Grenze zw. Kommies und Nazis ist fliessend
Jaaa! Solche Kommentare kommen von Kommies, die auf eine schwul-lesbische Veranstaltung gehen. um es "den Homos" mal so richtig zu zeigen.
Manchmal merkt man echt nicht mehr den Unterschied zwischen rot und braun!
Tugendterror?
Das stand auf nem Schild auf dem Kreuzberger CSD...(vollständig: "Stoppt den islamistischen Tugendterror!")
Meine Mama meinte immer, Sekten erkennt man immer an Sprüchen die keiner sonst erstmal versteht...
Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen
zugegeben
böswillig
könnte ich sagen, an dem tag, an dem alle ihr lieblingsspielzeug, ihren fetisch oder was weiss ich vorführen, haben auch die landesfahnenträger gezeigt, was sie in die höhe treibt.
aber,
antipatriarchal & pro armee, pro krieg, pro staat - würg!
und was justus wertmüller, die alte hete und unsympathen obermacker mit seiner israelfahne auf dem csd wollen konnte, erschliesst sich mir auch nicht.
Stolz auf ... ?
Kleist Casino - Kleist Quelle - Klappe am Wittenbergplatz - S-Bahn-Quelle - Klappe - warmes Lützower Lämpchen Behaimstraße - Carmen - Mona - Orel - Daisy - Dolly van Doll
Und immer noch kein Frieden!
Provokation der Antideutschen
... es war der alternative CSD in Kreuzberg mit der Forderung: Freiheit für den Irak.
US/ Israel - Fahnen sind hier eine Provokation, spätestens nach der Diskussion hätte mensch die Staatssymbole noch senken können. Mensch muß nicht die Fahnenträger oder Fahnen hassen, aber sie waren auf dieser radikalen nur unpassend. Wer Herkunft demonstrieren möchte - eine Fahne aus jedem Land. Das war nicht der Fall. Eine US-Fahne muß nicht von 3 Israel-Fahnen eingerahmt werden. Stellt Euch mal dieses Bild auf einer alternativen Demo vor.
So gab es emotionalen Stress und Übergriffe.
So, und was hat jetzt QUEER und Homosexualität mit Staatsfahnen zu tun??? NO BORDER, NO NATION !!!
solid 36
Transgenial auf Deutsch
Auf dem "alternativen" CSD in Berlin-Kreuzberg kam es am heutigen Tage zu verbalen Attacken seitens der Veranstalter gegen TeilnehmerInnen, die sich mit Israel solidarisierten. Dazu erklärt die Berliner Regionalgruppe des whk:
Der sogenannte "Transgeniale CSD Kreuzberg", der sich in der Tradition der seit Mitte der 90er Jahre als Alternative zu den auf dem Kurfürstendamm stattfindenden, weitgehend entpolitisierten "offiziellen" Christopher Street Days sieht, präsentierte sich im Jahr 2003 deutscher als alle je durch die frühere Reichshauptstadt marschierten Kommerz-Paraden.
Noch bevor sie die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der geplanten Demonstration von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgenders am Hermannplatz begrüßte, schmetterte die "Miss CSD Berlin 2003", der Drag King Antonio Caputo, mehrfach Sätze wie "Nehmt die Scheißfahnen runter!" ins Mikrofon. Bei den "Scheißfahnen" handelte es sich nicht etwa um die sechsfarbige Insignie des Homo-Kommerzes (im Gegenteil schrie Caputo: "Wir wollen hier nur Regenbogenfahnen sehen!"), sondern um drei israelische Staatsflaggen. Sie wurden vom Bündnis "queer.for.israel" mitgeführt, ebenso wie Schilder "Stoppt den islamistischen Tugendterror!" und Forderungen nach dem Ende der auch behördlichen Homosexuellenverfolgung in Palästina. Das Bündnis hatte Tage zuvor einen entsprechenden Unterstützungsaufruf verbreitet.
Das whk mochte diesen Aufruf nicht unterzeichnen, da er neben wichtigen Informationen Thesen enthielt, die beim whk als zu simpel und undifferenziert angesehen werden. Wo aber, wie auf dem Kreuzberger CSD, das alte Ressentiment derart offen und dumpf zu Tage tritt, ist sofortige Solidarisierung geboten - zumindest für jene, die sich der deutschen Geschichte halbwegs bewußt sind. Der als Folge des deutschen Ausrottungsversuchs gegründete jüdische Staat unterliegt derzeit einem immensen internationalen Druck und ständigen terroristischen Akten, die nur ein Ziel haben: möglichst viele Israelis zu töten, egal, ob Zivilisten oder Soldaten, Kinder oder Erwachsene, Heteros oder Homos. Ihr Existenzrecht wird heutzutage wieder offen in Frage gestellt, ebenso das ihres Staates: weil sie Juden sind.
Es ist müßig, darauf hinzuweisen, daß selbst der dümmste CSD-Veranstalter und die besoffenste CSD-Teilnehmerin wissen kann, daß Israel, bei aller notwendigen Kritik an seiner rechten Regierung, noch immer das einzige nah- und mittelöstliche Land ist, in dem Homosexualität legal und ohne Gefahr für Leib und Leben lebbar ist, ein Land, das im übrigen auch wegen ihrer abweichenden Sexualität verfolgten Palästinensern Asyl gewährt.
Dennoch stoppten die Kreuzberger CSD-Veranstalter weder den Drag King noch distanzierten sie sich von seinen Ausfällen. Vielmehr ließen sie ihn die Stimmung weiter anheizen. So bezeichnete Caputo die Leute von "queer.for.israel" als "nicht zu diesem CSD gehörig", weil sie "nationalistische Fahnen" trügen, und geiferte sie an: "Wir lassen und von euch nicht unseren CSD versauen!" Im weiteren verschärfte er den Ton noch und sprach gegenüber mehreren hundert Menschen von "Scheißdrecksfahnen", was nach dem Verständnis des Berliner whk den Vorwurf der Volksverhetzung rechtfertigt.
Derweil kam es auf dem Hermannplatz zu heftigen Debatten mit "queer.for.israel", bei denen Israel mit dem "Dritten Reich" verglichen wurde und die zeitweise zu eskalieren drohten. Ein Unbekannter versuchte sogar, eine der Fahnen mit dem Davidstern in Brand zu setzen. Als der Umzug in Richtung Heinrichplatz startete, konnte "queer.for.israel" nur ganz am Ende mitlaufen. Nach einem tätlichen Angriff gegen ein Mitglied der Gruppe sorgte die Polizei mit rund zehn Beamten für deren Sicherheit. Das besonnene Verhalten der Beamten ist hierbei ausdrücklich zu loben, deren Einsatzleiter sich, aus welchen Motiven auch immer, weigerte, dem augenscheinlichen Wunsch der Veranstalter nach Ausschluß "queer.for.israels" von der Demonstration zu entsprechen. Auf Anfrage versicherte eine junge Beamtin einem whk-Teilnehmer: "Sie dürfen sich jetzt sicher fühlen."
Die Berliner whk-Gruppe verurteilt aufs Schärfste das Gebaren der CSD-Veranstalter um das Kulturzentrum "SO 36". Diese scheinen völlig vergessen zu haben, daß und warum frühere Alternativ-CSDs durch das einst jüdische Scheunenviertel zogen und an Gedenk-Orten stoppten, um mit Reden und Schweigeminuten an die industrielle Vernichtung der europäischen Juden zu erinnern und die Täter namhaft zu machen. Der Satz "Die Verbrechen des Nationalsozialismus dürfen nicht vergessen werden" steht sogar im diesjährigen "transgenialen Forderungskatalog". Was sie den Veranstaltern tatsächlich wert ist, hat der heutige Tag gezeigt. Man feierte weiter, als sei nichts geschehen, und "Miss CSD 2003" denunzierte "queer.for.israel" selbst noch am Ende der Veranstaltung.
Regionalgruppe Berlin
Mehringdamm 61
10961 Berlin
www.whk.de
whk1203/28.06.03
Ursachen?
Mal ehrlich...
Leider hab ich das Gefühl, dass die Hauptaussagen dort "ich bin hier, weil ich nicht da (K'damm) bin" und "wir wollen spass spass spass" waren.
In diesem Zusammenhang: "Fahnen sind hier eine Provokation" - ja natürlich sind sie das, aber Provokation ist nicht immer schlecht; besticht nicht fast jede "linke" demo durch Provokation, würden wir sonst hier jetzt diskutieren? Oder war es schon ZU provokant, weil "das macht man nicht"? Ich möchte das ja in keinem Fall gutheißen, aber Aussagen wie "Ihr habt uns hier schon die Stimmung vermießt, danke!" klingen doch sehr nach K'damm - oder?
Rede auf der Abschlusskundgebung
Auf der Abschlusskundgebung wurde übrigens noch von einem eines Redners "solidarität mit dem Palestinänsischen nationalen Befreiungskampf" gefordert und im Publikum ausgiebig beklatscht. Soviel dazu.
Was anderes: Wer hat das Zitat oder die Quelle für die ja immer wieder kommenden Vorwürfe, Justus Wertmüller würde von Perversen sprechen, in bezug auf Transgender oder Schwule?
Queer for Israel?
Die Antideutschen verstecken ein eigentlich sehr simples, in Gegensatzpaaren konstruiertes Schwarz-Weiß-Weltbild hinter anspruchsvoll anmutenden, mitunter wortgewaltigen Texten. Der Ausgangspunkt ihres Weltbildes: Deutschland ist komplett böse. Die USA sind das Gegenteil von Deutschland, z.B. weil sie Nazideutschland besiegt haben, also sind sie komplett gut. Israel ist das Gegenteil von Deutschland, weil die Juden als Bewohner Israels von Nazideutschland unterdrückt und ermordet wurden, also ist Israel komplett gut. Palästina ist aufgrund des Nahost-Konflikts das Gegenteil von Israel, also sind Palästinenser komplett schlecht.
Während in den antideutschen Texten die Plattheit dieser Gut-Böse-Kategorien noch hinter der intellektuellen Fassade zu verbergen versucht wird, sind die Symbole, die auf dem alternativen CSD verwendet wurden, verräterischer: Flaggen für die komplettguten USA und Israel, Transpis gegen das komplettböse Palästina - unterdrückt ja Lesben/Schwule/Transsexuelle etc.
Nur vor diesem Hintergrund kann man ausgerechnet eine USA-Flagge als Symbol für die - für sich genommen voll berechtigte - Forderung nach dem Stopp der Verfolgung Homosexueller in Palästina verstehen. Schließlich ist die USA mit den in weiten Teilen der Bevölkerung vorherrschenden, bigotten, prüden Moralvorstellungen alles andere als ein Vorreiter-Land, was die gesellschaftliche und staatliche Akzeptanz queerer Lebensformen angeht. In dieser Hinsicht wäre ja selbst eine niederländische, ja sogar eine deutsche Fahne angebrachter gewesen.
Aber der Teufel steckt nicht in der Farbe der Nationalflagge, sondern im Schwenken von Nationalflaggen selbst. Nationalismus - selbst wenn er für eine Nation ist, der man selbst nicht angehört - verträgt sich meines Erachtens mit dem "queeren" Gedanken ebensowenig wie die hier zugrundeliegenden Gut-Böse Schubladen. Und wer den "Scheißflaggen"-Rufern "Volksverhetzung" vorwirft, für den muss die Flagge auch "das Volk, die Nation" repräsentieren, und nicht die Möglichkeit auf ein queeres Leben ohne Verfolgung.
Ich möchte auch auf dem nächsten transgenialen CSD nicht hinter irgendwelchen Nationalflaggen herlaufen, nicht hinter einem Jesuskreuz, nicht hinter einer McDonalds-Werbung, nicht hinter einem Parteilogo, nicht hinter einem ... Wenn sich unter den Menschen aber McDonalds-Esser, Parteimitglieder, Christen oder Angehörige egal welcher Nation befinden, dann finde ich das grundsätzlich in Ordnung.
glact
Fahnen
Wenn ihnen die deutsche Fahne peinlich ist, zweckentfremden sie einfach eine israelische oder palästinensische. Dann gehören sie jeweils zu diesen, von ihnen für würdig befundenen Menschengruppen.
Der Israeli auf www.x-berg.de hat ganz recht, wenn er sich entsetzt.
Wie kommen Deutsche dazu, sich hinter einer israelischen Fahne zu verkriechen? Hat jemand von denen die Israelis gefragt, ob ihnen das paßt? Nein!
Die Palis braucht man sowieso nicht zu fragen, die stehen eh mit dem Arsch an der Wand und können froh sein, daß Mann sich ihnen widmet, oder?
In altbewährter arroganter Okkupationsweise werden die Tücher einfach vereinnahmt.
Ach, ja, und geht's dann zum Höhepunkt der CSD Demonstration, werden die Fahnen zusammengerollt und in die Ecke gestellt. Schließlich braucht Mann seine beiden Hände ....
deutsche schwule
@ homophiler kommunist - warum darf denn der justus nicht mit auf den csd - ist er ein "zugegeben ekelhafter" weil er auf dich sexuell nicht anregend wirkt oder steckt da gar wieder das allseits bekannte ressentiment dahinter, dass der onkel justsus schwulenfeindlich wäre? - und genau deswegen geht er auch zum csd mit der fahen des staates israel und unterstützt die gruppe "queer.for.israel" - soll also heißen: politik hat beim fussball/schwuppentreffen nichts zu suchen und: wer nicht lieb war im letzten jahr, darf auch nicht fummeln - und dabei dachte ich, "zeigt sich, daß deutsche schwule vor allem eins sind, nämlich deutsch." da wolltest du dich wohl nicht ausnehmen?
Homophobie bla bla
Die Provokation war angekuendigt worden